Beschreibung des Oberamts Gmünd/Kapitel A 2

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II. Natürliche Beschaffenheit.


1. Bildung der Oberfläche im allgemeinen.

Um ein anschauliches und richtiges Bild von der Beschaffenheit der Oberfläche entwerfen zu können, ist es unumgänglich nothwendig, daß wir die geognostischen Verhältnisse der zu Tage gehenden Gebirgsformationen in ihren allgemeinen Umrissen zu Grunde legen; nach denselben zerfällt der Bezirk in 4, durchaus verschiedene Charaktere, in die Partieen des Keupers, des schwarzen, des braunen und des weißen Jura.

1) Die Gruppe des Keupers spielt in sofern eine untergeordnete Rolle, als sie nur an den Abhängen des Rems- und Leinthals und deren Seitenthäler zu Tage tritt und keinen selbständigen Höhenzug | oder einzelne freistehende Berge im Bezirk bildet. Die Keupergehänge sind durch kleine Thälchen und Schluchten vielfältig getheilt; zwischen je zwei Rinnen treten wohlgerundete, gegen unten sich hufförmig verbreiternde, meist steil abfallende Vorsprünge auf, die gegen oben flacher werden und somit kleinere Absätze bilden, über denen sich alsdann in schroffer, jedoch nicht hoher, wenig unterbrochener Terrasse

2) der schwarze Jura (Lias) erhebt, der eine flachwellige, an Getreide fruchtbare Hochebene bildet, während der Keuper größtentheils für den Wald- und Wiesenbau benützt ist. In diese Lias-Hochebene, die offenbar ursprünglich zusammenhing, haben sich die meist schmalen, wiesenreichen Keuperthäler tief eingefurcht und dieselbe unterbrochen. Ersteigt man auf der linken Seite der Rems den Thalabhang bis auf die Hochebene und geht in südlicher Richtung gegen die Alb, so erscheint nach etwa einer Stunde Wegs die Hochebene etwas hügelig, und hier beginnt alsdann die

3) Gruppe, der braune Jura, der sich bald in namhafter Terrasse über die Hochebene erhebt und nicht selten als ganz schmale, auf beiden Seiten steil abfallende Rücken in dieselbe hineinragt; derartige Rücken, welche gleichsam die Vorberge der eigentlichen Alb bilden, finden wir einen vom Hornberg ausgehend und östlich von Waldstetten endigend; ein weiterer viel bedeutenderer beginnt bei Granegg, zieht gegen den Stuifen, Rechberg, Staufen und von letzterem noch 1 Stunde lang weiter gegen Westen hin; er bildet einen merkwürdigen, schmalen, anfangs gegen Nordwesten, vom Rechberg an gegen Westen 4 Stunden lang hinziehenden Gebirgsrücken, von dem am südlichen Rücken des Rechbergs ein schmaler Höhenzug, das sogenannte Rehgebirge abgeht und in südlicher Richtung an der westlichen Bezirksgrenze bis zu dem Ramsberg hinläuft. Auch von dem Stuifen geht in südlicher Richtung zwischen den Thälern des Krehbachs und des Reichenbachs ein ähnlicher Rückenzug aus, der mit dem Hochberg endigt und auch noch zum Rehgebirge gerechnet wird. Von diesen meist ebenen Bergrücken treten kleinere Seitenrücken meist rechtwinklig gegen die Thäler vor, und die ziemlich steilen Abhänge selbst sind durch Thälchen und Schluchten vielfältig getheilt und geben ein seltsam zernagtes Bild (s. die Karte); sie verflachen sich gegen unten und ziehen sanft gegen die schmalen Thalsohlen. Der braune Jura wird größtentheils für den Feldbau benützt.

4) Über der Terrasse und den Vorbergen des braunen Jura erhebt sich nun in mächtiger etwa 700′ hoher, schroffer, felsenreicher Stufe die Alb, die dem weißen Jura angehört; in diesen großartigen Steilrand greifen enge, kräftig eingefurchte Thäler tief hinein und zerreißen ihn so sehr, daß einzelne Partieen, wie der Rosenstein und der Scheuelberg bei Heubach, beinahe von der Alb getrennt werden und nur an schmalen Stellen noch mit ihr zusammenhängen; auch | der Gebirgsstock, der sich vom Hornberg bis zu dem Galgenberg bei Degenfeld ausbreitet, ist beinahe freistehend und hängt nur noch auf der Wasserscheide zwischen dem Tobelbach und der Lauter mit der Alb zusammen. Die interessantesten Erscheinungen sind aber die aus weißem Jura bestehenden Vorberge der Alb, Granegg, Schönberg, Stuifen, Rechberg und der außerhalb des Bezirks liegende Hohenstaufen, welche dem oben angeführten Rücken des braunen Jura freistehend aufgesetzt, oder vielmehr auf demselben stehen geblieben sind, und die wir als Reste der früher tiefer in das Land eingreifenden und später theilweise zerstörten Alb zu betrachten haben. Auch der östlich von Winzingen sich erhebende Heldenberg ist als ein derartiger Rest der ursprünglich hier zusammenhängenden weißen Jurabildung anzusehen. Diese imposanten Vorberge, die gleichsam als Vorposten der Alb hingestellt sind, erheben sich sehr steil, zum Theil beinahe unzugänglich und brechen kantig von ihren sehr schmalen Kuppen ab. Auch der zusammenhängende Abhang der Alb bricht von der Hochebene in scharfer, häufig senkrecht felsiger Kante ab. Die Hochebene der Alb, von der nur ein kleiner, zum Aalbuch gehöriger Theil in den Bezirk fällt, besteht aus vielen regellos aufgesetzten Hügeln, zwischen denen sich trockene Rinnen und Thälchen vielfältig hinziehen, so daß es schwierig ist, die hier durchführende europäische Wasserscheide herauszufinden, um so mehr als in den Mulden, Rinnen und Thälchen häufig Erdfälle vorkommen, in welche sich die zusammenlaufenden Wasser versenken und unterirdisch weiterfließen. Die Gruppe des weißen Jura erhebt sich durchschnittlich 2400′ über die Meeresfläche und dient an ihren Steilabhängen entweder der Waldkultur, oder an ihren vielen kahlen Stellen nur noch als Schafweide. Die Hochebene aber ist theils für den Feldbau, theils für den Waldbau und weniger als Weide benützt.


a. Erhebungen und Höhenbestimmungen.[1]
Die höchste Erhebung über die Meeresfläche erreicht der Bezirk auf der Alb (Aalbuch) und zwar bei dem Signal Steinbühl auf dem südöstlich von Weilerstoffel gelegenen kalten Feld mit 2723 württ. Fuß; dieser Erhebung nähern sich der Bernhardusberg mit 2703 w. F. und der Utzenberg (Mark. Heubach) mit 2673 w. F. Der tiefste Punkt des Oberamtsbezirks ist der Wasserspiegel der Rems auf der westlichen Oberamtsgrenze 1/4 Stunde unterhalb den Krähenhäusern mit 1030 w. F. Die durchschnittliche mittlere Erhebung des Bezirks beträgt 1750 w. F. |
  Höhe üb. d. Meere.  
 1. Markung Gmünd. Württ.
Fuß.
Meter.
Gmünd, St. Johanneskirche, Thurm, Knopf 1277,4 365,9
  "   "   "  Dachtrauf 1226,3 351,2
  "   "   "  Erdfl.(0′ 7″ u. d. Sockel) 1119,6 320,7
Wasserspiegel der Rems unter d. Straßenbrücke beim Bahnhof 1083,7 310,4
Bahnhof Gmünd, Schwellenhöhe [K δ] [2] 1110,4 318,1
St. Salvator, Trottoir am Kreuz des Kalvarienberges 1248,5 357,6
Gotteszell, Pflaster am Portal des Zuchthauses [K δ] 1132,7 324,4
Kreuzmühle, östl. Haus, Erdfläche am nordöstl. Eck 1094,8 313,6
Unter den Judenäckern, Markstein, Erdfläche 1078,1 308,8
Neidling, Schafhaus, Erdfläche am südl. Eck 1084,1 310,5
Ob der Freimühle, Markstein, Erdfläche [K δ] 1077,2 308,5
Freimühle, Markstein im Hof, Erdfläche 1071,0 306,8
 " Wasserspiegel der Rems unter dem Steg [K δ] 1048,1 300,2
Untere Krähen, Markstein, Erdfläche 1063,9 304,7
Zollerwiesen, Markstein, Erdfläche [K δ] 1047,0 299,9
Wasserspiegel der Rems an der Oberamtsgrenze 1030,1 295,0
Eule, Signalstein, Erdfläche [K δ] 1117,9 320,2
Siechenberg-Plateau, Markungsgrenzst. Nr. 448, Erdfl. [L α] 1473,5 422,0
Kreuzhalde, Signalstein, Erdfläche [K δ] 1223,9 350,6
Schappalach, Fahrbahn der Straßenbrücke 1175,6 336,7
Wasserspiegel d. Waldstetterbachs am Einfl. d. Bettringerbaches 1140,2 326,6
Rinderbacher Mühle, Wasserspiegel des Kanals am Einlauf 1161,2 332,6
Benzfeldwiesen, Markungsgrenzstein, Erdfläche [K δ] 1170,8 335,4
 
 2. Markung Bargau.
Bargau, Kirchthurm, Knopf 1592,2 456,1
 " " Dachtrauf 1568,4 449,2
 " " Erdfl. 7′ 3″ u. d. Fensterb.) [Gr. L ζ, O α] 1507,1 431,7
Hirschfeld, Wasserspiegel d. Bachs unt. d. Straßenbrücke [L δ] 1468,2 420,5
Kaiserhof, Signalstein, Erdfläche [L δ] 1476,9 423,0
Gügling,  "  [L δ] 1548,6 443,6
Beiswang, Kapelle, Erdfläche am Eingang [L α] 1452,2 415,9
Lixe I, Signalstein, Erdfläche [O β, γ] 1931,6 553,3
In der Höll, Erdfläche am Bildstöckle [Paßhöhe J β] 2210,8 633,2
Bargauersteig, Signalstein, Erdfläche [J δ] 2463,4 705,6
Horn, höchste Stelle, Erdfläche [J ε] 2563,0 734,1
 
 3. Markung Bartholomä.
Bartholomä, evang. Kirchthurm, Knopf 2326,5 666,4
 " " " Dachtrauf 2283,3 654,0
 " " " Erdfl. (2′ 8″ u. d. Sockel) 2236,7 640,7
Reutacker, Signalstein, Erdfläche [J ε] 2302,2 659,4
Wirthsberg II, Signalstein, Boden [J ε] 2440,0 698,9
Hohspitz, Signalstein, Erdfläche [J ε] 2441,9 699,4
Röthenbach, Försterhaus, Erdfläche am westl. Giebel 2310,7 661,8
Röthenbach, Signalstein, Erdfläche [J ε, Moor] 2315,4 663,2
Lösern, höchste Stelle der bewaldeten Kuppe [J ε] 2506,0 717,8
Hagenbuchburr, Signalstein, Erdfläche [J ε] 2360,9 676,2
Großer Schopf, höchste Stelle der kahlen Kuppe [J ε] 2410,8 690,5
|
  Höhe üb. d. Meere.  
  Württ.
Fuß.
Meter.
Möhnhof, ehemalige Kapelle, Erdfläche [J δ] 2276,3 652,0
Möhnbauersberg, Signalstein, Erdfläche [J δ] 2366,9 677,9
Kitzinghof, Wohnhaus des Joseph Bieser Erdfläche [J δ, ε] 2365,4 677,5
Kitzingerebene, Signalstein, Erdfläche [J δ, ε] 2526,4 723,6
 
 4. Markung Degenfeld.
Degenfeld, Kirchthurm, Knopf 1942,2 556,3
  "   "   Erdfläche 1844,0 528,2
 
 5. Markung Durlangen.
Zimmerbach, Kirchthurm, Knopf 1911,5 547,5
  "   "  Dachtrauf 1877,1 537,7
  "   "  Erdfl. (3′ 5″ u. d. oberst. Staffeltritt) [L α] 1782,0 510,4
Milchbüsch, Signalstein, Erdfläche [L α] 1780,1 509,9
Thanau, Kirchthurm, Knopf 1853,3 530,8
  "   "   Dachtrauf 1812,5 519,1
  "   "   Erdfläche (1′ 5″ unt. d. unteren Sockelrand) 1762,6 504,8
Durlangen, Bühläcker I, Signalstein, Erdfläche [L α] 1716,2 491,6
 
 6. Markung Göggingen.
Göggingen, Kirchthurm, Knopf 1779,8 509,8
  "   "   Dachtrauf 1740,3 498,5
  "   "   Erdfläche (östl. Seite [L β] 1701,1 487,2
Striethfeld, Signalstein, Erdfläche [L γ] 1721,5 493,1
Maudelfeld,   "   "  [L α S.] 1724,3 493,9
Horn, Markstein bei der Mühle, Erdfläche [K δ] 1365,3 391,1
Wasserspiegel der Lein am Einfluß des Federbaches 1357,2 388,7
Kleemeisterei, Erdfläche am südwestl. Eck 1534,9 439,6
  "   Grenze K ε, L α 1516,0 434,2
Geigenhöhe, Signalstein, Erdfläche [L δ] 1704,0 488,1
 
 7. Markung Herlikofen.
Herlikofen, Kirchthurm, Knopf 1626,3 465,8
  "   "   Dachtrauf 1616,1 462,9
  "   "   Erdfläche (unterster Staffeltritt) 1550,0 443,9
Kapelläcker, Signalstein, Erdfläche [L β] 1568,1 449,1
Balthasäcker,   "  " [L α, β] 1574,2 450,9
Klosterberg,   "  " [L α] 1561,9 447,4
Im Zwiesig, Markstein   "  [K δ] 1247,8 357,4
Schießthal, obere Planie des rechten Erdwerks bei d. Scheiben 1237,8 354,5
Wasserspiegel des Sulzbaches am Kugelfang des Schießplatzes 1203,1 344,6
Hussenhofen, Erdfläche an der Kapelle [K δ] 1195,8 342,5
  "   Wasserspiegel der Rems unter dem oberen Steg 1190,8 341,1
Blätteräcker, Markstein, Erdfläche [K δ] 1205,9 345,4
Remswasen  "  "  [K δ] 1184,4 339,2
 
 8. Markung Heubach.
Heubach, Stadtkirchthurm, Knopf 1763,2 505,0
  "   "   Dachtrauf 1696,0 485,8
  "   "   Erdfläche (Thürschwelle) [O α] 1623,6 465,0
Wasserspiegel des Klotzbachs unter dem Kesselsteg [O α, β] 1601,9 458,8
|
  Höhe üb. d. Meere.  
  Württ.
Fuß.
Meter.
Scheuelbergwasen, Signalstein, Erdfläche [O γ, δ] 1722,8 493,4
Daselbst, Liegendes der Sowerbyi-Bank [Grenze O β, γ] 1700,5 487,0
Trogäcker, Hängendes der Parkinson-Oolithe 1808,0 517,8
  "   Grenze O ζ, J α 1864,5 534,0
Galgenberg, Signalstein, Erdfläche [O γ] 1942,6 556,4
Buch, Erlenfeld, Signalstein, Erdfläche [O α] 1566,4 448,7
Rosenstein, Signalstein auf dem Lärmfelsen, Erdfläche [J ε] 2437,4 698,1
  "  Ruine, Erdfläche im Schloßhof [J ε] 2391,8 685,1
Glaserberg, Jagdgrenzstein, Erdfläche [J ε] 2512,2 719,6
Hohenstein, Signalstein, Erdfläche [J ε] 2512,0 719,5
Lengenfeld I, (Utzenberg), Signalstein, Erdfläche [J ε] 2673,2 765,7
Hochberg, höchster Punkt der Kuppe [J ε] 2624,0 751,6
  "   westl. Ausläufer, westl. Plateaurand [J β] 2257,0 646,5
Beurenteich, Wasserspiegel der Bäche am Zusammenfluß 1674,9 479,7
Scheuelberg, Hängendes der östlichsten J δ Felsen 2383,3 682,6
  "   höchste Stelle des Grats 2428,0 695,4
Beuren, Kapelle, Erdfläche (Thürschwelle) 1769,3 506,8
(Himmelreich) Eichelhalde, Signalstein, Erdfläche J δ 2405,8 689,1
Hölle, Erdfläche am Bildstöckle (Paßhöhe) [J β] 2210,8 633,2
Nägelberg, Signalstein, Erdfläche [J γ, Schwammbank] 2348,3 672,6
 
 9. Markung Iggingen.
Iggingen, Kirchthurm, Knopf 1742,5 499,1
  "   "   Dachtrauf 1709,2 486,6
  "   "   Erdfl. (1′ 0″ unter der Thürschwelle) 1612,7 461,9
Ackerbächle, Hängendes der Gryphitenbank [L α] 1522,6 436,1
  "   Grenze L β, γ im Hohlweg 1563,0 447,7
  "   Hängendes der Davoei-Bank 1586,0 454,3
Schönhardterstraße, Liegendes der Posidonienschiefer 1622,0 464,6
  "   Hängendes "   " 1650,1 472,6
Kleinenberg, Hängendes der geflammten L ζ Kalkbank 1688,0 483,5
Hardt, Signalstein, Erdfläche [L ζ] 1703,1 487,8
Feuersee am westl. Ende des Ortes, Wasserspiegel 1574,2 450,9
Kastenfeld, Signalstein, Erdfläche [L α] 1559,1 446,6
Zimmerhalde, Markungsgrenzstein, oben [L α] 1501,4 430,0
Remswasen, Wasserspiegel der Rems [K δ] 1260,0 360,9
Büschäcker, Signalstein, Erdfläche 1490,6 426,9
Haid,   "   "   [L ζ] 1688,9 483,7
Bernhard,   "   "   [L ζ] 1682,5 481,9
Schönhardt, Kapelle, Erdfläche (nördl. Seite) [L δ][ 1643,3 470,7
Hochhalde, Signalstein, Erdfläche [exotische Sande auf L δ] 1647,6 471,9
Gute Klinge, Hängendes der Gryphitenbank im Bachbett 1545,4 442,6
Viehweide, Hängendes der geflammten Davoei-Kalke im Weg 1589,2 455,2
Brainkofen, Kapelle, Erdfläche [L δ] 1671,7 478,8
Kreuzweg, südlich vom Ort, Markstein oben [L δ] 1696,5 485,9
Großberg, Signalstein, Erdfläche [L ζ] 1711,5 490,2
Lachenfälle, Hängendes der Gryphitenbank 1625,8 465,7
Birkfeld, Signalstein, Erdfläche [exotische Sande] 1658,7 475,1
Sandäcker,   "   "  [exotische Sande auf L α] 1618,7 463,6
Schlattfeld,  "   "   [L γ] 1701,6 487,4
| 
  Höhe üb. d. Meere.  
 10. Markung Lautern. Württ.
Fuß.
Meter.
Lautern, Kirchthurm, Knopf 1745,5 500,0
  "   "   Dachtrauf 1723,5 493,6
  "   "   Erdfläche (Thürschwelle) [O α] 1659,7 475,4
Ob der Dorfmühle, Ursprung des Adlerbrunnens 1814,7 519,8
"  "  "  Hängendes des Thoneisensteinflötzes [O β] 1763,2 505,0
"  "  "  Liegendes "   1755,2 502,7
Wasserspiegel der Lauter an Haus Nr. 28 1632,3 467,5
Hohenstein, Signalstein, Erdfläche [J ε] 2512,0 719,5
Schänzle, Hängendes der herabgestürzten J ε Felsen 2086,0 597,5
Langfeld, Signalstein, Erdfläche [O α] 1668,5 477,9
Bühlfeld,   "  "  [O α] 1662,3 476,1
Rodenfeld, Hängendes der Posidonienschiefer im Bach 1554,2 445,2
Birkenbühl, Signalstein, Erdfläche [O β] 1843,0 527,9
Burglisbühlweg, Liegendes des Thoneisensteinflötzes [O β] 1794,3 513,9
  " Hängendes "  " 1806,3 517,4
Pfaffensturz, Signalstein, Erdfläche [J ε] 2382,2 682,3
Ölmühle im Lapperthal, Erdfläche am östlichen Giebel 1788,6 512,3
Schwabengrund, Wasserspiegel der Lauterquelle [J β] 1962,0 562,0
Mittelberg, höchster Punkt des Rückens [J ε] 2520,0 721,8
 
 11. Markung Leinzell.
Leinzell, Kirchthurm, Knopf 1485,8 425,6
 " " Dachtrauf 1464,3 419,4
 " " Erdfläche (nördl. Seite) [K δ] 1392,7 398,9
Wasserspiegel der Lein bei der Kirche [K δ] 1375,1 393,9
Letzenrain, Signalstein, Erdfläche [L α] 1599,6 458,2
Lindich, Markungsgrenzstein, oben 1621,7 464,5
 " Hängendes der 10′ mächtigen Gryphitenbank [L α, β] 1628,7 466,5
 " Högenrain, Liegendes der 0′ 7″ starken Schwefelkiesbank
 [Grenze K ε, L α] .
1561,9 447,4
 
