Beschreibung des Oberamts Maulbronn/Kapitel B 8

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Illingen,
mit Eisenbahnstation, 3 Bahnwärterhäusern und einer Mühle.
Gemeinde II. Kl. mit 1193 Einw., wor. 1 Kath. – Ev. Pfarrdorf mit Marktrecht; die Kath. sind nach Michaelsberg, O.A. Brackenheim, eingepfarrt. 21/4 Stunde südöstlich vom Oberamtssitz gelegen.


Der sehr ansehnliche Ort liegt in dem weit offenen flachen, gegen Südosten ziehenden Schmie-Thale; lang hingestreckte Waldrücken erheben sich in einiger Entfernung, und das frischgrüne Wiesenthal selbst wird belebt durch schöne Pappel- und Weidenbäume. An den ziemlich regelmäßig geführten, gut und reinlich gehaltenen Ortsstraßen lagern sich gedrängt die zum Theil stattlichen, nicht selten in alterthümlichem Holzbau aufgeführten Häuser; nur zwei Gebäudegruppen, die eine nördlich mit dem Gemeindeschafhaus, die andere östlich gelegen, sind von dem eigentlichen Dorf getrennt, das ursprünglich mit einer (theilweise noch erhaltenen) Mauer umgeben war und überhaupt einen etwas städtischen Charakter an sich trägt. An der Nordseite des Orts fließt die muntere Schmie vorüber.

Die große am Westende des Dorfes stehende Kirche zeigt gothische Formen und wurde im Jahr 1857 erneuert. Gegen Westen erhielt sich noch die alte einfache Schauseite mit schlankem von einem Steinkreuz bekröntem Giebel und einem Spitzbogenportal, dessen Stabwerk sich kreuzt; an den Langseiten erhielten sich einige breite Spitzbogenfenster, eines noch gefüllt mit schlaffem spätgothischem Maßwerk, sonst sind gerade Sprossenfenster eingebrochen und an der Südseite sieht man zwei sehr spätgothische Stabwerkspforten, deren Thüren tüchtige Schmiedeisenbeschläge haben; an dieser Seite führt auch eine laut Inschrift 1796 erbaute, mit erhabenen Blumen geschmückte Doppeltreppe hinauf, in ihrer Nähe ist eine zusammengekauerte (romanische) Fratze eingemauert; gegen die Südwestecke hin erhebt sich eine zweite, schon aus alter Zeit stammende Treppe. Der Chor der Kirche wird gebildet vom unteren Geschoße des Thurms, aus dem gegen Osten eine halbachteckige Nische heraustritt, belebt durch Strebepfeiler und hübsche spätgothische Maßwerksfenster. Innen ist das Schiff flachgedeckt, der Triumphbogen spitz, Thurm und Chorschluß sind von einem Netzgewölbe überspannt und blau mit goldenen Sternen bemalt; auf dem Schlußsteine sieht man einen segnenden Heiligen mit Kutte und Buch | und der Umschrift Eniacz (Ignatius). Die flache Balkendecke des Schiffes wird gestützt von zwei geschnitzten Holzpfeilern, die auf steinernen gothischen Basen stehen; in einen derselben ist geschnitten 1489, ohne Zweifel das Erbauungsjahr der Kirche. An dem Taufsteine steht 1622. Die hübsche Kanzel wurde 1841 von Architekt Weihenmaier verfertigt. An den Emporenbrüstungen sieht man Scenen aus der biblischen Geschichte gemalt und an der nördlichen Schiffwand ein lebensgroßes gothisches Krucifix. Die neue Orgel von Schäfer in Heilbronn steht im Chore. Die südlich an den Thurm stoßende tonnengewölbte Sakristei scheint sehr alt zu sein und hat unter sich ein kleines Gewölbe. Auf dem oben achteckig werdenden Thurme, der von spitzbogigen Schallfenstern durchbrochen und von hohem Zeltdache bekrönt wird, hängen 3 schönverzierte Glocken mit den Inschriften: 1) Stephanus Bruncler gosse mich anno 1685. laudate dominum in excelsis. 2) Gegossen von L. Neubert in Ludwigsburg. Anno 1842. 3) Christian Ludwig Neubert goss mich in Ludwigsburg anno 1774. Die von der Gemeinde zu unterhaltende Kirche steht auf dem zum Theil noch ummauerten alten Friedhofe. Der neue, übrigens schon vor 100 Jahren angelegte Begräbnißplatz liegt außerhalb (südwestlich) vom Ort.

