Bekanntmachung, betreffend den Notenwechsel zwischen dem Auswärtigen Amte und der Botschaft der Französischen Republik in Berlin über die zwischen Deutschland und Frankreich geschlossene Übereinkunft zum Schutze von Werken der Literatur und Kunst

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Gesetzestext
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Titel: Bekanntmachung, betreffend den Notenwechsel zwischen dem Auswärtigen Amte und der Botschaft der Französischen Republik in Berlin vom 13. Juli/2. Juni 1903 über die zwischen Deutschland und Frankreich am 19. April 1883 geschlossene Übereinkunft zum Schutze von Werken der Literatur und Kunst.
Abkürzung:
Art:
Geltungsbereich:
Rechtsmaterie:
Fundstelle: Deutsches Reichsgesetzblatt Band 1903, Nr. 46, Seite 307 - 309
Fassung vom: 25. November 1903
Ursprungsfassung:
Bekanntmachung: 3. Dezember 1903
Inkrafttreten:
Anmerkungen:
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Quelle: Scans auf Commons
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(Nr. 3002.) Bekanntmachung, betreffend den Notenwechsel zwischen dem Auswärtigen Amte und der Botschaft der Französischen Republik in Berlin vom 13. Juli/2. Juni 1903 über die zwischen Deutschland und Frankreich am 19. April 1883 geschlossene Übereinkunft zum Schutze von Werken der Literatur und Kunst. Vom 25. November 1903.

Zwischen dem Auswärtigen Amte und der Botschaft der Französischen Republik in Berlin hat der nachstehende Notenwechsel stattgefunden.

Berlin, den 25. November 1903.
Der Reichskanzler.

In Vertretung:
Freiherr von Richthofen.


__________________


  (Übersetzung.)
Ambassade de France en Allemagne. Französische Botschaft in Deutschland.
Berlin, le 2 Juin 1903.       Berlin, den 2. Juni 1903.      
Monsieur le Sous-Secrétaire d’Etat,
Herr Unterstaatsseketär!
Le Ministre des Affaires Etrangères vient de charger cette Ambassade d’appeler l’attention de Votre Excellence sur une situation qui semble intéresser an plus haut point les droits des auteurs et éditeurs français en Allemagne.
Der Minister der auswärtigen Angelegenheiten hat soeben diese Botschaft beauftragt, die Aufmerksamkeit Eurer Exzellenz auf eine Sachlage zu lenken, welche im höchsten Grade die Rechte der französischen Urheber und Verleger in Deutschland anzugehen scheint.
Aux termes d’une convention intervenue le 15 Janvier 1892 entre l’Allemagne et les Etats-Unis est établi le traitement de réciprocité en matière de propriété littéraire et artistique, de sorte que les Américains bénéficient en Allemagne de la loi du 19 Juin 1901 laquelle, – dans son Art. 12 – affranchit de toute restriction le droit de traduction en l’assimilant purement et simplement à celui de reproduction.
Gemäß einer am 15. Januar 1892 zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten geschlossenen Übereinkunft ist die wechselseitige Gleichstellung auf dem Gebiete des literarischen und künstlerischen Urheberrechts in der Weise festgelegt worden, daß die Amerikaner in Deutschland die Vorteile des Gesetzes vom 19. Juni 1901 genießen, welches – im Artikel 12 – das Recht der Übersetzung von jeder Beschränkung befreit, indem es dasselbe vollständig dem Rechte der Reproduktion gleichstellt.
Or les Français pour jouir en Allemagne du droit de traduction, pendant toute la durée du droit sur l’original, sont tenus de faire traduire leur oeuvre dans les dix années qui suivent sa publication.
Dagegen sind die Franzosen, um in Deutschland das Übersetzungsrecht während der ganzen Dauer des Rechtes am Originalwerke zu genießen, gehalten, ihr Werk innerhalb der auf die Veröffentlichung des letzteren folgenden zehn Jahre übersetzen zu lassen.
Mais la convention littéraire du 19 Avril 1883 toujours en vigueur, Votre Excellence le sait, entre la France et l’Allemagne contient (Art. 16) la clause du traitement réciproque de la nation la plus favorisée.
Die, wie Eurer Excellenz bekannt, immer noch zwischen Frankreich und Deutschland in Kraft bestehende Literarkonvention vom 19. April 1883 enthält jedoch im Artikel 16 die Klausel der wechselseitigen Behandlung auf dem Fuße der meistbegünstigten Nation.
Aussi, invoquant cette clause, mon gouvernement ne saurait douter que celui de Sa Majesté l’Empereur et Roi soit disposé à étendre, en matière de traduction, aux auteurs français le traitement assuré aux auteurs américains par l’effet combiné de la convention de 1892 et de la loi allemande de 1901.
Unter Berufung auf diese Klausel glaubt auch meine Regierung nicht zweifeln zu können, daß die Regierung Seiner Majestät des Kaisers und Königs geneigt ist, die den amerikanischen Urhebern auf Grund der Übereinkunft von 1892 in Verbindung mit dem deutschen Gesetze von 1901 zugesicherte Behandlung hinsichtlich des Übersetzungsrechts auch auf die französischen Urheber auszudehnen.
Je crois devoir ajouter que, bien entendu, nous accorderions à cet égard aux auteurs allemands en France un traitement semblable à celui dont nos auteurs bénéficieraient en Allemagne.
Ich glaube hinzufügen zu sollen, daß wir selbstverständlich in dieser Hinsicht den deutschen Urhebern in Frankreich die gleiche Behandlung gewähren werden, welche unsere Urheber in Deutschland genießen werden.
Veuillez agréer, Monsieur le Sous-Secrétaire d’Etat, les assurances de ma haute considération.
Genehmigen Sie, Herr Unterstaatssekretär, die Versicherung meiner ausgezeichneten Hochachtung.
G. Bihourd.      G. Bihourd.     
Son Excellence, Seiner Exzellenz
Monsieur de Mühlberg, Secrétaire d’Etat p. i. aux Affaires Etrangères.
Herrn von Mühlberg, stellvertretendem Staatssekretär des Auswärtigen Amts.


