BLKÖ:Riederer, Ignaz

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 26 (1874), ab Seite: 110. (Quelle)
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Riederer, Ignaz (Schulmann, geb. in Böhmen im Jahre 1759, gest. zu Krumau bei Budweis 27. October 1845). Widmete sich nach beendeten Vorbereitungsstudien dem Lehramte und trat im Jahre 1784 seine Stelle als Lehrer an der im Jahre 1782 neu errichteten k. k. Hauptschule zu Krumau in Böhmen an. An derselben wurde zuerst nach der von dem Abte Felbiger [Bd. IV, S. 166] neu eingeführten Unterrichtsmethode gelehrt, und da sie sozusagen als Musterschule galt, fanden sich Schüler und Lehramts-Candidaten nicht nur aus allen Theilen Böhmens, sondern auch aus Mähren, Schlesien, den Erzherzogthümern und der Steiermark, zugleich aber auch geistliche und weltliche Lehrer in großer Menge in Krumau ein, um sich daselbst die verbesserte Lehrmethode eigen zu machen. Die Krumauer Hauptschule erwarb dadurch und bewahrte auch ihren ausgezeichneten Ruf. R. zählte zu den besten Lehrern derselben, wurde an ihr im Jahre 1831 zum Director ernannt und in Würdigung seiner eminenten Leistungen während eines ein halbes Jahrhundert übersteigenden Zeitraumes im Jahre 1838 mit der goldenen Civil-Verdienstmedaille am Bande ausgezeichnet. Neben seinem Lehramte an der k. k. Hauptschule war aber R. auch an dem dortigen fürstlich Schwarzenberg’schen ökonomischen Institute durch 37 Jahre thätig. Nach, dem er 60 Jahre im Lehramte gewirkt, in welcher Zeit er über 30.000! Schüler unterrichtet, trat er in den Ruhestand über und erhielt bei dieser Gelegenheit zahlreiche Beweise von Theilnahme der Bevölkerung, die fast ganz aus seinen Schülern bestand: die Bürgerschaft verehrte ihm einen prächtigen silbernen Pokal und der Krumauer Magistrat das Ehrenbürgerrecht. R. war auch als pädagogischer und landwirthschaftlicher Schriftsteller thätig. Seine Schrift: „Bemerkungen über den Hopfenbau“ wurde mit dem Preise von zehn Ducaten ausgezeichnet; eine unter dem Titel: „Strohhütchen“ erschienene Jugendschrift erlebte mehrere Auflagen. Als er im hohen Alter von 86 Jahren starb, gab ihm auf seinem letzten Gange die ganze Bevölkerung Krumau’s das Ehrengeleite.

Wiener Zeitung 1845, Nr. 309. – Neuer Nekrolog der Deutschen (Weimar, B. F. Voigt, kl. 8°.) XXIII. Jahrg. (1845), II. Thl, S. 821.