Beschreibung des Oberamts Mergentheim/Kapitel A 5

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Nahrungsstand.


Hauptnahrungsquellen.

Die Hauptnahrungsquellen der Bezirkseinwohner bilden der Feldbau, der Weinbau und die Viehzucht. Die Gewerbe werden hauptsächlich in den 3 Städten in mäßiger Ausdehnung und häufig neben der Landwirthschaft nur für den Bedarf des Bezirks betrieben. Die Fabrikthätigkeit beschränkt sich auf wenig Etablissements in Mergentheim – Parquetbodenfabrik und Fabrik landwirthschaftlicher Maschinen und von Mühleneinrichtungen – und Weikersheim – Orgelbauwerkstätte –. Die im Bezirk ansäßigen Israeliten suchen sich hauptsächlich durch Handel, insbesondere mit Landesprodukten und Vieh, ihren Erwerb (s. auch die Abschnitte Gewerbfleiß und Handel und Ortsbeschreibung).


Vermögen.
A. Geldwerth des steuerbaren Grundeigenthums.

Derselbe berechnet sich nach den bei der provisorischen Steuerkatasteraufnahme vom Jahr 1823 zu Grund gelegten Schätzungen des Reinertrags wie folgt:

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Stand vom 1. Juli 1878.
Morgen Viertel Reinertrag Kapitalwerth
im 25 fachen
Betrag
Zelglich gebaute Äcker 63.075 30/0 fl.     
238.054
kr.
20
fl.     
5.951.358
kr.
20
nicht zelglich gebaute Äcker 1078 31/2 2663 11 66.579 35
einmähdige Wiesen 320 11/2 888 19 22.207 55
zweimähdige Wiesen 8797 30/0 60.736 16 1.518.406 40
Baumäcker
0Küchengärten und Länder
948 1/2 7779 7 194.477 55
Gras- und Baumgärten
0Baumwiesen
1101 10/0 11.794 33 294.863 45
Weinberge 7442 1/2 38.370 55 959.272 55
Waldungen 27.498 0/0 37.760 7 944.002 55
Weiden mit bestimmter Fläche 234 30/0 198 1 4950 25
Schafweiden mit unbestimmter Fläche bei
     geschätzten 18.557 Stück
0/0 0/0 2910 33 72.763 45
Steinbrüche
0Fischwasser
0Lehmgruben
0/0 0/0 167 40 4191 40
Zusammen 110.497 0/0 401.323 2 10.033.075 50

Unter dieser Summe ist jedoch der Grundbesitz des Staats und anderer steuerfreier Institute nicht begriffen. Ersterer besteht nach der im Jahr 1849/50 gefertigten Übersicht in nachstehenden nutzbaren Flächen:

Morgen. Ruthen.
Gemüse- und Blumengärten 62/8 46,7
Gras- und Baumgärten 232/8 40,2
Länder 52/8 10,8
Hopfengärten
Lustgarten-Anlagen 187/8 1,0
Flürlich gebaute Äcker ohne Bäume 3515/8 7,0
Flürlich gebaute Äcker mit Bäumen
Willkürlich gebaute Äcker ohne Bäume 2545/8 8,3
Willkürlich gebaute Äcker mit Bäumen 1 38,7
Wechselfelder, gebaute 54/8 39,6
Weinberge zum Weinbau bestimmt 12/8 26,3
Weinberge zu andern Kulturarten verwendet |
Zweimähdige Wiesen mit Obstbäumen 4/8 32,2
Zweimähdige Wiesen ohne Obstbäume 1196/8 43,8
Einmähdige Wiesen mit Bäumen u. Gebüsch 3/8 17,0
Einmähdige Wiesen ohne Bäume u. Gebüsch 66/8 17,5
Laubwaldungen 53042/8 19,1
Nadelwaldungen 1195/8 35,2
Gemischte Waldungen 2626/8 2,1
Weiden mit Holz bewachsen 1/8 19,0
Weiden nur mit Gras bewachsen 691/8 4,6
Öden 243/8 10,1
Seen und Weiher 25/8 6,8
Flüsse und Bäche 1782/8 4,6
Straßen und Wege 1412/8 30,1
Zusammen       68984/8 28,7


B. Geldwerth des Viehstandes.

Nach der neuesten Aufnahme des Viehstandes vom 10. Jan. 1873 und dem früher diesfalls angenommenen Werth der verschiedenen Viehgattungen beträgt der Werth der

Pferde von 3 Jahren
und darüber
unter 3 Jahren
Stück
1450
0063
1513 Stück à 50 fl. = 75.650 fl.
Maulthiere und Esel 0
      Rindvieh und zwar:
Zuchtstiere 59
Ochsen und Stiere über 2 Jahren 3306
Kühe 7709
Jungvieh 1/2–2 Jahre alt 5832
Kälber 1852
18.758 Stück à 25 fl. = 468.950 fl.
Schafe spanische 2
     „     englische 250
     „     Bastard- 12.356
     „     Land- 6286
18.894 Stück à 6 fl. = 113.364 fl.
Schweine 07094 Stück à 8 fl. = 56.752 fl.
Ziegen 00842 Stück à 5 fl. = 4210 fl.
Bienenstöcke 01950 Stück à 5 fl. = 9750 fl.
Zusammen      728.676 fl.
| Es beträgt hienach der Gesammtwerth des unbeweglichen Vermögens nach dem Steueranschlag und des Viehstandes
41.354.216 M. und zwar
des steuerbaren Grundbesitzes   17.199.557 M. 14 Pf.
der steuerbaren Gebäude nach dem Gebäudekataster vom Jahr 1878 22.905.500 M. 0
des Viehstandes 01.249.158 M. 86 Pf.
Zusammen 41.354.216 M. 0– Pf.


Wirthschaft.
A. Urproduktion (Landbau).
a) Gewinnung von Mineralien.

Die Gewinnung von Mineralien beschränkt sich auf den Abbau von Werk-, Bau- und Schleifsteinen, Straßenmaterial, Kies, Gyps und Lehm. Nach den Ergebnissen der Landesvermessung nehmen die Steinbrüche ein Areal von 154/8, die Thon-, Sand- und Mergelgruben von 136/8 Morgen ein.

Über die Gewinnung von Bausteinen, Pflastersteinen und Straßenmaterial s. oben S. 16. Vorzügliche lichtgraue, theilweise rothe Werksteine, feinkörnige Schleifsteine, treffliche Bausteine und 5–10 cm starke Platten liefern die Sandsteinbrüche in der Lettenkohle von Freudenbach, Erdbach, Burgstall und Pfitzingen. Muschelkalksteinbrüche fehlen nirgends im Bezirk; sehr gesucht auch bei Eisenbahnbauten sind die klingend harten dolomitischen Kalksteine, Kornsteine, auch Hartsteine genannt. Gypsbrüche finden sich bei Mergentheim und Igersheim; größere Kiesablagerungen bei Mergentheim, Markelsheim und Weikersheim. Auch an Lehm ist sowohl im Thal als auf der Hochfläche kein Mangel. Erze dagegen finden sich im Bezirk nirgends.


b) Pflanzenbau.


1. Verhältnisse des Feldbaus im Allgemeinen.

Nach den Ergebnissen der Landesvermessung beträgt die Grundfläche des Oberamtsbezirks 136.2143/8 Morgen.[1]

| Betrachtet man Äcker, Gärten, Weinberge, Wiesen und Waldungen als gebautes, das übrige als ungebautes Land, so sind 12.7443/8 Morgen der ganzen Fläche unkultivirt. Rechnet man dagegen die Waldungen zur unkultivirten Fläche, so nimmt das nicht angebaute Land 47.9405/8 Morgen oder 35,19 % des Areals ein.

Von der ganzen Bodenfläche kommen auf einen Einwohner 46/8, auf ein Pferd 90 und auf ein Stück Rindvieh 72/8 Morgen.

Das Verhältnis sämmtlicher Kulturarten unter sich, Gärten und Länder als Einheit genommen, ist folgendes:

Gärten und Länder 1,00
Äcker 33,34
Weinberge 3,43
Wiesen 5,53
Waldungen 17,26
Von 100 Morgen der ganzen Grundfläche kommen also:
auf Gärten und Länder 1,50
auf Äcker 49,91
auf Weinberge 5,13
auf Wiesen 8,27
auf Waldungen 25,84
auf die unkultivirte Fläche 9,35
Die letztere mit 12.7443/8 Morgen setzt sich zusammen
aus dem Areal der Ortschaften 5431/8 Morgen
aus Weiden 30495/8      „
aus Öden 54586/8      „
aus Steinbrüchen 154/8      „
aus Thon- und anderen Gruben 136/8      „
aus Gewässer 4037/8      „
aus Straßen und Wegen 32596/8      „

Vertheilung und Grundeigenthum. Das Grundeigenthum war zur Zeit der Landesvermessung in 131.517 Parzellen vertheilt, so daß durchschnittlich 1,036 Morgen auf 1 Parzelle kommen.

Die größten Markungen haben die Gemeinden Nassau mit Louisgarde, und Mergentheim, die kleinsten Crainthal und Queckbronn.

Größere, ganz oder zum Theil arrondirte Güter sind die Freih. v. Zobel’sche Domäne Sailtheim, die Fürstl. Hohenlohe-Jagstbergische Domäne Laudenbach, die Staatsdomäne Neuhaus, | die Fürstl. Hatzfeldische Domäne Waldmannshofen, die Fürstl. Langenburgische Domäne Louisgarde, die Staatsdomäne Apfelhof und das Hofgut Üttingshof. Außerdem haben noch einen größeren Güterbesitz Hohenlohe-Langenburg in Weikersheim mit Karlsberg und in Schäftersheim, Hohenlohe-Bartenstein und Hohenlohe-Jagstberg in Pfitzingen, die Freiherrn von Adelsheim in Wachbach und den angrenzenden Gemeindemarkungen. Nach den Württemb. Jahrbüchern, Jahrg. 1857, Heft I, S. 98 waren im Jahr 1857 im Bezirk Grundbesitzer von über 200 Morgen 11, von 100–200 Morgen 39, von 50–100 Morgen 363, von 30–50 Morgen 473, von 10–30 Morgen 1431, von 5–10 Morgen 1275 und von weniger als 5 Morgen 3722, im Ganzen 7314.

Wir fügen hier noch eine Übersicht über die Vertheilung des Grundbesitzes nach der Aufnahme vom 10. Januar 1873 bei.

(Siehe Seite 188.)

Von den bei der Landesvermessung vorhandenen 136.2143/8 Morgen besaßen im Jahr 1849/50 der Staat 69146/8 Morgen oder 5,08 %, die Grundherrschaften 53422/8 oder 3,92 %, die Gemeinden 20.1157/8 oder 14,77 %, die Stiftungen 7103/8 Morgen oder 0,52 %; im Besitz von Privaten befanden sich demnach 103.1311/8 Morgen oder 75,71 % der Gesammtfläche des Bezirks.


