Beschreibung des Oberamts Hall/Kapitel B 23

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23. Gemeinde Unter-Münkheim,
bestehend aus 7 Parcellen mit 932 Einwohnern.
Die Lage des Gemeindebezirkes gleicht der Lage jenes von Enslingen, indem die Parcellen theils im Kocherthal, theils an der linkseitigen Thalwand desselben und theils auf der Höhe über derselben liegen. Auch ist die letztere ebenso von Schluchten durchschnitten und gegen Westen von dem waldburger Waldgebirge begrenzt, wie bei Gailenkirchen bemerkt. Wir verweisen daher auf beide Bezirke. Namentlich münden zur linken Seite zwei enge Thalschluchten in das Kocherthal ein, über denen Eichelhof und Suhlburg liegen. Der Bezirk ist eine Stunde lang und eben so breit. Die durch denselben führende Hauptstraße ist die schon mehrgedachte, welche von Hall nach Oehringen geht. Eine 1836 neu gebaute Vicinalstraße führt von Unter-Münkheim nach Wittighausen und von da einerseits nach Staigenhaus und andererseits nach Gailenkirchen; ebenso führt eine, durch Correction des steilen und engen Katzensteigles, bei Unter-Münkheim über Haagen und Enslingen 1842 hergestellte Kunststraße in das untere Kocherthal nach Geislingen, Braunsbach u. s. w. Die Nahrungsverhältnisse sind auf der Höhe besser, als im Thale. In Unter-Münkheim namentlich sind die Einwohner hauptsächlich Wirthe, Handwerker, Fuhrleute und Taglöhner, und es sind hier mehrere Arme. Es | findet etwas Weinbau (311/2 Mrg.) Statt. Über die Nahrungsquellen ist sonst nichts besonderes zu bemerken.

Der Bezirk ist dem Forstamte Comburg zugetheilt. Die großen Zehenten stehen zu Unter-Münkheim und Eichelhof 1/2 Hohenlohe-Waldenburg-Schillingsfürst und 1/2 Hohenlohe-Langenburg, in Haagen dem Staat, in Lindenhof Hohenlohe-Ingelfingen, in Ober-Münkheim demselben und theilweise Hohenlohe-Waldenburg-Schillingsfürst, in Suhlburg 1/2 diesem und 1/2 Hohenlohe-Ingelfingen und in Wittighausen diesem ganz zu. Der kleine Zehente und der Blutzehente in Unter-Münkheim gebühren der Pfarrei; der Blutzehente in Haagen den Erben des Andreas Funk; in den übrigen Parcellen der kleine Zehente den Großzehentherren. Am Neubruchzehenten zu Unter-Münkheim, Suhlburg und Wittighausen sind Hohenlohe-Waldenburg-Schillingsfürst und Hohenlohe-Langenburg betheiligt. Im Besitze der übrigen grundherrlichen Rechte sind, außer dem Staate, der Stadtpflege und Armenverwaltung Hall, in Unter-Münkheim die hohenlohischen Standesherrschaften Ingelfingen, Waldenburg, Schillingsfürst und Kirchberg und die fürstliche Lehenskasse in Döttingen; in Eichelhof und Suhlburg Waldenburg-Schillingsfürst und die gedachte Lehenskasse; in Haagen und Ober-Münkheim Waldenburg-Schillingsfürst. An den Gefällrechten des Staats hat die Gemeinde seit 1817 für 2760 fl. 49 kr. Capital abgelöst; dasselbe geschah mit den Frohnrechten der gedachten Standesherrschaften. Die ganze Gemeinde gehört zur Kirche in Unter-Münkheim, wo auch die Schule für dieselbe ist. Bis 1803 gehörten sämmtliche Parcellen in das hallische Amt Kocheneck.

a. Unter-Münkheim, Pfarrdorf mit Marktgerechtigkeit und 511 ev. Einw., 48 Gemeinderechten und 74 Mrg. vertheilten und 69 Mrg. unvertheilten Allmanden und Waldungen, [1] ist das schönste und reinlichste Dorf in der ganzen Umgegend und hat eine äußerst romantische Lage, 5/4 Stunden nördlich von Hall am Kocherfluß, über welchen eine lange steinerne Brücke führt. Der in Mauerwerk eingeengte Eisbach fließt mitten durch das Dorf und ist mit mehreren kleinen Brücken versehen; daneben ziehen die breite von Hall nach Oehringen führende, mit Kandeln versehene Staatsstraße, sowie die Kunststraße in das untere Kocherthal und die Vicinalstraße nach Wittighausen durch den Ort.

