Beschreibung des Oberamts Hall/Kapitel B 14
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Die Zehenten bezieht zu 2/3 Freiherr v. Gemmingen-Guttenberg und zu 1/3 die Ortspfarrei. Der v. gemmingen’sche Antheil gehörte früher den v. Morstein zu Bibersfeld, von diesen kam er an die Hölzel Starnstein und von da an die jetzigen Besitzer, und zwar als limpurgisches, nachmals brandenburgisches, nun württembergisches Lehen. (S. Bibersfeld). Gefälle daselbst bezieht der Staat, die Stadtpflege und die Armenverwaltung Hall. An denen des Staats sind seit 1817 für 626 fl. 52 kr. an Capital abgelöst worden.
Der Ort ist freundlich und reinlich. Die Wohnhäuser sind fast alle in den letzten 30 Jahren neugebaut worden und viele verblendet. Er hat eine Kirche zu St. Kilian, ein Pfarrhaus und eine Schule. Die Baulast an sämmtlichen Gebäuden liegt wegen der Oberlandesheiligenpflege dem Staat ob. Eingepfarrt sind, außer Orlach und Elzhausen, noch Zottishofen und Dörrhof, Oberamts Künzelsau. Das Patronat steht wegen Halls der Krone zu. Die Schule wird schon 1600 erwähnt. Im Jahr 1701 wird dem Lehrer das Barbieren, Schröpfen und Aderlassen gestattet.
Orlach hat eine Schildwirthschaft mit Brauerei und ist durch die Seherin von Orlach (Tochter des dermaligen Schultheiß Gronbach) neuerlich (1835) zu einiger Celebrität gelangt. Die Einwohner stehen gut.
Der Ort gehörte ebenfalls zu den vielen Besitzungen der Schenken v. Limpurg im hiesigen Oberamt, die sie als Lehen vergaben. Im Jahr 1351 verkaufte Conrad Mangold, Conrad und Walther, sein Sohn und Heinrich Welden v. Sontheim die Vogtei und das Gericht nebst allen Rechten und Gerechtigkeiten an Conrad v. Bachenstein, als limpurgisches Lehen, nebst einem Gütchen, das er als comburgisches Lehen zu Orlach mit Rudolph Philipp gemein hatte, und 1428 vertauschte ein Conrad v. Bachenstein eben diese | Besitzung gegen die Hälfte von Theurershof an den Hospital zu Hall, welcher dieselbe als limpurgisches, nachmals brandenburgisches, nun württemb. Kron-Lehen noch inne hat. Andere Güter und kleine Gülten kamen 1521 vom Stift Comburg, 1516 von Caspar Eberhards Erben, und 1564 von Graf Casimir v. Hohenlohe an Hall.Die v. Rosenberg brannten 1469 das Dorf ab. Im April 1695 wurden 30 Gebäude eingeäschert.
Die Pfarrei ist alt, der Pfarrsatz gehörte in den ältesten Zeiten dem Hochstift Würzburg, das in der Folge die v. Crailsheim damit belehnte. Um die Reformation hier und in Thüngenthal einführen zu können, nahm der Magistrat von Hall 1540 die Kelche und Meßgewänder mit Gewalt hinweg und zog auch die bischöflichen Rechte an sich. Hierüber entstanden Mißhelligkeiten mit den Patronen, zu deren Beseitigung die v. Crailsheim zu Morstein, Erkenbrechtshausen und Braunsbach 1697 das Patronat an Hall verkauften. Bis dahin war auch Altenberg und Niedersteinach hierher eingepfarrt.
b. Elzhausen, Weiler mit 103 ev. Einw., auch 3 hallischen Gemeinderechten und 65 Mrg. 49 Rth. vertheilten und 15 Mrg. unvertheilten Allmanden und Waldungen; liegt 1/2 Stunde südlich von Orlach und theilt die Zehent- und andern Verhältnisse mit Orlach zu dessen Pfarrei es von jeher gehörte.
Der Hospital in Hall besaß schon 1336 und 1343 einige Gülten daselbst, zu welchen er die bachensteinschen Besitzungen und 1505 auch noch Einiges vom Kloster Goldbach erwarb. Weitere Besitzungen kamen 1576 von Sebastian, Hans und Albrecht von Crailsheim u. 1587 von Hans Conrad von und zu Absberg an Hall.
Orlach und Elzhausen gehörten bis 1803 in das hallische Amt Bühler. – Zunächst an Orlach lief die Landhege hin.
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