Das schöne und große Pfarrhaus wurde 1763 erbaut und ist vom Staat zu unterhalten. Das 1826 erbaute Schulhaus enthält 2 Lehrzimmer und die Wohnung des ersten Schulmeisters, der andere Schulmeister bewohnt ein auch der Gemeinde gehöriges, 1842 erbautes Haus. Das in der Mitte des Orts gelegene Rathhaus ist schon mehrere hundert Jahre alt. Das hübsche Bahnhofgebäude steht ganz nahe (nördlich) am Ort.

Vortreffliches Trinkwasser liefern stets hinreichend 11 Pumpbrunnen. Auch die Markung ist reich an guten Quellen, dann fließen darüber die Schmie, die zuweilen verheerend austritt, der Sulzbach und der Erbbach. Ein etwa 2/8 Morgen großer See liegt in der Hardt.

Außer der am Ort vorbeiführenden Stuttgart-Mühlacker Eisenbahn gehen Staatsstraßen von hier nach Lienzingen und Mühlacker, Vicinalstraßen nach Roßwag, Kleinglattbach und Ensingen. Zwei steinerne Brücken führen im Ort über die Schmie und außerhalb des Ortes ein hölzerner Steg. Ihre Unterhaltung hat die Gemeinde.

Die meist körperlich wohlgebauten kräftigen Einwohner, von denen gegenwärtig 4 über 80 Jahre alt sind, haben einen guten Charakter und gehören in dieser Beziehung, wie auch in der des Fleißes und der Ordnungsliebe, zu den besseren des Bezirks, ihre Haupterwerbsquellen bestehen im Feldbau, Viehzucht, Wein- und Obstbau. Gewerbtreibende finden sich wenige hier, darunter am meisten Schmiede, Schuhmacher und Leineweber, letztere arbeiten auf | Bestellung. Auch findet hier ein beträchtlicher Handel mit Blutegeln statt; dieselben werden aus Frankreich bezogen und bei 20.000 Stück jährlich verkauft. Eine Ziegelei, eine Mahlmühle mit 2 Mahlgängen, einem Gerbgang und einer Hanfreibe, ferner eine Öl- und eine Gips-Mühle, 7 Schildwirthschaften, worunter eine mit Bierbrauerei, zwei Kaufläden und ein Kramladen sind vorhanden.

Die Märkte, welche der Ort in den Monaten Juni und November abzuhalten berechtigt ist, haben geringe Bedeutung.

Die Vermögensverhältnisse gehören zu den guten; der vermöglichste Bürger besitzt 50 Morgen Äcker, 15 Morgen Wiesen, 4 Morgen Weinberg und einen Morgen Baumgut, der sog. Mittelmann 12 Morgen Äcker, 4 Morgen Wiesen und einen Morgen Weinberg und die ärmere Klasse hat immer noch einige Morgen Grundeigenthum. Gegenwärtig erhalten 6 Personen Gemeindeunterstützung.

Die sehr ausgedehnte Markung, von der übrigens ein namhafter Theil aus Waldungen besteht, bildet, soweit sie für den Feldbau benützt wird, ein flachwelliges fruchtbares Land, dessen Boden größtentheils ein tiefgründiger Lehm ist; im südlichen Theil der Markung machen sich die leichtsandigen Zersetzungen des Lettenkohlensandsteins etwas geltend. Einige Muschelkalksteinbrüche, die Straßenmaterial liefern, sind vorhanden. Die klimatischen Verhältnisse begünstigen den Anbau aller in Württemberg üblichen Kulturgewächse, dagegen gehört Hagelschlag nicht zu den Seltenheiten und Frühlingsfröste schaden zuweilen den feineren Gewächsen.

Die Landwirthschaft wird gut betrieben, man baut hauptsächlich die gewöhnlichen Getreidearten (vorherrschend Dinkel, Haber, Gerste), Kartoffeln, dreiblättrigen Klee, Wicken, in neuerer Zeit Buchweizen und Sorgho (Zucker-Mohrhirse), weil die Luzerne nicht gedeihen will, Runkelrüben, Welschkorn, etwas Reps, mehr Mohn, Hanf und Tabak, letzterer wird jedoch gegenwärtig nur noch auf etwa 2 Morgen gebaut, während sich der Tabaksbau im Jahr 1865 über 30 Morgen ausdehnte. Von den Getreidefrüchten können über den eigenen Bedarf jährlich etwa 2000 Scheffel Dinkel, 900 Scheffel Haber und 50 Scheffel Gerste nach außen abgesetzt werden.