| Äußerst malerisch ist der Anblick des Orts beim Eingang von Hall her; die freundliche, mit Pappeln umgebene Mühle, die lange Kocherbrücke, der glänzende, mit bunten Ziegeln bedeckte, hohe spitze Kirchthurm, der Spiegel des Kocherflusses und die netten, meist verblendeten Häuser geben dem Ganzen ein reizendes Bild, das durch die wohlgeformte, mitten im Ort stehende, große, einen steinernen Ruheplatz bedeckende Linde noch verschönert wird. Der Ort hat mehrere Schild- und Speise-Wirthschaften, eine neu eingerichtete Brauerei und eine gute Mahlmühle. Es gibt hier ziemlich viele Arme, was bei der großen Bevölkerung und der verhältnißmäßig kleinen Markung, die vielen sterilen Boden in sich schließt, weniger zu verwundern ist. – Die Kirche zum h. Kilian, an welcher der Staat wegen der Oberlandesheiligenpflege die Baulast hat, wurde 1788 neu gebaut und hat einen schönen Thurm mit 4 Glocken. Ebenderselbe hat auch 1843 ein neues Schulhaus gebaut. Die Baulast am Pfarrhaus haben die Patronen. Das im Dorfe stehende, mit einer Mauer umgebene, Schlößchen erbaute 1515 Melchior Senft. Mit dem Ableben der Herren von Senft ist es in Privathände übergegangen. Über die frühere Burg s. hienach. – Das Marktrecht wurde 1814 ertheilt. – Das Patronatrecht steht den fürstlichen Häusern Hohenlohe-Waldenburg-Schillingsfürst und Kirchberg abwechslungsweise zu. In den Pfarrsprengel gehören, außer den Gemeinde-Parcellen, auch Übrigshausen und Kupfer. – Der Schule wird bereits 1682 gedacht. – Der Gottesacker befindet sich neuerdings außerhalb des Ortes.

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Unter-Münkheim war ehedem größtentheils eine hohenlohensche, ursprünglich wohl meist lobenhausensche Besitzung, welche verschiedene Edle zu Lehen trugen. Eine Burg stand am Kocher, in der Nähe von Ober-Münkheim, eine zweite, welche schon 1361 die Veldner und dann die Senfte besaßen, mitten in unserm Dorfe. Von diesen Burgen nannten sich die Edelleute von Münkheim, welche wir durch mehrere Jahrhunderte hindurch in Urkunden finden: 1216 Conradus de Municheim (Wibel a. a. O. III. S. 37); 1241 Heinrich, Abt von Comburg; 1270 Rudolphus (Wibel a. a. O. II. S. 83); 1278 Conradus de Munnenkein; 1365 starb Conrad als Abt in Comburg; 1365 Rudolphus (Menken a. a. O. S. 443); 1367 Egen, auf der Wallfahrt zum heil. Grab; 1377 bis 1380 Rudolph, Abt von Comburg; 1406 Rudolph, als hohenlohenscher Vasal; 1439 und 1445 Rudolph und 1468 Endris (Menken a. a. O. S. 149); 1481 bis 1507 Ulrich, welcher 1507 kinderlos starb und der Reichsstadt Hall alle seine Besitzungen vermachte (s. Hall S. 149. Vergl. auch Lindenhof und Ober-Münkheim). Außerdem verzichtete 1311 Heinrich v. Scheffau, Commenthur des Johanniter-Hospitals zu Hall, auf | all das Recht, das Conrad Veldner und Kleinconz sein Bruder gekauft haben auf der Markung Münkheim und das von der Herrschaft Lobenhausen zu Lehen geht. Anna, Herrmann Lechers Weib, verkaufte 1361 an Kraft v. Heimberg Gülten und Güter zu Unter-Münkheim, und 1406 verkaufte die Stadt Hall Conrad Senft, ihrem Mitbürger, verschiedene Güter und Gülten, die sie von Ulrich v. Heimberg ausgelöst hatte. Endlich 1481 verkaufte Wilhelm v. Vellberg seine Ansprüche an den Zins aus der Badstube an Herbold v. Münkheim.

