BLKÖ:Stupnicki, Hippolyt

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 40 (1880), ab Seite: 205. (Quelle)
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Stupnicki, Hippolyt (Journalist und Schriftsteller, geb. in Galizien im Jahre 1806, gest. in Lemberg am 19. October 1878). Er genoß eine ganz unzulängliche Erziehung, deren Spuren an allen seinen Arbeiten nur zu deutlich erkennbar sind. Er fühlte aber frühzeitig einen mächtigen Drang zu schriftstellerischem Schaffen in sich, welchen er bei seiner staunenswerthen Zähigkeit in Durchführung gefaßter Pläne auch später zu befriedigen wußte. So entstanden denn mehrere Arbeiten, die trotz ihrer sichtbaren und versteckten Mängel eine gewisse Brauchbarkeit besitzen und deren Hauptvorzug darin besteht, daß sie dem praktischen Bedürfnisse zu Hilfe kommen. Zudem entwickelte er als Journalist eine Rührigkeit ohne Gleichen, er nahm sogar keinen Anstand, persönlich [206] Abonnenten für seine Blätter zu sammeln, welche dadurch einen Absatz erreichten, daß ihnen immerhin einiger Einfluß auf die Bevölkerung zugestanden werden mußte. Dabei hielt er sich fern von allem Preßschwindel, von journalistischen Ausbeutungen und jenen Zeitungsgaunereien, wie sie heut zu Tage im Schwunge sind zum Schaden der öffentlichen Meinung und nicht selten zum Nachtheile des einzelnen Individuums, dem in unverfrorenster Weise Dinge an den Kopf geworfen werden, gegen die es im Wege der Justiz leider keine Abwehr gibt. Er war, so viel wir wissen, ein armer Journalist, der eben nur sein dürftiges Einkommen sich erschreibt, blieb aber ein ehrlicher Mann, bis der Tod ihm das Auge schloß. Die Titel der von ihm herausgegebenen Schriften sind: „Galicyja pod względem topograficznym, geograficznym i historycznym z mappą“, d. i. Galizien in topographischer, geographischer und historischer Beziehung. Mit einer Karte. (Lemberg 1849, zweite Auflage 1870, 8°.). Davon erschien im Jahre 1851 auch eine deutsche Ausgabe; – „Geograficzno statystyczny opis królestwa Galicyi i Lodomeryi“, d. i. Geographisch-statistische Beschreibung des Königreiches Galizien und Lodomerien (ebd. 1862, 8°.); – „Skorowidz wszystkich miejscowości położonych w królestwie Galicyi i Lodomeryi, jakotež wielkiem Księztwie Krakowškiem i Księztwie Bukowińskiem“, d. i. Uebersicht sämmtlicher im Königreich Galizien und Lodomerien, wie im Großherzogthum Krakau und im Herzogthum Bukowina befindlichen Liegenschaften (ebd. 1855, 8°.), auch davon erschien eine deutsche Ausgabe; – „Systematyczny układ rozporzadzeń we względzie myt drogowych“, d. i. Systematische Zusammenstellung aller die Wegegelder betreffenden Verordnungen (ebd. 1862, 8°.); – „Herbarz polski na podstawie Herbarza Niesieckiego i manuskryptów ułožony“, d. i. Polnisches Wappenbuch, auf Grundlage des Wappenbuches von Niesiecki und nach Urkunden angelegt (ebd. 1855 u. f., 4°.) bildete eine Beilage des Blattes: „Przyjaciel domowy“, d. i. Der Hausfreund und umfaßte vollendet drei Bände. Außerdem redigirte er mehrere periodische Schriften und Zeitungen, und zwar die „Biblioteka lwowska“, welche 1857 zu erscheinen begann und von welcher zehn Hefte herausgegeben wurden; den „Przegląd powszechny“, d. i. Die allgemeine Umschau, welche seit 1858 herauskam; den „Przyjaciel domowy“, d. i. Der Hausfreund, 1854 begonnen; und „Opiekun polskich dzieci“, d. i. Der Vormund der polnischen Kinder, 1867 begonnen. Darunter ist „Der Hausfreund“ (przyjaciel domowy) seine beste Schöpfung, ein gut redigirtes Volksblatt, welches neben Unterhaltung besonders auch Belehrung seiner Leser bezweckt. Es war das einzige Blatt dieser Art in Galizien, in knappen, dabei anregenden Artikeln behandelte es die Geschichte, Topographie und Archäologie des Landes und brachte auch sonst gemeinnützige Artikel aus dem Gebiete der Haus- und Landwirthschaft nach allen ihren Zweigen.

Encyklopedja powszechna i t. d., d. i. Polnisches Conversations-Lexikon, Bd. XXIV, S. 265. – Bibliographisch-statistische Uebersicht der Literatur des österreichischen Kaiserstaates vom 1. Jänner bis 31. December 1855. Dritter Bericht erstattet …. im Auftrage …. des Ministers des Innern …. von Dr. Constant Wurzbach von Tannenberg (Wien [207] 1857, Staatsdruckerei, gr. 8°.) Bd. II, S. 1048, Marginal[WS 1] 34490 u. f. –

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: Mariginal.