BLKÖ:Schabus, Georg

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Schabus, Jacob
Band: 29 (1875), ab Seite: 24. (Quelle)
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Schabus, Georg (Arzt und Naturforscher, geb. zu Dellach im Gailthale am 24. April 1815, gest. zu Funchal auf der Insel Madeira am 11. Juli 1860). Der Sohn eines armen Landmanns, der in der Dorfschule seines Heimatsortes den ersten Unterricht erhielt. Im October 1826 kam er nach Klagenfurt, um dort das Gymnasium zu besuchen, da jedoch die Mittel fehlten, sollte er wieder nach Haus kommen, aber S., entschlossen, alle Entbehrungen zu ertragen, bewog die Eltern, ihn in Klagenfurt zu lassen, wo er als sogenannter „Suppenstudent“ so ausgezeichnete Fortschritte machte, daß er bald zum Correpetitor seines Schulcollegen Max Ritter von Moro empfohlen wurde. Nachdem er die philosophischen Studien beendet, wurde er durch die liebevolle Hochherzigkeit einer Dame, die den Professoren erklärt hatte, den fähigsten und würdigsten Schüler auf ihre Kosten das Brotstudium vollenden zu lassen, in den Stand gesetzt, die medicinischen Studien in Wien zu beginnen. Im Jahre 1838, im zweiten Jahre des medicinischen Studiums, mußte S. aus Gesundheitsrücksichten sein Studium unterbrechen und konnte erst im Sommer 1839 dasselbe wieder aufnehmen. Nun hörte er in Padua 1839 das 3., in Wien 1840 das 4. Jahr der Medicin, erlangte am 1. October 1843 die medicinische Doctorwürde, wurde am 14. Mai 1844 Doctor der Chirurgie und am 1. August d. J. Magister der Geburtshilfe. Vom 24. November 1843 bis 9. Februar 1845 diente er an der Abtheilung für Augenkranke im Wiener allgemeinen Krankenhause und am 16. Juli 1847 erlangte er noch das [25] Diplom als chirurgischer Operateur. Im Herbste 1847 nahm er in Klagenfurt als praktischer Arzt seinen bleibenden Aufenthalt, wurde am 16. October 1847 supplirender Primararzt am dortigen Spitale, am 23. December 1848 Criminal-, Haus- und Gerichtsarzt und am 8. November 1850 Professor der Geburtshilfe. In seinem Berufe als Arzt, dem er in sich selbst aufopfernder Weise nachkam, hatte er sich den Todeskeim geholt. Im Herbste 1858 suchte er in Kairo’s milderem Klima Genesung, kehrte im Frühlinge 1859 gestärkt wieder heim, um sich im Herbste desselben Jahres nach Madeira zu begeben. Er brachte nun längere Zeit in Funchal zu, besuchte noch den Pic von Teneriffe, dann das herrliche Thal von Orotova, und eben der Hoffnung völliger Genesung sich hingehend, überfiel ihn plötzlich eine bösartige Karbunkelgeschwulst, der er im Alter von 45 Jahren nach sechswöchentlichem schmerzhaften Leiden erlag. Was seine Thätigkeit im ärztlichen Berufe betrifft, schreibt sein Nekrolog, so könnte man stundenlang rührende Züge seiner Wohlthätigkeit erzählen; er war unverheirathet geblieben, aber er hat die große Familie der Armen und Kranken adoptirt und sie geliebt und gepflegt sein Lebelang. Außer seinem ärztlichen und Lehramtsberufe war er seit 1853 leitender Ausschuß am Klagenfurter Museum, dessen Sammlungen er durch eine Reihenfolge schöner Skelette bereicherte. S. war auch wissenschaftlich thätig und sind von ihm folgende Vorträge bekannt, aus dem Jahre 1854: „Ueber den Blutumlauf im menschlichen Körper“, 2 Vorträge; „Ueber den Bau des menschlichen Fußes“, ebenso viele; aus dem Jahre 1855: „Ueber das Nervenleben im Menschen“, auch zwei Vorträge, und einer „Ueber die Bildung von Blasensteinen“. Ob dieselben gedruckt und noch andere Arbeiten in seinem Nachlasse vorgefunden worden sind, ist nicht bekannt. Sein Freund J. Prettner hat ihm in einem am 30. November 1860 in der Abendversammlung des naturhistorischen Museums zu Klagenfurt gehaltenen Vortrage ein schönes Denkmal der Erinnerung gesetzt. Der berühmte Naturforscher Jacob Schabus [s. d. Folgenden] ist sein Bruder.

Klagenfurter Zeitung 1860, Nr. 297, im Feuilleton: „Dortor Georg Schabus. Nekrolog von Johann Prettner“. – Gratzer Zeitung 1861, Nr. 12, im Feuilleton: „Klagenfurter Briefe“.