Der ziemlich ausgedehnte Wiesenbau liefert reichlich gutes Futter, das alles im Ort verbraucht wird.

Der Weinbau, von dem etwa 140 Morgen im Ertrag und 100 Morgen nicht im Ertrag stehen, beschäftigt sich vorzugsweise mit Drollingern, Silvanern und Rothelblingen, die ein meist rothes, mittelgutes Erzeugniß liefern, das in der Umgegend und häufig auch im Schwarzwald Absatz findet; die Preise eines Eimers bewegten sich in den letzten 10 Jahren von 30–80 fl. Die Bauart ist die im Unterland allgemein übliche; den Winter über werden die Reben bezogen.

| Die ziemlich ausgedehnte und noch im Zunehmen begriffene Obstzucht erlaubt in günstigen Jahren über den eigenen Bedarf eine Ausfuhr von etwa 10.000 Sri. Man pflegt hauptsächlich Luiken, Brat-, Knaus- und Palmischbirnen, auch ziemlich viel Zwetschgen; Kirschen gedeihen nicht.

Aus den vorhandenen 1500 Morgen Gemeindewaldungen (vorherrschend Laubhölzer) werden jährlich 150 Klafter und 6000 Stück Wellen geschlagen, die theils an die Bürger vertheilt, theils verkauft werden, was der Gemeindekasse eine Einnahme von 4–6000 fl. jährlich sichert, die zu Gemeindezwecken und bei günstigem Erlös zur Bezahlung der hälftigen Staatssteuer, welche die Bürgerschaft zu leisten hat, verwendet werden. Außer dieser Einnahme bezieht die Gemeinde noch aus der Brach- und Stoppelweide 400 fl., für Pferchnutzung 800 fl. und aus 10 Morgen Wiesen eine Pachtsumme von 200 fl.

Die in sehr namhafter Ausdehnung betriebene Rindviehzucht ist in gutem Stande und beschäftigt sich vorzugsweise mit der Simmenthaler Race, von der auch 5 Zuchtstiere aufgestellt sind. Mit Vieh wird einiger Handel getrieben, dagegen ist die Viehmastung von keinem Belang. Auf der Weide läßt ein Ortsschäfer den Sommer über 500, den Winter über 200 Stück Bastarde laufen; die Wolle kommt nach Kirchheim.

Die Schweinezucht ist beträchtlich, es befinden sich gegenwärtig 12 Mutterschweine im Ort und überdieß werden noch Jungschweine eingeführt und theils für den eigenen Bedarf, theils zum Verkauf aufgemästet. Man züchtet neben der Landrace häufig die halbenglische und in neuerer Zeit auch die norddeutsche Race.

Ein Stiftungsvermögen von 35.000 fl. ist vorhanden, worunter mehrere Stiftungen, deren Zinse zur Unterstützung der Ortsarmen verwendet werden.

Die Römerstraße, welche von Bietigheim nach Mühlacker führte, lief durch den Ort und an der zunächst (westlich) vom Ort auf den sog. Hofäckern gestandenen römischen Niederlassung vorüber, von der man beim Bau der Eisenbahn und bei andern Veranlassungen Grundreste, römische Ziegel, Gefässefragmente, worunter von Siegelerde, auffand; daselbst befindet sich auch ein rundausgemauerter, jetzt zugedeckter römischer Brunnen, in dem eine Glocke versunken sei. Diese Spuren haben auch zur Sage, daß Illingen früher größer gewesen sei und sich namentlich über die Hofäcker ausgedehnt habe, Veranlassung gegeben. Von der oben angeführten Römerstraße ging etwa 1/2 Stunde westlich vom Ort ein alter Weg ab, der 1/8 Stunde südlich an Illingen vorbei und weiter hin gegen Vaihingen lief; er trägt die Namen „Aarweg, kleines Sträßle, Köllesweg, Krailweg“ und ist vielleicht ebenfalls ursprünglich von den Römern angelegt. | Etwa 1/2 Stunde nordöstlich vom Ort wird ein Walddistrikt „Schelmenbusch“ genannt, daselbst finden sich 2 altgermanische Grabhügel und in der Nähe wird eine Stelle „Wagenburg“ genannt. Weitere altgermanische Grabhügel findet man in dem Wald „Vorhacken“ und in dem Illinger Gemeindewald „Brand“, von denen Oberförster Graf von Üxküll mehrere öffnen ließ; in dem sog. Brand bestanden die meisten aus Brandhügeln, die in der Mitte eine große Brandplatte und einen Steinkreis aber sonst keine weiteren Gegenstände enthielten. Etwa in der Mitte dieser Brandhügel befand sich ein auffallend großer Hügel, der weder eine Brandplatte noch einen Steinkreis, dagegen mehrere interessante Inlagen enthielt, wie einen Broncering, mehrere über einander gelegte dünnere Ringe von Bronce, die wie es scheint an beiden Handwurzeln getragen wurden, zwei thönerne hohle Klapperkugeln, die je zwei kleine runde Steinchen enthielten, mehrere Bruchstücke von Broncegefässen, Verzierungen etc.

