BLKÖ:Ujazdowski, Thomas

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Ujazdowski, Martin
Band: 48 (1883), ab Seite: 267. (Quelle)
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Ujazdowski, Thomas (Geschichtsforscher, geb. 1796, gest. zu Triest 1839). Frühzeitig verlor er durch den Tod seine Eltern Ambros Ujazdowski und Domicella geborene Galecka. Nachdem er seinen Unterricht in Piaristenschulen Ungarns genossen hatte, trat er in den Orden der Lehrmönche und übte in verschiedenen Schulen desselben das Lehramt, namentlich aus den Naturwissenschaften, aus. 1815 bezog er die Universität in Warschau, kehrte aber darauf zum Lehramte zurück und wirkte in demselben bis zu seinem Austritte aus dem Orden im Jahre 1820. Er trat bei der Procuratur in den Staatsdienst ein. Doch auch diesen gab er bald wieder auf, ging nach Krakau und besuchte dort von neuem die Universität. Zum Lehramte zurückkehrend, übte er dasselbe im Königreiche aus, redigirte nebenbei den „Pamiętnik Sandomirski“, d. i. Die Gedenkblätter von Sandomir, und beschäftigte sich auf das eifrigste mit archäologischen und bibliographischen Arbeiten. 1831 übersiedelte er nach Galizien und verblieb daselbst mehrere Jahre. Dann begab er sich nach Triest, wo er im besten Mannesalter von 43 Jahren starb. Von oberwähnten „Pamiętnik Sandomirski“ sind in den Jahren 1829 und 1830 zwei Bände zu Warschau erschienen, dann gab er noch heraus: „Tandeciarz pismo bardzo pozyteczne dla rycerzy, prawników, gospodarzy, rzemieslników i. t. d.“, d. i. Allerlei [Tandeciarz heißt so viel wie Trödel, Herausgeber glaubt diesem Worte das Wort „Allerlei“ substituiren zu dürfen], eine sehr nützliche Schrift für Ritter, Rechtsgelehrte, Landwirthe, Handwerker u.s. w. (ebd.), diese Schrift begann am 2. Jänner 1831 zu erscheinen, endete aber schon mit der 11. Nummer ihr Dasein; – „Pomnik rycerstwa polskiego w wieku XV.“, d. i. Denkmal der polnischen Ritterschaft aus dem XV. Jahrhundert (Krakau 1835, mit einer Abbildung), auch im polnischen illustrirten Blatte „Der Volksfreund“ (Przyjaciel ludu, 1839, Nr. 48).