BLKÖ:Weigl, Joseph Ferdinand

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 53 (1886), ab Seite: 298. (Quelle)
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7. Joseph Ferdinand Weigl (geb. 1795, gest. in Wien am 1. April 1864). Ueber die Lebensverhältnisse des in Rede Stehenden fehlen uns alle näheren Angaben. Allem Anscheine nach besuchte er die Schulen in Wien und trat nach beendeten philosophischen Studien in das Kanzleidepartement einer Wiener Behörde ein. Zuletzt [299] bekleidete er die Stelle eines k. k. Polizei-Obercommissärs und Referenten der Unterstützungsangelegenheiten des ah. Hofes. In dieser Eigenschaft lernte ich Weigl kennen, der sich mir zugleich als Schriftsteller vorstellte. Und ein solcher war er auch, wenngleich kein selbständiges Werk von ihm erschienen ist, im ausgedehntesten Maße und mit glücklicher Begabung. Er schrieb viel Kritisches, namentlich über Dramen verschiedener Autoren des In- und Auslandes, dann Novellen, in welchen sich feiner Natursinn und eine scharfsinnige Auffassung der Lebensverhältnisse bekunden; ferner allerhand andere Journalartikel und auch Gedichte, welche sich sämmtlich in vormärzlichen Journalen, vornehmlich in der Bäuerle’schen „Theater-Zeitung“, im „Humoristen“ und in den von Seidl und Castelli redigirten Taschenbüchern „Veilchen“, „Iduna“. „Freund des schönen Geschlechts“, „Gedenke mein“. „Huldigung der Frauen“ u. a. abgedruckt befinden. In seinen Gedichten macht sich eine vollendete Form bemerkbar, seine Urtheile über Theater und Literatur verrathen tüchtige literargeschichtliche Kenntnisse, eine ausgebreitete Belesenheit und ein gesundes Urtheil. Woran es gelegen, daß er trotz seiner ziemlichen Fruchtbarkeit auf literarischem Gebiete fast gänzlich unbekannt geblieben, ist nicht leicht zu sagen. Aus einer höchst glücklichen Ehe mit Maria Wilhelmine geborenen Perlatino hinterließ er, als er nahezu 70 Jahre alt aus dem Leben schied, einen einzigen minderjährigen Sohn Wilhelm. [Wiener Zeitung, 1864, Nr. 84. – Bohemia (Prager polit, und belletr. Blatt, 4°.) 1864, Nr. 81, S. 938, in der Rubrik: „Sterbefälle“.] –