 12. Markung Lindach.
Lindach, Kirchthurm, Knopf 1683,6 482,2
  "   "   Dachtrauf 1663,2 476,4
  "   "   Erdfl. (5,00′ unter dem Sockel) [L α] 1607,0 460,3
Schwarzfeld I, Signalstein, Erdfläche [L γ] 1648,8 472,3
Wasserspiegel d. Sulzbaches am Kugelfang d. Schießplatzes [K δ] 1203,1 344,6
 
 13. Markung Mögglingen.
Mögglingen, Kirchthurm, Knopf 1548,8 443,6
  "   "   Dachtrauf 1512,8 433,3
  "   "   Erdfläche (Sockel) 1441,2 412,8
Wasserspiegel der Rems am Einfluß der Lauter 1412,8 404,7
Bahnhof, Schwellenhöhe [L α] 1429,6 409,5
  "  Hängendes der 7′ mächt. Gryphitenbank [L α, β] 1433,0 410,4
Breitenberg, Signalstein, Erdfläche [L ζ] 1555,0 445,4
  "  Hängendes der Posidonienschiefer 1547,3 443,2
  "  Liegendes "   1529,3 438,0
Rainklinge, Signalstein, Erdfläche [L ε] 1616,8 463,1
Strüttle, Signalstein, oben [L ζ] 1622,0 464,6
Christenhof, Erdfläche im Hofraum 1539,9 441,1
|
  Höhe üb. d. Meere.  
Württ.
Fuß.
Meter.
Hochwang, Hängendes der Posidonienschiefer im Weg 1502,0 430,2
  "   Liegendes   "  "  "  " 1477,0 423,0
Großfeld II, Signalstein, Erdfläche [L ε] 1525,0 436,8
Hägle,  " "  [O α] 1549,8 443,9
 
 14. Markung Muthlangen.
Muthlangen, Kirchthurm, Knopf 1690,9 484,3
  "   "   Dachtrauf 1658,8 475,1
  "   "   Erdfl.(Pflaster, nördl. Seite) [L β] 1567,9 449,1
Lohwasen, Signalstein, oben 1678,9 480,9
  "   "   Erdfläche [L β] 1678,6 480,8
 
 15. Markung Ober-Bettringen.
Ober-Bettringen, Kirchthurm, Knopf 1533,4 439,2
  "   "   Dachtrauf 1490,4 426,9
  "   "   Erdfl.(5,55′ unter dem Sockel) 1415,4 405,4
Gartenwiesen Markstein, oben [K δ] 1285,8 368,3
Wasserspiegel des Bettringerbachs im Wegübergang 1276,5 365,6
Schekeler, Signalstein, oben 1481,7 424,4
  "   "   Erdfläche [L β] 1480,4 424,0
Gügling, Signalstein, Erdfläche [L δ] 1548,6 443,6
 
 16. Markung Ober-Böbingen.
Ober-Böbingen, Kirchthurm, Knopf 1510,5 432,7
  "   "   Erdfl. (4′ 0″ unter dem Sockel) 1423,2 407,6
Ungerhalde, Signalstein, Erdfläche [L δ] 1538,0 440,5
Rauwiesen, Markstein, oben [L β] 1416,5 405,7
Wasserspiegel des Klotzbachs bei der Mühle [Häng. d. Gryphb.] 1409,6 403,7
Osterfeld, Signalstein, Erdfläche [L ε, ζ] 1556,0 445,7
Hagenäcker,   "   "   [L γ] 1484,7 425,3
Strüttle,   "   "   [L ε, ζ] 1515,7 434,1
Obere Steinge, Fall des Klotzbachs, oberer Wasserspiegel [L ε] 1463,4 419,1
  "   "   Grenze L ζ, O α im Bachbett 1477,0 423,0
Holzäcker, Signalstein. Erdfläche [L ε, ζ] 1504,1 430,8
Zimmern, Kapelle, Erdfläche [K δ] 1290,6 369,6
  "  Grenze K ε, L α im Weg 1391,9 398,7
Wasserspiegel der Rems am Einfluß des Klopferbaches 1213,4 347,5
Steinge, Markstein, oben 1453,3 416,3
  "  Hängendes der Gryphitenbank 1447,1 414,5
 
 17. Markung Rechberg.
Hohen-Rechberg, Kirchthurm, oberer Querbalken des Kreuzes 2555,3 731,9
  "   "   Knopf 2551,3 730,8
  "   "   Dachtrauf 2533,9 725,8
  "   "   Erdfl. (7′ 6″ unt. d. Sockel) [J δ] 2437,2 698,1
Hohen-Rechberg II, Signalstein, Erdfläche (J δ] 2466,1 706,3
Hohen-Rechberg, Schloßruine, Erdfläche [J β] 2242,0 642,2
Bühl II, Signalstein, Erdfläche [O β] 1944,9 557,1
Rechberg-Vorderweiler, Senfland, Signalstein, Erdfl. [O δ] . 2038,4 583,8
Benzen, Signalstein, Erdfläche [O γ] 2020,6 578,7
|
  Höhe üb. d. Meere.  
 18. Markung Reichenbach. Württ.
Fuß.
Meter.
Reichenbach, Kirchthurm, Knopf 1502,3 430,3
  "   "   Dachtrauf 1458,1 417,6
  "   "   Erdfläche 1417,4 406,0
Wasserspiegel des Reichenbachs unter der Kirchbrücke 1406,8 402,9
Ilgenhof, südliche Scheuer, Erdfläche [O α, β] 1581,4 452,9
Ramsberg. Schloßkapelle, Erdfl. auf der südostl. Seite [O β] 1809,0 518,1
Wasserspiegel des Reichenbachs am Einfluß des Dangelbaches 1449,0 415,0
Dangelhof, Scheuer, Erdfläche am südl. Eck [O β] 1883,0 539,3
(Strut I) Erlenfeld, Signalpunkt, Erdfläche [O β] 1906,0 545,9
Wied, Markstein, Erdfläche 1388,0 397,6
Zirschberg-Hof, Scheuer, Erdfläche am südwestl. Eck [O β] . 1866,6 534,6
Wied, Wasserspiegel des Reichenbachs unter dem Steg 1377,5 394,5
 
 19. Markung Spreitbach.
Spreitbach, kath. Kirche, Thurm, Knopf 2013,5 576,7
  "   "   Dachtrauf 1978,5 566,7
  "   "   Erdfl. (unterst. Staffeltritt) 1876,1 537,4
Wekenfeld, Signalstein, Erdfläche [L α] 1796,4 514,5
Wasserspiegel der Lein (650′ unt. d. Einfl. d. Reichenbachs [K δ] 1458,0 417,6
Ebene, Signalstein, Erdfläche [L α] 1874,9 537,0
 
 20. Markung Straßdorf.
Straßdorf, Kirchthurm, Knopf 1525,8 437,0
  "   "   Dachtrauf 1494,5 428,1
  "   "   Erdfläche (nördl. Seite) [L α] 1425,0 408,1
Horning, Signalstein, Erdfläche [L α] 1483,2 424,8
Forstäcker,   "   "   [L γ, δ] 1474,9 422,4
Birkach,   "   "  [L α] 1440,8 412,7
Methtlangen, Weiden, Signalstein, Erdfläche [L α, β] 1471,4 421,4
Schönbronn, Ziegerfeld,   "   "   [L α] 1489,6 426,6
Schirenhof, Wohnhaus, Erdfläche am östl. Eck [K δ] 1199,6 343,6
 
 21. Markung Täferroth.
Täferroth, Kirchthurm, Knopf 1525,2 436,9
  "   "   Dachtrauf 1460,8 418,4
  "   "   Erdfläche (nördl. Seite) [K δ] 1415,1 405,3
Spagen, Markstein, oben [K δ] 1423,8 407,8
Krähenweid, Wasserspiegel der Roth unter der Brücke 1401,5 401,4
Wasserspiegel der Lein am Einfluß der Roth [K δ] . 1400,2 401,0
Stickich, Signalstein, Erdfläche [L α] 1648,2 472,1
Thierhaupten, Grasweg, Signalstein, Erdfläche [L α] 1744,3 499,6
Uzstetten, Landgraben,   "   "   [L α] 1783,8 510,9
 
 22. Markung Unter-Böbingen.
Unter-Böbingen, Kirchthurm, Knopf 1466,7 420,1
  "   "   Dachtrauf 1434,5 410,9
  "   "   Erdfl. (6′ 0″ unt. d. Thürschwelle) 1360,6 389,7
Bahnhof, Schwellenhöhe [K ε] 1324,9 379,5
Eichelesäcker, Markstein, oben 1315,7 376,9
|
  Höhe üb. d. Meere.  
Württ.
Fuß.
Meter.
Wasserspiegel der Rems am Einfluß des Klotzbaches 1299,9 372,3
Hängendes der harten Konglomeratbank im Remsbett 1310,0 375,2
Kleppäcker, Hängendes der Gryphitenbank 1433,4 410,6
Wasserspiegel der Rems am Einfluß des Bullenbachs 1281,6 367,1
Eichholz, Liegendes der Schwefelkiesbank [Grenze K ε.,L α] 1412,4 404,5
Krausenhof, Wohnhaus, Erdfläche am Eingang 1652,8 473,4
  "   Hängendes der Posidonienschiefer im Brunnen 1616,3 463,0
Beim Krausenhof, Signalstein, Erdfläche [L ζ] 1654,1 473,8
 
 23. Markung Waldstetten.
Waldstetten, Kirchthurm, Knopf 1471,4 421,4
  "   "  Erdfläche (südöstl. Seite) 1346,7 385,7
Wasserspiegel des Baches unter der Brücke [Verwerf. L α, O α] 1297,0 371,5
Schlattfeld, Signalstein, Erdfläche [L α] 1449,8 415,3
Kriegsebene, Markungsgrenzstein Nr. 248, Erdfläche 1903,9 545,3
höchste Stelle, Erdfläche [O β] 1940,0 555,7
Hornberg, Markungsgrenzstein Nr. 9, oben 2428,6 695,6
  "   "  "  "   Erdfläche [J β] 2427,1 695,2
Thannhof, Steinbühl,[3] Signalstein, oben 2724,7 780,4
  "   "   "  Erdfläche [J δ] 2723,1 780,0
Weilerstoffel, Wohnhaus Nr. 2, Erdfl. am nordwestl. Eck [O α] 1496,6 428,7
Daselbst, Wasserspiegel des Waldstetterbachs 1468,6 420,6
Kaltenfeld, Markungsgrenzstein, Erdfläche [J δ] 2686,1 769,4
Graneggel II, Signalstein, Erdfläche [J δ] 2604,3 745,9
Christenthal, Kapelle, Erdfläche [J α] 2239,5 641,4
Granegg, höchste Stelle der Ödung [J β] 2401,0 687,7
Christenthal, Zusammenfluß der beiden Quellen [O ζ, J α] 2016,7 577,6
 
 24. Markung Weiler in den Bergen.
Weiler, Kirchthurm, Knopf 1626,4 465,8
  "   "  Dachtrauf 1588,6 455,0
  "   "  Erdfläche (Sockel) [O α] 1540,1 441,1
Hutwiese, Straßenstein Nr. 11, oben 1400,0 401,0
Wassersp. d. Strümpfelbachs am Einfl. d. Beurenb. [Gr. L ζ, O α] 1381,8 395,8
Siebensturz, (Heidenbuckel) Signalstein, Erdfläche [J γ] 2070,1 592,9
  "   "   [Grenze O ζ, J α] 1954,5 559,8
Heufeld, Wegscheide, Hängendes der Parkinson-Oolithe 1971,9 564,8
Giengerhof, Giengenburr, Signalstein, Erdfläche [O β] 1849,8 529,8
Ölmühle, Erdfläche am nordöstl. Eck [O β] 1766,3 505,9
Kitzingerebene, Signalstein, Erdfläche [J δ, ε] 2526,4 723,6
Zwerenberg, Oberamtsgrenzst. am Plateaurand. Erdfl. [J δ, ε] 2667,4 764,0
Bernhardusberg, Jagdgrenzstein, Erdfläche 2694,3 771,7
  "   höchste Stelle der Ruine [J ε] 2703,3 774,3
Führtle, Markungsgrenzstein, Boden (Paßhöhe) [J α] 2210,9 633,2
Gillen, Markstein, Erdfläche 2044,6 585,6
  "   Grenze O ζ, J α 2054,6 588,5
  "   Hängendes der Parkinson-Oolithe 2007,0 574,9
  "   Liegendes "   " 1999,0 572,6
Häselburren, Markstein, oben 1899,8 544,2
  "   Liegendes der Sowerbyi-Bank [O β, γ] 1904,6 545,5
Herdtlinsweiler, Wohnhaus Nr. 11, Sockel am nordwestl. Eck 1740,6 498,5
Daselbst, Grenze O α, β, 1737,5 497,7
|
  Höhe üb. d. Meere.  
 25. Markung Winzingen. Württ.
Fuß.
Meter.
Winzingen, Kirchthurm, Knopf 1629,7 466,8
  "   "   Erdfläche 1557,3 446,0
Niveau des Senftelbaches am Einfluß des Winzingerbaches 1531,0 438,5
Buch, Erdfläche am Kruzifix im Kreuzweg [O α, β] 1674,1 479,5
Hoyberg, Signalstein, Erdfläche [O β] 1945,7 557,3
Steingrube,   "   "   [O β] 1931,7 553,3
Krautländer, Markstein,   "   [O α] 1605,5 459,9
  "   Niveau des Krähbachs unter der Brücke 1596,7 457,3
Höllenberg, (Haidenberg) Signalstein, Erdfläche [J δ] 2480,4 710,4
Zuckmantel, Signalstein, Erdfläche [J α.] 2298,2 658,3
 
 26. Markung Wißgoldingen.
Wißgoldingen, Kirchthurm, Knopf 1997,2 572,0
  "   "   Dachtrauf 1962,0 562,0
  "   "  Erdfläche [O β] 1896,6 543,2
Schönberg, Signalstein, Erdfläche [J α] 2190,8 627,5
Stuifenberg,   "   oben 2640,2 756,2
  "   "  Erdfläche [J γ] 2639,1 755,9
Mühläcker,   "   "   1901,4 544,6
Kapellhaus, Erdfläche an der südlichen Seite der Kapelle 1833,0 525,0
Unterkrähberg, Wasserspiegel des Krähbaches [O α, β] 1680,0 481,2
Strietwiesen, Niveau des Reichenbachs [O α] 1613,0 462,0
Rambrecht, Signalstein, Erdfläche [O β] 1938,8 555,3
 


Erklärung der Buchstaben-Bezeichnungen, welche die unmittelbar unterlagernden Gebirgsschichten der betreffenden Höhenpunkte bedeuten, und zwar:

Keuper. Lias (schwarz. Jura).
K γ   Bunte Mergel. L α   Arcuatenkalk u. Sandsteine.
K δ   Stubensandsteingrupppe. L β   Turnerithone.
K ε   Obere Knollenmergel. L γ   Numismaliskalke.
  L δ   Amaltheenthone.
  L ε   Posidonienschiefer.
  L ζ   Jurensismergel.
   
Brauner Jura. Weißer Jura).
O α   Opalinusthone. J α   Impressa-Thone.
O β   Eisenoolithe u. Sandsteine. J β   Wohlgeschichtete Kalke.
O γ   Blaue Kalke. J γ   Lacunosa-Kalke.
O δ   Ostreenkalke. J δ   Plumpe u. oolithische Kalke.
O ε   Parkinsonoolithe. J ε   Korallen-Kalke, Marmor,
O ζ   Ornatenthone.  Dolomit.
|
b. Abdachung und Wasserscheiden.

Die Abdachung der Alb geht im allgemeinen, neben einer Neigung gegen Süden, von Südwest nach Nordost, die des Aalbuchs gegen Südosten, die des Albabhangs gegen Nordwesten und die des Landes am Fuß der Alb gegen Norden und zugleich Nordwesten. Das südlich von dem Höhenzug, worauf der Stuifen und der Rechberg sich erheben, gelegene Land zeigt eine entschiedene Abdachung gegen Süden. Der zwischen den Thälern der Rems und der Lein gelegene Theil des Bezirks dacht sich größtentheils gegen Südwest, und das auf der linken Seite der Lein gelegene Land gegen Südosten ab.

Wie schon oben angeführt wurde, berührt die europäische Wasserscheide zwischen Donau und Rhein den südöstlichen Theil des Bezirks; sie tritt von Lauterburg herkommend beim Wald Abendholz in den Bezirk, macht hier einen kleinen Bogen gegen Norden und zieht dann in südwestlicher Richtung in den Wald Schorren, wo sie sich gegen Westen wendet und über den Wald Buch läuft bis gegen den Wald Horn, hier eine südliche Richtung annehmend schlägt sie ihren Weg über die Kitzinger Ebene und den Wald Falkenberg ein, wo sie den Bezirk verläßt und in das Oberamt Geislingen übergeht; sie zieht demnach ganz nahe an dem Steilrande der Alb hin.

Von untergeordneten Wasserscheiden führen durch den Bezirk:

1. Die zwischen Rems und Lein; die Rems fließt unmittelbar, die Lein aber durch Vermittlung des Kochers in den Neckar. Die Wasserscheide tritt 1/8 Stunde nordwestlich von dem zur Gemeinde Mögglingen gehörigen Gollenhof über die östliche Bezirksgrenze und zieht in westlicher Richtung gerade wie der römische Grenzwall durch den südöstlich von Brackwang gelegenen Wald bis zum Braunhof, von da zunächst (südlich) am Schafhäusle, und weiter nur einige 100 Schritte südlich an der Schönhardter Kapelle vorüber gegen Brainkofen, das nur 200 Schritte nördlich von ihr entfernt liegt; von hier 1/8 Stunde nördlich am Schafhaus vorüber auf der sog. Hochstraße fort bis zur Bezirksgrenze, welche sie auf der Flur „Bühläcker“ überschreitet, um im Oberamt Welzheim weiter zu führen.

2. Die Wasserscheide zwischen der Rems und der Lauter, welch letztere durch Vermittlung der Fils in den Neckar geht, beginnt an der europäischen Wasserscheide, geht über den Bernhardusberg, von da zwischen dem Ursprung der Lauter und dem des Tobelbachs durch auf den Hornberg, wo sie ihre bis jetzt eingehaltene westliche Richtung in eine südliche ändert; weiter auf den Kuhberg, von diesem die Alb hinabsteigend über Granegg, über den Schönberg, den Stuifen nach Rechberg Vorderweiler, von da den Rechberg hinan bis zur Kirche und weiter zum Schloß Hohen-Rechberg und vollends zur westlichen Bezirksgrenze, von der sie bis zum Hohenstaufen u. s. w. hinzieht. |
c. Erdfälle und Höhlen.

Erdfälle, trichterförmige Einsenkungen, die in Folge des vielfältig unterirdisch geklüfteten oberen weißen Jura entstanden sind und immer noch entstehen, kommen auf der Hochebene der Alb bei Bartholomä, beim Mönhof, Kitzinghof, und besonders häufig bei Röthenbach vor; sie führen regelmäßig zu größern oder minder bedeutenden Höhlen oder Felsspalten, erscheinen am häufigsten in Mulden, Rinnen und Thälchen und nehmen dort die aus der Atmosphäre niedergeschlagenen Wasser auf, um sie unterirdisch in dem zerklüfteten Schoße der Alb weiter zu führen bis zu tiefer gelegenen Stellen, wo sie alsdann als kräftige Quellen hervortreten. Die Erdfälle sind mitunter Ursache, warum sich auf der Hochfläche der Alb in manchen Gegenden keine eigentlichen Thälchen, Wasserrinnen gebildet haben, indem sie die Gewässer aufnehmen und diese deßhalb keine oberirdischen Ablaufrinnen sich furchen können; ein schlagendes Beispiel liefern uns im diesseitigen Bezirk die vielen Erdfälle auf der lange hinziehenden sog. rauhen Wiese, gegen die ringsum das Terrain einfällt und seine Wasser diesen Erdfällen zuschickt. Es ist daher auch sehr schwierig in derartigen Gegenden die Wasserscheide genau zu bestimmen, weil man zugleich darauf Rücksicht nehmen muß, wohin etwa die auf solche Weise eingesogenen Gewässer ihren unterirdischen Lauf nehmen.

Großartige und interessante Höhlen kommen hauptsächlich am Rosenstein oberhalb Heubach vor, die interessanteste ist das sog. Finsterloch, welches sich etwa 600′ lang oben an dem südöstlichen Abhang des Rosensteins, der sich jäh gegen das Lapperthal hinuntersenkt, hinzieht.

Der zur Höhle führende südöstliche gewölbeartige Eingang ist 7–8′ hoch und 11′ breit; durch ihn gelangt man in die geräumige Höhle, die 220′ lang, abwechselnd 6–20′ hoch und bis zu 35′ breit ist; zuletzt verengt und erniedrigt sich die Höhle, daß man anfangs nur gebückt und endlich kriechend sich durchzwingen muß, bis man wieder eine 20′ hohe, 25′ breite und eben so lange Halle erreicht.

