BLKÖ:Wrany, Eugen

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Wranitzky, Paul
Band: 58 (1889), ab Seite: 148. (Quelle)
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Wrany, Eugen (Schriftsteller, geb. zu Kuttenberg in Böhmen am 15. Juli 1854). Sein Vater, ursprünglich Fürst Schwarzenberg’scher Beamter, verließ nach dem Bewegungsjahre 1848 diesen Dienst und wurde dann Güterdirector der 1864 an die Creditanstalt verkauften Staatsdomäne Pardubitz, deren Verwaltung er nahezu zwei Jahrzehnte leitete. Der Sohn durchlief 1864–1868 das Untergymnasium in Wien, 1868–1872 das Obergymnasium auf der Kleinseite in Prag. Ziemlich frühzeitig versuchte er sich auf poetischem Gebiete, und da er fast täglich das damals von Director Wirsing geleitete deutsche Theater in Prag besuchte, wurde seine Vorliebe für die dramatische Form geweckt und zugleich gefördert. Diese Neigung erhielt noch größere, sozusagen praktische Anregung, als im Hause des Professors Schneider gleichgestimmte Collegen einen literarischen Club bildeten, in welchen er mit noch anderen strebenden Jünglingen, wie Richard Maria Werner [Bd. LV, S. 69] und Robert Steinhauser trat, und in welchem dramatische Werke theils mit vertheilten Rollen gelesen, [149] theils aufgeführt wurden. 1872 bezog Wrany die Prager Hochschule, an welcher er 1876 die rechtswissenschaftlichen Studien beendete und 1879 die Doctorwürde erlangte. In der Zwischenzeit trat er 1877 bei dem k. k. Landesgerichte in Wien in die Gerichtspraxis, wurde im folgenden Jahre k. k. Auscultant und 1885 k. k. Gerichtsadjunct zu Stockerau in Niederösterreich. Indessen stets literarisch thätig, veröffentlichte er durch den Druck: „Weil ich Sie hasse, Madame! Lustspiel in einem Aufzuge“ (Wien 1882, Konegen); – „Die Feuerprobe. Lustspiel in einem Aufzuge“ (ebd. 1883); beide Stücke sind auch 1887 zu Stockerau und Korneuburg mit Beifall in Scene gesetzt worden. Ungedruckt blieb, aber zur Aufführung gelangte gleichfalls in Stockerau das einactige Lustspiel „Lettres de cachet“. Außer mehreren in den Jahrgängen 1882 und 1883 des von Anton Swoboda herausgegebenen Gendarmerie-Almanach abgedruckten Gedichten veröffentlichte er noch ebenda im Jahrgange 1884: „Der Löwenhof. Eine Erzählung aus dem Viertel unterm Mannhartsberg“, im Frauenblatt „Bazar“ 1886, Nr. 10: „Das Glücksmännle. Eine Humoreske“ und in der Korneuburger „Landpresse“ 1889, Nr. 12 bis 15 die Novellette „Am Alpensee“. Als Schriftsteller führt Dr. Wrany den Pseudonym Eugen Raben.

Deutscher Literatur-Kalender auf das Jahr 1889. Herausgegeben von Jos. Kürschner (Berlin und Stuttgart, W. Spemann, 32°.) XI. Jahrg., S. 550.