BLKÖ:Umlauff Ritter von Frankwell, Victor

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Umlauft, Johann
Band: 49 (1884), ab Seite: 33. (Quelle)
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Umlauff Ritter von Frankwell, Victor (Schriftsteller, geb. zu Rzeszow in Galizien am 23. März 1836). Ein Sohn des k. k. Oberlandesgerichts-Präsidenten Johann Karl Ritter von Umlauff [S. 26 u. f.], kam er mit dem Vater, welcher im October 1837 zum Präsidenten des Stadt- und Landrechtes in der Bukowina befördert wurde, als kaum zweijähriges Kind dahin. Während seiner Gymnasialzeit, welche er zu Czernowitz verbrachte, empfing er zugleich in dem herrlichen künstlerisch ausgeprägten [34] Familienleben im elterlichen Hause Eindrücke, die nicht ohne wohlthuenden Einfluß auf seine später e Entwickelung blieben. Nachdem er an den Hochschulen Wien und Pesth die Rechtswissenschaften studirt hatte, trat er in den Staatsdienst, den er jedoch nach einigen Jahren verließ, um sich der Advocatur zu widmen. Seit 1868 fungirt er als Hof- und Gerichtsadvocat in Wien, ist zugleich beeideter Advocat für die Länder der ungarischen Krone und Güterdirector des Grafen Erwin von Schönborn. In seinen Mußestunden beschäftigt er sich mit literarischen und schönwissenschaftlichen Studien, in welchen er namentlich den Sprachen und Literaturen des Ostens seine besondere Aufmerksamkeit zuwendet, durch Uebersetzungen aus denselben die deutsche Literatur bereichernd. Bisher hat er nach dieser Richtung zwei Sammlungen veröffentlicht: „Rumänenlieder“ (1881) und „Heimatsklänge“ (1882), welche beide auch Originalgedichte enthalten. Auch finden wir von Umlauff poetische Arbeiten in Karl Emil Franzos „Deutschem Dichterbuch aus Oesterreich“ und in den verschiedenen Jahrgängen des literarischen Jahrbuchs „Die Dioskuren“, so im eilften seine Uebersetzung einer Dichtung des gedankentiefen originellen kleinrussischen Poeten J. G. Szewczenko. Aber auch nach einer anderen Richtung war Victor von Umlauff thätig, er gab nämlich aus dem schriftlichen Nachlasse seines verewigten Vaters dessen Arbeit „Ueber die Räthlichkeit zur Einführung des Geschworneninstitutes in Galizien und in der Bukowina“ (Wien 1861, Manz, gr. 8°.) heraus und veröffentlichte mit der warmen Pietät des Sohnes des Vaters Lebenslauf in einer gedrängten, doch inhaltreichen Monographie unter dem Titel: „Leben und Wirken eines österreichischen Justizmannes. Ein biographisches Denkmal zur Erinnerung an den jub. k. k. Oberlandesgerichts-Präsidenten Johann Karl Ritter Umlauff von Frankwell“ (Wien 1861, Manz und Comp., gr. 8°.). In dieser Schrift stellt er nicht nur den Lebenslauf eines pflichttreuen und bedeutenden österreichischen Staatsbeamten dar, sondern wirft auch verschiedene, mitunter grelle Schlaglichter auf die österreichischen Verhältnisse nach 1848 bis 1861. Jüngst erst kündigten die Blätter das Erscheinen eines neuen culturhistorischen Werkes aus seiner Feder an. Leider kennen wir den Titel dieser Arbeit nicht. Victor von Umlauff ist Ehrenbürger der Stadt Munkács in Ungarn und seit 1873 Ritter des Franz Joseph-Ordens.