BLKÖ:Załuski-Junosza-Thabasz, Karl Theophil

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 59 (1890), ab Seite: 123. (Quelle)
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10. Karl Theophil (geb. zu Warschau 25. Jänner 1794, gest. 28. November 1845). Ein Sohn des Grafen Theophil Adalbert aus dessen Ehe mit der verwitweten Martin Fürst Lubomirski, die nach dem Tode ihres zweiten Gatten, von dem sie geschieden ward, den russischen General Grafen Igelström heiratete. Graf Karl Theophil, in Krakau erzogen, trat bei der russischen Diplomatie in Dienste und bekleidete bei Ausbruch der Revolution 1830 den Posten des Adelsmarschalls im Districte Upita. Er schloß sich der Bewegung an und wurde, als im Monat März 1831 zu Poniewicz das Banner der Unabhängigkeit flatterte, Präsident der provisorischen Regierung des Districtes Upita. Als solcher brachte er in wenig Tagen ein ansehnliches Contingent Streitkräfte zusammen und ward am 9. April trotz allen Sträubens zum Commandanten der gegen Wilna aufgebotenen Truppen erwählt. Als solcher kämpfte er die unglückliche Schlacht bei Przystowiany. Später legte er alle seine Aemter nieder, focht als Freiwilliger in der Schlacht bei Wilna und in verschiedenen Gefechten. Dann ernannte man ihn noch am 13. Juli zum Major im 12. Uhlanen-Regimente. Als die Russen die heldenmüthige Erhebung niedergeworfen und die Kriegsgerichte ihre Thätigkeit begannen, war der Graf durch Krankheit seiner Gemalin gehindert, nach Frankreich auszuwandern, und suchte in der preußischen Stadt Memel seine Zuflucht, während ihn die Russen per contumaciam zum Tode und zur Confiscation seiner Güter verurtheilten. Der Graf war mit Amalie geborenen Fürstin Rozielsk-Ogińska verheiratet, aus welcher Ehe sechs Söhne und drei Töchter entsprossen, die sämmtlich aus der Stammtafel ersichtlich sind. [Straszewicz (Joseph), Die Polen und die Polinen der Revolution vom 29. November 1830 (Stuttgart 1832–1837, [124] Schweizerbart, gr. 8°.) S. 576. – Derselbe, Les Polonais et les Polonaises de la révolution du 29 Novembre 1830 etc. (Paris 1832, A. Pinard, Lex. 8°.). – Porträt. Facsimile des Namenszuges: „Karol Załuski“. Unterhalb mit römischen Buchstaben: „Le comte Charles Kaluski“ (sic). Lith. de Villain (Lex. 8°.).] –