BLKÖ:Sueß, Friedrich

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
<<<Vorheriger
Sueß, Eduard
Band: 40 (1880), ab Seite: 283. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
in der Wikipedia
GND-Eintrag: 104920252X, SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Sueß, Friedrich|40|283|}}

Sueß, Friedrich (Industrieller und Mitglied des Abgeordnetenhauses des österreichischen Reichsrathes, Ort und Jahr seiner Geburt unbekannt). Zeitgenoß. Wahrscheinlich ein geborener Wiener. Er ist Mitbesitzer der k. k. privilegirten Saffian-, Loh-, Brüsseler und Corduanlederfabrik A. H. Sueß’ Söhne zu Sechshaus in Wien. Diese Fabrik zählt zu den hervorragendsten ihres Industriezweiges. Sie besteht als erste österreichische Saffianfabrik seit dem Jahre 1814, hat wiederholt neue Verfahren und Appreturen eingeführt, arbeitet mit Dampf- und Wasserkraft und in solcher Ausdehnung, daß sie heute von der rohen thierischen Haut bis zur feinsten Appretur mehr als 300.000 Stück Felle und Häute, und zwar den größten Theil davon für den Export verarbeitet. Sie besitzt Niederlagen [284] in Wien und in Pesth; erhielt Medaillen auf den Wiener Ausstellungen 1836 und 1845, wurde auf der Pariser Weltausstellung 1855 durch ehrenvolle Erwähnung ausgezeichnet und auf jenen zu London von 1851 und 1862 mit Medaillen prämiirt. Friedrich Sueß persönlich wurde auf letzterer in die Jury für die XXVII. Classe [Bekleidungsgegenstände) gewählt und in Anerkennung der trefflichen Leistungen in seinem Industriezweige durch das goldene Verdienstkreuz mit der Krone ausgezeichnet. Im Jahre 1873 fiel auf ihn die Wahl zum Vice-Präsidenten der Weltausstellungs-Commission für Niederösterreich, und erhielt er in Folge dessen am 1. November g. J. den Orden der eisernen Krone dritter Classe. Er ist Beisitzer beim Handelsgerichte, Mitglied des niederösterreichischen Landtages und vertritt seit 1873 die Landgemeinden des Wahlbezirkes Sechshaus im Abgeordnetenhause des Reichsrathes. In der verflossenen Legislaturperiode war er Mitglied des volkswirthschaftlichen Ausschusses und betheiligte sich überhaupt eifrig an allen volkswirthschaftlichen Berathungen des Hauses. Um seinen Wahlbezirk insbesondere machte er sich verdient durch den von ihm gestellten und vom Hause auch angenommenen Antrag auf Errichtung einer chemischen Fachschule für Färberei, Druckerei und Bleicherei im Gerichtsbezirke Sechshaus.

Arenstein (Jos., Pr. u. D.) Oesterreichischer Bericht über die internationale Ausstellung in London 1862 (Wien 1863, gr. 8°.) Bd. XLII, L, S. 526, 529, 530.