Anbau.[2]

Je nachdem die Boden- und klimatischen Verhältnisse, die Bevölkerung und die Vertheilung des Grund und Bodens verschieden sind, ist auch der Anbau und die Art der Bewirthschaftung verschieden. So kann z. B. in den hoch und in der Lettenkohle gelegenen Markungen Blumweiler, Herbsthausen, Oberrimbach fast keine Gerste und kein Weizen mit Erfolg gebaut werden, während in den tiefer gelegenen Markungen des Tauber-, Vorbach-, Wachbach- und Stuppachthales der Weinbau mit dem besten Erfolg getrieben wird und eine sogar außerhalb Württembergs nicht unbekannte und theilweise sogar sehr beliebte Qualität liefert.

Im Allgemeinen ist die Bewirthschaftungsweise eine gute, theilweise eine rationelle und höchst umsichtige; die ganze Art der Bewirthschaftung hat sich aber seit zwei Jahrzehnten bedeutend verändert.

|
 im ganzen Oberamt 


     a) absolute
     b) in Prozenten
I. Anzahl der Besitzer von Wirthschaften
im Umfang von Hektar
0-11/2 11/2-5 5-10 10-20 20-100 100
und
mehr
Anzahl
im
Ganzen
Gesammtzahl
der Viehbesitzer
welche
Landwirthschaft
treiben
Bevölkerung
vom
1. Dezember
1875
1645
33,33
1571
31,83[ws 1]
827
16,75
601
12,18
289
5,85
3
0,06
4936
100
4002 29.010
     a) absolute
     0b) in Prozenten
II. Flächengehalt der Grundbesitzungen
in der Klasse der Wirthschaften von Hektar
0-11/2 11/2-5 5-10 10-20 20-100 100
und
mehr
Anzahl
im
Ganzen
Darunter
Pacht-
güter
Ganzes
Areal
der Mark-
ungen
1037
3,65
4764
16,75
5735
20,17
8650
30,42
7844
27,58
406
1,43
28.436
100
1402
42.474
| In dem fruchtbaren Tauberthal mit seinen Seitenthälern ist die Bewirthschaftungsart eine andere als auf den verschiedenen Hochebenen.

Diese Verschiedenartigkeit aber hat ihren Grund in dem ziemlich ausgedehnten Weinbau, theilweise auch Hopfenbau und der bergigen und zum Theil sehr abgedachten Lage dieser Markungen sowie in der Vertheilung des Grund und Bodens. Des Weinbaus wegen ist ziemlich viel Dünger nothwendig und spielt deshalb der Futterbau eine bedeutende Rolle. Wenn auch die Wiesen nicht mangeln, so sind solche doch nicht in so reichem Maße vorhanden, daß es nicht nothwendig wäre, mit dem Anbau von Luzerne, Esparsette, deutschem Klee, Mengfutter und in neuerer Zeit hauptsächlich Pferdezahnmais nachzuhelfen.

Die Erträgnisse der Wiesen in den genannten Thälern sind nicht besonders verläßlich, da auf den angeschwemmten kiesigen Thalböden das Öhmd in trockenen Sommern sehr zweifelhafte Erträgnisse liefert. Es ist deßhalb auch begründet, den Schwerpunkt auf die oben aufgezählten Futterkräuter, sowie auf Angersen, (hier Rangeres genannt) und auf Stoppelrüben (nach Winterfrucht) zu legen. Daß unter diesen Verhältnissen weniger Getreide gebaut werden kann und daß es dann in Folge dessen an Stroh mangelt, ist selbstverständlich. Diesem Mangel wird aber regelmäßig durch Zukauf von Stoppeln abgeholfen und hiezu bietet sich schon seit unvordenklichen Zeiten die beste Gelegenheit in den Orten des benachbarten bayerischen auf der Hochebene gelegenen Ochsenfurter Gäues. Hiezu zählen wir auch die Orte Bernsfelden und Simmringen aus unserem Oberamtsbezirk. Es ist dort Sitte, daß das Wintergetreide nicht gemäht, sondern mit der Sichel 11/2–2’ hoch am Boden abgeschnitten wird und dann werden die Stoppeln morgenweise an die Tauberthäler verkauft.

Diese werden von den Käufern theils abgemäht, theils ausgerecht und bilden ein höchst beliebtes Streumaterial, das einen vorzüglichen Dünger liefert. Im Spätsommer kann man ganzen Karawanen meist mit Kühen bespannter Wagen begegnen, die mit dieser nothwendigen, beliebten Waare dem Tauberthale zuwandern.

Die Bewirthschaftungsart in den weinbautreibenden Gemeinden ist in der Regel eine sehr beschwerliche. Die Ortschaften liegen ausnahmslos in den Thälern, die Wiesen mit Baumgärten | und den besten Äckern ebendaselbst, während an den steilen Hängen theils die Weinberge, theils die steinigen, unfruchtbaren Äcker und Hackraine liegen. Nicht selten sind dann noch auf der Höhe entfernt gelegene Äcker, die entweder mit großem Zeitaufwand auf korrigirten Straßen oder auf direkten sehr steilen Wegen mühsam erreicht und bebaut werden müssen; letztere Wege werden fast alljährlich sehr leicht unfahrbar, da sie schon durch mittelmäßige Regenwetter und Schneewasser häufig ausgewaschen werden. Anders verhält es sich mit den auf der Hochebene gelegenen Markungen. Es sind unter diesen zwar auch solche, die ihres strengen Thon- und Lettenkohlenbodens wegen schwer zu bearbeiten sind und manchmal sehr durch Nässe zu leiden haben; allein die Strapazen der Landwirthe dieser Markungen stehen in keinem Verhältnisse zu jenen der weinbautreibenden.

Dagegen haben wir drei Perlen aus unserem Bezirk zu verzeichnen, die bezüglich ihres durchschnittlich guten Bodens, der Fruchtbarkeit und der leichten Bewirthschaftungsweise hervorgehoben zu werden verdienen. Es sind die Gäu-Orte Bernsfelden, Simmringen und Waldmannshofen. Diese drei Markungen liegen vollständig im fruchtbaren Löß. Der Boden ist leicht zu bearbeiten, die Markungen sind eben gelegen, nicht einmal hügelig, und es ist in unserer Gegend bekannt, daß die Bauern dieser drei Markungen keinen Radschuh nothwendig haben und daß sie immer einen Hammer mit auf den Acker nehmen müssen, weil sie keinen Stein finden, um einen Nagel in den Pflug oder in die Egge einschlagen zu können. Da es aber einmal nichts Vollkommenes auf dem Erdenrund gibt, so haben auch diese drei Gemeinden ihre berechtigten Klagen und beklagenswerthe Schattenseiten. Die Wintersaaten leiden öfters am Auswintern und noch öfter am Mäusefraß. Alle 5–6 Jahre müssen Winterbaufelder, wenn nicht vollständig, doch in sehr ausgedehnter Zahl in Folge von Mäusefraß umgeackert werden und es sind in den letzten Jahrzehnten Fälle bekannt, daß nicht ein einziger Morgen Roggen sich überwinterte, sondern im Frühjahr umgeackert und mit Sommerfrucht bestellt werden mußte. Gleiches Schicksal haben auch oft die Weizenfelder.

Die geognostischen Verhältnisse sind oben Seite 4 ff. beschrieben. Es sei hier nur erwähnt, daß die Muschelkalkböden in ihren verschiedenen Gliedern hauptsächlich mit Mischlingswinterfrucht: Roggen und Dinkel, Weizen und Dinkel, sowie | auch reinem Dinkel und Gerste, weniger mit Haber bestellt werden; die tiefgründigen Äcker werden hauptsächlich mit Luzerne und die steinigen, seichteren vorherrschend mit Esper beblümt, während der deutsche Klee eine untergeordnetere Rolle spielt. Die zäheren Lettenkohlefelder werden mehr mit purer Winterfrucht und mehr mit Haber als mit Gerste bestellt, und der deutsche Klee ist hier mehr vertreten als die Luzerne. Esparsette fehlt ganz. Auf den fruchtbaren Lößböden der oben bezeichneten Markungen erscheinen alle die eben aufgeführten Getreidearten und Futterpflanzen gleichzeitig; Roggen und Weizen aber nicht als Mischlingsfrucht, sondern regelmäßig pur angebaut.

Die vorhandenen Allmandgelände sind größtentheils unvertheilt, vielfach mit Bäumen besetzt und werden vorzugsweise als Weide ausgenutzt. Durchgängig aber sind die in den einzelnen Gemeinden vorkommenden Länderstücke, die auch Allmanden sind, an die gemeindeangehörigen Bürger so vertheilt, wie sie seit unvordenklichen Zeiten zu den Häusern gehören.

Einen sehr wohlthätigen Einfluß auf die Landwirthschaft übt sichtlich der landwirthschaftliche Verein aus, der seine Gründung dem 12. September 1840 verdankt. Der Mitbegründer und zugleich der erste Vorstand des landwirthschaftlichen Vereins war der frühere Domänenrath Fortenbach in Weikersheim; diesem folgte Regierungsrath Haas von Mergentheim, und nun steht seit dem Jahre 1864 der Freih. v. Zobel’sche Gutspächter, Ökonomierath Spieß zu Hof Sailtheim, dem Verein vor. Nicht minder günstig wirkt das Beispiel rationeller Bewirthschaftung einzelner größerer Güter. Die Bewirthschaftungsweise hat sich insoferne gegen früher bedeutend verändert, als früher ziemlich viel Reps und hauptsächlich in den öfters genannten Markungen Bernsfelden, Simmringen und Waldmannshofen der Mohn in ziemlicher Ausdehnung gebaut wurde. Reps wird nunmehr noch auf den größeren Gütern: Louisgarde, Neuhaus, Sailtheim und Waldmannshofen gebaut, während der Mohnbau seit einigen Jahren beinahe ganz verschwunden ist; nur in Waldmannshofen wird er noch gebaut. Desto größere Flächen sind dem Futterbau im ganzen Bezirk eingeräumt.

