BLKÖ:Stolterfoth, Gottfried

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Stollewerk, Nina
Band: 39 (1879), ab Seite: 168. (Quelle)
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Stolterfoth, Gottfried (Geschichtschreiber, geb. zu Neusohl in Ungarn am 14. Februar 1732, gest. um das Ende des 18. Jahrhunderts). Die unten bezeichnete polnische Quelle nennt ihn ausdrücklich einen gebürtigen Ungarn, und die deutsche gibt genau Ort und Jahr seiner Geburt an. Ueber Stolterfoth’s Lebensverhältnisse und den Abgang aus seiner ungarischen Heimat sind nur sehr lückenhafte Nachrichten vorhanden. Allem Anscheine nach ist er der Sohn eines Evangelischen in Ungarn, der demselben, nach dem dortigen Brauche seiner Glaubensgenossen, die letzte wissenschaftliche Ausbildung auf einer fremdländischen Hochschule zutheil werden ließ. Nach beendeten Vorbereitungsstudien bezog daher der Sohn die Universität in Königsberg, woselbst er die Rechtswissenschaften studirte und dann bei dem Stadtgerichte in Dienste trat, in welchen er bis an seinen Tod, der um das Ende des 18. Jahrhunderts erfolgte, verblieb. Die Titel seiner Schriften sind in chronologischer Folge: „Grundriss einer Geschichte des Königreichs Ungarn“ (Danzig 1758, Breitkopf, 8°.) – „Leben Ludwigs des Zweiten, Königs in Ungarn“ (ebd. 1759, 8°.); – „Etwas für die Kaufmannschaft“ (Marienburg 1761, 8°.); – „Die Glückseligkeit der Kinder, die in der ersten Blüthe ihres Alters sterben“ (Danzig 1762, Fol.); – „Der Kranke. Eine Wochenschrift“ (ebd. 1764, 8°.); – „Kurzgefasste Geschichte und Staatsverfassung von Polnisch-Preussen in alten und neuern Zeiten“ (Danzig 1764; neue Auflage ebenda 1768, 8°.); – „Grundriss einer allgemeinen und pragmatischen Weltgeschichte“ (ebd. 1764; neue Auflage 1768, 8°.); – „Entwurf einer pragmatischen Geschichte von Pohlen, bis auf jetzt glorwürdigst regierende Königliche Majestät Stanislaum Augustum insonderheit für junge Standes- und andere wohl zu erziehende Personen...“ (Danzig 1766, Daniel Meißner, 882 S., 8°.); – „Beyträge zu den neuesten und merkwürdigsten Staatsveränderungen und Begebenheiten in Polen“ (ebd. 1768). Diese Schrift, obgleich sie den erwähnten Titel führt, ist doch nur eine Fortsetzung der früher genannten, denn die Paginirung, welche bei letzterer bis Seite 882 reicht, hebt bei ersterer mit Seite 883 an und setzt sich bis 1298 fort. Stolterfoth’s Schriften über Polen lehnen sich an die Arbeiten Lengnich’s an, welche sie ergänzen, neu bearbeiten und für den Gebrauch handsamer gestalten.

Meusel (Joh. Georg), Das gelehrte Teutschland (Lemgo 1784, Meyer, 8°.) vierte vermehrte und verbesserte Auflage. Bd. III, S. 639. – Encyklopedyja powszechna, d. i. Polnisches Conversations-Lexikon (Warschau, Orgelbrand, gr. 8°.) Band XXIV, S. 181. – Goldbeck (J. Fr.), Literarische Nachrichten von Preußen (Berlin 1781 u. f.) Bd. I und II.