BLKÖ:Spelletics, Felix (Sohn)

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Speidel, Ludwig
Band: 36 (1878), ab Seite: 134. (Quelle)
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Spelletics, Felix Sohn (amerikanischer Capitän, geb. in Ungarn im Jahre 1843). Sein Vater, gleichfalls Felix, war im Jahre 1848 ungarischer Reichstagsdeputirter und später Regierungscommissär der revolutionären Regierung. Nach Bewältigung des Aufstandes floh er zunächst nach Posen, dann nach Hamburg und begab sich von da 1850 nach Amerika, wo er sich zu Dawenport in New-York in der Grafschaft Delaware als Farmer niederließ. Sein Sohn Felix kam mit ihm nach Amerika und stand 1862, damals noch nicht 19 Jahre alt, als Freiwilliger in der nordamerikanischen Armee. In dieser erscheint sein Name unter den Helden bei dem Fort Donnaldson (hie und da auch irrig Donelson genannt), wo er sich durch seine [135] Treue und Todesverachtung vor allen Anderen hervorgethan. Als nämlich im Jahre 1862 das 2. Iowa-Regiment bei der Erstürmung der Verschanzungen des Forts Donnaldson vorläufig zum Rückzuge beordert wurde, verließ der junge Spelletics, welcher in diesem Regimente als Freiwilliger diente, die Reihen desselben. Sein Capitän und Freund war gefallen und er wollte seinen Tod rächen. Ohne auf die Ordre zu achten, die ihn zurückruft, wirft er den Rock von sich, legt seinen Schießbedarf auf denselben und ladet unter dem Ausruf: „Schurken! Ihr habt meinen Capitän getödtet, ihr sollt es mit entgelten!“, von Kugeln umsaust, seine Muskete. Ein Rebell fällt, noch ein zweiter und so fort bis Spelletics seine letzte Patrone verschossen hat. Da erblickt er einen feindlichen Officier mit einer revolvirenden sechsläufigen Rifle, der schon einmal nach ihm geschossen hatte; schnell stürzt er sich den Berg hinab auf seinen Gegner, packt ihn und entreißt ihm die Waffe, um mit hochgeschwungener Trophäe in die Reihen seiner ihn mit Jubel aufnehmenden Kameraden zurückzukehren. Spelletics, als „der Held von Donnaldson“ allgemein gefeiert, wurde später Capitän in der amerikanischen Armee.

Kertbeny (K. M.), Die Ungarn im Auslande. I. Namensliste ungarischer Emigration seit 1849. 2000 Nummern mit biographischem Signalement (Brüssel und Leipzig 1864, Kießling und Comp., kl. 8°.) S. 58, Nummer 4539, 4540, 4541, 4542. – Telegraf (Gratzer Localblatt) 1867, Nr. 105.