Das Erzeugnis an Getreidefrüchten ist beträchtlich, trotz des ausgedehnten Weinbaus wird doch in allen Orten neben dem eigenen Bedarf noch ziemlich Frucht zum Verkauf gebaut. Am beträchtlichsten ist der Getreideverkauf in den Orten Bernsfelden, Frauenthal, Freudenbach, Neubronn, Simmringen und | Waldmannshofen. Der Absatz der Früchte geschieht größtentheils an Händler, theilweise auch an die bedeutenderen Müller des Bezirks (Schäftersheim und Mergentheim). Die Händler bringen die Waare mit der Bahn größtentheils nach Mannheim und Würzburg, sowie auch nach Wertheim, von wo aus solche dann zu Wasser mainabwärts geht. Besonders unsere Gerste, die unter dem Namen „Frankengerste“ geht, ist ein sehr beliebter Handelsartikel und geht vielfach nach Stuttgart und Ulm. Dinkel wird weniger versandt, sondern durch die Produzenten selbst oder durch Händler in den kleineren Mühlen gegerbt, und dann erst als Kernen versandt. In neuerer Zeit nimmt man auch wahr, daß die Besitzer kleinerer Mühlen, und deren gibt es viele im Bezirk, den Dinkel selbst aufkaufen, gerben und als Kernen mit der Bahn versenden. Diese Müller, die früher neben der Kundenmüllerei noch ziemlich viel auf den Handel gemahlen haben, können gegenwärtig nicht mehr mit den besteingerichteten größeren Mehlfabriken konkurriren, haben die Handelsmüllerei so ziemlich aufgegeben und nützen nun ihre Einrichtungen auf die angedeutete Art aus. Die angebauten Hülsenfrüchte werden abzüglich des Hausbedarfs ausschließlich an Händler verkauft, die diese Waare in größere Städte und hauptsächlich in die Garnisonsstädte absetzen; ebenso ist es mit Haber, der in großen Quantitäten nach Würzburg kommt, oder von Händlern aufgekauft, nach Wertheim geliefert und von dort aus zu Schiff mainabwärts nach Frankfurt, Mainz etc. geliefert wird.

Entwässerungen (Drainagen) wurden hauptsächlich in Bernsfelden, Simmringen und Waldmannshofen vorgenommen. Dort wurde die Drainage vorzugsweise mit gebrannten Thonröhren ausgeführt. Die übrigen Entwässerungen einzelner nasser Äcker und Wiesen in den verschiedenen Markungen wurden mit sog. Steindohlen vorgenommen und ist, wenn sie auch kostspieliger sind, die Dauerhaftigkeit eine größere.

Zweckmäßig angelegte Düngergruben mit Jauchebehältern und Pumpen haben beinahe durchgängig schon seit vielen Jahren willigen Eingang gefunden. Besonders findet die Kettenpumpe immer mehr Verbreitung.

Bezüglich der Ackergeräthe ist seit ungefähr 15 Jahren eine vollständige Umwandlung eingetreten; die früheren sog. Frankenpflüge mit hölzerner Sohle, Griessäule und Streichbrett sind vollständig verschwunden und entweder durch gußeiserne sog. Hohenheimer oder durch einen sog. Bock ersetzt worden; letzterer, eine | Art Ruchadlo, hat seine Heimat in Nassau und hat sich mit einer auffallenden Schnelligkeit im Bezirke verbreitet. Für leichte lehmige Böden ist er auch wirklich auszeichnet; denn er macht eine vorzügliche Wendearbeit, ist billig und für jeden Handwerker leicht reparirbar. Der Hohenheimer Pflug wird mehr in steinigen und gebundenen Thonböden verwendet. In neuerer Zeit finden auch die patentirten schmideisernen Pflüge aus der Fabrik der Gebrüder Eberhard in Ulm beliebten Eingang.

Die Verbreitung verbesserter Eggen kann man dagegen nicht rühmen; es haben zwar die sonst so beliebten Zickzack- und Schareggen bei verschiedenen größeren Ökonomen seit vielen Jahren schon Eingang gefunden; allein der größte Theil der Landwirthe behilft sich noch mit den alten seit langen Jahren hier heimischen Eggen mit eisernen nach rückwärts gebogenen Zähnen.

Feldwalzen sind zahlreich vorhanden und neben den gewöhnlichen theils ein- theils zweispännigen Holzwalzen sind auch die höchst zweckmäßigen Ringelwalzen vertreten.

Eine äußerst rasche Verbreitung haben Futterschneid- und Dreschmaschinen gefunden. Die meisten Landwirthe sind im Besitze beider, und letztere sind größtentheils gemeinschaftliches Eigenthum mehrerer Landwirthe. Auch Dampfdreschmaschinen haben wir drei im Bezirke, die erste wurde im Jahre 1863 aus England in Sailtheim eingeführt. Diese Dampfdreschmaschinen werden hauptsächlich als wandernde benützt und von größeren Landwirthen gemietet. Getreidesäemaschinen sind noch spärlich vertreten (Sailtheim und Neuhaus); dagegen haben die Getreidemähemaschinen um so rascheren Eingang gefunden (15 Stück im Bezirk) und werden mit dem besten Erfolge benützt; Grasmähemaschinen dagegen nicht.

Die Getreideernte geschieht bei größeren Landwirthen vorzugsweise mit der Mähmaschine; bei den übrigen theils mit der Sense, theils mit der Sichel; in früheren Jahren wurde beinahe ausschließlich die Sichel angewendet; allein durch den Arbeitermangel in den letzten Jahren griff man wieder zur Sense und man kann nun annehmen, daß da, wo nicht mit der Maschine gearbeitet wird, die Winterfrucht mit der Sichel und die Sommerfrucht mit der Sense abgeerntet wird.

Die Bespannung besteht bei Großlandwirthen nur aus Pferden, bei mittleren aus Ochsen und bei kleineren entweder aus Kühen oder auch aus zweijährigen Stieren; die letzteren | werden von den Besitzern ein- und an leichtere Arbeiten gewöhnt, in der Regel ein Jahr lang benützt und dann an die mittleren Landwirthe oder Viehhändler verkauft.

Künstliche Dünger werden, seitdem die Getreidepreise so niedrig stehen, wenig mehr angewendet, während in früheren Jahren solches reichlich geschah. Hauptsächlich wird Stallmist, Pferch und Gips verwendet. Im Winter bei sonst ruhender Arbeit werden Felder und Wiesen vielseitig durch Überfahren mit Erde verbessert und Weinberge durch Erdetragen nutzbringender gemacht.

Der Preis der Güter wird weniger bestimmt durch die Güte und Ertragsfähigkeit derselben, als durch die Bevölkerungsverhältnisse, durch die Art des Verkaufes und durch die Vertheilung des Grund und Bodens. Nach einer andern Mittheilung findet Gütervertheilung in Berg und Thal nur ganz ausnahmsweise statt.[ER 1] Es ist nemlich seit alter Zeit in den Thalgemeinden herkömmlich, daß der Grundbesitz unter die Kinder gleichmäßig getheilt wird, während in den übrigen auf den Höhen gelegenen Gemeinden die Eltern einem ihrer Kinder das ganze Gut zu billigem Anschlag unter Vorbehalt eines Leibgedings käuflich übergeben und dadurch regelmäßig die übrigen Kinder verkürzen. Die Ertragsfähigkeit wird hauptsächlich durch den auf die Güter verwendeten Fleiß bestimmt. Weniger Aufmerksamkeit haben in dieser Beziehung die ausgezeichneten Lößböden der öfters genannten drei Markungen nothwendig, sehr dankbar sind auch unsere Muschelkalkböden in verschiedenen Gliedern für einen aufmerksamen Bau und einen regelmäßig und öfters, wenn auch nicht in großer Menge, gegebenen Dünger; diese Böden liefern dann schwere, beliebte Körner und besonders auch gutes aromatisches Futter. Dagegen beanspruchen unsere Lettenkohlenböden bezüglich des Baues und der Düngung große Aufmerksamkeit. Die Muschelkalkböden liefern durchschnittlich bessere Erträge in feuchteren, die Lettenkohleböden dagegen bessere in mehr trockenen Jahrgängen, besonders lieben letztere keine zu feuchten Frühjahre, hauptsächlich in der Bestellungsperiode. Die Lößböden können so ziemlich alles vertragen.

Über die gegenwärtigen Kaufswerthe und die durchschnittlichen Erträgnisse sowie über das übliche Saatquantum und über die verschiedenen Klassen der einzelnen Kulturarten und endlich über die Bodenarten der einzelnen Markungen gibt die Tabelle S. 196–199 näheren Aufschluß.

|
2. Einzelne Kulturen.

a. Ackerbau. Durchschnittlich ist die Dreifelderwirthschaft mit theils vollständig, theils mehr oder weniger eingebauter Brache üblich. Vollständig ist die Brache eingebaut in der ungemein arbeitsamen Gemeinde Edelfingen, beinahe vollständig in Mergentheim, Weikersheim, Markelsheim und Simmringen; in den übrigen Markungen theils mehr, theils weniger; durchgängig ist es üblich, daß die besseren, in der Nähe der Dörfer gelegenen Äcker vollständig, die weniger guten auch weniger und die sehr entfernt gelegenen am wenigsten eingebaut werden.

Das Durchschnittsverhältnis ist der Art, daß von 58.800 Morgen Ackerland 40.800 Morgen als reine Brache behandelt werden. In der Brache werden hauptsächlich gebaut: Reps, Kartoffeln, Futterrüben und rother Klee; Hirse, Mais, Erbsen, Wicken und Linsen, sowie auch etwas Ackerbohnen; Flachs und Hanf werden theils im Brachflur, theils im Sommerfeld angebaut. Für Kopfkohl sind auf jeder Markung die sog. Krautäcker, auf welchen jedes Jahr seit alter Zeit das Kraut gebaut wird. Luzerne, der durchschnittlich 8–10 Jahre, und Esper, der circa 3 Jahre aushält, kann natürlich seines längeren Standes wegen nicht in einer besonderen Flur gebaut werden, sondern wird als sogenanntes Außenfeld behandelt.

Der Futterbau nimmt eine bedeutende Fläche ein, denn es werden angebaut:

1820 0Morgen Wickfuttergemeng,
5400
Kartoffeln,
3000
Futterrunkeln und Rüben,
3400
Rothklee,
5000
Luzerne,
1000
Esper,
60
Pferdezahnmais,
19.680 0Morgen künstlich gebautes Futter,
hiezu 11.152
Wiesen,
30.832 0Morgen.

Es ist sonach dem Futterbau die Hälfte des landwirthschaftlich benützten Areals gewidmet.