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Illingen heißt ursprünglich Hilincheim, dann Ilincheim. Kloster Lorsch hat hier Besitz seit 766 (Cod. Laur. II, 451–454; III, 159, 160). Das Hochstift Speier tritt 1023 den Zehnten hier mit Kirche und Kirchhof dem Ritter Arnold (vielleicht Vorfahr der Herrn von Roßwag) ab (Württ. Urkundenb. 1, 255). Kloster Rechentshofen erhielt 24. August 1300 von Albrecht Kaltetsen von Vaihingen Wiesengülten im Illinger Thal (Mone, Zeitschr. 4, 449). 23. Februar 1482 aber verkaufte es solche an Kloster Maulbronn. Kloster Herrenalb erhält 13. August 1324 die Lehenshoheit über den hiesigen zur Pfarrei Roßwag gehörenden Widemhof mit Zugehör durch Verzicht Conrads, Johannes und Fürderers von Enzberg (Mone, Zeitschr. 6, 75 ff.). Die Dominikanerinnen zu Pforzheim hatten im späteren Mittelalter ebenfalls hier Besitz (Pflüger S. 114), der ohne Zweifel 1565 an Wirtemberg kam (s. Wiernsheim). Das Eßlinger Spital erhielt 25. November durch Kauf von Petrissa, Wittwe Otto’s von Roßwag, den Abrechtshof bei der Kirche (Staatsarch.), 11. Juni 1299 von Heinrich in dem Hove und seiner Gattin Mechtild von Vaihingen 13 Morgen Äcker (eb.); 27. Mai 1317 aber verkauft es seine hiesigen Güter dem Kloster Maulbronn. Letztgenanntes erwarb allmählich den ganzen Ort. Es kaufte 1309 von Morhard, Bürger zu Vaihingen, hier Güter. 1341 vermachte Clara von Niefern, Wittwe des Heinrich von Roßwag, dem Kloster hier eine Mannsmahd Wiesen. 27. April 1361 entscheidet das Kapitel zu Pforzheim, daß das Kloster eine Korngült von einem Hof zu Illingen wieder einlösen dürfe, welche es dem Fürderer von Wunnenstein versetzt und dieser dem Heiligen in Mühlhausen vermacht hatte, dessen Behörden nun von dem gleißenden Wolf von Wunnenstein gegen das Kloster aufgestiftet wurden. 22. Jan. 1366 verkauft Wernher, Schenk von Hoheneck, Kirchherr zu Illingen, dem | Kloster alle seine Güter und Rechte hier (ohne Kirchensatz und Widemhof, s. u.). 13. Dezember 1381 verkauft Henel von Sternenfels dem Kloster Gülten und Zinse hier. 29. Januar 1391 verkaufen Wolf und Jakob von Stain dem Kloster Theil an der Vogtei, sowie Gefälle und Einkommen hier. 12. Juni 1394 verkauft Geori von Enzberg dem Kloster Güter und Rechte hier. 23. März 1396 verkauft Hans von Bernhausen dem Kloster Rechte, Zinse und Gülten hier. 3. Mai 1398 verkauft Hans Truchseß von Hefingen dem Kloster seine Güter, Zinse und Gülten hier. 13. Januar 1413 verkauft Friedrich von Enzberg dem Kloster die Vogtei und andere Rechte hier. 1425 tritt Wirtemberg ein Sechstel von Illingen, das es von Hans von Wunnenstein und Bernold von Dürrmenz erkauft hat, gegen Kostenersatz an das Kloster ab, behält aber durch Vertrag vom 21. März ein Viertel der Wälder, doch mit Viehtriebgerechtigkeit der Illinger. Am 12. März freite es dem Kloster Kirchensatz und Zehnten (Steinh., Württ. Chron. 2, 732, Klunz., Reg. 48). 1432 kaufte das Kloster ein Sechstel des großen und kleinen Zehnten von Hans Truchseß von Hefingen, welches ihm am 4. Dezember Graf Ludwig von Wirtemberg freite (Gabelk., Klunz. Reg. 50). 1433 tauscht es von Burkard, Truchseß von Hefingen, Leibeigene in Illingen ein (Gabelk.). 9. August 1440 kauft es von Jörg von Nippenburg Güter hier, die dessen Gattin Else von ihrem Vetter Hans Truchseß von Hefingen geerbt hatte (Gabelk.). 24. April 1443 verkauft Hans Sturmfeder dem Kloster seine Rechte und Einkommen hier. 15. Juni 1451 kauft das Kloster eine Mühle.

