Allgemeines Deutsches Kommersbuch:82

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Schauenburg:
Allgemeines Deutsches Kommersbuch
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raschem Schritt durch die schattig grünen Wälderhallen; sinket dann
die Sonne, stärkt uns neue Wonne, denn daheim im Stübchen wartet
unser Liebchen.

     5. Heil dem Manne ec. Darum laßt beim frohen Becherklang uns
des jungen, frischen Jägerlebens freuen; keinem wird es vor dem Alter
bang, darf er seine Jugend nicht bereuen. Laßt die Gläser klingen und
ein Vivat bringen wie dem Vaterlande, so dem Jägerstande!

Heinrich Kiefer. 1826.


          173.     Ergo bibamus.     (I. 33.)

     Kräftig. M. Eberwein. 1813.

     1. Hier sind wir ver=sam=melt zu löb=li=chem Thun, drum
     Die Glä=ser sie klin=gen, Ge=sprä=che sie ruhn; be=

     Brü=der=chen, er-go bi-ba-mus!
     herziget: er-go bi-ba-mus! Das
heißt noch ein al=tes, ein tüch=ti=ges Wort, es pas=set zum
er=sten und pas=set so fort und schal=let, ein E=cho, vom
fest=li=chen Ort, ein herr=li=ches: er-go bi-
ba-mus!
ein herr=li=ches: er-go bi-ba-mus!

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     2. Mich ruft mein Geschick von den Freunden hinweg: ihr Red=
lichen, ergo bibamus! Ich scheide von hinnen mit leichtem Gepäck,
drum doppeltes: ergo bibamus! Und was auch der Filz vom dem Leibe
sich schmorgt, so bleibt für den Heitern doch immer gesorgt, weil immer
dem Frohen der Fröhliche borgt; |: drum, Brüderchen, ergo bibamus! :|

     3. Was sollen wir sagen zum heutigen Tag? Ich dächte nur: ergo
bibamus!
Er ist nun einmal von besonderem Schlag, drum immer
aufs neue: bibamus! Er führet die Freude durchs offene Thor, es
glänzen die Wolken, es teilt sich der Flor, da scheint uns ein Bildchen,
ein göttliches vor, wir klingen und singen: bibamus!

Goethe. 1810.[1]


          174.     Bergmannslied.

     Singw.: Ich bin ein Preuße ec.

     1. Ich bin ein Bergmann, kennt ihr wohl das Zeichen, des Schlä=
gels und des Eisens silbern Bild, dem alle finstern Erdenmächte weichen,
dem Elemente trotzend noch so wild? Ob auch in finstern Nächten,
in ewig dunkeln Schächten mir nimmer strahlt der helle Sonnenschein,
ich bin ein Bergmann, will ein Bergmann sein.

     2. Erglänzte nicht in unsrer Grube Dunkel dem Auge mancher
lieblich=helle Schein? Umschwebte nicht mit himmlischem Gefunkel uns
lächelnd Freundschaft, Liebe, Lied und Wein? Sie sind uns treu ergeben,
sie schmücken unser Leben, sie bringen Licht in ewge Nacht hinein, ich
bin ein Bergmann, will ein Bergmann sein.

     3. Drum lasset jubelnd jetzt die Becher schallen und bringt der
Freundschaft freudig ein „Glück auf!“ Glühlt sie nicht hoch in unsern
Herzen allen und kränzet lieblich unsern Lebenslauf? Aus nah und
fernem Lande vereinen ihre Bande, schließt uns ja alle ein Knapp=
schaft ein! Ich bin ein Bergmann, will ein Bergmann sein.

     4. Und wartet nicht in jungfräulicher Schöne das holde Liebchen
in der Heimat mein? Ihr schallen freudig unsre Jubeltöne, ihr wolln
wir fröhlich diesen Becher weihn! Glück auf, ihr frohen Brüder! Es
schalle donnernd nieder: Des Bergmanns Braut muß stets die schönste
sein! Ich bin ein Bergmann, will ein Bergmann sein.

     5. Sind wir denn nicht der Erde liebste Söhne? Wer sinkt ihr
so vertrauend an die Brust? Wer schaut sie so in ihrer schönsten
Schöne? Wem füllt sie so das Herz mit Freud und Lust? Laßt uns
die Becher heben! Glück auf dem Bergmannsleben! Es stimmt ja jeder
freudig mit und ein: Ich bin ein Bergmann, will ein Bergmann sein.


  1. Hier unter Fortlassung der 2. Strophe des Orginals.