Als neue Futterpflanzen haben in den letzten Jahren hauptsächlich der amerikanische Pferdezahnmais und die zweischürige Esparsette raschen Eingang gefunden.

| [Teil 1]
Name
der
Gemeinden
Bo-
den-
art
[3]
Acker-
Klas-
se
Aussaat auf den Morgen Acker Durchschnittlicher Ertrag
eines Morg. Acker in der
höchsten und
niedersten Klasse
Rog-
gen
Wei-
zen
Din-
kel
Ger-
ste
Ha-
ber
Kar-
tof-
fel
Anger-
sen
(Setz-
linge)
Lu-
zer-
ne
Es-
per
Klee Roggen Weizen
Simri Pfd. Sim. Pfd. Schffl. Schffl.
h. n. h. n.
Mergentheim M.0/0 6.0/0 31/4 31/2 60/0 30/0 51/2 200/0 60000/0 120/0 51/2 100/0 50/0 20/0 50/0 21/2
Adolzhausen M.0/0 5.0/0 30/0 31/2 60/0 30/0 51/2 200/0 50000/0 120/0 51/2 100/0 40/0 20/0 40/0 20/0
L.0/0 40/0 41/2 70/0 70/0 150/0
Althausen M.0/0 6.0/0 31/4 31/2 60/0 30/0 50/0 200/0 60000/0 120/0 50/0 100/0 41/2 20/0 40/0 20/0
Apfelbach M.0/0 6.0/0 31/4 31/2 60/0 30/0 50/0 200/0 55000/0 120/0 50/0 100/0 40/0 20/0 31/2 13/4
Archshofen M.0/0 5.0/0 31/4 31/2 60/0 30/0 60/0 200/0 50000/0 120/0 60/0 60/0 40/0 20/0 40/0 20/0
L.0/0 40/0 41/2 70/0 80/0 150/0 80/0
Bernsfelden Löß 4.0/0 31/4 31/2 51/2 30/0 41/2 240/0 50000/0 150/0 0/0 120/0 40/0 30/0 31/2 21/2
Blumweiler L.0/0 7.0/0 41/2 41/2 100/0 40/0 80/0 200/0 55000/0 150/0 0/0 120/0 30/0 20/0 23/4 11/2
Crainthal M.0/0 5.0/0 31/4 31/2 60/0 30/0 60/0 200/0 55000/0 120/0 60/0 100/0 40/0 20/0 31/2 20/0
Creglingen M.0/0 0/0 31/4 31/2 60/0 30/0 60/0 200/0 60000/0 120/0 60/0 140/0 40/0 20/0 40/0 20/0
Deubach M.0/0 9.0/0 31/4 31/2 60/0 23/4 60/0 240/0 60000/0 140/0 60/0 100/0 31/2 20/0 33/4 20/0
Edelfingen M.0/0 8.0/0 31/4 31/2 60/0 21/2 50/0 150/0 60000/0 120/0 60/0 90/0 41/2 20/0 50/0 21/2
Elpersheim M.0/0 8.0/0 31/4 31/2 60/0 30/0 61/2 200/0 60000/0 120/0 60/0 100/0 41/2 20/0 41/2 21/4
Finsterlohr M.0/0 6.0/0 31/4 31/2 70/0 30/0 60/0 200/0 55000/0 120/0 60/0 100/0 40/0 30/0 31/2 20/0
L.0/0 40/0 41/2 100/0 40/0 80/0 150/0 80/0
Frauenthal M.0/0 4.0/0 31/4 31/2 60/0 30/0 60/0 200/0 55000/0 120/0 60/0 100/0 41/2 30/0 41/2 21/2
L.0/0 40/0 41/2 70/0 40/0 70/0 150/0 80/0
Freudenbach L.0/0 4.0/0 40/0 41/2 70/0 40/0 80/0 200/0 55000/0 150/0 60/0 90/0 50/0 30/0 31/2 20/0
Haagen M.0/0 6.0/0 31/4 31/2 60/0 30/0 50/0 180/0 55000/0 120/0 60/0 90/0 31/2 11/2 3
Hachtel M.0/0 8.0/0 31/4 31/2 60/0 30/0 50/0 200/0 60000/0 120/0 60/0 100/0 40/0 20/0 31/2 13/4
Harthausen M.0/0 7.0/0 30/0 30/0 60/0 30/0 60/0 200/0 55000/0 120/0 60/0 90/0 41/2 20/0 40/0 20/0
L.0/0 31/4 31/2 70/0
Herbsthausen L.0/0 5.0/0 40/0 40/0 70/0 40/0 70/0 200/0 55000/0 140/0 60/0 100/0 40/0 20/0 40/0 20/0
Herrenzimmern M.0/0 5.0/0 31/4 31/2 60/0 31/2 61/2 200/0 55000/0 120/0 60/0 90/0 40/0 20/0 31/2 20/0
Honsbronn M.0/0 6.0/0 31/2 31/2 61/2 31/2 51/2 200/0 55000/0 120/0 60/0 90/0 40/0 20/0 40/0 20/0
Igersheim M.0/0 6.0/0 40/0 40/0 60/0 31/2 51/2 200/0 60000/0 100/0 40/0 90/0 40/0 20/0 41/2 20/0
Laudenbach M.0/0 6.0/0 31/4 31/2 60/0 30/0 50/0 180/0 60000/0 120/0 60/0 90/0 31/2 11/2 31/2 20/0
Löffelstelzen M.0/0 6.0/0 31/4 31/2 60/0 30/0 60/0 200/0 55000/0 120/0 60/0 90/0 41/2 21/2 40/0 21/2
Markelsheim M.0/0 6.0/0 31/4 31/2 60/0 30/0 51/2 200/0 60000/0 120/0 50/0 90/0 40/0 20/0 41/2 20/0
Münster M.0/0 6.0/0 31/4 31/2 60/0 30/0 60/0 180/0 55000/0 120/0 60/0 100/0 40/0 20/0 40/0 20/0
L.0/0 40/0 40/0 80/0 80/0
Nassau M0/0 6.0/0 31/4 31/2 60/0 30/0 60/0 200/0 55000/0 120/0 50/0 100/0 40/0 20/0 31/2 11/2
Neubronn M.0/0 8.0/0 31/4 31/2 60/0 30/0 60/0 180/0 55000/0 120/0 50/0 100/0 41/2 21/2 40/0 20/0
Neunkirchen M.0/0 9.0/0 31/4 31/2 60/0 30/0 51/2 200/0 60000/0 120/0 60/0 90/0 41/2 13/4 40/0 20/0
Neuseß M.0/0 8.0/0 31/4 31/2 60/0 30/0 60/0 200/0 55000/0 120/0 50/0 100/0 40/0 20/0 40/0 20/0
Niederrimbach M.0/0 7.0/0 31/4 31/2 61/2 31/2 60/0 180/0 55000/0 140/0 60/0 100/0 40/0 20/0 40/0 20/0
Oberrimbach M.0/0 6.0/0 40/0 40/0 70/0 50/0 0/0 180/0 55000/0 160/0 80/0 100/0 40/0 20/0 40/0 20/0
L.0/0 60/0 60/0 100/0 0/0 80/0
Pfitzingen M.0/0 5.0/0 30/0 30/0 60/0 30/0 60/0 200/0 60000/0 120/0 60/0 90/0 40/0 20/0 40/0 20/0
L.0/0 31/2 31/2 70/0 70/0
Queckbronn M.0/0 6.0/0 30/0 31/2 60/0 30/0 51/2 120/0 60000/0 120/0 60/0 90/0 50/0 20/0 40/0 20/0
Reinsbronn M.0/0 9.0/0 30/0 30/0 60/0 31/2 51/2 200/0 60000/0 120/0 60/0 100/0 40/0 20/0 40/0 20/0
L.0/0 40/0 40/0 70/0 70/0
Rengershausen M.0/0 8.0/0 31/2 40/0 60/0 30/0 60/0 200/0 55000/0 120/0 60/0 90/0 40/0 20/0 31/2 20/0
Rinderfeld M.0/0 6.0/0 30/0 30/0 60/0 31/2 60/0 200/0 60000/0 120/0 60/0 100/0 31/2 20/0 31/2 13/4
L.0/0 40/0 40/0 70/0 80/0
Roth M.0/0 6.0/0 31/2 31/2 60/0 31/2 50/0 200/0 55000/0 120/0 60/0 100/0 40/0 20/0 31/2 20/0
L.0/0 40/0 40/0 70/0 60/0
Rüsselhausen M.0/0 5.0/0 31/2 40/0 60/0 31/2 60/0 200/0 60000/0 120/0 60/0 90/0 40/0 11/2 31/2 13/4
Schäftersheim M.0/0 7.0/0 30/0 31/2 60/0 30/0 60/0 150/0 60000/0 120/0 60/0 90/0 41/2 20/0 41/2 20/0
Schmerbach M.0/0 6.0/0 31/2 31/2 60/0 31/2 60/0 180/0 60000/0 120/0 60/0 90/0 40/0 20/0 40/0 20/0
L.0/0 40/0 40/0 80/0 80/0
Simmringen Löß 4.0/0 30/0 31/4 51/2 30/0 41/2 240/0 50000/0 150/0 60/0 120/0 40/0 30/0 31/2 21/2
Stuppach M.0/0 5.0/0 31/4 40/0 60/0 31/4 60/0 200/0 55000/0 120/0 60/0 90/0 40/0 20/0 31/2 20/0
Vorbachzimmern M.0/0 6.0/0 30/0 31/2 60/0 30/0 51/2 180/0 55000/0 120/0 60/0 90/0 40/0 11/2 31/2 11/2
Wachbach M.0/0 6.0/0 30/0 31/2 60/0 30/0 50/0 180/0 60000/0 120/0 60/0 90/0 40/0 11/2 31/2 13/4
Waldmannshofen0/0 Löß 6.0/0 30/0 30/0 0/0 20/0 40/0 200/0 60000/0 120/0 60/0 90/0 50/0 30/0 50/0 21/2
Weikersheim M.0/0 7.0/0 31/4 31/2 60/0 30/0 60/0 120/0 60000/0 120/0 60/0 90/0 50/0 20/0 41/2 20/0
Wermutshausen M.0/0 6.0/0 30/0 30/0 50/0 30/0 60/0 250/0 55000/0 120/0 50/0 100/0 40/0 20/0 40/0 20/0
L.0/0

Auf den eigentlichen Lettenkohlenböden wird selten oder gar keine Gerste gebaut, ebenso wieder auf den besseren Böden kein Dinkel, sondern nur Weizen.