Außer diesen waren es die Senfte und Schleze, welche hier namhafte Lehen von Hohenlohe inne hatten. Im J. 1408 wurde Conrad Senft mit dem „Haus zu Nieder-Münkheim“ und dem Bauhof daselbst und all den Lehen, die Senfts Schwehr, Hans v. Stetten inne gehabt, von Albrecht v. Hohenlohe belehnt, 1439 Catharina Senft, Conrad Schlez’s Frau, von Kraft v. Hohenlohe unter Beifügung eines Hofes zu Eltershofen und einiger weiterer kleiner Güter zu Ober- und Unter-Münkheim damit belehnt; 1439 erhielt dieß Conrad v. Bachenstein, der zweite Gatte der Catharine Senft. – Andere Güter und Gefälle, nebst einem Gut zu Asbach, wurden aber mit der Kelter und Weinbergen 1430 Conrad Senft, dem Jungen, 1473 Gilg Senft, 1517 Eitel Conrad Senft von Graf Albrecht v. Hohenlohe verliehen. Eitel Philipp Senft verkauft 1543 dieselben wieder an Graf Albrecht v. Hohenlohe und trägt ihm sein hiesiges neuerbautes Schlößchen zu Lehen auf, worauf sie 1565 wegen getreuer Dienste an Christoph Rauchhaupt und hierauf an Albrecht Otto v. Mörlau kamen, von dem sie 1686 wieder an die senftische Familie übergingen, nach deren Absterben 1802 aber dem Lehenhause heimfielen. Dieses senftische Ritterlehen bestand zuletzt aus verschiedenen Gefällen zu Unter-Münkheim, Gelbingen, Eltershofen, Herdtlinshagen, Forst, Hörlebach am Landthurm u. s. w. und ist nun in der Verwaltung des fürstl. Amtes Ingelfingen.

Ein weiteres hierher gehöriges Lehen war das Rittergut Suhlburg (s. unten), das in frühern Zeiten ebenfalls den Senften (von Suhlburg) gehörte, von den Grafen v. Hohenlohe als Mannlehen an die v. Roßdorf überging, auf Absterben des roßdorf’schen Mannsstamms 1583 dem Zacharias Hyso in Neuenstein übertragen wurde und nach Absterben des hyso’schen Mannsstammes 1699 wieder den Senft verliehen ward, und ebenfalls 1802 dem Lehenhause heimfiel. Es sind dieses die sogenannten lehenhöfischen Besitzungen zu Unter-Münkheim, Eichelhof und Suhlburg, welche nunmehr die fürstliche Lehenkassenverwaltung in Döttingen inne hat.

| Auch die Schenken von Limpurg hatten hier oder in Ober-Münkheim einige Feldlehen, womit die Hölzel v. Sternstein belehnt waren, und welche 1746 an Brandenburg kamen (Prescher a. a. O. II. 416).

Wegen der hohenlohe-waldenburgischen Besitzungen verweisen wir auf Ober-Münkheim. Diejenigen endlich, welche das fürstl. hohenlohe-kirchbergische Rentamt Kirchberg noch inne hat, sind ohne Zweifel dieselben, welche 1311 die Veldner und Kleinconz von Lobenhausen zu Lehen trugen.

Wegen der Hoheit über beide Münkheim hatte die Stadt Hall vielfachen Streit mit Hohenlohe, bis durch Verträge von 1561 und 1611 alle hohe Obrigkeit der Stadt zugeschieden und nur die Vogtei für jeden Theil auf seinen Gütern anerkannt wurde.

Der Pfarrei wird schon 1344 gedacht. Seit den ältesten Zeiten hatte Hohenlohe den Pfarrsatz, das 1371 den Egen Kleinconz damit belehnte (Wibel a. a. O. I. 165). Im J. 1382 aber verleibte Hohenlohe die Pfarrei dem Kloster Goldbach ein, erwarb aber später wieder den Pfarrsatz (a. a. O. 84. 85). Als 1541 die Pfarrei erledigt war und Hohenlohe zauderte, setzte Hall, von dem Kurfürsten von Sachsen und dem Landgrafen von Hessen unterstützt, einen evangelischen Pfarrer, Thomas Widemann von Augsburg, ein; 1542 vertrugen sich beide Theile dahin, daß die evangelische Lehre bleiben und Hall die Examination, Bestätigung und Einsetzung des Pfarrers haben solle. Das Visitationsrecht war gemeinschaftlich.

b. Eichelhof, Hof mit 14 evang. Einw., auf der Markung Unter-Münkheim, auf dem Bergvorsprung 1/2 Stunde nördl. von diesem auf dem sogenannten Kocheneck gelegen. Der Hof hat einen schönen rothen Sandsteinbruch und zerfällt in den obern und untern Eichelhof. Er theilte immer sein Geschick mit Unter-Münkheim und war namentlich denen v. Hyso verliehen.

c. Haagen, Weiler mit 193 Einw., worunter 1 Kath. und 27 Gemeinderechten, wovon 1 comburgisches und 191/2 Mrg. vertheilten und 531/2 Mrg. unvertheilten Allmanden; liegt 1/4 St. östlich von Unter-Münkheim, abwärts am Kocher, und hat eine Schildwirthschaft und eine Mühle. Ob die Güter zu Geroldeshagen, welche 1042 das Hochstift Würzburg im Kochergau besaß (Stälin a. a. O. I. S. 319) dem Ort Herdlinshagen oder diesen Haagen angehört haben, ist zweifelhaft; gewiß aber einem von beiden.

