BLKÖ:Prinzhofer, Karl

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
<<<Vorheriger
Prinzhofer, August
Nächster>>>
Pritz, Franz Xaver
Band: 23 (1872), ab Seite: 313. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
in der Wikipedia
GND-Eintrag: [1], SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Prinzhofer, Karl|23|313|}}

Noch sei hier in Kürze des Vaters des Künstlers, des Gewerks-Directors und Realitätenbesitzers in St. Veit in Kärnthen, Karl Prinzhofer(geb. 1772, gest. zu St, Veit 12. November 1861), gedacht. Derselbe war ein ausgezeichneter Schütze und ein tüchtiger Hortolog. Er legte in St. Veit die ersten größeren Spargelbeete an, und er war es, der im ersten Viertel dieses Jahrhunderts zu der jetzt in jener Gegend blühenden Spargelzucht den ersten Impuls gegeben hat. Zur Zeit des größten Gedeihens erwuchsen seinen Spargelbeeten Stücke von einem drittel bis ein halb Pfund, und zwar nicht nur einzeln, sondern in solcher Menge, daß ganze Kistchen solcher Riesenexemplare versendet werden konnten. Auch verstand er es, die zarte, schnellem Verderben unterliegende Frucht weithin bis zu acht Tagreisen ohne Beeinträchtigung der Güte der Frucht zu verschicken, und so geschah es denn, daß die Erzeugnisse seiner ausgedehnten Anlagen von bisher nicht gekannter Stärke und Schmackhaftigkeit an mancher fernen fürstlichen Tafel als Leckerbissen dampften. Kaiser Alexander von Rußland, welcher Prinzhofer’s Spargel bei Congreßmahlzeiten kennen lernte, ließ sich bei ihm um die Behandlung dieses Gewächses erkundigen. Ferner war P. ein ausgezeichnete Schütze, der mit seinem Gewehre, an welchem sich noch das alte sogenannte Radschloß befand, beim Schießen unübertroffenes leistete. Ein Zimmer, angefüllt mit gewonnenen Besten, war Zeuge seiner Triumphe. Ueberdieß war P. ein Charakter von altehrwürdiger Einfachheit, Geradheit und Wahrheit, durch und durch deutsch im Denken und Handeln. [Tagespost 1861, Nr. 277. – Klagenfurter Zeitung 1861, Nr. 264, im Feuilleton.]