| [Teil 2]
Name
der
Gemeinden
Durchschnittlicher Ertrag eines Morgen Acker in der
höchsten und niedersten Klasse
Preise eines
Morgen Acker
in der
Dinkel Gerste Haber Kartoffel Angersen Luzerne Esper Klee höchst. niedst.
Scheffel Simri Klasse
h. n. h. n. h. n. h. n. h. n. h. n. n. h. n. fl. fl.
Mergentheim0/0 70/0 30/0 51/2 21/4 70/0 20/0 2000/0 700/0 2500/0 1600/0 480/0 200/0 200/0 420/0 200/0 7500/0 1000/0
Adolzhausen0/0 60/0 20/0 40/0 13/4 50/0 20/0 1700/0 600/0 2500/0 1500/0 400/0 200/0 180/0 200/0 200/0 4000/0 800/0
Althausen0/0 61/2 20/0 50/0 20/0 60/0 20/0 1800/0 600/0 2500/0 1500/0 480/0 200/0 150/0 400/0 200/0 4000/0 300/0
Apfelbach0/0 60/0 21/2 31/2 13/4 41/2 20/0 1700/0 600/0 2400/0 1400/0 420/0 200/0 180/0 400/0 200/0 4000/0 2000/0
Archshofen0/0 61/2 20/0 50/0 30/0 51/2 20/0 1900/0 500/0 2500/0 1200/0 450/0 200/0 150/0 400/0 200/0 9000/0 200/0
Bernsfelden0/0 61/2 30/0 31/2 21/2 41/2 31/2 2200/0 1000/0 2500/0 1800/0 450/0 300/0 0/0 450/0 280/0 4000/0 2000/0
Blumweiler0/0 51/2 21/2 30/0 20/0 41/2 11/2 1700/0 600/0 2200/0 1400/0 360/0 180/0 0/0 420/0 250/0 3000/0 800/0
Crainthal0/0 60/0 21/2 41/2 20/0 41/2 20/0 1800/0 700/0 2200/0 1200/0 400/0 200/0 180/0 400/0 220/0 3000/0 1500/0
Creglingen0/0 61/2 21/2 41/2 21/2 50/0 20/0 2000/0 900/0 2400/0 1500/0 460/0 200/0 180/0 420/0 200/0 4000/0 1500/0
Deubach0/0 60/0 20/0 31/2 20/0 40/0 20/0 1900/0 800/0 2200/0 1500/0 400/0 200/0 150/0 400/0 200/0 4500/0 300/0
Edelfingen0/0 61/2 21/2 51/2 21/4 61/2 20/0 2200/0 1000/0 2500/0 1800/0 480/0 250/0 200/0 420/0 200/0 9000/0 2000/0
Elpersheim0/0 61/2 20/0 50/0 20/0 60/0 20/0 2000/0 800/0 2200/0 1200/0 450/0 200/0 140/0 400/0 200/0 6000/0 700/0
Finsterlohr 0/0 51/2 20/0 31/2 20/0 41/2 20/0 1800/0 800/0 2000/0 1600/0 420/0 200/0 180/0 400/0 200/0 3500/0 1500/0
Frauenthal0/0 51/2 20/0 41/2 21/2 50/0 20/0 2000/0 900/0 2200/0 1800/0 420/0 250/0 0/0 420/0 200/0 3500/0 2000/0
Freudenbach0/0 60/0 20/0 40/0 20/0 41/2 20/0 1800/0 1000/0 2200/0 1800/0 420/0 220/0 200/0 420/0 200/0 6000/0 3000/0
Haagen0/0 60/0 20/0 40/0 20/0 41/2 20/0 2000/0 800/0 2000/0 1200/0 400/0 180/0 180/0 400/0 180/0 4000/0 800/0
Hachtel0/0 60/0 11/2 31/2 20/0 41/2 20/0 1900/0 600/0 2400/0 1300/0 400/0 180/0 180/0 400/0 180/0 4000/0 250/0
Harthausen0/0 61/2 20/0 40/0 20/0 50/0 20/0 2000/0 800/0 2300/0 1400/0 400/0 180/0 200/0 400/0 180/0 4000/0 1000/0
Herbsthausen0/0 61/2 20/0 31/2 20/0 41/2 20/0 2000/0 800/0 2200/0 1400/0 400/0 200/0 180/0 420/0 200/0 4000/0 1000/0
Herrenzimmern0/0 60/0 13/4 40/0 20/0 41/2 20/0 1900/0 600/0 2300/0 1300/0 400/0 200/0 180/0 400/0 180/0 3000/0 500/0
Honsbronn0/0 60/0 20/0 41/2 20/0 50/0 20/0 1900/0 700/0 2300/0 1300/0 400/0 200/0 180/0 400/0 180/0 4000/0 800/0
Igersheim0/0 61/2 20/0 50/0 20/0 51/2 20/0 2000/0 700/0 2500/0 1400/0 480/0 200/0 200/0 420/0 200/0 8000/0 800/0
Laudenbach0/0 61/2 20/0 41/2 20/0 50/0 20/0 2000/0 700/0 2500/0 1400/0 450/0 200/0 200/0 420/0 200/0 4500/0 80–100
Löffelstelzen0/0 63/4 20/0 41/2 20/0 50/0 21/2 2000/0 800/0 2400/0 1400/0 420/0 200/0 200/0 420/0 200/0 7500/0 1500/0
Markelsheim0/0 63/4 20/0 50/0 20/0 51/2 20/0 2000/0 800/0 2500/0 1500/0 480/0 200/0 200/0 420/0 200/0 8000/0 1000/0
Münster0/0 51/2 20/0 40/0 20/0 41/2 20/0 1800/0 750/0 2300/0 1400/0 420/0 200/0 180/0 400/0 180/0 3500/0 1000/0
Nassau0/0 60/0 13/4 31/2 20/0 50/0 20/0 2000/0 750/0 2400/0 1300/0 440/0 180/0 200/0 400/0 180/0 4000/0 600/0
Neubronn0/0 60/0 20/0 41/2 20/0 50/0 20/0 1800/0 750/0 2300/0 1300/0 420/0 180/0 200/0 400/0 180/0 4000/0 800/0
Neunkirchen0/0 61/2 20/0 50/0 20/0 60/0 20/0 1900/0 800/0 2500/0 1400/0 480/0 200/0 200/0 440/0 200/0 6500/0 1200/0
Neuseß0/0 60/0 20/0 41/2 20/0 50/0 20/0 1900/0 700/0 2400/0 1300/0 420/0 180/0 180/0 400/0 180/0 4000/0 500/0
Niederrimbach0/0 51/2 13/4 31/2 20/0 41/2 20/0 1800/0 600/0 2300/0 1300/0 420/0 200/0 180/0 380/0 180/0 3500/0 800/0
Oberrimbach0/0 60/0 20/0 31/2 20/0 41/2 20/0 1800/0 700/0 2400/0 1400/0 420/0 200/0 180/0 450/0 200/0 3500/0 800/0
Pfitzingen0/0 61/2 20/0 40/0 20/0 50/0 20/0 1900/0 750/0 2300/0 1500/0 420/0 180/0 200/0 400/0 200/0 4000/0 600/0
Queckbronn0/0 61/4 20/0 41/2 20/0 51/2 21/2 1900/0 900/0 2400/0 1600/0 440/0 200/0 200/0 400/0 200/0 5000/0 1000/0
Reinsbronn0/0 61/2 21/2 40/0 20/0 41/2 20/0 1850/0 900/0 2400/0 1600/0 440/0 210/0 180/0 400/0 220/0 4000/0 1500/0
Rengershausen0/0 60/0 20/0 31/2 20/0 41/2 20/0 1750/0 800/0 2300/0 1600/0 420/0 200/0 180/0 380/0 200/0 4000/0 750/0
Rinderfeld0/0 60/0 13/4 31/2 20/0 41/2 20/0 1900/0 800/0 2300/0 1700/0 400/0 200/0 200/0 380/0 200/0 4000/0 750/0
Roth0/0 61/2 20/0 40/0 20/0 41/2 20/0 1900/0 800/0 2300/0 1750/0 400/0 200/0 200/0 400/0 200/0 4000/0 1000/0
Rüsselhausen0/0 61/2 11/2 30/0 20/0 40/0 20/0 1800/0 600/0 2300/0 1600/0 400/0 180/0 180/0 400/0 180/0 4000/0 300/0
Schäftersheim0/0 70/0 20/0 41/2 20/0 60/0 20/0 2000/0 900/0 2500/0 1700/0 460/0 200/0 200/0 420/0 220/0 6000/0 1000/0
Schmerbach0/0 60/0 20/0 31/2 20/0 41/2 20/0 1800/0 750/0 2300/0 1550/0 400/0 200/0 200/0 400/0 200/0 3500/0 800/0
Simmringen0/0 0/0 0/0 31/2 21/2 41/2 30/0 2200/0 1200/0 2500/0 1800/0 480/0 300/0 0/0 450/0 250/0 3750/0 1750/0
Stuppach0/0 60/0 13/4 40/0 20/0 41/2 20/0 1850/0 700/0 2400/0 1600/0 420/0 200/0 180/0 420/0 200/0 4000/0 750/0
Vorbachzimmern0/0 61/2 20/0 40/0 11/2 41/2 20/0 2000/0 650/0 2450/0 1600/0 450/0 180/0 180/0 420/0 180/0 5000/0 500/0
Wachbach0/0 61/2 20/0 40/0 20/0 41/2 20/0 2000/0 750/0 2450/0 1600/0 440/0 200/0 200/0 420/0 200/0 4000/0 800/0
Waldmannshofen0/0 0/0 0/0 41/2 30/0 51/2 31/2 2200/0 1500/0 2500/0 2000/0 480/0 300/0 240/0 460/0 280/0 4500/0 2750/0
Weikersheim0/0 70/0 20/0 51/2 20/0 61/2 20/0 1800/0 800/0 2500/0 1700/0 450/0 180/0 200/0 400/0 200/0 8000/0 1500/0
Wermutshausen0/0 63/4 20/0 40/0 20/0 50/0 20/0 1800/0 700/0 2400/0 1600/0 420/0 180/0 200/0 400/0 200/0 4000/0 550/0


| An Winterfrüchten werden gebaut: Weizen, Roggen und Dinkel, vielseitig auch Roggen und Dinkel oder Weizen und Dinkel als Mengfrucht; besonders ist der Anbau von Dinkel und Roggen sehr beliebt und hat auch seine volle Berechtigung; denn der Roggen wintert in den leichten Muschelkalkböden gerne aus und wird in diesem Falle durch den Dinkel, der sich dann sehr bestockt, ersetzt.

Der Anbau von Emer und Einkorn ist so ziemlich verschwunden, es werden im Bezirke jährlich noch circa 180 Morgen angeblümt und dieses hauptsächlich in den Orten Apfelbach, Archshofen, Hachtel, Rengershausen, Roth, Stuppach und Wachbach.

An Sommerfrucht wird vorzugsweise Gerste und Haber gebaut, der Anbau von Hülsenfrüchten hat merklich abgenommen.

Hirse, Flachs und Hanf werden größtentheils nur zum Hausbedarf kultivirt.

Der Hopfenbau hat seit Anfang der 60er Jahre raschen Eingang gefunden und wurde theils an Draht, theils an Stangen gezogen; allein seit zwei Jahren nimmt dieser Bau wieder bedeutend ab. Weiteres s. unten.

Eine Ausnahme von dieser Wirthschaftsweise machen die größeren Güter: Louisgarde, Sailtheim und Üttingshof. Die Brache ist mit Ausnahme von Reps hier ganz beseitigt.

Auf Louisgarde ist eine Achtfelderwirthschaft mit: 1. theils Repsbrache und Wickfutter, 2. Reps, 3. Winterfrucht, 4. Hackfrucht (Kartoffel und Rangeres), 5. Gerste mit Klee, 6. Klee, 7. Weizen und 8. Haber.

Sailtheim wird ganz frei bewirthschaftet; es sind dort wegen Mangels an Wiesen (595 württ. Morgen, worunter 5 Morgen Wiesen, 510 Morgen Feld und 50 Morgen Wald)[ER 2] regelmäßig 100–130 Morgen mit Luzerne und Esper beblümt. Auf den übrigen Feldern wird Reps, Winterfrucht; Wickfutter, Winterfrucht; Hackfrucht, Gerste mit Klee und Winterfrucht gebaut.