Haagen hatte zwei Burgen, über deren Erbauung und Zerstörung nichts angegeben werden kann, und viele Weinberge mit 2 Keltern, welche sammt Gütern und Gülten der frühern Besitzer an Hall kamen. Im Jahr 1230 finden wir einen Eberhardus de Gebenhagen (Wibel a. a. O. II. S. 41), und 1268 einen Conradus, Miles de Hage | (Menken a. a. O. S. 401 und 402), 1347 hat Seitz Schneewasser, aus demselben Geschlechte (s. o. S. 150) hier seinen Wohnsitz.

Göz v. Bachenstein hatte Antheil an beiden Burgen; er verkaufte 1480 die Hälfte der einen Burg (wovon die andere Jörg v. Vellberg gehörte) mit einem Hof, sieben Gütern und mehreren Gefällen, sowie die Hälfte der andern Burg (wovon die andere den Erben Heinrich Berlers zustand), nebst 5 Gütern in Hessenthal, 1 Hof in Mittelfischach und 1 Hof und 1 Hube in Ummenhofen, mit Vogtei und Obrigkeit um 2600 fl. an Schenk Wilhelm von Limpurg. Simon, Jakob und Jerg die Berler verkaufen 1522 ihre Hälfte an letzterm Burgstadel mit der Kelter, der Mühle und vielen Gütern und Gülten an Hall, und 1529 verkaufte Schenk Gottfried ebendahin die andere Hälfte. Die eine Hälfte der erstgenannten Burg aber veräußerte Erasmus mit den dabei genannten Gütern 1539 ebenfalls an die Stadt, welche 1564 auch von Graf Ludwig Casimir v. Hohenlohe die andere Hälfte derselben, die zuvor Jörg von Vellberg besaß, nebst Gefällen erwarb. Anna, Hermann Lechers Ehefrau verkaufte 1361 an Kraft v. Heimberg Güter; ebenso 1494 Schenk Friedrich an Caspar Eberhardt, dessen Erben solche an Hall 1516 veräußerten, nachdem auch 1441 Eucharius v. Wollmershausen und seine Frau Mechtild v. Morstein ihr Gut an einen Caspar Eberhard veräußert hatten.

Die Mahlmühle wurde 1645 von den Franzosen abgebrannt.

d. Lindenhof, früher Lindenau, Hof mit 5 evang. Einw., auf der Markung Ober-Münkheim, 1/2 Stunde südlich von Unter-Münkheim, gegen Hall, auf einem Hügel am linkseitigen Kocherufer gelegen.

Im J. 1275 erscheint ein haller Bürger Waltherus, miles de Lindennave als Zeuge (Wibel a. a. O. II. S. 84), dessen Geschlecht wir aber nicht weiter kennen; 1503 war der Hof im Besitz Ulrichs v. Münkheim, 1507 Hermann Büschler’s, 1662 des Junkers Adler.

Auf einer südlichen Anhöhe, von Lindenhof einen Büchsenschuß entfernt, auf der linken Kocherseite erheben sich die malerisch-schönen Ruinen der Geyersburg, welche der haller adeligen Familie der Geyer zustand und im Städtekrieg gebrochen worden seyn soll. Wir finden 1328 einen Ritter Dietrich Geyer (Wibel a. a. O. III. S. 60). Auch die haller Familie Veldner nannte sich Geyer. So 1476 Hans Veldner, Geyer genannt (Wibel a. a. O. S. 62); er war aber, wie wir sogleich sehen werden, nicht mehr im Besitz der Geyersburg, welche sich bereits, wie es scheint, als eingezogenes Lehen in den Händen der Grafen v. Hohenlohe findet. Denn schon im Jahr 1403 werden dem Hans Veldner, genannt Geyer, | alle seine Besitzungen von der Stadt Hall ausgelöst und 1406 von ihr an Rudolph v. Münkheim vergeben. Hierunter sind auch die hohenlohenschen Lehen Veldners, mit welchen 1408 Rudolph von Münkheim, Ulrich v. Gailenkirchen und Conrad v. Thalheim, alle drei Bürger zu Hall, von Graf Albrecht v. Hohenlohe belehnt wurden; insbesondere befanden sich darunter Geyersburg, das Haus und Hofraith mit seiner Zugehörde, auch der Hof zu Lindenau und die Kelter daselbst, wie das alles den Geyer gewesen ist. Dieses Mannlehen erhielt 1414 Rudolph v. Münkheim allein, nachdem Graf Albrecht 1408 auch ihm allein, 1430 aber Graf Kraft sowohl dem jüngern Rudolph, als des ältern Rudolphs Söhnen, Enderlin und Egelin das Burgstadel zu Ober-Münkheim, das Gütlein davor, die Kelter, Fischwasser, viele Weinberge, Gülten und Güter zu Ober- und Unter-Münkheim nebst der Kelter in den Gaisbergen, verliehen hatte. Im Jahr 1453 verlieh dieses Mannlehen Graf Kraft v. Hohenlohe dem Endris v. Münkheim, welchem 1473 Graf Albrecht noch den Hof zu Michelfeld beifügte. Im J. 1484 wurde Ulrich v. Münkheim damit belehnt, nach dessen Tod 1507 das ganze Lehen der Lehensherrschaft heimfiel.

