BLKÖ:Vodnik, die Familie

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Vodnik, Valentin
Band: 51 (1885), ab Seite: 135. (Quelle)
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Ueber Vodnik’s Familie. Aus einem Kaufvertrage, welcher aus dem Ende des siebzehnten [136] Jahrhunderts stammt, erfahren wir Einiges über Vodnik’s Vorfahren. Der berühmte krainische Topograph und Geschichtschreiber Johann Weichard Freiherr von Valvasor[WS 1] war in Folge seiner kostspieligen und nicht eben einträglichen literarischen Unternehmungen um einen großen Theil seines Vermögens gekommen und genöthigt; nachdem er alle seine Besitzungen verkauft hatte, seinen Wohnsitz in Gurkfeld aufzuschlagen. Daselbst wohnte 1693 ein Jacob Vodnik als Eigenthümer des Hauses Nr. 83. Dieses Gebäude sammt Garten kaufte nun Baron Valvasor im September genannten Jahres von Jacob Vodnik ab. Letzterer war allem Anscheine nach einer der Vorfahren unseres Sprachforschers und Poeten, denn es ist bekannt, daß dessen Voreltern, welche früher in Unterkrain – wo Gurkfeld liegt – ansässig waren, ihren Besitzstand daselbst verkauften. Dieser Jacob Vodnik mag nun von Gurkfeld nach St. Jacob jenseits der Save übersiedelt sein und sich daselbst seßhaft gemacht haben. Von dort kam ein Georg Vodnik (geb. 1689) durch Verehelichung nach Trota und Podgora ob Dravlje nächst Laibach zum „Žibert“. Er kaufte später in der Schischka nächst Laibach ein Haus, welches den Vulgärnamen pri Žibertu erhielt; in der Folge wurde es den Bewohnern Laibachs als gernbesuchtes beliebtes Gasthaus „zum steinernen Tisch“ noch bekannter. Georg Vodnik starb daselbst 1774, im Alter von 85 Jahren, mit Hinterlassung eines Sohnes Joseph, welcher sich mit Gertraud Pance verehelichte. Aus dieser Ehe ging unser Sänger und Sprachforscher Valentin Vodnik, nach Valvasor’s „Ehre in Krain“ die „zweite Ehre Krains“. hervor. Von einem Bruder des genannten Joseph stammte aber der Franciscaner Marcell Vodnik ab, der nicht ohne Einfluß auf seinen Vetter Valentin geblieben, doch nicht zu verwechseln ist mit dem Dichter, der als er in den Franciscanerorden getreten, auch den Klosternamen Marcellinus annahm.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: Georg Siegfried Freiherr von Valvasor.