Üttingshof wird achtfeldrig umgetrieben und zwar: Wickfutter, Winterfrucht, Haber, Hackfrucht (Kartoffel, Rangeres, Futtermais), Gerste, Klee, halb Klee halb Erbsen, Winterfrucht.


b. Gartenbau. Die Produkte des Gartenbaues werden in der Regel nur für das eigene Hausbedürfnis gezogen; in neuerer Zeit haben sich übrigens in Mergentheim zwei Gärtner niedergelassen, die neben Gemüsebau zum Verkauf auch Blumengärtnerei für den Handel treiben und ziemlich ausgedehnte Obstbaumschulen haben.

| Nur in einer Gemeinde, Edelfingen, wird seit langer Zeit von einer größeren Anzahl Einwohner eine Art kleinerer Handelsgärtnerei mit gewöhnlichen landwirthschaftlichen und Gartensämereien und Gartenpflanzen getrieben z. B. Angersen, Kraut, Rettig und Gemüsesamen, Bohnen, Selleri, Zwiebelpflanzen (sog. Stopfzwiebel).

Außerdem haben wir zwei große, ihrer Schönheit wegen weit und breit bekannte und besuchte Lustgärten (Parks) zu verzeichnen: den 30 Morgen großen ärarischen Schloßgarten in Mergentheim und den dem Fürsten von Hohenlohe-Langenburg gehörigen 36 Morgen großen Hofgarten zu Weikersheim.

Die Gemüse- und Blumengärten mit den Ländern und Gartenanlagen im Bezirk nehmen zusammen einen Flächengehalt von 1003 Morgen ein. Die Gras- und Baumgärten repräsentiren nebenbei noch 1037 Morgen.


c. Weinbau. (S. auch Württemb. Jahrbücher 1870, S. 538 ff.) Sobald die Tauber oberhalb Archshofen Württemberg und damit auch unseren Bezirk betritt, beginnt der Weinbau und wird in allen an der Tauber gelegenen Gemeinden betrieben, bis sie unterhalb Edelfingen den Bezirk wieder verläßt und auf badisches Gebiet übertritt. Auch dort wird die Rebe gepflanzt, bis sich das immer größer werdende Flüßchen bei Wertheim in den Main ergießt.

Je länger die Tauber fließt, desto ausgedehnter wird der Weinbau betrieben.

Auf dem ganzen Wege sind hauptsächlich die gegen Süden schauenden Abhänge mit Reben bepflanzt und haben wir die 10 Gemeinden Archshofen, Crainthal, Creglingen, Schäftersheim, Weikersheim, Elpersheim, Markelsheim, Igersheim, Mergentheim und Edelfingen aufzuführen, in denen der weit und breit bekannte Tauberwein gebaut wird; auch auf einem Theil der Markung Löffelstelzen – der Tauber zu gelegen – wird der Weinbau noch getrieben.

Aber nicht im Tauberthal allein wird diese edle Pflanze kultivirt, es geschieht dies auch an den südlichen Hängen der verschiedenen Seitenthäler, und zwar:

a. in dem sog. Herrgotts- oder Münsterthal, in welchem noch die Gemeinde Creglingen, dann aber Münster mit dem Weinbau betheiligt ist und zwar letzteres auch in einem weiteren Seitenthälchen, Barbach genannt;

| b. dem Rimbachthal unterhalb Creglingen, mit den Weinbautreibenden Gemeinden Niederrimbach und Neubronn;

c. dem Steinachthal, in welchem in den Parzellengemeinden Niedersteinach, Reinsbronn mit Schirmbach, der Schultheißerei Reinsbronn noch Weinbau getrieben wird, sowie auch, jedoch untergeordnet, in der Gemeinde Frauenthal;

d. dem Seitenthal zwischen Schäftersheim und Nassau mit Nassau;

e. dem Vorbachthal mit den Gemeinden: Laudenbach, Haagen, Vorbachzimmern, theilweise Pfitzingen, Queckbronn und Honsbronn und einem zweiten Seitenthälchen des Vorbachthals mit der Gemeinde Wermutshausen und der dazu gehörigen Parzelle Ebertsbronn;

f. dem Rüsselhäuser Thal mit den Gemeinden Rüsselhausen, Herrenzimmern und Adolzhausen;

g. dem Apfelbacher Thal mit der Gemeinde Apfelbach;

h. dem Seitenthal gegen Neuseß mit der Gemeinde Neuseß;

i. dem Wachbachthal mit den Gemeinden Wachbach, Roth und Hachtel;

k. dem Stuppacherthal mit der Gemeinde Stuppach und

l. einem Seitenthal der Jagst mit der Gemeinde Rengershausen;

m. dem Althäuser Thal mit den Gemeinden Neunkirchen und Althausen und schließlich

n. einem Nebenthälchen vom sog. Balbachthal in der Exklave Deubach.

Größere Besitzkomplexe in einer Hand kommen weder im oberen noch im unteren Tauberthale, noch in den Seitenthälern vor; dagegen findet man an dem Vorbach größere Besitzungen. So hat z. B. die Fürstl. Standesherrschaft Hohenlohe-Langenburg am sog. Karlsberg, Markung Weikersheim, einen zusammenhängenden Weinbergbesitz von 31 Morgen, sonst auf der Markung Weikersheim 19 Morgen; Fürst Albert zu Hohenlohe-Jagstberg auf der Markung Laudenbach 7 Morgen zusammenhängend, und die Landwirthe M. Preuß und Markert in Ebertsbronn je 6 Morgen, ferner im Wolfenthal, einem Seitenthälchen der Tauber bei Mergentheim, Verwaltungsaktuar Hailer in Edelfingen einen mit frühem Klevner, Burgunder, schwarzem Rißling und Portugieser besetzten 5 Morgen großen Weinberg.

Die Behandlung und Erziehungsart der Weinberge in der Anlage sowie während der Benützung ist so ziemlich gleich in | allen 36 Gemeinden, in denen Weinbau getrieben wird. Soll ein Weinberg neu angelegt werden, so wird der Boden zunächst 2–3′ tief rajolt und in einem Abstand von 3′ mit sog. Schnittlingen besetzt. Wurzelreben oder sog. Fechser werden selten benützt. Der junggepflanzte Stock wird 3–4 Jahre lang alljährlich oberhalb seines obersten Absatzes, ungefähr 2″ unter der Erdoberfläche zurückgeschnitten, was man abwerfen nennt. An dieser Stelle bildet sich durch dieses öftere Abschneiden ein größerer Knoten, Kopf genannt, und daher hat denn auch die hier gebräuchliche Kopferziehung ihren Namen. Hat nun dieser Kopf die Größe eines Hühnereies erreicht, was 6–8 Jahre in Anspruch nehmen kann, so läßt man eine Rebe stehen, im nächsten Jahre zwei, später auch einen Schenkel und so fort, bis der Stock so erstarkt ist, daß er zum normalen Ertrag angeschnitten werden kann.

Diese hier ausschließlich übliche Art der Erziehung nimmt durchschnittlich einen Zeitraum von 10–15 Jahren in Anspruch und nach dessen Verlauf steht der Weinstock erst in seinem vollen Ertrag; die vorherigen Erträgnisse sind sehr verschieden und durchschnittlich unbedeutend. Dagegen dauern bei dieser Erziehungsart und bei sonstiger guter Behandlung die Rebstöcke weit länger als hundert Jahre und man hat Beispiele von zweihundertjähriger Dauer. Ältere Weinberge, in welchen Stöcke aus Altersschwäche absterben, werden durch Ausbüsen (Ersetzen der ausgebliebenen Stöcke durch bewurzelte Fechser) noch lange Zeit erhalten.

Muß ein Weinberg Alterswegen ausgestockt werden, so wird er 10–12 Jahre lang in den meisten Fällen mit Luzerne angeblümt, damit er durch diese Kultur gekräftigt wird und dann wieder, wie Eingangs erwähnt, frisch angelegt.

An Traubensorten werden vorzugsweise gebaut:

a. als weißes Gewächs: der Östreicher (grüne Silvaner), der Junker (Gutedel), der Elbling und die Fleischtraube;

b. als rothes Gewächs: Süßroth, Grobroth oder Tauberschwarz, selten und erst in neuerer Zeit der Trollinger, Portugieser und schwarze Rißling.

Diese Sorten sind für unsere theilweise geringen Lagen und leichten Böden die geeignetsten und liefern wegen ihres eigenthümlichen guten Geschmacks einen höchst angenehmen, weit umher bekannten und beliebten bouquetreichen Wein.

| Weinberge, die ausschließlich mit rothen oder weißen Traubensorten bepflanzt wären, sind nicht in großer Zahl vorhanden; ein gemischter Satz mit roth und weiß ist der beliebteste.

Allgemein hat der Weinbau abgenommen und es sind Fälle bekannt, daß Weinberge ausgehauen wurden, um mit Hopfen bepflanzt zu werden; gegenwärtig ist aber die Zeit da, in welcher den Hopfen dasselbe Loos trifft und die ausgestockten Hopfenländer wieder zu ihrer alten Bestimmung zurückkehren.

Eine Kalamität in der Behandlung des weißen Tauberweins kann nicht unerwähnt bleiben. Derselbe hat nemlich die unangenehme Eigenschaft, leicht zähe zu werden; es ist deshalb das frühzeitige und öftere Ablassen nicht genug zu empfehlen.

Die Behandlung des Weines oder vielmehr der Trauben in Beziehung auf Raspeln und Absondern der Kämme, sowie auf sorgfältiges Lesen und Sortiren läßt noch manches zu wünschen übrig.

Durch häufig eintretende Frühjahrs- und Herbstfröste leidet der Weinbau sehr beträchtlich, wie überhaupt die Erträgnisse quantitativ gering sind.

Der Verkauf geschieht größtentheils im Herbst von der Kelter weg und finden die Weine meistens ihren Absatz südwärts nach Württemberg und dem angrenzenden Bayern. Fabrikanten moussirender Frankenweine in Würzburg sind auch nicht selten willige Abnehmer.

Die Erträgnisse und Preise der Weine und der Weinberge sind aus der Tabelle S. 206 und 207 ersichtlich.


d. Wiesenbau. Es sind im Bezirke 496 Morgen einmähdige und 10.656 Morgen zweimähdige Wiesen vorhanden.

Unter diesen befinden sich ziemlich viele Wässerwiesen; allein diese Wässerwiesen werden alle nebenbei auch von Zeit zu Zeit gedüngt. Die Wiesen liegen größtentheils in den Thälern; aber auch sog. Höhenwiesen sind vorhanden, bei denen das Futter durch regelmäßiges, jährlich wiederkehrendes Düngen zwangsweise produzirt werden muß.

Aus der nachstehenden Tabelle S. 208 und 209 sind die verschiedenen Klassen, die Durchschnittserträgnisse und die Preise der Wiesen ersichtlich.

Das Futter ist größtentheils gut, doch gibt es auch mitunter saures.

Die Tauber- und Höhenwiesen sind in ihrem Ertrage, besonders bei Öhmd, nicht immer verläßig. Tritt ein trockner | Sommer ein, so ist bei diesen beinahe auf gar kein Öhmd zu rechnen. So wohlthätig die öfters vorkommenden Überschwemmungen der Tauberwiesen im Winter und Frühjahr auf die Vegetation der Wiesen wirken, so nachtheilig ist nicht selten diese Wirkung der Überschwemmung durch Gewitterregen zur Zeit des üppigen vorgeschrittenen Wachsthums oder gar zur Heuernte. Verschlammung oder gar Fortschwemmen des Futters ist die Folge.

