BLKÖ:Wolf, Max

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
<<<Vorheriger
Wolf, Marianne
Band: 58 (1889), ab Seite: 7. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
Max Wolf (Komponist) in der Wikipedia
GND-Eintrag: 141075457, SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Wolf, Max|58|7|}}

Wolf, Max (Compositeur, geb. zu Weißkirchen in Mähren im Februar 1840, gest. in Wien am 23. März 1886). Ein Sohn israelitischer Eltern, welche in Weißkirchen dem Handelsgeschäfte oblagen, sollte auch er die kaufmännische Laufbahn einschlagen, aber eine frühe Neigung zur Musik bestimmte ihn, sich derselben ausschließlich zu widmen. Ueber seinen ersten Bildungsgang fehlen uns alle Nachrichten. Schon mit 16 Jahren betrieb er mit großem Eifer das Studium der Composition, welches er später unter dem tüchtigen Theoretiker A. B. Marx in Berlin und unter Otto Dessof in Wien fortsetzte. 1868 trat er mit seinem ersten Werke, der einactigen Operette „Die Schule der Liebe“ auf, welche unter dem veränderten Titel „Die blaue Dame“ in Berlin 34mal ohne Unterbrechung gegeben wurde. Derselben folgten: die einactige Operette „Im Namen des Königs“ und die dreiactige Oper: „Rose und Reseda“, welche beide von Berlin aus den Weg über die anderen Bühnen Deutschlands nahmen. Mit der Beliebtheit des Componisten steigerte sich auch seine Schaffenslust, und in beträchtlich kurzer Zeiträumen folgten sich: „Die Porträtdame“, welche, nachdem sie in Gratz mit entschiedenem Beifall aufgenommen worden, auch im Theater an der Wien einen günstigen Erfolg hatte; – „Die Pilger“, gleichfalls dreiactig, 1872 in Wien beifälligst aufgenommen; – „Cesarine“ [8] und „Rosaria“. Gegen Ende der Siebenziger-Jahre verliert sich der Name des Compositeurs in der Oeffentlichkeit, und der Frühling 1886 bringt die Nachricht, daß derselbe im Alter von erst 47 Jahren gestorben. In den ersten Werken erscheint Wolf, der übrigens mehr in Deutschland als in Oesterreich zur Geltung gelangte, als ein Nachahmer Offenbach’s, aber bald machte er sich frei von dieser Fessel und betrat einen eigenen und besseren Weg. Hübsche Erfindung und eine anspruchslose, aber liebliche Melodik zeichnen seine Arbeiten aus. Von anderen Compositionen Wolf’s ist uns nur ein „Impromptu-Walzer“ (Wien 1867, Wessely) bekannt. Als musicalische Anekdote erzählt man, daß der berühmte preußische Generalstabschef Moltke, als er eines Tages in einem Concerte in Berlin eine Composition Wolf’s gehört, und er sich dann den Compositeur vorstellen ließ, denselben aufgefordert habe, einen Soldatenmarsch zu componiren, „damit doch een bisken Feuer in die Jungens komme“ Die Geschichte soll vor 1870 geschehen sein, ob Wolf einen solchen Marsch componirte, ist uns nicht bekannt. Er hinterließ aus seiner Ehe mit Rosalie geborenen Gumbinner einen Sohn Hans und zwei Töchter Margarethe und Marie. Er ist auf dem Wiener Centralfriedhofe (israelitische Abtheilung) bestattet.

Allgemeine Zeitung, 1886, S. 1262a. – Neue Freie Presse, 1886. Nr. 7750, M. Bl. 15a.
Porträts und Chargen. 1) Chemitypie nach Zeichnung von Mayerhofer in Dr. Th. Helm’s „Illustrirtem Musik-, Theater- und Literatur-Journal“ 28. Februar 1877, Nr. 22; – 2) im „Floh“ 11. Februar 1877, Nr. 6; – 3) in der „Bombe“ 4. März 1877: Charge, von Lacy v . F(recsay).