Von dieser Halle kann man durch eine kleine Öffnung ins Freie und auf einem schmalen Fußweg in eine zweite Höhle gelangen, die indessen auch unterirdisch dnrch eine ganz schmale, nur 3′ hohe Spalte mit der ersteren zusammenhängt. Dieser gegen 30′ hohe, 70′ lange und 25′ breite Raum verengt sich wieder und führt zu einer etwa 3′ hohen Öffnung, die einen Ausgang ins Freie gestattet. Das Finsterloch ist im allgemeinen wegen der vielen in ihr herumliegenden Gesteinstrümmer und schroffen hervorragenden Felsen beschwerlich zu begehen, namentlich ist der Weg von der einen zu der andern Höhle grausenerregend und wild verworren. Stalaktiten kommen | nicht vor, dagegen hat sich in einem Theil der Höhle Bergmilch an Decke und Wänden angesetzt, im übrigen ist dieselbe trocken.

Etwa 100′ unter den Ruinen der Burg Rosenstein befindet sich eine Höhle, das sog. kleine Haus, die einen 30′ hohen und 20′ breiten, einem gothischen Thor ähnlichen Eingang hat und in der gegen 40 Personen sich hier vor Regen und Sturm bequem schützen können. Etwa 40′ von dem Eingange, in der Mitte der Höhle lagert ein 10–12′ hoher Felsblock, hinter dem sich eine niedrige, weniger zugängliche Felsenspalte noch gegen 40′ fortzieht. Nach der Volkssage soll sich diese Höhle durch den ganzen Berg bis zu einer an der Ostseite des Rosensteinberges befindlichen Höhle, der sog. Scheuer, fortziehen.

Die Scheuer bildet ein großartiges, 132′ langes, 20′ breites und 30–40′ hohes Gewölbe, das drei große Öffnungen hat, die einen herrlichen Ausblick, nicht allein über die felsenreiche, wildromantische nächste Umgebung, sondern auch über das am Fuß des Rosensteins sich weit ausbreitende Land gestatten; gegen Süden hat die Höhle einen 16′ hohen Ausgang. Auch hier fehlen die Tropfsteinbildungen, die reinlichen Wände sind glatt und der ganze Raum mit seinem Gewölbe und seinen Öffnungen ins Freie erinnert an einen alten Rittersaal. An den Öffnungen haben sich felsenliebende Pflanzen angesiedelt, die dem hereinbrechenden Sonnenlicht entgegenwachsen.

Nur etwa 150 Schritte von der Scheuer gelangt man an eine vierte Höhle, das große Haus genannt, die einen imposanten, 24′ breiten und gegen 50′ hohen, einem gothischen Portal gleichenden Eingang hat und in 4 verschiedenen Bögen etwa 100′ bergeinwärts und zugleich aufwärts zieht. Die gegen 30′ breite Höhle wird gegen hinten niedriger und an ihrem Ende liegt quer ein großer etwa 12′ hoher Felsblock, der von kleineren Felstrümmern umgeben ist; die Volksphantasie macht jenen zum Tisch und diese zu den Stühlen des Hauses. Die Wände der Höhle sind vielfältig geborsten und in den Rissen hat sich überall Kalksinter angesetzt.

An dem Scheuelberg, der dem Rosenstein gegenüber liegt, befindet sich oberhalb des Weilers Beuren die Jakobshöhle, die jedoch mehr einer Felsennische als einer eigentlichen Höhle gleicht.

Eine weitere Höhle wurde erst vor 12 Jahren auf der südöstlichen Seite des Hochbergs oberhalb der ersten Wendung der Bartholomäer Steige entdeckt, sie ist schwer zugänglich und man kann nur durch Einkriechen in dieselbe gelangen; sie ist 30′ lang, gegen 20′ hoch und ebenso breit (s. auch die Ortsbeschreibung von Heubach).

Interessanter als die angeführten Höhlen ist die auf der Hochebene der Alb (Aalbuch) 1/4 Stunde südwestlich vom Kitzinghof gelegene Falkenhöhle. Zwischen über die Oberfläche hervorragenden | Juradolomitfelsen befindet sich eine 4′ weite Öffnung, durch die man mittelst einer Leiter 12′ tief hinunter steigen muß, um in die Höhle zu gelangen; sie beginnt mit einer 40′ langen, 32′ breiten und 15, 20 bis 25′ abwechselnd hohen Halle, deren Sohle sich 15° neigt und mit vielen Felstrümmern überlagert ist. An Decke und Wänden trifft man hier verschiedene, meist der Kugelform sich nähernde Kalksinterbildungen. An der westlichen Wand dieser Halle befindet sich 10′ über der Sohle ein bergansteigender Seitengang, der anfänglich 8′ hoch und 5′ breit ist, bald aber so nieder wird, daß man nur noch auf Händen und Füßen weiter vordringen kann; der Gang ist 32′ lang und enthält anfangs schöne Stalaktiten, die sich aber gegen innen allmählig verlieren, dagegen dringt ganz hinten im Gange das Wasser durch den porösen Dolomitfelsen und hängt sich in krystallhellen kleinen Kügelchen an denselben, die bei Licht wie Brillanten glänzen. In der nordwestlichen Ecke der großen Halle führt etwa 6′ über der Sohle ein Gang, der anfangs 8–10′ breit und 12 bis 15′ hoch ist und schöne Sinterbildungen enthält, sich aber bald bis zu 3′ erniedrigt; vom Eingang bis an diese niedere Stelle ist die Höhle 140′ lang. Nur 10′ weiter wird der Gang wieder gegen 15′ hoch, aber beschwerlich zu begehen, bis man endlich mit vieler Mühe dahin gelangt, wo die Höhle sich wieder erweitert und bequem gangbar wird; bis hieher zieht die Höhle von Süden nach Norden und nun wendet sie sich auf einmal gegen Osten und führt zu einer schönen geräumigen Halle, mit der sie endet. Diese mit falten- und zapfenförmigen Stalaktiten schön ausgekleidete Schlußhalle ist 40′ lang, 25′ breit und 15 bis 20′ hoch. In der Mitte derselben erhebt sich eine vierseitige 10′ hohe Pyramide, ob deren Spitze ein rundes ausgespültes Loch hoch in die Decke der Höhle hinaufgeht, aus dem vermuthlich mit Kalk gesättigtes Wasser herabträufelte und hier den Kalk in Pyramidenform wieder absetzte. Diese Partie ist wirklich sehr sehenswerth und lohnt reichlich die Mühen, mit denen man bis hieher zu kämpfen hatte. An der östlichen Wand der Schlußhalle klafft noch eine 16′ hohe und nur 2′ breite Spalte, die sich indessen bald so verengt, daß man keinen Schritt mehr in ihr weiter dringen kann; bis hieher beträgt die ganze Länge der Falkenhöhle 280′.

Endlich haben wir noch einer Höhle zu gedenken, die jedoch nicht im weißen Jura, sondern in dem grobkörnigen Keupersandstein (Stubensandstein) sich befindet, wir meinen den hohlen Stein in dem Kaufmann Buhl’schen Gut bei Gmünd; sie ist eigentlich nur eine nicht tief eingehende Grotte, die früher von einem Einsiedler bewohnt und von demselben theilweise künstlich zur Wohnung hergerichtet wurde; jetzt hat sie Kaufmann Buhl in seine schönen Gartenanlagen gezogen und einen kleinen Teich etc. in ihr angelegt.

|

2. Gewässer.

Der Flächeninhalt sämtlicher Gewässer, d. h. der Flüsse, Bäche, Seen und Weiher, beträgt 396 Morgen, davon kommen auf Seen und Weiher 123/8 Morgen.

a. Brunnquellen.

Der Bezirk ist im allgemeinen sehr quellenreich und nur einzelne Markungen, wie Lindach und Spreitbach, haben wenig, Bartholomä sogar gar keine Quellen aufzuweisen; es sind alle Orte mit Trinkwasser versehen und nur in Bartholomä, Durlangen, Herlikofen, Lindach, auf dem Rechberg (Kirchberg), Straßdorf und den zu Täferroth gehörigen Parzellen entsteht bei länger andauernder Trockenheit Wassermangel, so daß der Wasserbedarf außerhalb des Orts, jedoch in nicht bedeutenden Entfernungen, bezogen werden muß; nur Bartholomä muß bei eintretendem Wassermangel etwa 1 Stunde vom Ort entfernt das nöthige Wasser herbeischaffen. Die meisten Orte erhalten ihr Trinkwasser aus laufenden – und nebenbei aus Pump- und Ziehbrunnen, mit Ausnahme der Orte Bargau, Bartholomä, Lindach, Reichenbach, Spreitbach und Täferroth, welche ihr Trinkwasser ausschließlich aus Zieh- und Pumpbrunnen beziehen. Das Trinkwasser ist im allgemeinen gut und gesund, besonders gutes Wasser haben die Orte, welche dasselbe theilweise aus der Keuperformation und zwar aus der Schichte des Stubensandsteins beziehen, wie Gmünd und Leinzell; auch die Wasser auf der Hochebene des schwarzen Jura (Lias) sind meist gut und nur theilweise weniger frisch, hauptsächlich in Durlangen und Spreitbach, die nur mit mittelgutem, leicht trübe werdendem Wasser versehen sind. In einzelnen auf dem schwarzen Jura gelegenen Orten, namentlich in solchen, die ihr Wasser aus dem Posidonienschiefer erhalten, haben die Wasser theilweise einen schwefligen Beigeschmack, z. B. in Bargau und Reichenbach. Die Orte, welche am Fuß der Alb liegen und somit ihr Wasser aus dem weißen Jura beziehen, wie Degenfeld, Heubach, Lautern und Rechberg haben sehr frisches, jedoch etwas hartes kalkhaltiges Wasser. Die Quellen aus dem braunen Jura liefern meist ein frisches gesundes Wasser (s. auch die Ortsbeschreibungen). Von periodisch stießenden Quellen (Hungerbrunnen, Seltenbrunnen) nennen wir die Quelle am Fuß des Klausendergs bei Heubach.

b. Mineralquellen.
Außer dem Badbrunnen in Christenhof bei Mögglingen, dessen Wasser gegen 31/2 Gr. Bittersalz und Glaubersalz, gegen 10 Gr. schwefelsauren und 3 Gr. kohlensauren Kalk enthält, sind mehrere Brunnen und Quellen schwefelhaltig, wie einige Brunnen in Bargau, ein Brunnen unterhalb der Erzklinge bei Heubach, der Pfarrbrunnen in Reichenbach und ein Brunnen am Südende des Dorfs Unter-Böbingen. | Das Wasser des sog. Krankenbrunnens bei Lautern soll sehr gesund sein und wird deßhalb von Kranken häufig getrunken; auch der Wolfarth- und der Schieferbrunnen bei Mögglingen, wie der Rauwiesenbrunnen auf Winzinger Markung, haben besonders gutes Wasser.


c. Flüsse und Bäche mit ihren Thälern.

1. Die Rems entspringt auf der Markung Essingen im Oberamtsbezirk Aalen nur etwa 1/4 Stunde östlich von Lautern, fließt durch Essingen und erreicht 1/2 Stunde oberhalb Mögglingen den Oberamtsbezirk Gmünd, den sie in der Richtung von Ost nach West durchfließt und, nachdem sie in demselben einen Weg von 43/4 Stunden zurückgelegt hat, eine Stunde unterhalb Gmünd den Bezirk wieder verläßt, um bei Neckarems, Oberamts Waiblingen, in den Neckar zu münden; innerhalb unseres Bezirks berührt sie die Orte Mögglingen, unter-Böbingen, Hussenhofen und Gmünd. Der anfänglich vielfältig, von Hussenhofen an weniger gekrümmte, fleißige Fluß setzt auf seinem Wege durch den Bezirk viele Mühlen und andere Wasserwerke in Bewegung (s. hier. die Ortsbeschreibungen); über ihn sind 2 steinerne Brücken bei Mögglingen, eine bei Unter-Böbingen und 3 bei Gmünd, überdieß eine hölzerne Brücke bei Mögglingen, eine bei Hussenhofen und nebenbei mehrere Stege angelegt.

Das Gefäll der Rems beträgt:

  Entfernung
nach der
Wasserbahn
in württ. Fuß.
Höhe der
Punkte über
dem Meere.
Württ. Fuß.
Gefäll
relatives.
Württ. F.
absolutes.
Procent.
Von ihrem Ursprung bis zur Vereinigung mit der alten Rems 20500 1912,00
1519,60
392,40 1,914
Vom Einfluß der alten Rems bis zur Einmündung der Lauter in Mögglingen 13350 1409,70 109,90 0,824
Von der Lautereinmündung bis zur Einmündung des Klotzbachs bei Unter-Böbingen 15300 1303,30 106,40 0,695
Von der Einmündung des Klotzbachs bis zum Einfl. d. Krümmlings bei Zimmern 14340 1218,30 85,00 0,593
Von der Einmünd. des Krümmlings bis zum Hussenhofer Steg 6190 1190,80 27,50 0,444
Vom Hussenhofer Steg bis zur Einmünd. des Waldstetterbachs bei Gmünd 19780 1083,69 107,11 0,542
Von der Einmünd. des Waldstetterbachs bis zum Steg bei der Freimühle 8030 1048,05 35,64 0,444
Von der Freimühle bis an die Oberamtsgrenze 6830 1030,10 17,95 0,263
Vom Ursprung bis zum Ausfluß aus dem Oberamtsbezirk 104320
8,02
Stunden.
881,90 0,845
|

Die Breite des Flusses wechselt von 20–100′ und seine Tiefe von 3–8′. Bei starken Regengüssen oder schnellen Schneeabgängen schwillt die Rems öfters sehr stark an und tritt die Thalebene überfluthend leicht über ihre meist flachen Ufer, um so mehr als der Fluß in einem tiefen Albthale entspringt und überdieß von der Alb her bald namhafte Zuflüsse erhält; die höchsten Wasserstände erreichte der Fluß seit Menschengedenken in den Jahren 1824, 1827 und 1851; aus früherer Zeit wissen wir verheerende Überschwemmungen in den Jahren 1661, 1729, 1730, 1778 etc. (s. auch den allgemeinen Theil, Abschnitt „Geschichtlicher Überblick“). Die Fischerei ist nicht bedeutend (s. hier die Ortsbeschreibungen).

Das Thal der Rems, soweit es den Bezirk angeht, ist anfangs ganz unbedeutend und flaches Ackerland lehnt sich auf beiden Seiten der schmalen wiesenreichen Thalsohle an, durch die sich der mit Feuchtigkeit liebenden Holzarten besaumte Fluß vielgekrümmt schlängelt; erst unterhalb Mögglingen erhält das Thal etwas markirte Liasgehänge, die sich thalabwärts immer mehr ausbilden und unterhalb Unter-Böbingen, wo das Thal in den Keuper eingreift, zu ziemlich hohen, vielfältig getheilten, mit Wald und Wiesen kultivirten Gehängen heranwachsen und sich endlich bei Gmünd noch kräftiger ausprägen. Auch die Thalsohle erweitert sich bei Gmünd und erhält unterhalb der Stadt bei der Sägmühle eine Breite von 1/8 Stunde. Der Charakter des Thals ist durchaus mild und freundlich, bei Gmünd aber reizend zu nennen. Innerhalb des Bezirks fließen in die Rems


a. auf der rechten Seite:

der Ammersbach, beginnt nordöstlich von Sixenhof und mündet nach einstündigem Lauf, den er in einem unbedeutenden Thälchen zurücklegt, bei Mögglingen ein;

der 1/2 Stunde lange durch ein enges Thälchen fließende und bei Unter-Böbingen einmündende Erlenbach;

der Aidigkoferbach, beginnt 1/4 Stunde nordöstlich von Herlikofen und mündet bei Burgholz ein. Lauf 1/2 Stunde durch ein enges, ziemlich tief eingeschnittenes Thälchen;

der Sulzbach, entspringt beim Herlikofer Schafhaus und geht bei Gotteszell in die Rems. Lauf 11/8 Stunde. Das anfänglich ganz enge, sich bald zu einer mäßigen Breite erweiternde Thal dient der Artillerie zu ihren Schießübungen und erhielt daher den Namen Schießthal; das tief eingefurchte, mit hohen, vielfältig getheilten, meist bewaldeten Gehängen versehene Thal trägt den echten Charakter eines Keuperthales. In den Sulzbach gehen auf der rechten Seite der 1/2 Stunde lange Pfaffenbach, auf der linken Seite der Kaltenbach und der Herlikofer Bach;

der 1/2 Stunde lange Wetzgauerbach beginnt östlich von Wetzgau und geht an dem nordöstlichen Ende der Stadt Gmünd in die Rems; | ein durch das Taubenthal fließender Bach entspringt südlich von Wetzgau und mündet ebenfalls bei Gmünd ein. Lauf 1/2 Stunde;

der Röthenbach tritt nur kurz vor seiner Einmündung bei Krähenhäuser in den Bezirk.


b. Auf der linken Seite gehen in die Rems:

die Lauter, entspringt in starker Quelle in einem tiefen engen Albthale, im sog. Teufelsloch, 1/4 Stunde von Lautern, fließt durch diesen Ort und bei Mögglingen in die Rems; sie erhält, bevor sie Lautern erreicht, einen Zufluß aus dem Lapperthal. Lauf 11/8 Stunden. Das Lauterthal ist von seinem Anfang bis nach Lautern ein tiefes, enges, wildromantisches, wald- und felsenreiches Albthal, weiter unten wird es ganz unbedeutend und zieht sich mit schmaler Thalsohle zwischen leicht ansteigenden Ackergeländen hin;

der nur 1/4 Stunde lange Sulzbach mündet zwischen Mögglingen und Unter-Böbingen ein;

der Klotzbach, auch Heubach genannt; der 1/2 Stunde südlich von Heubach in einem tiefen Albthälchen, in der Teufelsklinge, entspringende Tumbach und der Beurenerbach, welcher in vier Zweigen ebenfalls in Albschluchten beginnt, vereinigen sich 1/4 Stunde südlich von Heubach und bilden den Klotzbach, der in Heubach einen von dem finsteren Loch herkommenden Bach aufnimmt, weiter durch Ober-Böbingen fließt, dort den Schlierbach aufnimmt, und bei Unter-Böbingen sich mit der Rems vereinigt. Lauf 21/2 Stunden. Das anfangs zwischen hohen bewaldeten Albbergen hinziehende Thal wird von Heubach an ganz unbedeutend und zieht beinahe unmerklich durch flaches Ackerland, bis es bei Ober-Böbingen sich wieder etwas tiefer in die Liasfläche einfurcht;

der Krümlingsbach, entspringt 1/8 Stunde östlich von Bargau am Fuß des Schloßbergs und mündet nach einstündigem Lauf bei Zimmern ein; in ihn fließt der Bucherbach. Anfangs durch flaches Ackerland hinziehend, furcht sich der Bach erst weiter unten in die Liasebene ein und erhält eine enge, mäßig tiefe Thalrinne;

der Litzelbach, beginnt bei Beiswang und mündet oberhalb Zimmern ein. Lauf 1/4 Stunde;

der Waldstetterbach, entspringt 1/4 Stunde südlich von Weilerstoffel und fließt unter dem Namen Stofflerbach bis Waldstetten; von hier wird er Waldstetterbach genannt bis nach Gmünd, wo er an dem Nordwestende der Stadt in die Rems mündet. Lauf 21/4 Stunden. Der Bach erhält mehrere minder große Zuflüsse wie den Rechbach, Thierenbach, Langenbach, Tobelbach und endlich 1/4 Stunde südlich von Gmünd den sehr namhaften Bettringerbach (auch Melchersbach genannt), welcher bei Herdtlinsweiler in mehreren Zweigen entspringt, unter dem Namen Strümpfelbach durch Weiler fließt, dort den Hofenstetterbach und den Steinbach aufnimmt und seinen vielgekrümmten Weg bis Ober-Bettringen | fortsetzt; von hier bis zu seiner Einmündung wird er Bettringerbach genannt. Zwischen Weiler und Unter-Bettringen erhält er einen bedeutenden Zufluß durch den im Eselsbrunnen, 1/2 Stunde südöstlich von Bargau entspringenden, 1 Stunde langen Eselsbach, der durch Bargau fließt und nun den Namen Bargauerbach erhält. Lauf des Bettringerbachs beziehungsweise Strümpfelbachs 2 Stunden. Wegen dieser bedeutenden, meist von der Alb und von ihren Vorbergen herkommenden Zuflüsse läuft der Waldstetterbach häufig sehr schnell und gewaltig an, so daß er nicht selten Schaden anrichtet.