Das Futter wird vorzugsweise von den Besitzern oder Pächtern verbraucht; Verkäufe außerhalb des Bezirks gehören zu den Seltenheiten.


e. Der Obstbau ist schon sehr alt im Bezirk, hat sich aber im letzten Jahrzehnt bedeutend gehoben und kamen besonders ausgedehnte Neuanlagen zur Ausführung. Mit dem größeren Interesse in der Obstzucht ist natürlich auch die Pflege eine bessere geworden.

Sowohl in den Thälern, als auf den Höhen wird der Obstbau betrieben und sind die Erträgnisse bald da, bald dort bessere, je nachdem Frühjahrsfröste mit heftigen kalten Winden von dieser oder jener Seite kommen oder, was sehr häufig vorkommt, im Frühjahr Höhen und Thäler ganz verschiedene Temperatur haben.

Verbreitet sind im Bezirk folgende Sorten:[4]

1. Kernobst. Äpfel: Gestreifte Schafnase † (Roßkopf), gestreifter Backapfel * (Entenapfel), weißer Astracan * (Jakobifrühapfel), Kalwillartiger Rosenapfel * † (rother Rubiner), Pleißner Rambour * (Pfundapfel), Holzputzapfel, * Reinette von Kanada * † (Sternreinette), gestreifter Tiefputzer † (Tiefputz), (kleiner Lederapfel), grauer Kurzstiel † * (Lederapfel), (Pelzapfel), Goldparmäne † *, purpurrother Cousinot, (rother Jagdapfel, Zigeunerle), rother Stettiner * (rother Bietigheimer), grüner Stettiner † (grüner Bietigheimer), Kugelapfel † (wilder Bietigheimer, Sauerapfel), Luiken, * † weißer Taffetapfel * † (Weinapfel, Muskateller), Weinsäuerling, † brauner Matapfel † * (Kohlapfel), Blauapfel † (Blauluiken, Schopflocher). Die beiden letzten Sorten wurden durch herumziehende Schopflocher und Eibelstadter Baumhändler im Bezirk verbreitet, haben aber nur einen untergeordneten ökonomischen Werth und werden die meisten

(Fortsetzung S. 210.)
|
Namen
der
Gemeinden
Wein-
bergs-
klas-
se
Weinertrag
im Durch-
schnitt
der Jahre
1870-1875
pro Morgen
Preise
des Eimers
Preise
eines Morgen
Bodenart
be-
ster
mitt-
lerer
gering-
ster
be-
ster
mitt-
lerer
gering-
ster
Qualität Qualität
Eim. Im. fl. fl. fl. fl. fl. fl.
Mergentheim 4. 1 8 75 63 53 1400 200 Wellendolomit, Wellenkalk und Anhydritgruppe.
Adolzhausen 2. 12 200 50 Muschelkalk.
Althausen 3. 1 56 53 49 400 100 Wellendolomit und Anhydritgruppe.
Apfelbach 1. 1 2 55 51 49 100 Anhydritgruppe.
Archshofen 3. 1 1 72 67 62 1000 500 Anhydritgruppe und Muschelkalk.
Crainthal 3. 1 5 57 54 52 400 200 Anhydritgruppe und Muschelkalk.
Creglingen 5. 1 2 60 55 50 600 300 Desgleichen.
Deubach 3. 8 54 350 125 Anhydritgruppe und Muschelkalk.
Edelfingen 5. 1 15 63 58 52 1500 350 Wellendolomit u. etwas Anhydritgruppe
Elpersheim 6. 1 4 67 64 61 900 300 Desgleichen.
Finsterlohr 1. 7
Frauenthal 1. 9 300 Muschelkalk.
Haagen 3. 2 4 71 67 65 600 250 Anhydritgruppe.
Hachtel 1. 10 100 Desgl. u. Wellendolomit.
Harthausen 1. 1 4
Herrenzimmern 2. 1 14 70 67 64 300 150 Muschelkalk.
Honsbronn 2. 1 2 82 81 79 500 300 Desgleichen.
Igersheim 3. 1 8 61 57 54 500 125 Wellendolomit und Anhydritgruppe.
Laudenbach 3. 2 14 72 68 65 600 400 Anhydritgruppe und Muschelkalk.
Löffelstelzen 3. 1 1 51 49 46 600 300 Desgleichen.
Markelsheim 4. 2 9 79 67 55 1000 300 Wellendolomit, Anhydritgruppe und Muschelkalk.
Münster 1. 1 2 54 52 50
Nassau 3. 12 64 [62] 59 350 150 Muschelkalk.
Neubronn 3. 1 5 66 60 55 300 150 Desgleichen.
Neunkirchen 3. 14 49 44 41 600 150 Wellendolomit mit Anhydritgruppe.
Neuseß 3. 1 4 51 47 39 400 100 Muschelkalk.
Niederrimbach 3. 1 2 66 65 64 400 200      „
Pfitzingen 3. 13 58 54 51 500 300      „
Queckbronn 3. 1 12 81 78 74 500 250      „
Reinsbronn 2. 1 3 62 800 600      „
Rengershausen 3. 1 4 54 200 100 Anhydritgruppe und Muschelkalk.
Roth 1. 1 500 Muschelkalk.
Rüsselhausen 2. 1 2 61 57 53 300 150 Anhydritgruppe und Muschelkalk.
Schäftersheim 4. 2 74 70 67 600 200 Desgleichen.
Stuppach 2. 1 53 52 50 200 150 Anhydritgruppe.
Vorbachzimmern 3. 2 8 74 69 65 1000 300 Anhydritgruppe und Muschelkalk.
Wachbach 3. 1 1 53 49 45 400 100 Wellendolomit mit Anhydritgruppe.
Weikersheim 5. 1 9 93 77 68 1000 300 Wellendolomit, Anhydritgruppe und Muschelkalk.
Wermutshausen 2. 1 9 64 61 59 700 200 Muschelkalk.

|
Namen
der
Gemeinden
Durchschnitts-
ertrag eines
Morgen an
Heu und Öhmd
Preise
eines Morgen
Wiese
Wässer-
wiesen
Klassen
Zweimäh-
dige Dünger-
wiesen
Klassen
Einmäh-
dige
Wiesen
höchster
Klasse
niederster
Klasse
höchster
Klasse
niederster
Klasse
Centner Gulden
Mergentheim0/0 500/0 250/0 8000/0 4000/0 10/0 30/0 00/0
Adolzhausen 0/0 350/0 200/0 5000/0 2000/0 0/0 30/0 0/0
Althausen0/0 450/0 220/0 10000/0 4000/0 20/0 20/0 0/0
Apfelbach0/0 380/0 150/0 4000/0 500/0 0/0 10/0 0/0
Archshofen0/0 400/0 250/0 5000/0 3000/0 10/0 30/0 0/0
Bernsfelden0/0 350/0 160/0 4000/0 2000/0 10/0 30/0 00/0
Blumweiler0/0 350/0 220/0 3000/0 1500/0 0/0 40/0 0/0
Crainthal0/0 400/0 250/0 5000/0 3000/0 00/0 40/0 00/0
Creglingen0/0 400/0 250/0 5000/0 3000/0 20/0 40/0 00/0
Deubach0/0 360/0 240/0 5500/0 3500/0 0/0 10/0 10/0
Edelfingen0/0 380/0 200/0 10000/0 4000/0 00/0 60/0 00/0
Elpersheim0/0 420/0 180/0 6000/0 3000/0 00/0 20/0 00/0
Finsterlohr0/0 350/0 200/0 3500/0 2000/0 00/0 50/0 00/0
Frauenthal0/0 350/0 270/0 5000/0 3000/0 0/0 20/0 10/0
Freudenbach0/0 350/0 250/0 5000/0 3000/0 00/0 40/0 00/0
Haagen0/0 420/0 300/0 5000/0 3000/0 10/0 10/0 10/0
Hachtel0/0 400/0 150/0 7000/0 750/0 10/0 40/0 0/0
Harthausen0/0 360/0 180/0 6000/0 2000/0 0/0 40/0 0/0
Herbsthausen0/0 350/0 200/0 4000/0 2000/0 00/0 40/0 00/0
Herrenzimmern0/0 420/0 300/0 5000/0 3000/0 10/0 10/0 0/0
Honsbronn0/0 380/0 250/0 5000/0 3000/0 0/0 20/0 0/0
Igersheim0/0 420/0 220/0 8000/0 3000/0 40/0 10/0 00/0
Laudenbach0/0 450/0 250/0 6000/0 2000/0 20/0 30/0 00/0
Löffelstelzen0/0 360/0 200/0 6000/0 2500/0 00/0 20/0 10/0
Markelsheim0/0 420/0 220/0 8500/0 3000/0 20/0 20/0 00/0
Münster0/0 360/0 200/0 6000/0 2000/0 0/0 50/0 0/0
Nassau0/0 360/0 240/0 6000/0 3000/0 20/0 20/0 00/0
Neubronn0/0 360/0 180/0 4000/0 2000/0 20/0 30/0 0/0
Neunkirchen0/0 450/0 220/0 8000/0 3000/0 20/0 10/0 00/0
Neuseß0/0 360/0 200/0 5000/0 2000/0 0/0 30/0 0/0
Niederrimbach0/0 360/0 200/0 6000/0 2000/0 40/0 10/0 00/0
Oberrimbach0/0 300/0 180/0 3000/0 800/0 00/0 30/0 0/0
Pfizingen0/0 400/0 250/0 5000/0 1500/0 10/0 20/0 00/0
Queckbronn0/0 480/0 220/0 7000/0 3000/0 20/0 20/0 00/0
Reinsbronn0/0 350/0 250/0 4000/0 2000/0 10/0 20/0 10/0
Rengershausen0/0 360/0 200/0 4000/0 1000/0 00/0 50/0 00/0
Rinderfeld0/0 400/0 180/0 5000/0 1000/0 10/0 30/0 00/0
Roth0/0 360/0 250/0 5000/0 3000/0 20/0 10/0 00/0
Rüsselhausen0/0 400/0 300/0 4000/0 2500/0 10/0 20/0 0/0
Schäftersheim0/0 450/0 250/0 8000/0 3500/0 10/0 20/0 00/0
Schmerbach0/0 360/0 250/0 4000/0 2000/0 10/0 30/0 00/0
Simmringen0/0 380/0 220/0 5000/0 3000/0 00/0 30/0 00/0
Stuppach0/0 360/0 240/0 5000/0 2500/0 20/0 30/0 00/0
Vorbachzimmern0/0 400/0 280/0 6000/0 4000/0 00/0 20/0 00/0
Wachbach0/0 400/0 220/0 6000/0 3000/0 20/0 30/0 00/0
Waldmannshofen0/0 350/0 250/0 5000/0 3500/0 20/0 20/0 00/0
Weikersheim0/0 550/0 250/0 10000/0 5000/0 20/0 40/0 00/0
Wermutshausen0/0 380/0 200/0 4000/0 1500/0 00/0 40/0 00/0


| dieser Bäume gegenwärtig mit andern Sorten: Luiken, Goldparmäne, Taffetapfel und verschiedenen Reinetten umgepfropft.

