BLKÖ:Würthle, Friedrich

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
<<<Vorheriger
Würth, Johann
Band: 58 (1889), ab Seite: 233. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
in der Wikipedia
GND-Eintrag: 133414108, SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Würthle, Friedrich|58|233|}}

Würthle, Friedrich (Maler und Kupferstecher, geb. zu Constanz in Baden 1820). Der Kunst sich zuwendend, begann er seine Studien in Karlsruhe, wo er ein Schüler des Galeriedirectors Frommel wurde, 1841 begab er sich zur weiteren Ausbildung nach München. Daselbst machte er bedeutende Fortschritte, mußte sich aber als mittelloser Künstler zum Broderwerb jeder Arbeit unterziehen und ward vornehmlich von Buchhändlern beschäftigt. Wie Nagler schreibt: „brachten ihm die sogenannten glorreichen Märztage im Jahre 1848, wie vielen Anderen, leider Unglück“. Doch beschäftigte er sich fleißig mit Landschaftsmalerei, lithographirte und radirte auch eine große Anzahl von Blättern nach verschiedenen Meistern. Er gab ferner „Ansichten von dem Schloss und der Stadt Heidelberg“, dann „Malerische Ansichten von Nord- und Südtirol“ (Salzburg 1852 u. f. [Stuttgart, Scheitlin] qu. Fol.) heraus. Diese letzteren, 40 Blätter, von Würthle nach der Natur gezeichnet und gestochen, sind mit einem trefflichen Text versehen, den für die ersten Blätter F. Lentner, für die weiteren Ludwig Steub und G. Mayr lieferten. Auch für den Verlag von G. Baldi in Salzburg zeichnete und stach er eine stattliche Folge von Blättern (in qu. Fol.) mit den schönsten Ansichten aus Oberösterreich, dem Salzkammergute, worunter sich insbesondere einige herrliche Blätter mit Darstellungen von Gastein befinden. Von Blättern Würthle’s, die er nach fremden Meistern stach, sind mir bekannt: „St. Goar“; – „Braubach und die Maxburg“ [234] und „Schloss Stolzenfels“, alle drei nach Zeichnungen von E. Eminger für die Kunstanstalt des österreichischen Lloyd in Triest; – „Felsensprengung in der Bleischmelze“, nach B. Fiedler; – „Landschaft mit Gewittersturm und einer Schafheerde“, nach einem Gemälde von R. Eberle (gr. Fol.); – „Am Kochelsee“ (qu. 4°.); – „Landschaft mit Kalkofen und Bäumen auf einer von Wasser bespülten Anhöhe“ (1844, qu. 4°.); – „Landschaft mit Bäumen und einer hölzernen Brücke, über welche ein Mann geht“ (1843, 12°.). Die letztangeführten drei Stiche befinden sich unter den 1843 bis 1847 vom Münchener Radirverein herausgegebenen Blättern; noch ist mir ein Blatt bekannt, welches nach einer Zeichnung Würthle’s F. Hablitschek in Stahl gestochen hat. Es stellt den Königssee dar und ist eine der gelungensten Aufnahmen dieses herrlichen Alpensees. 1860 übersiedelte Würthle nach Salzburg, wo er als Mitbesitzer einer photographischen Anstalt lebt, welche sich durch die große Schönheit ihrer landschaftlichen Lichtbilder, die in Aufnahme und Ausführung die Künstlerhand verrathen, bald in weiten Kreisen bekannt machte und noch zur Zeit in hervorragender Weise, ja künstlerisch thätig ist.

Nagler (G. K. Dr.). Neues allgemeines Künstler-Lexikon (München 1839, E. A. Fleischmann) Bd. XXI, S. 125.