Das im allgemeinen sehr reizende Thal des Waldstetterbachs ist von Gmünd an aufwärts anfänglich ein mäßig breites Wiesenthal, das auf beiden Seiten von hohen, meist mit Wiesen und Baumgütern kultivirten Thalgehängen begrenzt wird, weiter aufwärts, da wo das Thal eine Wendung gegen Süden macht, wird es enger, die Thalgehänge werden niedriger und verlieren sich endlich bei Waldstetten ganz und nur flachhügelliges Ackerland lehnt sich zu beiden Seiten der ganz unbedeutenden Thalsohle an; dagegen erheben sich in einiger Entfernung von dem eigentlichen Thal die kräftigen, vielgegliederten Vorberge der Alb und umschließen von Waldstetten aufwärts eine freundliche Thalweitung auf zwei Seiten, die alsdann oberhalb Weilerstoffel spitz zusammen läuft. Das Thal des Bettringerbachs hat einen ähnlichen Charakter und wird an seinem Schluß bei Weiler ebenfalls auf 3 Seiten von dem steilen Albabhang und den vielfältig geformten Albvorbergen, hier nicht spitz zulaufend, sondern amphitheatralisch umfangen;

der Deutenbach, entspringt 1/4 Stunde westlich von Straßdorf, fließt in einem ganz engen Waldthälchen bis zum Schirenhof, wo er den von Straßdorf herkommenden Heuselbach aufnimmt und mündet bei der Sägmühle 1/2 Stunde unterhalb Gmünd in die Rems. Lauf 1/2 Stunde;

der Tiefenbach, beginnt am nördlichen Fuß des Rechbergs, fließt durch ein stilles, tiefeingefurchtes Waldthal und mündet bei Krähenhäusern ein. Lauf 1 Stunde;

der Holzingerbach, welcher bei Maitishof, O.-A. Göppingen, beginnt, berührt den Bezirk nur auf eine kurze Strecke an seiner westlichen Grenze, in deren Nähe er in die Rems fließt. Lauf 1 Stunde, innerhalb des Bezirks 1/4 Stunde.

2. Die Lein, entspringt 1/4 Stunde westlich von Kaisersbach im O.-A. Welzheim, erreicht den diesseitigen Bezirk 1/8 Stunde westlich von der Weggen Ziegelhütte, bildet von da an 3/4 Stunden lang die Bezirksgrenze und tritt dann erst ganz in den Bezirk ein, den sie von West nach Ost durchfließt und unterhalb Horn wieder verläßt, um ihren Lauf im Oberamt Aalen fortzusetzen und bei Abtsmünd in den Kocher zu münden. Der ganze Lauf beträgt 111/2 Stunden und der innerhalb des Bezirks 41/2 Stunden. Das muntere Flüßchen, welches während seines Laufs durch den Bezirk mehrere Mühlen in Bewegung setzt und die Orte | Täferroth, Leinzell und Mulfingen berührt, fließt vielgekrümmt durch ein still anmuthiges, ziemlich tiefes Thal, dessen mäßig breite, sich nur an einzelnen Stellen bis zu beinahe 1/8 Stunde erweiternde Thalsohle durchaus mit Wiesen kultivirt ist. Die in Terrassen sich ziemlich hoch aufstufenden, vielfältig bewegten und unterbrochenen Thalgehänge sind theils mit Nadelhölzern, die an den nahen Welzheimer Wald erinnern, bewachsen, theils für die Landwirthschaft mühsam benützt.

Im allgemeinen entfaltet das Leinthal den entschieden ausgeprägten Charakter eines Keuperthales. Die Fischerei in der Lein ist nicht von Bedeutung (s. hier die Ortsbeschreibungen).

Das Gefäll der Lein beträgt:

  Entfernung
nach der
Wasserbahn
in württ. Fuß.
Höhe der
Punkte über
dem Meere.
Württ. Fuß.
Gefäll
relatives.
Württ. F.
absolutes.
Procent.
Vom Ursprung bis zur Obermühle bei Welzheim 25970 1917,74
1683,86
233,88 0,901
Von der Obermühle bis zur Einmündung der Kaisersbacher Roth 52310 1488,80 195,06 0,373
Von der Einmündung der Kaisersbacher Roth bis zum Einfluß des Reichenbachs 21140 1457,97 30,83 0,146
Vom Einfluß des Reichenbachs bis zur Einmündung der Gschwender Roth bei Täferroth 32560 1400,15 57,82 0,178
Vom Ursprung der Lein bis Täferroth 131980
10,15
Stunden.
517,59 0,392



In die Lein fließen innerhalb des Bezirks

a. auf der rechten Seite:

der nur 1/4 Stunde lange Aitelbach, welcher bei der Leinmühle (Mark. Durlangen) einmündet;

der Brainkoferbach, entspringt westlich von Brainkofen und mündet bei Leinzell ein. Lauf 1/4 Stunde;

der Schönhardterbach, beginnt bei Schönhardt und vereinigt sich unterhalb Mulfingen mit der Lein. Lauf 3/8 Stunden.

b. Auf der linken Seite gehen in die Lein:

der aus dem Welzheimer Wald kommende Reichenbach, mündet 1/4 Stunde oberhalb Leinhäusle ein; er fließt durch ein enges, waldreiches Keuperthal. Lauf innerhalb des Bezirks 1 Stunde;

der Spreitbach, entspringt östlich von Spreitbach, fließt 3/4 Stunden lang durch ein enges, theilweise bewaldetes Keuperthal und geht bei der Leinmühle ein;

der Zimmerbach, nimmt seinen Anfang östlich von Zimmerbach und mündet unterhalb der Leinmühle ein;

|

die Roth, beginnt in mehreren Zweigen bei Gschwend, tritt 1/4 Stunde östlich von Spreitbach auf die diesseitige Bezirksgrenze und nach 1/4 Stunde ganz in den Bezirk, um sich bei Täferroth mit der Lein zu verbinden. Ganzer Lauf 31/4 Stunden, an und im Bezirk 13/4 Stunden. Das Thal der Roth ist ähnlich dem Leinthale;

der Sulzbach, entspringt nahe der nördlichen Bezirksgrenze und geht nach einem 3/4stündigen Lauf unterhalb Täferroth in die Lein;

der nur 1/2 Stunde lange Laubbach mündet 3/4 Stunde oberhalb Leinzell ein;

der Götzenbach, nimmt seinen Anfang bei Helpertshofen im Oberamt Gaildorf, und kommt 1/2 Stunde nordöstlich von Utzstetten auf die Bezirksgrenze; nachdem er diese etwa 1/2 Stunde gebildet hat, tritt er ganz in den Bezirk ein, in dem er noch 1/2 Stunde fortläuft und dann bei Leinzell einmündet; er nimmt innerhalb des Oberamtsbezirks den 1/2 Stunde langen Fischbach auf. Das Thal des Götzenbachs ist wie die vorhergehenden ein ausgeprägtes Keuperthal;

der Federbach, entspringt im Oberamt Gaildorf, kommt bald auf die Grenze unseres Bezirks, die er 1/2 Stunde lang bildet, geht dann in den Bezirk ganz ein und fließt in demselben noch 1/2 Stunde fort bis zu seiner Einmündung unterhalb Horn. Sein Thal gleicht dem Götzenthal.

3. Die Lauter, entspringt zwischen dem Bernhardusberge und dem Hornberg, fließt durch Degenfeld, geht 3/8 Stunden unterhalb dieses Orts über die Bezirksgrenze und vereinigt sich bei Klein-Süßen, O.-A. Göppingen, mit der Fils. Lauf 33/8 Stunden, wovon innerhalb des Bezirks 7/8 Stunden. Das Lauterthal, so weit es unseren Bezirk angeht, ist tief und schroff in die Alb eingeschnitten und mit steilen, meist kahlen, vielfältig unterbrochenen Thalgehängen versehen; die Thalebene, gegen welche die Thalabhänge etwas sich verflachen, ist ziemlich schmal. Die Lauter erhält aus unserem Bezirk mehrere Zuflüsse, jedoch nur auf der rechten Seite und zwar:

der Christenthalbach, beginnt am südöstlichen Fuß von Granegg, verläßt aber bald den Bezirk und mündet bei Nenningen, O.-A. Geislingen ein;

der Krehbach, entspringt am südlichen Fuß des Stuifens, fließt durch Wißgoldingen und Winzingen und unterhalb letzteren Orts über die Bezirksgrenze, um südlich von Hagenbuch, O.-A. Geislingen einzumünden. In Winzingen nimmt er den Dorfbach, und unterhalb des Orts den Senftelbach auf. Lauf innerhalb des Bezirks 1 Stunde. Das gegen Süden ziehende wiesenreiche Thal ist freundlich und mäßig weit, weil die ziemlich hohen Albausläufer etwas von der Thalebene zurücktreten;

der Reichenbach, entspringt unter dem Namen Strietbach zwischen dem Stuifen und dem Rechberg, fließt durch Reichenbach, wo er erst die Benennung Reichenbach erhält, und am Fuß des Ramsbergs, nachdem | er ganz kurz vorher die Bezirksgrenze überschritten hat, in die Lauter.

Lauf 13/4 Stunden. In den Reichenbach fließen auf beiden Seiten mehrere kleinere Bäche, unter denen der 3/8 Stunden lange Höllenbach der beträchtlichste ist. Das ebenfalls ganz südlich ziehende Thal des Reichenbachs erstreckt sich reizend zwischen den zwei Rücken des Rehgebirges, die ihre gestreckten, leicht ansteigenden, vielgetheilten Ausläufer gegen die wiesen- und obstreiche Thalebene senden und dem Thale eine besondere Anmuth verleihen.

Endlich haben wir noch einige Trockenthälchen zu erwähnen, die auf der Hochebene der Alb (Aalbuch) auf der Markung Bartholomä regellos hinziehen und zwar: das Abendteich, welches zwischen den Wäldern Abendholz und Bärenberg ganz mäßig eingeschnitten sich erstreckt und zwischen dem Mönhof und dem Kitzinghof in das von Westen herkommende Kitzinger Teich eingeht.

Das von Westen her zwischen den Wäldern Falkenberg und Leserwald hinziehende Falkenteich und das von Bartholomä gegen das Wenthal laufende Gänseteich.


d. Stehende Gewässer.

Eigentliche Seen hat der Bezirk keine mehr aufzuweisen, dagegen bestehen noch künstlich angelegte Weiher; einige, jedoch unbedeutende auf der Mark. Gmünd, 2 Hülen (Hülben) in und bei Bartholomä, ein kleiner Weiher bei Degenfeld, je ein Feuersee in Durlangen, Thanau und Zimmerbach, eine Wette in Herlikofen, in Lindach ein Feuersee und im Schloßgarten 1/2 Morgen großer Weiher, 17/8 Morgen großer Weiher auf dem Gollenhof, 2 Wetten in Ober-Bettringen, ein Feuersee in Rechberg, Vorderweiler, ein Weiher in Utzstetten, in Winzingen eine Wette und im Schloßgarten ein Weiher, 2 Weiher in Wißgoldingen etc.

Früher bestanden im Bezirk viele Weiher, die jetzt eingegangen, und größtentheils in Wiesengrund umgewandelt sind und zwar: mehrere auf der Markung Gmünd, einer östlich von Heubach, einer bei Schönhardt, 2 auf der Mark. Lautern in der Richtung gegen Hermannsfeld, einer bei Leinzell, einer nördlich von Lindach, einer in Schettelbach bei Mögglingen, einer auf der Mark. Zimmern, in Reichenbach bestand im sog. Seegarten beim Pfarrhaus ein Weiher, ein 8 Morgen großer lag bei der Strietmühle und ein weiterer, im sog. Weiherdobel, 2 Weiher beim Schirenhof und einer bei Muthlangen, einer bei Thierhaupten, 2 bei Waldstetten, 1/4 Stunde nordöstlich von Weiler bestand ein 6 Morgen großer Weiher und einer nordöstlich von Winzingen (s. hier. auch die betreffenden Ortsbeschreibungen.)


3. Naturschönheiten.
Der Bezirk entfaltet in reicher Abwechslung eine seltene Fülle landschaftlicher Schönheiten und gehört auch in dieser Beziehung wohl | zu den reizendsten und interessantesten des Landes. Von üppigen obst- und wiesenreichen Thälern steigert sich der landschaftliche Charakter in den verschiedenartigsten Übergängen bis zur kräftigen felsigen Gebirgsnatur der Alb und bis zur kargen Hochebene derselben, auf der kein Obstbaum mehr gedeihen will; diese beiden nur 2–3 Stunden von einander entfernten Gegensätze sind so verschiedenartig, daß man wähnen könnte, sie liegen viele Meilen weit auseinander.

Machen wir einen Gang durch den Bezirk und beginnen an seiner nordwestlichsten Spitze bei dem weithin sichtbaren Spreitbach, so finden wir hier den Charakter des mit dem Schwarzwald so nahe verwandten Welzheimer Waldes noch deutlich ausgesprochen; von der schmalen, für den Feldbau benützten Hochebene, die eine herrliche Aussicht an die Alb (von Kapfenburg bis zur Achalm) gestattet, brechen tiefe, enge, von lustigen Bächen durchzogene Thälchen ein, deren Gehänge theils mit saftiggrünen Wiesen bekleidet, theils mit dunklen Nadelwaldungen bestockt sind, aus denen die dem Welzheimer Wald eigenen Edeltannen mit ihren schlanken Gipfeln emporstreben. Auch die heimlichen Wohnungen erinnern an die des Welzheimer- und des Schwarzwaldes und verleihen unserer Waldgegend einen besonderen Reiz. Wandeln wir auf der Landstraße herab in das Leinthal, wie stille und anmuthig ist es hier in der schmalen, wiesenreichen, von der muntern Lein vielfältig durchkrümmten Thalebene, nur noch von einigen Mühlen und einzelnstehenden Häusern belebt. Die ziemlich hohen bewaldeten Thalgehänge treten weiter thalabwärts so nahe aneinander, daß sie dem bescheidenen Flüßchen kaum noch den Durchgang gestatten und keine menschliche Wohnung mehr Platz finden konnte. An der Stelle, wo die waldreichen abgeschiedenen Thäler der Roth und des Sulzbaches von Norden her in das Leinthal einbrechen und sich dasselbe plötzlich erweitert, erblicken wir das malerische Täferroth mit seinen zum Theil ansehnlichen, im Stil des Welzheimer Waldes erbauten Bauernhäusern, zwischen denen das alte gothische Kirchlein sich ehrwürdig erhebt. Weiter unten in dem Thal liegt freundlich hinter Obstbäumen Leinzell mit seinen meist kleinen Häusern und dem hoch emporragenden alten Schloß. Der Charakter des Thals wird milder und an den Thalgehängen weicht der Wald dem Feldbau. Etwa 1/2 Stunde unterhalb des Dorfs winkt von einer zwischen den Thälern der Lein und des Federbachs vordringenden Bergspitze das freundliche Horn mit seinem imposanten Schloß herab, und bietet die reizendste Ansicht in dem anmuthigen Leinthale soweit dasselbe unsern Bezirk angeht.

Ersteigen wir irgendwo die rechten Thalgehänge des Leinthales, so empfängt uns oben eine fruchtbare, für den Feldbau benützte Hochebene, auf der sich freundliche, geschlossene, mit Obstbäumen umgebene Dörfer lagern; aller Orten genießt man hier schöne Aussichten an | die Alb und über den weitgedehnten Welzheimer Wald hin. In die Hochebene ziehen sich von dem Remsthal her tiefe, stillanmuthige Laubwaldthäler weit, öfters bis in die Nähe des Leinthals hinein und unterbrechen das etwas eintönige Hochland auf das angenehmste. Treten wir vor an den oberen Rand der rechten Remsthalgehänge, so überrascht uns ein Blick in das herrliche, mildschöne Thal selbst, in welchem sich beim Zusammengehen fünf anmuthiger Thäler die altehrwürdige Stadt Gmünd mit ihren Thürmen, Ringmauern und prachtvollen Kirchen großartig ausbreitet, umgeben von freundlichen Villen, Gartenanlagen und lieblichen Einzelnhäusern. Herrlich grün schaut das Thal, dessen weite Ebene und dessen Gehänge nur mit Wiesgründen, Baumgärten und dichten Laubwaldungen bedeckt sind, dem Beschauer entgegen, dem überdieß noch ein Blick in die schönen Seitenthäler des Remsthales gestattet ist. Den nahen Hintergrund aber bildet die scharf konturirte, hochansteigende Alb mit ihren Felsenkronen und mannigfaltig gegliederten Vorbergen, vor denen die sog. drei Kaiserberge, Stuifen, Rechberg und Staufen so frei und keck herantreten, die Schönheit der Landschaft vollendend.

Von Gmünd setzen wir unsere Wanderung fort und schlagen den Weg das angenehme Waldstetter Thal hinauf ein, bis an die Stelle, wo dasselbe beinahe rechtwinkelig gegen Süden abgeht und nun so stille und einsam wird, daß man weiter aufwärts kein Dorf mehr vermuthet, und doch liegt im tiefen Hintergrund versteckt hinter obstreichen grünen Hügeln das reizende Waldstetten, von dem liebliche Thälchen fächerartig gegen die in mäßiger Entfernung kräftig auftauchenden Vorberge der Alb hinanziehen, und über die Vorberge schauen die kahlen Häupter des Rechbergs und des Stuifens ernst herein. Nach diesem kleinen Abstecher kehren wir zur Stelle zurück, wo das Bettringer Thal von dem Waldstetter ablenkt und wandern nach Unter-Bettringen, von dessen frei und reizend gelegenem uralten Kirchlein wir einen Blick in das Bettringer Thal und an das auf der entgegengesetzten Seite hoch gelegene Ober-Bettringen nicht unterlassen dürfen; weiter überschreiten wir das anmuthige Thal selbst, in dessen Hintergrunde das von hohen Albbergen beinahe rings umschlossene malerische Dorf Weiler liegt, und gehen über Bargau nach dem ländlich schönen Weiler Buch und von da über fruchtbare Ackergelände hin, die sich zur Linken bis an das Remsthal hinaus erstrecken, während auf der rechten Seite die Alb ganz nahe herantritt.

Hier liegt nun das kleine Städtchen Heubach eingezwängt zwischen zwei langgestreckte mächtige Albberge (Rosenstein und Scheuelberg), welche gleichsam von der Alb vorgeschoben sind und nur noch an schmalen Stellen mit ihr zusammenhängen; auf der westlichen Spitze des Rosensteins starren graue Felsen thurmhoch senkrecht empor, auf ihnen ruhen die ehrwürdigen Ruinen der Burg Rosenstein, ernst und wehmüthig | auf das alte Städtchen herabschauend, in dessen Rücken zwei tiefe Albthäler sich in das Gebirge hinein gabeln und mit steilen Felswänden abschließen. Gar lieblich liegt in einem dieser Thäler das Dörfchen Beuren.

Der Fußweg von Heubach führt bald durch üppige Laubwälder, in denen uns die verschiedensten Holzarten und seltene Waldblumen freundlich begrüßen, hinauf zu der epheuumrankten Ruine und hier überwältigt uns auf dem sog. Lärmfelsen eine Aussicht in die nahen wildromantischen, tief und schroff eingeschnittenen waldigen Albthäler und an den gewaltig vorliegenden Scheuelberg, über den hinweg der Stuifen, der Rechberg und in weiter Ferne der Steilabfall der Alb mit der Teck und dem Hohenneuffen sichtbar sind. Am nördlichen Fuß des Rosensteins dehnt sich ein fruchtbares, mit frischen Wiesengründen durchzogenes Ackerland bis an das Remsthal; über dieses hinweg schweift der Blick an den Welzheimer Wald, die Löwensteiner Berge und im fernen Hintergrunde an den blauen Streifen des Schwarzwalds und gegen Nordosten bis in die Ellwanger Gegend. Südlich vom Rosenstein hat sich die überaus wilde, felsenreiche Teufelsklinge in das Gebirge eingenagt; sie schließt in einem Halbkreise mit einer über 200′ hohen Felsenwand, in deren Mitte eine Quelle hervorsprudelt, die gewöhnlich wie ein lichter Silberstreifen über inkrustirtes Moos in drei Absätzen herabfließt, bei anhaltendem Regen oder schnellem Schneeabgang aber mit donnerndem Getöse hervorstürzt und einen Staubbach bildet. Wenden wir uns von der Rosensteinruine gegen Osten dem großartigen, mit interessanten Höhlen durchzogenen Felsenkranz entlang und gelangen endlich an die nordöstliche Spitze des Rosensteinberges, so erblicken wir tief unten am Ausgang eines Albthales das anmuthige Lautern, welches halbversteckt hinter großmächtigen Nußbäumen und Linden so einladend heraufschaut, und in dessen Rücken die stattlichen Trümmer des Schlosses Lauterburg sich erheben.

Verlassen wir den Rosenstein und treten hinein auf die Hochebene der Alb (Aalbuch); wie sehr kontrastirt dieses magere, wasserarme mit Gesteinstrümmern übersäte Hochland gegen die fruchtbaren am Fuß der Alb sich ausbreitenden Auen, während hier kein Obstbaum mehr gedeihen will; in baumloser Ackerfläche liegen vereinzelte Bauernhöfe und das meist aus kleinen, zum Theil noch mit Stroh gedeckten Gebäuden bestehende Bartholomä; aber stille und friedlich ist es hier oben und die gütige Natur hat auch in dieser abgeschiedenen Gegend ihre Schönheiten nicht ganz versagt und das östlich von Bartholomä hinziehende Wenthal mit den wunderbarsten, freistehenden Dolomitfelsen so reich ausgestattet.

