BLKÖ:Streit, Eduard

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
<<<Vorheriger
Streit, Andreas
Nächster>>>
Streit, Franz
Band: 40 (1880), ab Seite: 24. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
in der Wikipedia
GND-Eintrag: [1], SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Streit, Eduard|40|24|}}

Streit, Eduard (Tonkünstler, geb. in Brünn im Jahre 1808, gest. ebenda 22. März 1871). Ein um das Musikleben Brünns vielverdienter Tonkünstler, der Sohn des Regenschori Leopold Streit an der Brünner Stadtpfarrkirche zu St. Jacob. Als er, ein zwölfjähriger Knabe, eines Tages vor einer größeren Zuhörerschaft ein Concert von Rieß mit glänzendem Erfolge vorgetragen hatte, beschloß sein Vater, ihn zum Musicus heranzubilden. Nicht ganz im Einverständnisse mit demselben, einem Manne alten Schlages, der weiteres [25] Wissen für einen Musikanten eben für entbehrlich hielt, besuchte der Sohn das Gymnasium seiner Vaterstadt und hörte auch die philosophischen Studien, ohne sich jedoch in der musikalischen Ausbildung zu vernachlässigen. Im October 1827, 19 Jahre alt, wurde er Organist an der Stadtpfarrkirche in Brünn, unter der unmittelbaren Leitung seines Vaters, welchem er 19 Jahre später, im August 1846, in der Chorregentenstelle folgte. In diesem Amte blieb er ein Vierteljahrhundert, bis zu seinem im Alter von 63 Jahren nach langem und schwerem Leiden erfolgten Ableben. Streit, ein gründlich und vielseitig gebildeter Tonkünstler, war für Verbreitung guter Musik in Brünn unablässig thätig. Mit dem kaiserlichen Rechnungsbeamten Jos. Andreas Nowotny (geb. 3. April 1778, gest. 13. März 1856) in Brünn, einem vortrefflichen Cellisten und Harmoniker, und mit Gottfried Rieger [Bd. XXVI, S. 118] im Vereine förderte er das Musikleben der mährischen Hauptstadt durch Aufführung großer Tonwerke alter und neuer Meister sowohl in der Kirche, als auch in Concerten. Mit besonderer Liebe pflegte er die Hausmusik und unterhielt in seiner Wohnung regelmäßige Zusammenkünfte der besten Musikdilettanten und Fachkünstler. Nebstdem ertheilte er Musikunterricht und zählte viele und mitunter ausgezeichnete Schüler. Auch als Componist, und zwar auf den verschiedenen Gebieten der kirchlichen und profanen Tonkunst, war er nicht ohne Erfolg thätig. Mehrere seiner Compositionen, darunter einige Lieder, sind im Stiche erschienen. Den größeren Theil seiner Arbeiten bewahrt jedoch das Archiv des Musikchors der Kirche St. Jacob, und zwar: Vocal- und gemischte Chöre, Gradualen, Offertorien, ein Requiem und zwei Messen, welche zum größten Theile aufgeführt wurden. Die Messe in Es wird als ein ganz bedeutendes Werk bezeichnet. Ueber das im Brünner Theater aufgeführte Fragment einer Oper Streit’s berichtet sehr günstig die „Moravia“ [1840, S. 180].

d’Elvert (Christian Ritter von), Geschichte der Musik in Mähren und Oesterreichisch-Schlesien u. s. w. (Brünn 1873, Winiker, gr. 8°.) S. 236 und 241.