BLKÖ:Ulfeld, Leo Graf

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 48 (1883), ab Seite: 296. (Quelle)
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3. Leo Graf Ulfeld (geb. 22. März 1651, gest. zu Wien 11. April 1716), ein Sohn des unglücklichen dänischen Staatsministers Corfiz aus dessen Ehe mit Eleonore Christine, Tochter König Christians IV. von Dänemark und Christine Munck’s[WS 1], trat in ziemlich vorgerücktem Alter in die kaiserliche Armee und [297] erhielt 1682 unter General Montecucculi eine Compagnie. Sein tapferes Verhalten in den damaligen so häufigen Kriegen brachten ihn rasch vorwärts. Schon 1700 wurde er zum Inhaber des 4. Kürassier-Regiments, vordem Graf Herberstein, dann zum Kammerherrn und Generalmajor ernannt. 1702 wohnte er der Schlacht bei Luzzara bei, schlug 1703 vereint mit Guido Grafen Starhemberg den Feind in entscheidender Weise bei Bormio, ging noch im nämlichen Jahre mit Kaiser Karl VI. als damals erklärtem Könige nach Spanien, stieg 1704 zum Feldmarschall-Lieutenant und 1706 zum General-Feldmarschall auf. Im letztgenannten Jahre vertheidigte er in Gegenwart seines Königs Barcellona mit ungemeiner Tapferkeit und wurde in Anerkennung seiner Waffenthat zum General-Capitän von Barcellona und zum Vicekönig von Catalonien erhoben. Nach Abtretung Spaniens im Jahre 1714 kehrte er nach Deutschland zurück und ward von Kaiser Karl zum Hauptmann der Hartschier-Leibgarde und zum geheimen Rathe ernannt, welche Stellen er bis zu seinem im Alter von 65 Jahren zu Wien erfolgten Tode bekleidete. Graf Leo vermälte sich 1697 mit Anna Maria Gräfin Sinzendorf, die ihm drei Kinder gebar: Corfiz Anton, den nachmaligen Staatsminister, Karoline Elisabeth und Franz Anton, welche Beide unvermält in verhältnißmäßig jungen Jahren starben.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: Katharina Munck’s.