Von der unwirthlichen hügeligen Hochebene treten wir wieder an den Steilrand der Alb vor und zwar zunächst auf den Bernhardusberg, | der eine der schönsten Aussichten nicht allein in unserem Bezirk, sondern auch an der ganzen Alb hin gestattet; das Auge schweift hier gegen Nordosten über das herrliche Land am Fuß der Alb, gegen Norden an die großartigen, zerrissenen Albbildungen, wie der Scheuelberg und der Rosenstein mit ihren Vorbergen, gegen Westen aber erheben sich die Kaiserberge, Stuifen, Rechberg und Staufen, in einer großartigen Gruppirung und mit ganz klassischen Umrissen, wie sie kein anderer Punkt so herrlich wieder erblicken läßt.

Vom Bernhardusberg wandern wir auf den Hornberg und auf das sog. kalte Feld, wo sich allenthalben die schönsten Aussichten darbieten; am westlichen Fuß des kalten Felds beginnt nun der auch in landschaftlicher Beziehung so interessante Gebirgsarm, welcher von der Alb weit in das Land hinausragt, und dem noch einzelne von der Alb losgetrennte Berge, wie in die Welt hinaus geschickte Kinder, die immer noch den Charakter des Mutterlandes (Alb) an sich tragen, aufgesetzt sind. Von ihnen erscheint zuerst Granegg, ein freistehender, nicht hoher aber schroffer Hügel, mit ebener, beinahe dreieckiger Kuppe, auf dem einst eine Burg stand. Die Aussicht ist hier gerade nicht ausgedehnt aber überaus reizend, einerseits in das schöne Waldstetter Thal, auf der entgegengesetzten Seite in das Christen- und Wißgoldinger Thal, auch tritt der kahle, längliche Stuifen, den wir jetzt besteigen wollen, nahe heran und erhebt sich gewaltig über den bescheidenen Granegghügel.

Auf dem ganz schmalen, scharfkantigen Grat des Stuifens genießt man eine weit ausgedehnte herrliche Aussicht, gegen Osten an die nahe gelegene Alb, gegen Süden und Südwesten in das Lauterthal, hinter dem sich die Alb fortzieht und bis zur Teck hinauf sichtbar ist, gegen Westen nimmt sich der Rechberg und der Staufen ergreifend großartig aus und gegen Norden reicht der Fernblick wieder über das Remsthal hinweg an den Welzheimer Wald, die Löwensteiner Berge bis zu dem Schwarzwald und Odenwald.

Den Stuifen verlassend, ersteigen wir den nur 1/2 Stunde entfernten kahlen, langgestreckten Rechberg, auf dessen höchster Kuppe die weithin sichtbare Wallfahrtskirche und das heimlich-wirthliche Pfarrhaus stehen; hier eröffnet sich nun dem Wanderer eine vollkommene Rundsicht, nach allen Seiten erscheinen die reizendsten Landschaften wie eine Reliefkarte ausgebreitet und hier ist zugleich die Stelle, von der man mit geringer Ausnahme den ganzen Oberamtsbezirk überschauen kann.

Schon der Blick in die nächste Umgebung ist von der größten Schönheit: hinab auf die fast unzähligen Hügel, Kuppen, Thäler und Thälchen, mit ihren dunklen Tannenwäldchen, fruchtbaren Auen, sanften Wiesengründen, wo überall, von herrlichen Obstbäumen versteckt, Dörfer, Weiler, Gehöfte und Mühlen reizend zerstreut liegen, | und auf grünen Hügelchen Kapellen neben altehrwürdigen Linden heraufgrüßen; und zwischen durch diese schönen Einzelnheiten, die zusammen einen herrlichen Teppich bilden, ragen frei und kühn die großen kahlen Formen des Staufens und des Stuifens; besonders schön ist der Blick gegen Süden und Südwesten in die grünen Thäler des Reichenbaches und der Lauter, hinter denen sich die scharfgeschnittenen Formen des Albrandes mit ihren grauen, felsigen, ruinengleichen Stirnen, wie der Messelberg, der Hohenstein, der grüne Berg, der Wasserberg, erheben, und bei ganz hellem Himmel erblickt man dahinter in fernster Ferne die schneeglänzende Kette der Schweizer Alpen; weiter, mehr gegen Westen, erscheinen prachtvoll hinter einander vortretend: Staufen, Breitenstein, Teck, Neuffen, Achalm, Roßberg und Hohenzollern. Im Westen und Nordwesten reicht der Blick in das Remsthal, wo Gmünd und Kloster Lorch sichtbar werden, und dann über den Welzheimer Wald tief in das fruchtbare Unterland hinein, das gesäumt wird von den schöngerandeten feinen Bergzügen des Stromberges, des Odenwaldes und Schwarzwaldes, und bei sehr klarer Luft tauchen die fernblauen Vogesen herauf. Gegen Norden sieht man über das reiche und weiche, wellenartige Gehügel des Frankenlandes hin bis an die blauen Höhen des Einkorns bei Hall, gegen Nordosten bis an den Hohenberg, Tanneburg, Schöneberg und das Schloß bei Ellwangen, an den Hesselberg bei Wassertrüdingen in Bayern, u. s. w. Im Osten hemmen die starken, markigen und kantigen Glieder des vorstehenden Albgebirges die freie Aussicht, hier erheben sich der Stuifen, der Hornberg, der Scheuelberg, der Bernhardusberg und der Rosenstein. Von dieser außerordentlich schönen Stelle wandern wir auf schmalem Grat hinunter an das westliche Ende des Rechbergs, wo sich auf einem Hügel die ehrfurchtgebietenden Ruinen des Schlosses Rechberg so großartig ausdehnen; sie zieren jetzt die Gegend weit mehr als zur Zeit da sie noch jenen Holzbau trugen; wenn aber der massenhafte Schutt aus der Ruine weggeräumt sein wird und die immer verschönernde Pflanzenwelt ihr Leben über diese Zeugen grauer Vorzeit ausbreitet, dann erst werden wir hier ein vollendet schönes Ruinenbild erhalten. Von hier machen wir noch einen Ausflug über den schmalen Rücken des Rehgebirges bis zu dem Schloß Ramsberg; schon auf dem Wege dahin erfreuen uns viele Einblicke in die lieblichen Thäler des Reichenbachs und der Krumm, in Ramsberg selbst aber werden wir von der freundlichsten Aussicht überrascht. Wie entzückend schön ist von hier aus ein Blick in das am Fuß des Ramsbergs hinziehende milde, weit gewordene Lauterthal, das sich der fruchtbaren Filsthalebene anschließt; große freundliche Orte, wie Donzdorf mit seinem ansehnlichen Schloß, Groß- und Klein-Süßen, breiten sich in den lachenden, wiesengrünen Thälern aus und vom Saum | des flachliegenden Waldes Marren winkt so feierlich das einsam stehende uralte Hürbelsbacher Kirchlein herüber; über dieses hinweg ist das stattliche Dorf Gingen noch sichtbar. Unmittelbar hinter diesen reizenden Thälern erhebt sich die Alb mit ihren urkräftigen Bergen, die hier ganz nahe herantreten, wie der Messelberg, der Waldenbühl, der kegelförmig zugespitzte Scharfenberg, mit den malerischen Ruinen seines Schlosses; weiterhin der großartig aufstrebende Hohenstein und jenseits des Filsthales erscheinen die seltsam modellirten Albberge Grüneberg mit dem Hörnle, Burren, Spitzenberg, Wasserberg, in noch weitere Ferne der Bosler, der Aichelberg u. s. w. Endlich grüßt das auf der Gebirgsecke zwischen dem Lauterthal und dem Filsthal so ausnehmend schön gelegene Schloß Staufeneck mit seinem mittelalterlichen Thurm freundnachbarlich über ein stilles Waldthälchen herüber und vollendet die landschaftlichen Schönheiten dieser Gegend. – Von den zahllosen Aussichtspunkten haben wir außer den schon genannten noch anzuführen: die Köhlerhütte, den Salvator, den Hohlenstein, das Hardt, den Straßdorfer Berg und die Vogelhöfe, sämtlich auf der Markung Gmünd, ferner die Kirche in Zimmerbach, beim Begräbnißplatz in Göggingen und das Schloß Horn, den sog. Kerker bei Herlikofen, den kleinen Berg bei Iggingen, Bürglesbühl, Öbele, Hohenfelsen und Pfaffenberg bei Lautern, das Schloß zu Lindach, Wohlfahrt bei Mögglingen, Lohwasen und Forchenbusch bei Muthlangen, das Pfarrhaus in Ober-Bettringen, bei Straßdorf, auf der Hochebene bei Täferroth, Bürgle bei Ober-Böbingen, Eichhölzle und Hornberg bei Waldstetten, Heldensteig bei Weiler, Heldenberg bei Winzingen u. s. w. (s. auch die Ortsbeschreibungen.)


4. Boden.

Die Bodenverhältnisse des Bezirks sind sehr verschieden und im allgemeinen mittelfruchtbar bis fruchtbar zu nennen, obgleich auch manche Flächen vorkommen, die zu den unfruchtbaren zu rechnen sind.

Da die Bodenverhältnisse theils aus den Zersetzungsprodukten der anstehenden Gebirgsschichten, theils aus Diluvial- und Alluvial-Ablagerungen bestehen, so müssen wir die geognostischen Verhältnisse bei der Darstellung der verschiedenen Bodenarten zu Grunde legen; unsere Darstellung soll übrigens hier nur eine allgemeine sein, indem die Ortsbeschreibungen specielle Bodenbeschreibungen enthalten (s. diese).

Auf den Hochebenen zu beiden Seiten der Lein und der Rems erscheint in allgemeinen ein ziemlich ergiebiger theilweise fruchtbarer Boden, der aus einen 2–3′ mächtigen Lehm besteht und theils von Liaskalk, theils von Liassandstein unterlagert wird; im ersteren Fall ist der Boden wegen des nicht durchlassenden Untergrunds häufig naßkalt, daher er in trockenen Jahrgängen mehr Ertrag liefert als in nassen; wenn aber der Liassandstein die Unterlage bildet, dann tritt | ein leichter, stark mit Sand gemengter Lehm auf, der zuweilen durch künstliche Beimengung von Mergel gebundener und ergiebiger gemacht wird; in nassen Jahrgängen sind diese etwas hitzigen Liassandböden ergiebiger als in trockenen. An einzelnen Stellen überlagert ein ziemlich mächtiger Diluviallehm die Hochebene und liefert einen für die meisten Feldgewächse tauglichen, fruchtbaren Boden. An den Gehängen der in diese Hochebene einschneidenden Thäler ziehen sich oben an dem Thalrande, zunächst unter den Hochebenen in einem schmalen Band die oberen Thonletten des Keupers hin, deren Zersetzungen einen schweren, stark gebundenen, nicht durchlassenden Thonboden zur Folge haben; derartige Böden werden meist für den Wiesenbau benützt, ertragen in nassen Jahrgängen ein geringes, häufig saures Futter, in trockenen Jahren aber werden sie rissig, bekommen große Sprünge und erzeugen wenig und mageres Futter. Auch kommen in dieser Schichte bei anhaltendem Regenwetter, in Folge dessen der Thon weich und schlüpfrig wird, häufig Verrutschungen und Störungen im Terrain vor. Unter dieser Thonschichte erscheinen alsdann die Zersetzungen des grobkörnigen weißen Keupersandsteins (Stubensandstein), die einen etwas mageren, mehr für die Waldvegetation sich eignenden Sandboden liefern, der indessen, wenn ihm, neben reichlicher Düngung, eine günstige Mischung mit Lehm oder Mergel zukommt, auch für den Feldbau mit Vortheil benützt wird und sich namentlich für den Kartoffelbau gut eignet. Auf der Hochebene links des Remsthales gegen die Alb hin und theilweise auf den höchsten Stellen der Hochebene zwischen der Rems und der Lein erscheinen die höher gelegenen Schichten des schwarzen Jura, die Turneri- und Amaltheenthone, Numismalismergel und Posidonienschiefer; die Zersetzungen des letzteren liefern einen etwas hitzigen Boden, während die der drei ersteren magere, weniger fruchtbare Thonböden abgeben. An dem Fuß der Albvorberge beginnt der braune Jura mit den Zersetzungen der Opalinusthone, die einen ziemlich fruchtbaren, etwas starken Boden zur Folge haben, über ihnen erscheinen die eisenhaltigen Sandsteine, deren Zersetzungen im allgemeinen magere Sandböden sind, die nur bei tüchtiger Düngung mittelmäßigen Ertrag liefern; auch die noch übrigen Schichten des braunen Jura liefern minder guten meist thonigen Boden, mit Ausnahme der blauen Kalke, deren kalkhaltige Zersetzungen mit Vortheil für den Feldbau benützt werden. An dem Steilabfall der eigentlichen Alb (weißer Jurakalk) erscheint ein steiniger, kalkreicher Boden, der wegen der starken Neigung des Terrains nicht für den Feldbau benützt werden kann und hier mit bestem Erfolg dem Waldbau dient; wenn aber letzterer nicht rationell betrieben wird, dann veröden diese Steilgehänge, der Humus wird theils abgeschwemmt, theils verflüchtigt er sich, so daß er nur noch magere Weiden hervorzubringen im Stande ist, die alsdann nur mit | großer Mühe und namhaften Kosten wieder zu Wald kultivirt werden können. Auf der Hochebene der Alb ist der mit zahllosen Jurakalktrümmern gemengte, kalkreiche Boden meist leicht, an einzelnen Stellen thonig und naßkalt; in den Vertiefungen und Mulden erscheint häufig ein schwarzer humusreicher Boden und da wo die Juradolomite zu Tage gehen, kommt ein wenig fruchtbarer Boden vor; im allgemeinen ist der Boden mittelfruchtbar und liefert besseren Ertrag, als die steinreichen, so unfruchtbar aussehenden Felder vermuthen lassen. Endlich haben sich in unserem Bezirk in den Thalebenen und am Fuß der Bergabhänge meist fruchtbare Alluvionen abgelagert, die namentlich auch den Wiesenbau begünstigen.


5. Luft und Witterung.

Die Luft ist im allgemeinen rein und gesund, auf den nicht geschützten Hochebenen frisch und meist etwas bewegt, auf dem Plateau der Alb aber rauh, stets bewegt und häufig stürmisch. In den Thälern, namentlich in dem Rems- und Leinthal, wie auch in solchen, welche in die Alb eingreifen, stellen sich zuweilen kalte Nebel ein, die auf die Obstblüthe und auf feinere Gewächse nachtheilig einwirken. Schädliche Frühlingsfröste sind ziemlich häufig und auf der Hochebene der Alb kamen sogar schädliche Sommerfröste vor. Hagelschlag gehört im allgemeinen zu den Seltenheiten, nur die Orte Bartholomä, Muthlangen, Reichenbach und Wißgoldingen werden zuweilen von demselben heimgesucht, dagegen hat es z. B. auf der Markung Gmünd seit Menschengedenken nur im Jahr 1866, und auf der Markung Straßdorf innerhalb 40 Jahren nur zweimal schädlich gehagelt. Im ganzen Bezirk kommen innerhalb 30 Jahren, von 1825–1854, 22 schädliche Hagelschläge vor; am wenigsten hatte in diesem Zeitraum der Oberamtsbezirk Brackenheim mit 5, und am meisten der Oberamtsbezirk Münsingen mit 62 Hagelschlägen. Im allgemeinen ist das Klima ziemlich mild und das Obst, wie auch feinere Gewächse gedeihen, in den meisten Orten, eine Ausnahme macht Bartholomä, wo nicht einmal der Obstbau fortkommen will; früher hatten sogar mehrere Orte, wie Gmünd, Bargau, Heubach, Lautern, Ober-Bettringen, Reichenbach, Unter-Böbingen, Winzingen und Wißgoldingen Weinbau, der jedoch längst abgegangen ist, und nur an Kammerzen wird die Rebe noch vereinzelt getroffen. Das Frühjahr stellt sich in den milderen Gegenden unseres Bezirks um 8 Tage früher ein, als in den dem Welzheimer Wald nahe gelegenen Orten und um 14 Tage früher, als auf der Hochebene der Alb, wo es überdieß um 2–3 Wochen früher einwintert, als z. B. im Remsthal (s. auch über die klimatischen Verhältnisse die Ortsbeschreibungen.)

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Witterungsverhältnisse.[4]


Für die Beurtheilung der Witterungsverhältnisse liegen aus dem Bezirk selbst keine Berichte vor, und es müssen daher die Ergebnisse einiger denselben benachbarten Stationen benützt werden, nämlich von Winnenden, wo 1827 und von 1836 bis jetzt beobachtet wurde, Heidenheim (seit 1848), Ulm (seit 1839), endlich Ellwangen (von 1859–64).

Das Jahresmittel der Wärme beträgt im Durchschnitt zu

Winnenden 7,29 Grad Réaumur
Ellwangen 6,91
Ulm 6,83
Heidenheim 6,29

dabei bewegt sich dasselbe in

Winnenden zwischen 8,37 (1859) u. 6,35 (1855) = Unterschied 2,02,
Ellwangen 7,72 (1862) u. 5,63 (1864) = 2,09,
Ulm 7,66 (1862) u. 5,61 (1864) = 2,05,
Heidenheim 7,66 (1862) u. 5,14 (1864) = 2,52.


Der größte Unterschied zwischen verschiedenen Jahren zeigt sich demnach zu Heidenheim.

Was die Jahreszeiten betrifft, so ist die mittlere Wärme für den

Frühling Sommer Herbst Winter
zu Winnenden 6,95 14,36 7,62 −0,74
Ellwangen 7,18 13,37 7,11 −0,01
Ulm 6,78 14,02 6,89 −0,53
Heidenheim 6,08 14,06 6,26 −1,47


In Ellwangen, Ulm und Heidenheim sind Frühling und Herbst nahezu gleich warm, während in Winnenden der Herbst beträchtlich wärmer ist, als der Frühling. Der Unterschied zwischen Sommer und Winter ist am größten in Winnenden und Heidenheim, am kleinsten in Ellwangen.


Die Frühlingswärme bewegt sich in

Winnenden zwischen 9,48 (1862) u. 5,02 (1864). Unterschied 4,46,
Ellwangen 8,92 (1862) u. 6,22 (1864). 2,70,
Ulm 9,11 (1862) u. 4,87 (1845). 4,24,
Heidenheim 8,26 (1862) u. 4,71 (1853). 3,55.

Die Sommerwärme hat folgende Grenzen:

Winnenden 16,17 (1846) 12,93 (1860). Unterschied 3,24,
Ellwangen 15,53 (1859) 12,11 (1864). 3,42,
Ulm 15,56 (1856) 12,56 (1860). 3,00,
Heidenheim 15,61 (1859) 12,21 (1860). 3,40.
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Für die Herbstwärme sind die äußersten Werthe:

Winnenden 9,47 (1838) 5,95 (1851). 3,52
Ellwangen 7,92 (1862) 6,29 (1860). 1,63
Ulm 8,19 (1857) 5,11 (1856). 3,08
Heidenheim 7,45 (1862) 4,37 (1856). 3,08.

Die Winterwärme endlich schwankte zwischen:

Winnenden 2,72 (1852) und −2,29 (1840). 5,01
Ellwangen 1,58 (1863) −2,16 (1864). 3.74
Ulm 3,03 (1852) −3,41 (1864). 6,44
Heidenheim 0,92 (1852) −3,98 (1864). 4,90

Die größten Verschiedenheiten zwischen den einzelnen Jahren finden sich bei der Wärme des Winters, sodann des Frühlings, während die Wärme des Sommers und Herbsts sich in engeren Grenzen bewegt.

Die wärmsten Monate sind Juli und August, am kältesten sind December und Januar.

Die größte mittlere Tageswärme findet sich zu Ende des Juli, die kleinste zu Anfang des Januar, beide sind von einander verschieden um

15,02 zu Winnenden
16,03 Heidenheim.

Die Extreme der Wärme waren zu:

Winnenden 29,4 1838 Juli −23,5 1845 Febr. Untersch. 52,9,
Ulm 30,0 1856 Aug. −25,0 1861 Jan. 55,0,
Heidenheim 29,5 1857 Juli −26,0 1861 Jan. 55,5.


Die mittleren Werthe derselben sind:

Winnenden 26,16 −18,04 44,20,
Ulm 25,38 −14,87 40,25,
Heidenheim 26,31 −18,46 44,77,

 Sommertage:

mittlere größte kleinste Anzahl.
Winnenden 42,4 76 (1846) 23 (1844)
Ulm 36,7 75 (1856) 11 (1864)
Heidenheim 42,4 67 (1859) 19 (1860).


 Stuttgart hat als 40jähr. Mittel 46, welche sich auf die einzelnen Monate in folgender Weise vertheilen:

Mai 5.   Juni 11.   Juli 14.   August 12.   September 4.