e. Ober-Münkheim, Weiler mit 134 evang. Einwohnern und 14 Gemeinderechten, worunter 2 hohenlohensche und 24 Mrg. vertheilten und 27 Mrg. 11/2 Vrtl. unvertheilten Allmanden; liegt 1/4 St. südlich, Kocheraufwärts von Unter-Münkheim, am linkseitigen Kocherufer und ist theils im Thal, theils an der Bergwand angebaut.

Göz v. Michelfeld verkaufte 1383 an Kraft v. Heimberg, die (längst abgegangene) Mühlstatt und den Mühlgraben zu Ober-Münkheim. Ulrich v. Münkheim, der letzte des Geschlechtes, verschaffte in seinem Testamente 1507 dem Rath der Stadt Hall das Burgstadel Ober-Münkheim und drei hiesige Güter, mit aller Obrigkeit, und 1516 verkauften Caspar Eberhards Erben verschiedene Gülten an den Rath, ebenso 1589 Martin Friedrich und Erasmus Schlez. Ob die jetzt hohenlohe-waldenburgischen Besitzungen mit den vormals senftischen Ritterlehen zusammenhängen, ist uns unbekannt, aber sicher, daß es die bei Geyersburg genannten, 1507 Hohenlohe heimgefallenen Lehen sind. Auch Comburg hatte hier ein Gut, womit die Senfte vor 1657 belehnt waren.

f. Suhlburg, Weiler mit 32 evang. Einw. und 3 Gemeinderechten, worunter 1 hohenlohensches und 2 sogenannte hysonische (nun lehenhöfische) mit 151/2 Mrg. unvertheilten Allmanden; liegt westlich hinter Ober-Münkheim, 1/2 Stunde von Unter-Münkheim auf einer Anhöhe und enthält die Ruinen der Burg Suhlburg, | deren Namen sich das alte hallische Geschlecht der Senften (s. Hall S. 151) beilegte. Suhlburg war hohenlohensches Lehen der Familien Senft, Roßdorf, Hyso und abermals Senft, und soll in der Mitte des 16. Jahrhunderts (1543?) abgebrannt seyn. Im Jahr 1622 wollte Hyso das Schloß wieder aufbauen; ob es geschah, wissen wir nicht.

Wie die sulburger Besitzungen 1802 wieder an das fürstliche Haus kamen s. Unter-Münkheim.

g. Wittighausen, Weiler mit 43 ev. Einw., 51/2 Gemeinderechten und 105/8 Mrg. unvertheilter Allmanden; liegt 1/2 Stunde westlich von Unter-Münkheim, an der obengedachten, auf die Übrigshauser-Höhe führenden, Vicinalstraße und hat größtentheils wohlhabende Bewohner, welche neuerlich ihr Gemeindevermögen durch gemeinschaftlichen Ankauf von Waldungen wesentlich vermehrten.

Im J. 1405 kommt ein Lehen Ulrichs v. Hohenlohe an den Edelknecht Dietrich Zobel, (s. Hanselmann, Landeshoheit S. 223). Weiteres zur Geschichte des Ortes finden wir nicht, als daß im vorigen Jahrhundert noch ein ziemlich großer See auf der Markung lag.


  1. Im Jahre 1682 waren es 49 Gemeinderechte: 4 hallisch, 7 hohenlohe-waldenburgisch, 21 hohenlohe-langenburgisch, 4 vormals schlezisch, 1 comburgisch, und 12 senftisch.
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