Illingen war von dem salischen Geschlecht an die Grafen von Ingersheim, von ihnen an die von Calw-Vaihingen und von diesen an Wirtemberg gekommen. Unter Vaihingischer Oberherrschaft waren verschiedene Adelsgeschlechter hier begütert, besonders die von Roßwag und Enzberg, welch letztere die Vogtei hatten. Der Rest der Roßwag’schen Güter kam mit der Burg Neuroßwag 20. Juni 1372 pfandweise und 12. August 1394 als eigen von Graf Eberhard dem Milden ans Kloster.

Die Herrn von Illingen waren gräflich Calw-Vaihingen’sche Vasallen. Der erste, welcher genannt wird, Machtolf von Illingen, ist bei dem Gericht, das Graf Adelbert von Calw in Ingersheim hält, 1105–1120 (Cod. Hirs. 40 a). Ferner kommen (in Stuttg. Archivurk.) vor: Gerlach 1230–1236; Dietrich 1257–1279; Gerlach, dictus pincerna (d. i. gräflich Vaihingen’scher Schenke) 1265–1299; Beringer 1315; Gerhard 1331; später noch Ludwig, genannt von Eisingen, 1495 (Pflüger, Pforzheim 174).

Maulbronn hatte hier das Gericht zweiter Instanz.

Was die Kirche betrifft, so war sie eine rectoria. Sie bestand schon im Jahr 774, wo das Kloster Lorsch sie bekam (Cod. Laur. 3, 160). | 1254 gehörte sie dem Bisthum Speier (Stälin, Wirt. Gesch. 2, 751). 1366 hatte den Kirchensatz und Widemhof Werner von Hoheneck als gräflich Vaihingensches Lehen von Wirtemberg und ließ durch den Grafen Eberhard den Truchseß Heinrich von Hefingen damit belehnen (Gabelk.) Am 21. März 1425 aber hatte ihn Georg von Enzberg und verkaufte ihn mit Einwilligung Wirtembergs ans Kloster Maulbronn. 22. August 1479 wurde die Kirche dem Kloster incorporirt.

Im Illinger Wald befand sich ein Lollhardenhaus (Sattl. Graf. 4. 68, s. auch unten).

1504, 26. Mai, versammelte sich hier Herzog Ulrichs Heer. Der Ort wurde gebrandschatzt.

Überhaupt hatte Illingen, an der Hauptstraße von Württemberg nach der Pfalz gelegen, oft Durchzüge und Einlagerungen von Truppen zu erleiden, so wieder Mai 1534 ein Lager der österreichischen Truppen, Juli 1543 einen Durchzug von 11.000 Mann Spaniern und Italienern unter K. Karl V., 8. Aug. 1635 ein schwedisches Quartier. Sept. 1692 nach dem Treffen bei Ötisheim wurde es von den Franzosen geplündert. 1693, 21. und 22. Juli, stand hier wieder ein französisches Heer unter dem Dauphin, 20. Sept. 1704 Fußvolk der gegen Frankreich verbundenen Heere, 26. Mai 1707 der Herzog von Württemberg, worauf 3.–5. Juni und 2. Juli wieder die Franzosen folgten. Auch 25. Aug. 1741 kamen solche durch.

Etwa 1/4 Stunde nördlich von Illingen wird im Sulzbach-Thälchen eine Stelle „beim Bruderhaus“ genannt, hier stand das schon genannte Lollhardenhaus. Von dieser Stelle etwa 1/8 Stunde entfernt steht im Wald Brand ein einfaches Steinkreuz, das „Bubenkreuz“ genannt.

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