__________________


Berlin, den 13. Juli 1903.      

Der Unterzeichnete beehrt sich, dem Geschäftsträger der Französischen Republik, Herrn G. Prinet den Empfang der Note Seiner Exzellenz des Herrn Botschafters vom 2. v. M. zu bestätigen und dazu folgendes zu bemerken:

Auf Grund des Übereinkommens zwischen dem Deutschen Reiche und den Vereinigten Staaten von Amerika über den gegenseitigen Schutz der Urheberrechte vom 15. Januar 1892 (Reichs-Gesetzbl. S. 473) genießen die amerikanischen Bürger für ihre Werke der Literatur in Deutschland den Übersetzungsschutz nach Maßgabe des Gesetzes vom 19. Juni 1901 (Reichs-Gesetzbl. S. 227). Vermöge der Meistbegünstigungsklausel im Artikel 16 des deutsch-französischen Literarvertrags vom 19. April 1883 (Reichs-Gesetzbl. S. 269) haben deshalb unter der Voraussetzung der Gegenseitigkeit auch die französischen Urheber für ihre Werke auf den gleichen Schutz Anspruch.
Diese Voraussetzung ist nunmehr gegeben, da Seine Exzellenz der Herr Botschafter in der oben erwähnten Note namens seiner Regierung erklärt hat, die Französische Regierung werde den deutschen Urhebern in Frankreich hinsichtlich des Urheberrechtsschutzes die gleiche Behandlung wie den französischen Urhebern einräumen.
Der Unterzeichnete benutzt auch diesen Anlaß, um dem Herrn Geschäftsträger die Versicherung seiner vorzüglichsten Hochachtung zu erneuern.
von Mühlberg.     

An den Geschäftsträger der Französischen Republik Herrn G. Prinet.