BLKÖ:Wurmbrand-Stuppach, Christian Siegmund

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 58 (1889), ab Seite: 293. (Quelle)
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4. Christian Siegmund (geb. 9. October 1673, gest. 21. Juli 1737), von der österreichischen Linie. Ein Sohn des Grafen Johann Eustach aus dessen Ehe mit Maria Isabella Freiin von Speidel und ein Bruder des Genealogen Johann Wilhelm und Casimir Heinrichs, des tapferen Vertheidigers von Ath, trat er, ein Protestant, als Kämmerer in den Dienst des glänzenden protestantischen Hofes Friedrich Augusts von Sachsen, späteren Königs von Polen. Als aber nach Ausbruch des großen nordischen Krieges Polens Schwäche sich zeigte und die künstliche Größe Schwedens zusammenbrach, während Rußland die ersten Anläufe nahm zur Entwicklung eines Weltreiches, ging er bei Ausbruch des spanischen [294] Erbfolgekrieges 1704 in österreichische Dienste über, wurde Generaladjutant, machte die Feldzüge wider die Franzosen am Rhein mit und hatte das Unglück, im August 1707 bei Ettlingen gefangen genommen zu werden Bald erregten die glücklichen Waffengänge der Türken in Morea die Aufmerksamkeit Oesterreichs, das sich nun mit Venedig gegen sie verband und seine Generale, Eugen von Savoyen an der Spitze, nach Ungarn schickte, wo dieser den Osmanen bei Peterwardein (5. August 1716) eine furchtbare Niederlage beibrachte; dieser folgte die Einnahme der Festung Temesvár (16. October), und Prinz Eugen schickte seinen Liebling, den damaligen Obersten Grafen Wurmbrand, mit der Nachricht von dem Falle der Festung an das kaiserliche Hoflager zu Wien. Im Jahre 1723 rückte der Graf zum Generalmajor, 1733 im October zum Feldmarschall-Lieutenant vor und wurde bald darauf zum Interimscommandanten der kaiserlichen Truppen in den Niederlanden ernannt. Als solcher machte er 1734 den Feldzug am Rhein gegen die Franzosen mit und warf sich noch rechtzeitig in das feste Schloß Grävenburg bei Traxbach, das er dann gegen den anrückenden französischen General Grafen von Bellisle auf das tapferste vertheidigte. 1735 zum General der Cavallerie befördert, wohnte er dem Feldzuge dieses Jahres am Rhein bei und erhielt 1736 das Kürassier-Regiment Graf von Chauviray (als Anton Graf Thurn 1775 reducirt). Schon schickte er sich an, in Ungarn gegen die Türken ins Feld zu ziehen als ihn zu Barakin daselbst nach kurzer Krankheit im Alter von 64 Jahren der Tod ereilte. Er war als Protestant gestorben. Seit 28. August 1715 mit Anna Sibylla Gräfin zu Wied-Kunckel vermält, die vor ihm 1722, aus dem Leben schied, hatte er aus dieser Ehe keine Kinder. –