 Frosttage:

mittlere größte kleinste Anzahl.
Winnenden 102,5 139 (1845) 064 (1836)
Ulm 090,2 157 (1860) 051 (1846)
Heidenheim 137,2 164 (1854) 105 (1864).
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 Frostgrenzen:

Der letzte Frost des Frühjahrs fällt zu

 Winnenden im Mittel auf   April 25.
 Ulm  " " "  April 11.
 Heidenheim " " "  Mai    5.

Der erste Frost des Spätjahrs tritt im Mittel ein

 zu Winnenden   Oktober 19.
       Ulm  " 24.
       Heidenheim "   1.

Damit dauert die frostfreie Periode zu Winnenden 177, Ulm 196, Heidenheim 149 Tage. Dabei schwankte das Datum des letzten Frühjahrsfrostes zu

Winnenden zwischen März 13. (1848) u. Mai 12. (1838 u. 43) um 60 Tage
Heidenheim " April    3. (1856) u. Mai 27. (1848 u. 64)   "  54   "
Ulm  " Febr. 22. (1848) u. Mai 20.   (1861) "  58   "

Das Datum des ersten Herbstfrostes zu

Winnenden zwischen Sept. 28. (1847) und Novbr. 5. (1848) um 38 Tage
Ulm  " " 10. (1852)    "  " 27. (1854)  "   78  "
Heidenheim " Aug. 28. (1864)    "  Octbr. 22. (1859)  "   55  "

 Schneegrenzen:

Der letzte Schnee des Frühjahrs fällt im Mittel zu

 Winnenden   April 17.
 Ulm  " 15.
 Heidenheim " 23.

Der erste Schnee des Spätjahrs zu

 Winnenden   November 8.
 Ulm  " 16.
 Heidenheim " 12.


Das Datum des letzten Schneefalls schwankte zwischen

Winnenden  März   3. (1841) und Mai 10. (1827) um 68 Tage,
Ulm  Febr. 16. (1846) " " 10. (1855) " 83 "
Heidenheim März  20. (1863) " " 29. (1860) " 70 "

Das Datum des ersten Schneefalls im Spätjahr schwankte zwischen

Winnenden Octbr. 12. (1860) und  Novbr. 30. (1846) um 49 Tage
Ulm  " 29. (1839) " Decbr. 26. (1850) " 58 "
Heidenheim  " 22. (1850) " "  3. (1863) " 42 "


 Schneetage:

 Mittlere größte kleinste Anzahl.

 Winnenden  40 107 (1851) 18 (1863)
 Ulm  29 52 (1839) 18 (1846)
 Heidenheim  40 68 (1860) 25 (1857).


 Anzahl der Tage mit atmosphärischem Niederschlag.

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 mittlere größte kleinste Anzahl.

 Winnenden  142 178 (1866) 108 (1865)
 Ulm  93 132 (1866) 47 (1856)
 Heidenheim  132 178 (1866) 107 (1865)
 Stuttgart  132 158 (1866) 104 (1864).


Die jährliche Regenhöhe beträgt im Mittel aus den Jahren 1855/66 zu

 Winnenden  27.29 Pariser Zoll,
 Ulm  24.92  " "
 Heidenheim  24.02  " "

und zwar schwankt dieselbe zu

Winnenden zwischen 34.36 (1866) und 21.11 (1864) um 13.25,
Ulm  "  33.38 (1859)  " 16.15 (1863)   "  17.23,
Heidenheim  "  32.00 (1862)  " 21.21 (1857)   "  10.79.

Von dem jährlichen Niederschlag kommen auf die einzelnen Monate folgende Procente:

  zu Winnenden  Ulm  Heidenheim
Januar 7 5 8
Februar 4 4 5
März 6 5 7
April 6 6 7
Mai 12 12 10
Juni 13 17 13
Juli 12 11 10
August 12 12 12
September 8 10 8
Oktober 6 6 6
November 8 7 8
Dezember 6 5 6

Den größten Niederschlag hat also der Juni. Die procentische Vertheilung auf die Jahreszeiten ist folgende:

  zu Winnenden  Ulm  Heidenheim
Winter 17 14 19
Frühling 24 23 24
Sommer 37 40 35
Herbst 22 23 22

Der Niederschlag des Sommers ist ungefähr das Doppelte von dem des Winters, und ein Drittel von dem des ganzen Jahrs; Frühling und Herbst kommen einander nahezu gleich.

Der mittlere Barometerstand ist zu Heidenheim in einer Meereshöhe von 1516 Par. F. 318.36 Par. Lin., zu Stuttgart (833 Par. F.) 327.37, auf 82 P. F. Erhebung fällt das Barometer um 1 Par. Linie. Der Unterschied zwischen dem höchsten und tiefsten Stand ist zu Stuttgart 17.81, zu Heidenheim 15.91 P. L. Die stärksten Schwankungen kommen von Januar bis März, und | October bis December vor. Was den jährlichen Gang des Barometers betrifft, so steht dasselbe im Durchschnitt zu Anfang des Jahres hoch, fällt bis Ende März, steigt bis Ende Mai rasch, von da an etwas langsamer, im Juli fällt es schwach, um bis Ende August wieder zu steigen. Im September und October fällt es wieder und steigt hierauf von Anfang des November bis zum Anfang des Januar. Es giebt also im Laufe des Jahres zwei Maxima (Anfang

Januar und Ende August) und zwei Minima (Ende März und Anfang des November).


6. Gebirgsarten, Versteinerungen und Mineralien.

Die geognostischen Verhältnisse des Bezirks gehören zu den interessanteren des Landes, indem hier die Gebirgsschichten von dem grobkörnigen weißen Keupersandstein (Stubensandstein) bis zu den Dolomiten des weißen Jura regelmäßig auf einander lagernd vorkommen und von Stufe zu Stufe verfolgt werden können.

Um diese Schichtenfolge möglichst anschaulich zu machen, halten wir es für angemessen, eine Durchschnittslinie, die sämtliche zu Tage gehenden Schichten ein- oder mehreremal berührt, zu ziehen und diese zu begehen. Wir gehen von Gmünd aus und nehmen unseren Weg in südlicher Richtung über Straßdorf auf den Rechberg, von da auf den Stuifen und weiter über Granegg, den Kuhberg, das kalte Feld, den Steinbühl, den Bernhardusberg bis auf die Hochebene der Alb bei Bartholomä.

Während der Begehung dieser geognostischen Linie werden wir bei jeder Gebirgsschichte, die wir treffen, auch die weitere Verbreitung derselben in dem übrigen Bezirk angeben und somit eine Übersicht über die geognostischen Verhältnisse unseres Bezirks darzustellen suchen. Von den zahllosen Versteinerungen, die sich, namentlich in den jurassischen Formationen finden, nennen wir nur die wesentlichsten, im übrigen aber müssen wir der Kürze wegen auf v. Quenstedts „Jura“, Tübingen 1858 verweisen.

1. Keuper; von ihm gehen in unserem Bezirk nur die oberen Glieder zu Tage und zwar treffen wir zunächst Gmünd unterhalb der Stadt auf der rechten Seite der Rems das mittlere Glied des weißen grobkörnigen Keupersandsteins, eine harte Abänderung desselben, die außer dieser Stelle in unserem Bezirke nur noch im Roththal oberhalb Hönig und westlich von Muthlangen zu Tage tritt.

Wir gehen auf unserer Linie quer über das Remsthal gegen Straßdorf und treffen auf der linken Seite der Rems mit dem Beginn des Thalabhangs den oberen weißen grobkörnigen Keupersandstein (der mittlere fehlt hier), der in mächtiger Ausbildung beinahe bis zum oberen Rande des Thalabhangs hinanzieht; | aus ihm bestehen, mit Ausnahme des nächstfolgenden Keupergliedes, sämtliche Thalgehänge der Rems und die der Lein mit ihren Seitenthälern. Versteinerungen werden in demselben sehr selten getroffen und von Mineralien kommen Kalkspat, Schwerspat, Schwefelkies und Pechkohlennester vor.

Über dem weißen grobkörnigen Keupersandstein entwickeln sich die Knollenmergel (rothe Thonletten), die als ein schmales Band oben an den Keupergehängen unter der Terrasse der nächstfolgenden Formation, des schwarzen Jura (Lias) hinziehen, indem in unserm Bezirk das oberste Glied des Keupers, der gelbe Keupersandstein, fehlt. Wegen des die Feuchtigkeit nicht durchlassenden reichlichen Thongehalts der Knollenmergel, kommen hier, besonders in nassen Jahrgängen, häufig kleine Verrutschungen vor. In diesen Knollenmergeln ist das Lager des schwäbischen Lindwurms (Zanclodon), der indessen in unserem Bezirk bis jetzt noch nicht aufgefunden wurde. Die feinkörnigen Grenzsandsteine mit Avicula contorta und die Knochen-breccie (Bonebed) fehlen.

Auf unserer vorgezeichneten Linie stehen wir nun an der obersten, nicht hohen aber scharf markirten Terrasse des Remsthalabhanges und treten hier in den

2. schwarzen Jura oder Lias; er beginnt mit der untersten Schichte des Lias α mit der Psilonotenbank, von dem häufig in derselben vorkommenden Ammonites psilonotus so genannt, die indessen in unserem Bezirk wenig ausgebildet ist und gegen oben bald in den Liassandstein übergeht, den wir aus der Hochebene südlich von dem Kapellhäusle erreichen; dieser gelbe, häufig zu Baustein benützte Sandstein (Malmstein) bildet hier die Hochebene bis nach Straßdorf und einen Theil der Hochebene zwischen dem Bettringer- und dem Waldstetterthal, überdies erscheint er an den obern Thalrändern gegen die Rems und gegen die Lein mit ihren Seitenthälern und verbreitet sich nicht selten über die Hochflächen, wie südöstlich von Muthlangen, südlich von Lindach und Iggingen, während er auf der linken Seite des Leinthals die Hochebenen mit wenig Ausnahmen bildet. Von Versteinerungen finden sich hauptsächlich Thalassiten und Ammonites angulatus.

Wir gehen auf unserer Linie weiter und erreichen bei Straßdorf die obere Schichte des Lias α, den Liaskalk, der sich nicht allein zunächst bei Straßdorf, sondern auch auf den Anhöhen südwestlich und südlich von Unter-Bettringen und zwischen dem Bettringer- und dem Remsthal, sowie auf den nächsten Anhöhen über den linken Thalgehängen der Rems bis nach Mögglingen hinauf ausbreitet; auf der Hochebene zwischen der Rems und der Lein spielt er eine Hauptrolle, während er auf den Hochebenen auf der linken Seite der Lein nur | noch sporadisch dem Liassandstein aufgelagert ist, wie bei Durlangen, Thierhaupten und Göggingen. An organischen Einschlüssen ist derselbe hier besonders reich und wir nennen Ammonites Buklandi, Nautilus aratus, ferner die sonst seltenen Ammonites Brookii, Gmuendensis, geometricus, Sauzeanas und Scipionianus, Gryphaea arcuata, welche sich in großer Menge findet, darüber Belemnites acutus und auch Gryphaea obliqua, sowie Pentacrinus tuberculatus, verschiedene Thalassiten etc.

Zunächst (südlich) bei Straßdorf gelangen wir in das oberste Glied des unteren schwarzen Jura, in die Turnerithone (Lias β); die Turnerithone ziehen sich an den südlichsten Ausläufern der Albvorberge als ein meist schmales Band hin, erscheinen auf dem Rücken zwischen dem Bettringer- und dem Remsthal, ferner bei Bargau, südlich von Ober-Böbingen und Mögglingen, wie auch auf dem höchsten Rücken (Hochsträß) zwischen der Rems und der Lein; bei Herlikofen kommen sie noch an zwei Stellen, dagegen auf der linken Seite der Lein nicht mehr vor. Die Turnerithone, welche indessen in unserem Bezirk wenig ausgebildet sind, beginnen in der Regel mit petrefacten-armen, dunklen Schieferletten und gehen erst gegen oben in versteinerungsreiche, nicht besonders harte Kalkbänke über; wir treffen hier hauptsächlich den Ammonites Turneri, A. oxynotus, Gryphaea obliqua, Belemnites brevis etc.

An Mineralien enthält der untere schwarze Jura (Lias α und β) Nagelkalk, ferner in den Ammonitenkammern Kalkspat, Schwerspat, Cölestin, Bergkrystall, Braunspat, Nadeleisenerz, Gagat etc.

Von Straßdorf auf der Landstraße gegen den Rechberg fortgegangen, verlassen wir 1/4 Stunde südlich vom Ort den unteren schwarzen Jura (Lias α und β) und erreichen dort den mittleren schwarzen Jura (Lias γ und δ); der Numismalismergel (Lias γ) erscheint ebenfalls als ein schmales Band über den Turnerithonen an den südlichsten Ausläufern der Albvorberge, das sich an einzelnen Stellen etwas verbreitert und kleine Flächen bildet, überdieß finden wir ihn auf dem Rücken zwischen dem Bettringer- und dem Remsthal, wie auch auf den höchsten Stellen des Rückens (Hochstraße) zwischen Rems und Lein, wo er den Turnerithonen aufgelagert ist. Die leitende Muschel in den grauen Numismalismergeln ist Terebratula numismalis, außer ihr nennen wir noch Belemnites clavatus, Pentacrinus basaltiformis und subangularis etc. Gegen oben nimmt der Kalkgehalt zu und es scheiden sich lichtgraue Flammenkalke aus, wo neben zahlreichen Belemniten Ammonites Davoei, Am. natrix, Am. striatus und lineatus vorkommen; die Flammenkalke sind zwar in unserem Bezirk sehr zurückgedrängt, indessen können wir sie bei Waldstetten leicht auffinden.

Über den Numismalismergeln entwickeln sich hart an diese angeschlossen | die Amaltheenthone (Lias δ), welche mit den ersteren die gleiche Verbreitung haben; sie kommen auf dem Rücken zwischen dem Bettringer- und dem Remsthal nicht mehr vor, dagegen schließen sie sich auf dem Rücken zwischen der Rems und der Lein nördlich von Iggingen und Mögglingen in geringer Verbreitung an die Numismalismergel an. Die dunkelgrauen fetten Amaltheenthone sind hauptsächlich die Lagerstätten des Ammonites amaltheus, A. costatus, A. Davoei, bei Bargau und Mögglingen, Belemnites paxillosus, B. compressus, B. breviformis, Terebratula cornuta etc.. Mit dem Amaltheenthone schließt der mittlere schwarze Jura; an Mineralien finden wir in demselben Schwefelkies und in den Kammern der Ammoniten Kalkspat, Schwerspat, Blende etc.

Auf unserer Durchschnittslinie gelangen wir etwa 1/8 Stunde nördlich von dem ersten Bogen, welchen die Landstraße am nördlichen Fuß des Rechbergs macht, in den oberen schwarzen Jura (Lias ε und ζ); das erste Glied, der Posidonienschiefer (Lias ε) erhebt sich in ganz mäßiger Stufe über den Amaltheenthonen und zieht über diesen in unbedeutender Verbreitung am Fuß der Albvorberge hin; südlich und nördlich von Mögglingen breitet er sich mehr aus und zieht sich in einem schmalen Streifen auf der Hochstraße von der Anhöhe bei Mögglingen bis nach Iggingen. Der Posidonienschiefer, von der in ihm so häufig vorkommenden Posidonia Bronni so genannt, ist ein feinblättriger, höchst bituminöser Schiefer mit Fleinsplatten und Stinksteinen, in unserem Bezirk weniger reich an Petrefakten als in anderen Gegenden des Landes und an seiner blättrigen, sehr dünnen Schichtung leicht kenntlich; er enthält viel Mineralöl, und viele in ihm entspringende Schwefelquellen, unter denen auch einige unseren Bezirk angehen, sind durch den Schwefelkiesgehalt der Schichte bedingt. Von den vorkommenden Versteinerungen nennen wir die bekannten, jedoch in unserem Bezirk selteneren Ichthyosauren, von denen bis jetzt nur Wirbelknochen bei Bargau aufgefunden wurden, ferner Ammonites communis, A. serpentinus, Belemnites acuarius, Pentacrinus briaroides, P. subangularis etc.

Gegen oben geht der Posidonienschiefer in den wenig mächtigen, aschgrauen Kalkmergel, Jurensismergel (Lias ζ) über, der sich genau an den Posidonienschiefer anschließt und in unserem Bezirk die gleiche Verbreitung wie dieser gefunden hat, auch noch bei Iggingen auf die rechte Seite des Remsthals übergreift. Von dem in ihm vorkommenden Ammonites jurensis hat er seine Benennung erhalten; überdieß kommen noch vor A. radians, Belemnites digitalis, Pentacrinus jurensis etc.

An Mineralien finden sich in dem oberen schwarzen Jura Gagatkohle und Schwefelkies. Mit dem Jurensismergel schließt der schwarze | Jura (Lias) ab, dessen Glieder mit Ausnahme des Lias α (Liassandstein und Liaskalk), in unserem Bezirk keine namhafte Verbreitung gefunden haben und sich in schmalen Bändern, in leichten Treppen übereinander an den Albvorbergen und auf der Hochstraße zwische Rems und Lein hinziehen.

Wir gehen nun zurück auf die vorgezeichnete Linie und treten etwa 150 Schritte nördlich von dem ersten Bogen an der Straßdorf-Rechberg’schen Landstraße in den

3. braunen Jura ein; er beginnt mit dem unteren braunen Jura α, den Opalinusthonen, die sich nun zunächst an den hohen, stark markirten Vorbergen der Alb hinziehen, wo sie in der Thalweitung bei Waldstetten und am Fuß des Stuifens eine starke Verbreitung finden und überdieß in die Thäler südlich vom Rechberg und Stuifen tief hineingreifen. Zuerst stellen sich mächtige dunkle Thone mit schneeweißen Schalenresten von Ammonites opalinus, nach dem die Schichte Opalinusthone genannt wurde, ein, auch Trigonia navis, Lucina plana, Nucula Hammeri, und Ammonites torulosus etc. kommt hier häufig vor, während in der Umgebung von Heubach die Petrefakten ganz fehlen; es scheiden sich bald Thoneisensteinknauer aus, die das ganze Gebirge durchschwärmen und sich nicht selten zu Bänken vereinigen. Außer den schon angeführten organischen Einschlüssen nennen wir noch Belemnites subclavatus, Rostellaria subpunctata, Pentacrinus pentagonalis etc.

Gegen oben werden die Opalinusthone glimmerreich, sandiger und gehen allmählig in den Thoneisensandstein, unteren braunen Jura β über, der sich in steiler, ziemlich hoher Terrasse über die Opalinusthone erhebt und in unserem Bezirk eine sehr namhafte Rolle spielt; er bildet hauptsächlich die stark markirten Vorberge der Alb und greift zuweilen in kräftigen schmalen Rücken weit in das Land hinein, wie der Bergrücken vom Rechberg bis zum Hohenstaufen, der nördlich vom Hornberg ausgehende Höherücken, der Rücken zwischen Weiler und dem Scheuelberg, insbesondere aber das Rehgebirge, das sich vom südlichen Fuß des Rechbergs bis nach Ramsberg und vom südlichen Fuß des Stuifens bis zu dem Hohberg hinzieht; bei Heubach und bei Lautern, wie auch an dem linken Thalabhang gegen den Krähbach, bildet der Thoneisensandstein nur eine Vorterrasse der Alb. Der braune Jura β besteht hauptsächlich aus Sandstein, der an vielen Orten gute Bausteine liefert, und aus Schieferletten; in ihm scheiden sich in mehreren Bänken der pulverkörnige Thoneisenstein aus, der wie bei Aalen 33 Proc. Eisen liefert und auch schon in unserem Bezirk bei Heubach und Ober-Böbingen bergmännisch abgebaut wurde. Von den organischen Einschlüssen nennen wir Ammonites Murchisonae, A. discus, Trigonia costata, T. striata, Gervillia tortuosa, Pecten personatus etc. Außer dem Thoneisenstein | finden sich noch Brauneisenstein, ferner Schwerspat, Cölestin, Braunspat und Kalkspat in Drusen und in Ammonitenkammern.

Nachdem wir die Stufe des unteren braunen Jura überschritten haben, erreichen wir auf unserer Durchschnittslinie am dritten Umrang der Straßdorf-Rechberg’chen Landstraße den mittleren braunen Jura, der mit den blauen Kalken und grauen Kalkmergeln (brauner Jura γ) beginnt und in unbedeutender Mächtigkeit über dem Thoneisensandstein auf den Vorbergen der Alb hinzieht, überdieß erscheint er noch vereinzelt auf dem Rehgebirge südlich von dem Birkhof und ist dort sogar auf der höchsten Stelle noch mit dem nächstfolgenden Glied, dem braunen Jura δ überlagert. Wir finden hier Ammonites Sowerbyi, Staufensis Opp., A. Gervillii, Pecten demissus etc.

