BLKÖ:Szabó, Joseph (I.)

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
Band: 41 (1880), ab Seite: 109. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
in der Wikipedia
GND-Eintrag: 11739128X, SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Szabó, Joseph (I.)|41|109|}}

Szabó, Joseph (I.) (Geolog und Fachschriftsteller, geb. zu Kalocsa am 14. März 1822). Sein Vater war Hauptcassier in Diensten des Erzbischofs von Kalocsa. Die Gymnasialschulen besuchte der Sohn in seinem Geburtsort, die Philosophie und die Rechte hörte er in Pesth. Neben seinen Berufsstudien betrieb er fleißig alte und moderne Sprachen, bildete sich in der Musik aus und erlernte die Stenographie. Bald erlangte er die philosophische Doctorwürde. Da ihn der Bergbau und die mit diesem verbundene Geologie seit früher Jugend interessirten, bezog er nunmehr die Bergakademie zu Schemnitz. Nach Beendigung des vorgeschriebenen Curses trat er als k. Bergbeamter in den öffentlichen Dienst, und zwar zunächst in Zsarnocza, später in Felsőbánya. Doch nur wenige Jahre war er in dieser Richtung thätig, denn schon 1849 erhielt er die Professur der Mineralogie an der Pesther Hochschule. 1851 entsendete ihn das Handelsministerium als Berichterstatter zur Londoner Weltausstellung, daselbst wurde er in die Ausstellungscommission als Mitglied gewählt und fungirte als solches über ein halbes Jahr. In Würdigung seiner Verdienste auf der Ausstellung 1862 wurde er am 10. Februar 1863 mit dem Ritterkreuze des Franz Joseph-Ordens ausgezeichnet. Inzwischen trug er neben seinem eigentlichen Lehrgegenstände, der Mineralogie, längere Zeit auch die Chemie vor und hielt über beides Sonntags unentgeltliche Vorträge für das gebildete Publicum Pesths. In den Ferienmonaten machte er größere Reisen. Schon als Zögling der Bergbauschule zu Schemnitz hatte er Ungarn nach verschiedenen Richtungen durchwandert und dabei vornehmlich die Erzstätten und verschiedene Bergbaue dieses Landes kennen gelernt; später besuchte er zu gleichen Zwecken einen großen Theil Deutschlands und die Schweiz. Zugleich war er als Fachschriftsteller thätig und gab folgende Werke heraus: „Bányaműszótár“, d. i. Bergbaukunde (Pesth 1848), im Auftrage des Ministeriums verfaßt und zum Gebrauche an jedes ungarische Bergamt gesendet; – „Jegyzetek az ásvány és vegytan köréből“, d. i. Notizen aus dem Bereiche der Mineralogie und Chemie (London 1851) eine Frucht seiner im Auftrage der Regierung unternommenen Reise zur Londoner Ausstellung 1851; – „Magyarítás a természettudományokban s különösen annak gyakorlati jelentősége“, d. i. Magyarisirung in den Naturwissenschaften und vornehmlich deren praktische Bedeutung (Pesth 1861), wurde von der ungarischen Akademie verlegt und von dieser allen Pesther Buchhändlern in Commission gegeben; – [110] „Ásványtan kezdők számára“, d. i. Lehrbuch der Mineralogie für Anfänger (Pesth 1861, Heckenast, 8°.); – „Az ásványtan alapvonalai“, d. i. Anfangsgründe der Mineralogie (ebd. 1861, 8°.); – „A magyar orvosok és természetvizsgálók 1863. September 19–26 Pesten tartott IX nagy gyülésének történeti vázlata és munkálatai“, d. i. Geschichtliche Skizze und Arbeiten der neunten Versammlung der ungarischen Aerzte und Naturforscher in Pesth vom 19. bis 26. September 1863 (Pesth 1864, Eggenberger); im folgenden Jahre gab er unter gleichem Titel gemeinschaftlich mit Joseph Rózsay die geschichtliche Darstellung der vom 29. August bis 2. September in Marosvásárhely tagenden Versammlung der Naturforscher und Aerzte heraus. Außerdem besorgte er in den Jahren 1860 und 1861 die Redaction der Mittheilungen der ungarischen naturwissenschaftlichen Gesellschaft (A magyar természet tudományi társulat közlönye), ferner die Jahrbücher dieser Gesellschaft (A magyar természet tudományi társulat évkönyvei), endlich in den Jahren 1861–1863 jene der Arbeiten der geologischen Gesellschaft Ungarns (A magyarhoni földtani társulat munkálatai). Auch für die Jahrbücher der k. k. geologischen Reichsanstalt in Wien arbeitete Professor Szabó Einiges, und zwar brachten dieselben seine Mittheilungen „Ueber Salpetergewinnung“ [Bd. I, S. 324]; – „Ueber das Alluvium von Central-Ungarn“ [Bd. IV, Verh., S. 132]; – „Ueber den Süßwasserkalk von Alt-Ofen“ [Bd. VI, S. 416]; – „Ueber die geologischen Umgebungen von Ofen“ [Bd. VIII, S. 301, 314, Anmerkung, 316, 319, 324] und „Ueber Trachyt und Tertiäres im Nordosten von Pesth“ [Bd. IX, Verh., S. 120). Die letztgenannten Arbeiten sind nur Fragmente von seiner als Grundlage einer Topographie von Ofen und Pesth dienenden Aufnahme der geologischen Verhältnisse der Hauptstadt, womit ihn die ungarische naturwissenschaftliche Gesellschaft betraut hatte. Szabó war längere Zeit Secretär des ungarischen geologischen Vereines, ist ordentliches Mitglied der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der ungarischen Akademie der Wissenschaften und Mitglied mehrerer gelehrten Akademien des Auslandes, darunter der Académie nationale agricole manufacturière et commercielle in Paris. Auch wurde ihm 1858 von der ungarischen Akademie für die geognostische Beschreibung der Pesth-Ofner Gegend der geologische Preis zuerkannt.

Danielik (József), Magyar irók. Életrajz-gyüjtemény. Második, az elsőt kiegészitő kötet, d. i. Ungarische Schriftsteller. Sammlung von Lebensbeschreibungen. Zweiter, den ersten ergänzender Theil (Pesth 1858, Gyurian, 8°.) S. 292. – Jelenkor. Politikai és társas élet Encyklopaediája, d. i. Die Gegenwart. Politische und literarische Encyklopädie (Pesth 1858, G. Heckenast, gr. 8°.) Seite 86.