Gegen oben entwickeln sich über den blauen Kalken wieder graue Kalkmergel (br. Jura δ), die aufwärts in braunrothe schlammige Kalkmergel mit Eisenoolithen sich ausbilden und mit denen der mittlere brauue Jura abschließt. An Versteinerungen kommen hauptsächlich vor: Ammonites coronatus, A. bifurcatus, Ostrea Marshii, pectiniformis, eduliformis, Belemnites giganteus, Trigonia costata etc.

Wir gelangen nun auf unserer Linie am nördlichen Fuß des Rechbergs in den oberen braunen Jura (br. Jura ε und ζ), der sich um den Fuß des Rechbergs, des Stuifens herumlagert und am Fuß des Steilrands der Alb hinzieht; er beginnt mit den Parkinsonithonen (br. Jura ε) und enthält an Petrefakten Ammonites Parkinsoni, A. macrocephalus, Trigonia clavellata etc.

Gegen oben geht er in die Ornatenthone (br. Jura ζ) über, in denen sich theilweise wieder Oolithe einstellen und den braunen Jura gegen den weißen Jura abgrenzen. Die Ornatenthone sind, da wo sie entwickelt sind (an manchen Orten, z. B. bei Heubach fehlen sie[5]) reich an schönen, namentlich auch verkiesten Petrefakten, von denen wir nur anführen Ammonites Jason, A. refractus, A. ornatus, A. Lamberti, A. convolutus, Belemnites semihastatus, Posidonia ornati etc.

4. unteren weißen Jura (weißer Jura α und β), der mit den Impressamergeln (weißer Jura α) beginnt und sich hier als eine kleine Terrasse am unteren Steilabhang des Rechbergs kennzeichnet, unten am Steilabhang des Rechbergs kennzeichnet, unten am Steilabhang des Stuifens etwas verflacht hinzieht und | den untersten, öfters senkrechten Theil des Steilabfalls der eigentlichen Alb bildet; er besteht aus vielen Bänken aschgrauer Kalkmergel, die mit Kalkbänken mehr oder weniger durchzogen sind. Die Impressamergel erscheinen in unserem Bezirk weniger ausgebildet, als in den westlichen Theilen der Alb, indessen sind sie immer noch leicht erkennbar, namentlich auch an der in ihnen häufig vorkommenden Terebratula impressa, nach der die Schichte benannt wird; außer dieser führen wir noch an: Ammonites alternans, A. complanatus, A. biplex, Belemnites hastatus, Disaster granulosus etc.

Gegen oben stellen sich in den Impressamergeln immer mehr 1/2–1′ mächtige Kalkbänke ein, bis diese endlich ganz zusammenhängend werden und sich alsdann der weiße Jura β (unterer geschichteter Jurakalk) wohlgeschichtet mauerartig erhebt und häufig an dem Albabhang senkrechte Wände bildet, die hauptsächlich entstanden und zeitweise noch entstehen, wenn die unterlagernden, das Wasser nicht durchlassenden Impressamergel, bei lange andauerndem Regen erweicht werden und alsdann schlüpfrig geworden, sich weiter schieben, wobei der darüber liegende geschichtete Kalk in beinahe senkrechten Wänden abbricht und nachstürzt, was dann auch die häufigen Überschüttungen der zunächst tiefer liegenden Gebirgsschichten zur Folge hat. Der untere geschichtete Jurakalk bildet nun auf unserer vorgezeichneten Linie den eigentlichen steilen Rechberg bis zur Kuppe des Kirchbergs und zuweilen den oberen Abhang der Alb, wie z. B. auf dem Hornberg, östlich von Weilerstoffel, häufiger aber zieht er sich im mittleren Theil des Steilabfalls der Alb hin. An organischen Einschlüssen finden sich hauptsächlich in ihm: Ammonites biplex, A. alternans, A. flexuosus, Belemnites hastatus, Rostellaria bicarinata etc.

Von der Kuppe des Rechbergs gehen wir in südöstlicher Richtung gegen den Stuifen und durchwandern hier die gleichen Schichten wieder in umgekehrter Reihenfolge (von oben nach unten) bis zu dem Eisensandstein (br. Jura β), den wir auf dem Sattel zwischen dem Rechberg und dem Stuifen treffen; bald aber steigen wir aufwärts über die Vortreppen des Stuifens und finden hier wieder die stufenweise aufgelagerte Schichtenfolge von dem Eisensandstein bis zu dem unteren geschichteten weißen Jura (weißer Jura β), der auch hier den steilansteigenden Theil des Stuifens bildet und auf dessen Kuppe wir noch ein weiteres Glied des weißen Jura, die Spongitenkalke (weißer Jura γ) aufgesetzt finden, die überdieß nicht selten den obern Rand des Albabhangs und der Albberge bilden und zuweilen auf das Albplateau übergreifen, wie auf dem kalten Feld südöstlich von Weilerstoffel (s. unten).

Mit den Spongitenkalken beginnt der mittlere weiße Jura, dessen Gestein leicht zu einem Mergel verwittert, in welchem mitten | in den horizontal gelagerten Schichten versteinerungsreiche Kalknester (Schwammfelsen) anschwellen. An Petrefakten nennen wir Ammonites inflatus, Terebratula lacunosa, verschiedene Planulaten, Spongites dolosus, Sp. rotula, Scyphia obliqua, wie überhaupt eine große Menge Schwämme.

Ehe wir den Stuifen verlassen, ist noch zu bemerken, daß an dem freistehenden Stuifen mit seinen nächsten Ausläufern sämtliche Schichten vom braunen Jura β bis zu dem weißen Jura γ in überlagernden Treppen aufgeschlossen herumlagern, daher auch dieser Berg und seine nächste Umgebung als ein ergiebiger Fundort von Versteinerungen längst bekannt ist, den namentlich der verstorbene Pfarrer Kunkel von Wißgoldingen fleißig absuchte, und mit seinen Funden manche Sammlung bereicherte. Vom Stuifen steigen wir in südöstlicher Richtung herab bis zu dem braunen Jura ε, weiter über einen kleinen Hügel, den Schönberg, der aus dem weißen Jura α besteht, berühren zwischen diesem und dem nächstfolgenden, ebenfalls aus dem weißen Jura α und β bestehenden Hügel Granegg, den braunen Jura ε. Über Granegg hinweg nehmen wir unseren Weg nach dem Kuhberg, an dessen Fuß wir immer noch den weißen Jura α finden, über ihn erheben sich in Terrassen der weiße Jura β und γ, welch letzterer am obern Rand des Kuhbergs herumzieht und zum Theil noch auf die Hochebene eingreift, über demselben gelangen wir alsdann auf der Hochplatte des Kuhbergs in das zweite Glied des mittleren weißen Jura (weiß. Jura δ) in den oberen geschichteten weißen Jura, der überdies hier nicht selten das Albplateau bildet, oder doch an den obersten Rändern der Albabhänge hinzieht. Er besteht aus einem wohlgeschichteten Kalk, dessen mauerartige Schichtung gegen oben immer mehr abnimmt und endlich in ungeschichtete Kalke übergeht, die allenthalben am obern Albabhang in kräftigen Felsmassen aufstreben. An Petrefakten finden sich in dieser Abtheilung immer noch reichlich Schwämme Spongites cylindratus, Sp. ramosus, Sp. vagans, Scyphia radiciformis etc. ferner Ammonites flexuosus, Tragos patella etc.

Von dem Kuhberg führt uns unsere vorgezeichnete Linie über das kalte Feld auf den Steinbühl, wo wir das untere Glied des oberen weißen Jura ε, plumpe ungeschichtete Felsmassen, theils als Marmor, theils als zuckerkörniger Kalk oder Dolomit auftretend, erreichen (s. hierüber unten).

Von hier steigen wir über die Schichten des weißen Jura hinunter bis zu dem w. Jura α, den wir auf der Wasserscheide zwischen der Lauter und dem Strümpfelbach, beziehungsweise der Rems, wieder treffen; von da auf den Bernhardusberg bis zum weißen Jura δ und weiter auf der Hochebene der Alb hinüber bis zur Falkenhöhle, wo wir in unserem Bezirk den weißen Jura ε wieder treffen; er | bildet hier meist als dolomitischer oder als zuckerkörniger Kalk die regellosen Hügel auf dem Plateau der Alb in der Umgegend von Bartholomä in dem nur 1/4 Stunde östlich von letzterem Ort beginnenden Wenthal, das jedoch unserem Bezirk nicht mehr angehört, treten in der Thalebene frei aufstrebend die bekannten pittoresken Dolomitfelsen auf, wie sie an keiner Stelle der Alb mehr zu finden sind. Mit dem weißen Jura ε schließt der weiße Jura, indem in unserem Bezirk das oberste Glied der Juraformation, der Plattenkalk (weiße Jura ζ) nicht vorkommt. Von den organischen Einschlüssen in dem weißen Jura ε nennen wir nur: Nerinea depressa, Terebratula trigonella, T. inconstans, T. insignis, Ostrea hastellata, Echinus lineatus, Cidaris marginata, verschiedene Korallen etc.

Ähnliche Durchschnittslinien, auf denen von dem Keuper bis zu dem oberen weißen Jura (ε) sämtliche Schichten berührt werden, kann man von dem Remsthal bis auf die Hochfläche der Alb auf weit kürzerem Wege mehrfach begehen, allein die verschiedenen Gebirgsschichten sind selten so deutlich aufgeschloßen und überdieß am Fuß der Alb häufig in Folge von Abrutschungen überlagert, auch drängen sie sich im Osten des Bezirks mehr zusammen als im Westen, wo sie mehr ausgebreitet sind und leichter stufenweise verfolgt werden können; überdieß gebieten schon die interessanten Erscheinungen des Rechbergs und des Stuifens, den Weg über diese zu nehmen.

Von dem Lauterthale an der südlichen Grenze des Bezirks gehen nur die Gebirgsschichten vom braunen Jura α bis zu dem weißen Jura ε zu Tage, weil das Lauterthal beträchtlich höher liegt, als das Remsthal, und sich nicht in den schwarzen Jura (Lias), noch weniger in den Keuper eingefurcht hat.

Überblicken wir das Ganze noch einmal, so kann uns nicht entgehen, daß auch die älteren jurassischen Bildungen viel weiter gegen Norden zusammenhängend vorgegriffen haben und erst durch gewaltige Erdrevolutionen durchbrochen und theilweise weggeführt wurden, daher auch die Hochebenen sämtlich mit jurassischen Bildungen überlagert sind; je mehr dieselben gegen Norden von der Alb entfernt auftreten, desto weniger entwickelt erscheinen sie, so zwar, daß im Norden des Bezirks die Hochebenen nur noch aus dem schwarzen Jura (Lias α), dem Liassandstein bestehen; näher der Alb gerückt machen sich allmählig die jüngeren Glieder, zuerst sporadisch, weiterhin zusammenhängend, geltend. Wir dürfen aber diese jüngeren Schichten nicht als vereinzelt aufgelagert, sondern als stehen gebliebene Reste der früher zusammenhängenden Schichten betrachten. Tritt man der Alb noch näher, so erscheinen immer mehr jüngere Gebirgsglieder, die sich als zusammenhängende, treppenförmig über einander gelagerte Schichten am Fuß der Alb hinziehen, während sie gegen Norden gänzlich weggeführt sind. Ein auffallendes Beispiel liefern | uns die Vorberge der Alb, Staufen, Rechberg und Stuifen, die der Zerstörung getrotzt haben und als kräftige Reste des ursprünglich hier weiter eingreifenden weißen Jura stehen geblieben sind.

Im allgemeinen ist eine große Regelmäßigkeit in den geognostischen Verhältnisse ausgesprochen, daher auch unser Bezirk in dieser Beziehung zu den instruktivsten des Landes gehört; nur bei Waldstetten kommen abnorme Lagerungsverhältnisse vor, indem hier im nördlichen Theil des Orts die Schichten des schwarzen Jura von α bis ζ plötzlich aufhören, nämlich verfallen sind und an ihre Stelle sich die Opalinusthone (brauner Jura α) vorgeschoben haben.

Endlich haben wir noch der Diluvial- und Alluvialgebilde zu gedenken; von den ersteren erscheint nur der Lehm auf einigen Hochflächen des Liassandsteins, den wir jedoch mehr als eine Zersetzung seiner Unterlage zu betrachten haben; Diluvialsand kommt auf der Höhe nördlich von Muthlangen vor.

Die Alluvionen, welche vorzugsweise in den Thalebenen vorkommen, bestehen meist aus Geschieben (Kies) und Sand, am Fuß der Alb aber aus Gebirgstrümmern, die von höher gelegenen Schichten herabstürzten oder rutschten. Die Geschiebe und der Sand bekunden die Gebirgsformationen, aus denen die durch den Bezirk führenden Gewässer kommen, daher die der Rems im unteren Theil des Thals meist aus Keupersandstein, im oberen (östlichen Theil) aber aus jurassischen Geschieben bestehen; im Leinthal erscheinen nur Keupergeschiebe und Keupersand. In Thälern, welche in die Alb eingreifen, bestehen die Geschiebe aus weißem Jura, im Reichenbacher und im Krähbachthal herrschen die Geschiebe und der Sand des Eisensandsteins vor etc.

Jüngerer Süßwasserkalk (Kalktuff) findet sich südlich von Lautern am Ursprung der Lauter.


7. Pflanzen- und Thierreich.
A. Pflanzen.[6]
Die Flora des Bezirks ist eine sehr mannigfaltige, durch die verschiedenen Gebirgsschichten und namhaften Höhenunterschiede bedingte; indem, wie im vorigen Abschnitt gezeigt wurde, die reichgegliederten Schichten von dem weißen grobkörnigen Keupersandstein (Stubensandstein) bis zu dem oberen weißen Jura in einem Höhenwechsel von 1030′ bis 2723′ über dem Meere vorkommen und wir es demnach mit den Floren des Keupers, der jurassischen Bildungen im Vorland der Alb (schwarzer und brauner Jura) und mit denen | der Alb selbst (weißer Jura) zu thun haben. Die Flora der letzteren ist besonders reich an seltenen Pflanzen und bildet einen reizenden Schmuck in der Pflanzenwelt unseres Bezirks.

Die wildwachsenden Bäume und Sträucher werden unten in dem Abschnitt „Waldbau“ angegeben.

Von seltenen Kräutern und Gräsern kommen vor: Ehrenpreis (Veronica montana)[WS 1], der quirlblüthige Salbei (Salvia verticillata), Baldrian (Valeriana tripteris)[WS 2], Schwerdtlilie (Iris germanica)[WS 3] am Rosenstein, Rispengras (Poa sudetica), Haargras (Elymus europaeus)[WS 4], Seslerie (Sesleria caerulea)[WS 5], Perlgras (Melica ciliata, M. nutans)[WS 6], Schwingel (Festuca glauca, F. aspera)[WS 7], Trespe (Bromus erectus)[WS 8], Bartgras (Andropogon Ischaemum), Hundszahn (Cynodon dactylon)[WS 9], Kugelblume (Globularia vulgaris)[WS 10] am Rosenstein, Labkraut (Galium glaucum)[WS 11] Rosenstein, Igelsame (Echiospermum Lappula), Steinsame (Lithospermum purpureo-caeruleum)[WS 12], Glockenblume (Campanula glomerata)[WS 13], Enzian (Gentiana ciliata, G. verna, G. germanica)[WS 14], Veilchen, außer den gewöhnlichen (Viola mirabilis)[WS 15], Rapunzel (Phyteuma orbiculare)[WS 16], Hasenohr (Bupleurum longifolium)[WS 17], Heilwurzel (Libanotis montana)[WS 18], Laserkraut (Laserpitium Siler)[WS 19], Hirschwurz (Cervaria rigida), Kälberkropf (Chaërophyllum aureum)[WS 20], Vogelmilch (Ornithogalum luteum, O. umbellatum)[WS 21] letztere bei Gmünd, die Traubenhyazinthe (Muscari botryoides)[WS 22], Maienblume außer der gewöhnlichen (Convallaria verticillata, C. polygonatum)[WS 23], Lauch (Allium fallax)[WS 24] Rosenstein, Sauerampfer (Rumex scutatus)[WS 25] am Rosenstein, Spatzenzunge (Stellera Passerina)[WS 26], Knöterich (Polygonum Bistorta)[WS 27], Blumenbinse (Bulomus umbellatus)[WS 28], das Bisamkraut (Adoxa moschatellina)[WS 29] bei Gmünd, das Wintergrün (Pyrola secunda)[WS 30], Steinbrech (Saxifraga Aizoon, S. cespitosa)[WS 31], beide am Rosenstein, (S. tridactylites)[WS 32], Nelke, außer der gewöhnlichen die Felsennelke (Dianthus caësius)[WS 33], Sandkraut (Arenaria tenuifolia)[WS 34], Lichtnelke (Lychnis viscaria)[WS 35], das Milzkraut (Chrysosplenium oppositifolium)[WS 36] bei Gmünd, Fetthenne (Sedum Telephium)[WS 37], Wolfsmilch (Euphorbia dulcis, E. verrucosa, E. amygdaloides)[WS 38], Fingerkraut (Potentilla opaca)[WS 39], Akeley (Aquilegia vulgaris)[WS 40], Schwarzkümmel (Nigella arvensis)[WS 41], Hahnenfuß (Ranunculus montanus)[WS 42], Trollblume (Trollius europaeus)[WS 43], häufig auf Bergwiesen bei Ober-Böbingen, Wiesenraute (Thalictrum aquilegiofolium, T. minus)[WS 44], Leberblume (Hepatica triloba)[WS 45], in ausgezeichneter Pracht und Häufigkeit am Rosenstein, Küchenschelle (Pulsatilla vulgaris)[WS 46], Thymian (Thymus lanuginosus), Immenblatt (Melithis grandiflora)[WS 47] auf dem Aalbuch, Günsel (Ajuga chamaëpitys)[WS 48], Gamander (Teucrium montanum)[WS 49], Hohlzahn (Galeopsis pubescens)[WS 50], Katzenmünze (Nepeta Cataria)[WS 51], Roßnessel (Stachys alpina, St. arvensis, St. annua)[WS 52], Löwenschweif (Leonurus Cardiaca)[WS 53], Andorn (Marrubium | vulgare), Hahnenkamm (Rhinanthus angustifolius)[WS 54], ockergelber Augentrost (Euphrasia lutea)[WS 55], Fingerhut (Digitalis ambigua, D. lutea)[WS 56], Löwenmaul (Antirrhinum orontium)[WS 57], Ervenwürger (Orobanche caerulea, O. Galii)[WS 58], Schuppenwurz (Lathraea squamaria)[WS 59] bei Gmünd, Mondviole (Lunaria rediviva)[WS 60] auf dem Rosenstein bei der sogenannten Scheuer, Neßlie (Nesslia paniculata)[WS 61], Steinkresse (Alyssum montanum)[WS 62], Hungerblümchen (Draba aizoides)[WS 63], Täschelkraut (Thlaspi montanum)[WS 64], Felsenlöffelkraut (Cochlearia saxatilis)[WS 65], Zahnwurz (Dentaria bulbifera)[WS 66], Gänsekraut (Arabis hirsuta, A. arenosa)[WS 67], Hederich (Erysimum crepidifolium, E. hieracifolium)[WS 68], sämtlich an der Alb, Storchenschnabel (Geranium sanguineum, G. molle, G. sylvaticum)[WS 69], der Lerchensporn (Corydalis solida)[WS 70] bei Gmünd, Klee (Trifolium montanum, T. rubens, T. alpestre)[WS 71], Schotenklee (Lotus siliquosus)[WS 72], Wicke (Vicia sylvatica, V. villosa)[WS 73], Kronwicke (Coronilla montana)[WS 74], Bocksbart (Tragopogon major)[WS 75], Schwarzwurzel (Scorzonera humilis)[WS 76], Hundeblume (Apargia incana)[WS 77], Habichtskraut (Hieracium alpestre, H. succisaefolium, H. humile)[WS 78], Mauerlattich (Prenanthes muralis)[WS 79], Lattich (Lactuca perennis)[WS 80], Leinkraut (Chrysocoma Linosyris)[WS 81], Distel (Carduus defloratus, acanthoides)[WS 82], Kratzdistel (Cirsium rivolare)[WS 83], Eberwurz (Carlina acaulis)[WS 84], Alant (Inula hirta)[WS 85], falsches Gänseblümchen (Bellidiastrum Michelii)[WS 86], die Bergflockenblume (Centaurea montana)[WS 87] beide auf der Alb, mehrere Knabenkräuter, von denen wir nur Orchis mascula, pyramidalis[WS 88] nennen, Ragwurz (Ophrys musciflora, O. Nidus avis[WS 89], Kopfbeutel (Cephalanthera rubra) Himantoglossum viride, Listera ovata, Spiranthes autumnalis)[WS 90], Riedgras (Carex montana)[WS 91] u. s. w.

Von Arzneipflanzen nennen wir: Ehrenpreis (Veronica officinalis)[WS 92], Baldrian (Valeriana officinalis)[WS 93], Waldmeister (Asperula odorata)[WS 94], häufig auf dem weißen Jura, Schwarzwurz (Symphytum officinale)[WS 95], Lungenkraut (Pulmonaria officinalis)[WS 96], Tausendguldenkraut (Erythraea centaureum)[WS 97], Wollkraut (Verbascum Thapsus)[WS 98], schwarze Meisterwurz (Astrantia major)[WS 99], Enzian (Gentiana lutea)[WS 100], Bibernell (Pimpinella saxifraga)[WS 101]. Kalmus (Acorus Calamus)[WS 102] in einem Weiher bei Bartholomä, Simse (Juncus conglomeratus)[WS 103], Seifenkraut (Saponaria officinalis)[WS 104], Sauerklee (Oxalis acetosella)[WS 105], Haselwurz (Asarum europaeum)[WS 106], Ruhrwurz (Tormentilla officinalis)[WS 107], Betonie (Betonica officinalis)[WS 108], Leinkraut (Linaria vulgaris)[WS 109], Erdrauch (Fumaris officinalis)[WS 110], Wohlverleih (Arnica montana)[WS 111] auf dem Aalbuch, Wermut (Artemisia Absynthium)[WS 112], echte Chamille (Matricaria Chamomilla)[WS 113], Osterluzei (Aristolochia Clematitis)[WS 114] bei Gmünd, Aronswurz (Arum maculatum)[WS 115], Zaunrübe (Bryonia dioica)[WS 116], Mistel (Viscum album)[WS 117] u. s. w.

An die Arzneipflanzen reihen sich die Giftpflanzen: Tollkirsche | (Atropa Belladonna)[WS 118], Stechapfel (Datura Stramonium)[WS 119], Bilsenkraut (Hyoscyamus niger)[WS 120], Judenkirsche (Physalis Alkekengi)[WS 121] am hinteren Rosenstein, Nachtschatten (Solanum Dulcamara, S. nigrum)[WS 122], Hundspetersilie (Aethusa Cynapium)[WS 123], Herbstzeitlose (Colchium autumnale)[WS 124], Einbeere (Paris quadrifolia)[WS 125], Eisenhut (Aconitum Lycoctonum)[WS 126], Nieswurz (Helleborus foetidus)[WS 127], Schwarzkraut (Actaea spicata)[WS 128] u. s. w.

Von den Kryptogamen nennen wir: Schachtelhalm (Equisetum sylvaticum)[WS 129] und (E. arvense)[WS 130]) bei Gmünd, Bärlapp (Lycopodium clavatum, annotinum)[WS 131], Farnkräuter: (Polystichum Filix mas, Asplenium Filix femina, A. viride, Scolopendrium offcinarum, Polypodium robertianum, P. calcareum L., Cystopteria fragilis, Ophioglossum vulgatum)[WS 132] bei Gmünd u. s. w.

Von Laub- und Lebermoosen, sowie von Pilzen finden sich die meisten der Alb angehörigen Arten, und dasselbige gilt von den Flechten, wovon wir nur die schöne Leidea candida, vesicularis und Lecanora Agardhiana anführen wollen.

B. Thierreich.

Gleichwie die geographische Lage, die Mannigfaltigkeit des Terrains und die geognostische Beschaffenheit des Bodens die Vegetation des Bezirks begünstigen, also gilt dies auch in hohem Grad von der Thierwelt und insbesondere von den Vögeln und Insekten, während auf der andern Seite wiederum wie in der Flora, so auch in der Fauna der Mangel an größeren Gewässern, an Teichen und Sümpfen sich durch die geringe Zahl der Wasser- und Sumpfthiere geltend macht.

Die Zahl der Säugethiere und namentlich der Jagdthiere hat sich, wie anderwärts, durch die Annahme der Kultur und die Thätigkeit der Jagd sehr vermindert. Das Wildschwein, welches bis zum Jahr 1816 besonders bei Weiler und Waldstetten in großer Zahl vorhanden war, ist völlig verschwunden und der Edelhirsch findet sich nur noch vereinzelt auf der Alb, dagegen gibt es daselbst immer noch ziemlich viele Rehe. Der Fuchs ist häufig, Dachs, Iltis, Haus- und Baummarder, Wiesel und Wildkatze kommen vor und auch der Fischotter findet sich an der Rems und der Lein.

Von Fledermäusen kommt die gemeine große (Vespertilio murinus)[WS 133], die kleine (V. pipistrellus)[WS 134], die großohrige (V. auritus)[WS 135], die Speckfledermaus (V. noctula)[WS 136] und die Hufeisennase (Rhinolophus ferrum equinum)[WS 137] vor. Der Igel ist selten, der Maulwurf häufig, die Wasserspitzmaus nicht selten, und auch die Feld- und Hausspitzmaus (Sorex leucodon, araneus) kommt vor.

Unter den Nagern ist der Hase in letzter Zeit ziemlich selten | geworden, häufiger ist noch das Eichhorn auch in der schwarzen Spielart, sowie die graue und röthliche Ratte (Mus rattus, decumanus), letzte auch unter dem Namen Wanderratte bekannt, die rothbraune Waldmaus (M. sylvaticus) und die Hausmaus. Die Scheermaus (Arvicola terrestris) und die Feldmaus (A. arvalis); die Haselmaus (Myoxus avellanarius) und der sonst seltene Siebenschläfer (M. nitela) sind gleichfalls vorhanden.

Unter den Vögeln sind die Raubvögel verhältnißmäßig sparsam vertreten. So fehlen z. B. von den Tagraubvögeln sämtliche Adler, dagegen ist der Mäusebussard (Buteo vulgaris) sehr häufig, auch der Baum- oder Lerchenfalke (Falco subbuteo) und der rauhfüßige Bußard (F. lagopus), sowie der Thurmfalke (F. tinnunculus) sind nicht selten; der Zwergfalke (F. aesalon), der rothe Milan oder Gabelweih (Milvus regalis) und der Hühnerhabicht (Astur palumbarius) sind seltener und der Sperber (A. nisus) kommt auch vor.

Von den Nachtraubvögeln brütet der stattliche Uhu, der größte Raubvogel des Bezirks, am Rosenstein, und auch die Wald-, Sumpf- und Zwergohreule (Strix Otus, brachyotus, scops), die schöne Schleiereule (S. flammea), der Waldkauz (S. Aluco) und das Käuzlein (S. passerina) kommen vor. Die Sumpfohreule hat man schon in Zügen von 20–30 Stücken beobachtet.

Von krähenartigen Vögeln ist der große Waldrabe (Corvus Corax) sehr selten, der gemeine Rabe (C. corone) aber häufig, die Dohle in Gmünd und am Rosenstein häufig, die Saat- und Nebelkrähe (C. frugilegus, cornix) nur im Winter vorhanden, der Eichelheher (C. glandarius) nicht selten, der Tannenheher (C. caryocatactes) und die Elster (C. Pica) sparsam vorhanden. Der Seidenschwanz (Bombycilla garrula) kommt zuweilen vor, verweilt aber nicht lange. Die Goldamsel (Oriolus Galbula), der große und kleine Würger (Lanius excubitor, spinitorquus) sind gleichfalls vorhanden.

Von Schwalben erwähnen wir den Ziegenmelker (Caprimulgus europaeus), die Haus- und Uferschwalbe (Hirundo urbica, riparia) und den Mauersegler (Cypselus apus).

Auch der Wiedehopf und Eisvogel kommen vor, letzterer namentlich an der Lein.

An Singvögeln ist der Bezirk reich; zwar fehlt die Nachtigall, dafür ist die Singdrossel und Amsel (Turdus musicus, merula), die Ringdrossel (T. torquatus), der Schwarzkopf (Sylvia atricapilla)[WS 138] und die Gartengrasmücke (S. hortensis), desto häufiger. Das zierliche Blaukehlchen (S. suecica), das Haus- und Garten-Rotschwänzchen (S. Tithys, phoenicurus), der Staar (Sturnus vulgaris), der schwarzkopfige und graue Fliegenschnäpper (Muscicapa | atricapilla, grisola) sind nicht selten. Auch der zierliche Zaunkönig (Troglodytes parvulus) und das Goldhähnchen (Regulus flavicapillus), unsere kleinsten Vögel, kommen vor, dagegen fehlt der Krametsvogel (Turdus pilaris)[WS 139]. Von den Bachstelzen kommt die weiße und graue (Motarcilla alba, boarula) vor. Von Lerchen kommt die Feld- und Haubenlerche, sowie die Baumlerche (Alauda arvensis, cristata, arborea), von den Ammern die Gold- und Zippammer (Emberiza citrinella, Cia), letztere auf der Alb vor. Von Finken findet sich außer dem überall häufigen Haussperling der Dompfaff (Fringilla pyrrhula), der Distel- und Buchfink (F. carduelis, coelebs), der Zeisig (F. spinus), der Hänfling (F. cannabina), das Schößlein (F. linaria)[WS 140], der Bergfink (F. montifringilla), der Kernbeißer (Loxia coccothraustes) und der Kreuzschnabel (Loxia curvirostra). Von Meisen ist die Kohl-, Blau-, Schwanz- und Haubenmeise (Parus major, caeruleus, caudatus, cristatus) vorhanden, auch die Spechtmeise (Sitta europaea) kommt vor.

Von Klettervögeln ist der Baumläufer (Certhia familiaris), der Wendehals (Junx torquilla) und der Kukuk, der Schwarz-, Grün- und Grauspecht, der große Buntspecht, der kleine nur im Winter vorhanden.

Von Tauben findet sich die Ringel- und Holztaube, selten aber die Turteltaube, von Hühnern die Wachtel und das Feldhuhn, seit 1845 auf der Alb auch der Birkhahn. Ehemals kam auch das Haselhuhn nicht selten vor und im Mittelalter war ein Balzplatz des Auerhahns bei Heubach. Vor einigen Jahren wurde auch eine Trappe (Otis tarda) bei Muthlangen geschossen.

Von den Sumpfvögeln fehlen der Storch, Kranich und die Reiher, dagegen kommt der Goldregenpfeifer, die Wasserralle, der Wiesenschnarrer oder Wachtelkönig vor; die Schnepfe brütet auf dem Aalbuch. Der Kiebitz und das Rohrhuhn (Fulica chloropus) kommen zuweilen auf dem Strich in die Gegend.

Von Schwimmvögeln hat man ebenfalls schon Möven, Wildenten und den kleinen Steißfuß (Podiceps minutus) beobachtet.

Die Reptilien sind sparsam vorhanden; die giftige Kreuzotter (Vipera berus) findet sich am Rosenstein, die graue und Ringelnatter (Coluber austriacus, natrix) auch anderwärts, ebenso die gemeine Blindschleiche und Eidechse. Die gewöhnlichen Frösche und Kröten, der Landsalamander und Wassermolch (Triton cristatus) finden sich da und dort.

Die Fische sind gleichfalls sparsam vertreten; einige nicht unbedeutende Bäche, wie der Heubach und die Lauter, entbehren derselben ganz, die Rems enthält wenig, die Lein aber desto mehr derselben. Forellen finden sich bei Weiler im Strümpfelbach, die Nase[WS 141], der Schuppfisch, die Barbe, der Gräßling (Gobio fluviatilis)[WS 142], das | kleine Neunauge (Petromyzon Planeri) und die Gruppe (Cottus Gobio)[WS 143] in der Rems, der Aal, Hecht und Barsch in der Lein.

Von Weichthieren finden sich die gewöhnlichen Nacktschnecken und auch die große schwarz und grau gezeichnete Waldschnecke (Limax cinereo-niger, Wolf) findet sich an der Alb. Von den Schnirkelschnecken kommen die meisten sonst in Württemberg einheimischen Arten vor, namentlich Helix fruticum[WS 144], Ericetorum[WS 145], incarnata[WS 146], montana, rotundata, nitidula, personata[WS 147], involuta und auch die zierliche Helix rupestria Drap.; ferner Bulimus montanus[WS 148], obscurus, dagegen fehlt Bulimus radiatus der doch sonst in manchen Gegenden häufig vorkommt; ferner finden sich Clausilia similis, plicata, rugosa, parvula, Pupa Secale, muscorum) an den Gehängen der Alb, die große Teichschnecke (Limnaeus stagnalis) und die Sumpfschnecke (Paludina vulgaris).

Von Krebsthieren ist der gewöhnliche Flußkrebs in den Bächen zu treffen und auch der Flohkrebs (Gammarus pulex) fehlt nicht.

Von Spinnen und Asseln finden sich die sonst im Lande einheimischen Arten.

An Insekten ist der Bezirk sehr reich, insbesondere gilt dieses von den Schmetterlingen, worunter der schöne Apollo, der Schwalbenschwanz und Segler auf der Alb häufig erscheinen, auch der Perlmutterfalter (Argynnis Aglaja), der Tagpfau (Vanessa Io)[WS 149], Admiral (V. Atalanta), das Damenbrett (Hipparchia Galathea)[WS 150], Trauermantel (Vanessa Antiopa), das Abendpfauenauge (Smerinthus ocellatus) und der Nachtpfau (Saturnia Carpini) sind vorhanden. Aber auch die schädlichen fehlen nicht, wie z. B. die sog. Nonne (Liparis Monacha), die Ringelraupe (Gasteropacha neustria)[WS 151], der Obstwickler (Tortrix pomonana)[WS 152], die Kornmotte (Tinea granella) u. A.

Unter den Käfern, welche gleichfalls häufig vertreten sind, spielen einige schädliche, z. B. mehrere Rüsselkäfer, wie der Nußkäfer (Balaninus Nucum), der Erbsenkäfer (B. Pisi), der schwarze Kornwurm (Calandra granaria), besonders aber der Maikäfer, der als Larve oder Engerling die Graswurzeln, als Käfer die Laubbäume beschädigt und auch im Jahr 1869 wieder in Masse erschien (nach der Regel in den Jahrgängen, die sich mit 3 dividiren lassen), die Hauptrolle.

Von Geradflüglern sind außer den gewöhnlichen Heuschrecken die schädliche Werre (Gryllotalpa vulgaris)[WS 153], die Haus- und Feldgrille (Gryllus domestica, campestris) anzuführen.

Die Haut- und Zweiflügler bieten nichts Besonderes dar, sind aber zahlreich vertreten, sparsamer kommen wie anderwärts die das Wasser liebenden Netzflügler vor.

| Von Rothwürmern kommt der Regenwurm und der sog. Roßegel (Hirudo sanguisuga), nicht aber der officinelle Blutegel vor.

Von Eingeweidewürmern finden sich bei Menschen und Thieren die sonst in Württemberg vorkommenden ohne Ausnahme.



  1. Die Höhenpunkte sind von dem beim stat. topogr. Bureau angestellten Trigonometer Regelmann bestimmt und berechnet worden.
  2. Die Erklärung der Buchstaben-Bezeichnung siehe am Schluß des Höhenverzeichnisses.
  3. Höchster Punkt des Oberamtsbezirkes.
  4. Von Professor Dr. Schoder.
  5. Man vergleiche: Dr. Ph. Engel über die Lagerungsverhältnisse des weißen Jura in der Umgebung von Heubach in den württembergischen Jahresheften XXV. S. 61
  6. Reichliche und sehr schätzbare Beiträge lieferte der resignirte Apotheker Becher in Heubach.

[WS-Anmerkungen]

  1. Berg-Ehrenpreis
  2. Dreiblättriger Baldrian
  3. Deutsche Schwertlilie
  4. Quecken
  5. Blaugräser
  6. Wimper-Perlgras
  7. Schwingel
  8. Aufrechte Trespe
  9. Hundszahngras
  10. Kugelblumen
  11. Blaugrünes Labkraut
  12. Steinsamen
  13. Knäuel-Glockenblume
  14. Gewöhnlicher Fransenenzian, Frühlings-Enzian, Deutscher Fransenenzian
  15. Wunder-Veilchen
  16. Kugelige Teufelskralle
  17. Langblättriges Hasenohr
  18. Bergfenchel oder Sesel
  19. Berg-Laserkraut
  20. Gold-Kälberkropf
  21. Wald-Gelbstern
  22. Kleine Traubenhyazinthe
  23. Quirlblättrige Weißwurz
  24. Berg-Lauch
  25. Schild-Ampfer
  26. Thymelaea passerina
  27. Schlangen-Knöterich
  28. Schwanenblume
  29. Moschuskraut
  30. Birngrün
  31. Steinbrech sowie Rasen-Steinbrech
  32. Dreifinger-Steinbrech
  33. Pfingst-Nelke
  34. Minuartia hybrida= Zarte Miere
  35. Gewöhnliche Pechnelke
  36. Gegenblättriges Milzkraut
  37. Fetthennen
  38. Süße Wolfsmilch, Warzen-Wolfsmilch, Mandelblättrige Wolfsmilch
  39. Sand-FingerkrautSand-Fingerkraut
  40. Gemeine Akelei
  41. Acker-Schwarzkümmel
  42. Berg-Hahnenfuß
  43. Trollblume
  44. Akeleiblättrige Wiesenraute, Kleine Wiesenraute
  45. Leberblümchen
  46. Gewöhnliche Kuhschelle
  47. Immenblatt
  48. Gelber Günsel
  49. Berg-Gamander
  50. Weichhaariger Hohlzahn
  51. Echte Katzenminze
  52. Alpen-Ziest, Acker-Ziest bzw. Einjähriger Ziest
  53. Echtes Herzgespann
  54. Großer Klappertopf
  55. Augentroste
  56. Gelber Fingerhut
  57. Löwenmäuler
  58. Sommerwurze
  59. Gewöhnliche Schuppenwurz
  60. Ausdauerndes Silberblatt
  61. Finkensame
  62. Berg-Steinkraut
  63. Immergrünes Felsenblümchen
  64. Berg-Hellerkraut
  65. Kernera
  66. Zwiebel-Zahnwurz
  67. Rauhaarige Gänsekresse
  68. Bleicher Schöterich
  69. Blutroter Storchschnabel, Weicher Storchschnabel, Wald-Storchschnabel
  70. Gefingerter Lerchensporn
  71. Berg-Klee, Purpur-Klee, Hügel-Klee
  72. Gewöhnlicher Hornklee
  73. Wald-Wicke, Zottige Wicke
  74. Kronwicken
  75. Großer Bocksbart
  76. Niedrige Schwarzwurzel
  77. w:
  78. Pippau
  79. Mauerlattich
  80. Lattiche
  81. w:
  82. Alpen-Distel, Weg-Distel
  83. Bach-Kratzdistel
  84. Silberdistel
  85. Rauer Alant
  86. Alpenmaßliebchen (Syn.: Aster bellidiastrum)
  87. Berg-Flockenblume
  88. Männliches Knabenkraut, Pyramiden-Orchidee
  89. Vogel-Nestwurz
  90. Rotes Waldvöglein, Grüne Hohlzunge, Großes Zweiblatt, Herbst-Drehwurz
  91. Berg-Segge
  92. Echter Ehrenpreis
  93. Echter Arznei-Baldrian
  94. Waldmeister
  95. Echter Beinwell
  96. Echtes Lungenkraut
  97. Tausendgüldenkraut
  98. Königskerzen
  99. Große Sterndolde
  100. Gelber Enzian
  101. Kleine Bibernelle
  102. Kalmus (Art)
  103. Knäuel-Binse
  104. Gewöhnliches Seifenkraut
  105. Waldsauerklee
  106. Gewöhnliche Haselwurz
  107. Blutwurz
  108. Heil-Ziest
  109. Echtes Leinkraut
  110. Gewöhnlicher Erdrauch
  111. Arnika
  112. Wermutkraut
  113. Kamille
  114. Gewöhnliche Osterluzei
  115. Gefleckter Aronstab
  116. Rotfrüchtige Zaunrübe
  117. Weißbeerige Mistel
  118. Schwarze Tollkirsche
  119. Stechäpfel
  120. Schwarzes Bilsenkraut
  121. Blasenkirschen
  122. Bittersüßer Nachtschatten
  123. Hundspetersilie
  124. Herbst-Zeitlose
  125. Einbeere
  126. Wolfs-Eisenhut
  127. Stinkende Nieswurz
  128. Ähriges Christophskraut
  129. Wald-Schachtelhalm
  130. Acker-Schachtelhalm
  131. Keulen-Bärlapp oder Wolfsklaue
  132. Echter Wurmfarn, Ruprechtsfarn Gemeiner Blasenfarn, Gewöhnliche Natternzunge
  133. Zweifarbfledermaus
  134. Zwergfledermaus
  135. Braunes Langohr
  136. Großer Abendsegler
  137. Große Hufeisennase
  138. Mönchsgrasmücke
  139. Wacholderdrossel
  140. Birkenzeisig
  141. Blaunase
  142. Gründling, heute gobio gobio benannt
  143. Groppe
  144. Genabelte Strauchschnecke
  145. Weinbergschecke, heute Helix pomatia
  146. Rötliche Laubschnecke, heute Monachoides incarnatus
  147. Maskenschnecke, heute Isognomostoma isognomostomos
  148. Berg-Vielfraßschnecke, heute Ena montana
  149. Tagpfauenauge
  150. Schachbrett (Schmetterling)
  151. Ringelspinner heute (Malacosoma neustria)
  152. Apfelwickler heute Cydia pomonella
  153. Maulwurfsgrillen Familie Gryllotalpidae
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