Neu eingeführt sind und schon ziemlich verbreitet: Granensteiner[ws 2], Champagner-Reinette, Kaiseralexander, Muskat-Reinette, Königl. Kurzstiel, Karmeliter-Reinette, Kasseler-Reinette, englische Granat-Reinette, großer Bohnapfel und Fleiner.

Birnen: Stuttgarter Gaishirtle *, grüne Sommermagdalena * (Grünbirn), Herbstcitronenbirn * (Schnackelesbirn), rothe Wadelbirn † (Frankfurter, Jägerbirn, Glockenbirn), gelbe Wadelbirn † (Wurgbirn, Schwanzbirn), kleine Zimmetbirn (Frankfurtele, Rostbirn), rothe Blutbirn, weiße Blutbirn †, Palmischbirn †, Knausbirn †, welsche Bratbirn †, Champagner-Bratbirn †, großer Katzenkopf † (Pfundbirn), weiße Herbstbutterbirn *, Herbstbergamotte *, Winterbergamotte *.

Neu eingeführt wurden außer den Bratbirnen: Wildling von Einsiedel, Wolfsbirn, Schweizerbirn, Pomeranzenbirn vom Zabergäu, Forellenbirn, Dielsbutterbirn, holzfarbige Butterbirn, Ochsenherzbirn u. s. w.

2. Steinobst. Die gewöhnliche Hauszwetschge und die gewöhnliche blaue Pflaume sind überall verbreitet; in neuerer Zeit findet man auch die italienische Zwetschge, die Eßlinger Frühzwetschge, die grüne Reineclaude und unter den Pflaumen: Lucas’ Königspflaume, die violette Pflaume, die Damascenerpflaume in fast allen besseren Gärten; auch die gelbe Mirabelle und die große gelbe Eierpflaume sind häufig zu treffen.

An Kirschen findet man am häufigsten die schwarze und rothe Herzkirsche, neben diesen die rothe Maiherzkirsche und die gelbe Herzkirsche.

An Weichseln sind vertreten: die gewöhnliche Weichsel, die Astheimer Weichsel sowie auch die frühe Amarelle.

In den Gärten des Tauberthales findet man auch sehr häufig Aprikosen und Pfirsiche, meistens aber nur die gewöhnlichen Sorten.

3. Schalenobst. Unter dieser Gattung sind vorzugsweise die welschen Wallnüsse in jeder Gemeinde zu finden.

Eßbare Kastanien sind nur ganz vereinzelt im Taubergrund anzutreffen.

Von den besseren Haselnüssen sind die großen und kleinen Zellernüsse in verschiedenen Gärten angepflanzt, werden aber in der Regel nicht besonders gepflegt.

| 4. Beerenobst. Außer den gewöhnlichen wilden Stachelbeeren und den gewöhnlichen weißen, rothen und schwarzen Johannisbeeren trifft man in allen besseren Gärten auch die großfruchtigen englischen Stachelbeeren in verschiedenen guten Sorten, die rothe und weiße holländische Johannisbeere, die Kirschjohannisbeere und in neuerer Zeit auch da und dort die amerikanische Brombeere. Von Himbeeren sind neben der gewöhnlichen die rothe Monatshimbeere, die rothe amerikanische und die gelbe Chilihimbeere zu treffen.

Maulbeerbäume sind höchst vereinzelt zu finden und zwar nur im Tauberthal.

An Erdbeeren haben außer den gewöhnlichen in neuerer Zeit auch die Monats-Erdbeere und die Ananas-Erdbeere Eingang gefunden.

Neben den zum Rohgenuß verwendeten Früchten werden im Bezirk viele Birnen und Zwetschgen gedörrt, Zwetschgen in Fässern eingespundet und im Winter zu Zwetschgenwasser gebrannt, auch findet die Verwerthung des Obstes als Obstmost immer mehr Verbreitung. Das Verfahren bei der Obstmostbereitung ist im letzten Jahrzehnt ein besseres geworden und trifft man allerwärts Obstmahlmühlen und Obstpressen; auch im Keller wendet man dem Obstmost eine größere Aufmerksamkeit zu als früher. Leider aber ist hier die beklagenswerthe Unsitte, daß in den meisten Orten das Obst zu frühzeitig geerntet wird, in Folge dessen die Bäume geschädigt werden und das Obst selbst an seinem Werthe bedeutend verliert.

Die Orte, in denen die Obstkultur mit Geschick, besonderer Liebe und mit Erfolg betrieben wird, sind Mergentheim, Edelfingen, Weikersheim, Creglingen (s. die Ortsbeschreibung), Archshofen (auf dem linken Tauberufer an Stelle ausgestockten Walds prächtige Zwetschgenplantagen), Freudenbach, Waldmannshofen, Pfitzingen, Igersheim, Schäftersheim, Laudenbach, Vorbachzimmern, Adolzhausen, Markelsheim, Wermutshausen, Rüsselhausen, Apfelbach, Althausen, Deubach, Münster, Neubronn, Oberrimbach. Aber auch in den übrigen Gemeinden geschieht gegenwärtig mehr als früher und finden sich in fast allen Gemeinden auch Gemeinde-Baumpflanzungen auf Allmanden. Gemeindebaumwärter sind in den meisten Gemeinden zur Pflege der Gemeindebäume angestellt und gehen dieselben regelmäßig auch Privaten in der Baumpflege an die Hand.

| Gemeindebaumschulen sind nur in Mergentheim, Creglingen, Schäftersheim, Igersheim, Löffelstelzen.

Privatbaumschulen von nennenswerther Größe befinden sich in Mergentheim im Besitz des Oberamtsbaumwärters Schultheiß Roll und Handelsgärtner J. Roll in Amlishagen, OA. Gerabronn, 1 Hektar groß. Es sind in dieser Pflanzung die empfehlenswerthesten Obstsorten gezogen und wurden aus dieser schon seit mehreren Jahren viele edle Sorten im Bezirk mit gutem Gedeihen und Fortkommen verbreitet.

Kleinere aber nennenswerthe Privatbaumschulen befinden sich in Edelfingen (J. Hailer), Mergentheim (Kunstgärtner Löchner), Vorbachzimmern (Schultheiß Ölschläger), Apfelbach (Schultheiß Satzinger), Löffelstelzen (J. Brand), Creglingen (G. Schneider), Waldmannshofen (G. Schauer), Sechselbach (Schullehrer Bürger), Oberrimbach (W. Baßmann).

Besonders erwähnenswerth ist eine nun 10jährige Baumanlage von 12 Morgen mit geringem Boden auf der Markung Dörtel im Besitze des J. Hailer in Edelfingen.


f. Der Hopfenbau ist nur von einiger Bedeutung in Edelfingen, Mergentheim, Althausen, Markelsheim, Löffelstelzen und Wachbach. Sonst kommt er theils gar nicht, theils nur in ganz geringem Umfang im Bezirk vor.

Der Hopfen wird in Draht- und Stangenanlagen gezogen; letztere sind jedoch häufiger und die Liebhaberei für die ersteren im Abnehmen begriffen.

Als einzige größere Anlage ist eine dem Freiherrn von Adelsheim in Wachbach gehörige Drahtanlage von 5 Morgen zu verzeichnen.

Die Waare vom ganzen Bezirk ist beliebt und wird größtentheils an Händler von Mannheim und Nürnberg verkauft. Auch Bierbrauer aus dem Bezirk und der Umgegend kaufen; allein nur, um den Hopfen zu Winterbier zu verwenden.


g. Waldbau.[5]
Der Oberamtsbezirk hat eine Gesammtfläche von 42.474,3 ha, wovon die Waldungen 10.805,5 ha, somit 25% des Ganzen einnehmen. Es trifft hienach bei einer Bevölkerung des Bezirks von 29.010 Einwohnern auf einen Einwohner 0,3 ha Wald bei 1,1 ha landwirthschaftlicher Fläche; der Bezirk ist daher | genügend mit Wald versehen. Dieser nimmt auf dem Gebiete des Muschelkalks und theilweise der Lettenkohle meist guten, bis zu 60% auch für landwirthschaftliche Zwecke tauglichen Boden ein. Die Bestockung bildet vorherrschend die Buche mit der Eiche, und nur in kleinerem Umfang, die Fichte theils rein, theils mit der Forche, Lerche und Weißtanne, oder mit Laubholz gemischt.

Die Bodenverhältnisse sind dem Holzwuchs günstig.

In den Jahren 1855 bis 1869 ist die Ausstockung mehrerer kleiner isolirter Waldstücke auf bedingtem Waldboden gestattet und dem Landwirth übergeben worden, während andererseits minder sterile Flächen mit Kalksteingeröll, welche zu landwirthschaftlichen Zwecken nicht taugten, aufgeforstet worden sind. In letzterer Beziehung könnte wohl noch mehr geschehen.

Über den ganzen Oberamtsbezirk vertheilt bilden die Waldungen keine besonders großen Zusammenhänge. Zu den größeren Komplexen gehören: die Staats-, Gemeinde- und Privat-Waldungen westlich von Mergentheim an der Badischen Grenze, mit etwa 788 ha, auf den Markungen Edelfingen, Mergentheim, Althausen, Lustbronn; die Staats-, Gemeinde- und Privat-Waldungen nordöstlich von Mergentheim gegen die Bayerische Grenze, etwa 630 ha, auf den Markungen Bernsfelden, Harthausen und Nassau; ein Theil der Mergentheimer Stadtwaldungen und der Gemeindewaldungen von Markelsheim in südlicher Richtung von Mergentheim, etwa 490 ha; die Staats-, Gemeinde- und Privat-Waldungen zwischen Wachbach und Dörzbach, etwa 490 ha, auf den Markungen Hachtel, Rengershausen, Dörzbach und Ailringen; die Staats-, Gemeinde- und Privat-Waldungen südwestlich von Stuppach gegen die Badische Grenze, etwa 490 ha, auf den Markungen von Stuppach, Lustbronn und Rengershausen; die Staats-, Gemeinde- und Privat-Waldungen östlich von Creglingen gegen die Bayerische Grenze, etwa 315 ha, auf den Markungen von Frauenthal, Freudenbach, Erdbach und Reinsbronn; die Staats-, Gemeinde- und Privat-Waldungen bei Herbsthausen, etwa 315 ha, auf den Markungen von Apfelbach, Apfelhof, Herbsthausen und Roth.

Von der Gesammtwaldfläche des Bezirks sind annähernd 10.555 ha oder 97% produktiver, und der Rest etwa 3%, nicht ertragsfähiger Boden. Von erster Fläche sind 8650 ha oder 80% mit Laubholz, 1550 ha oder 15% mit Nadelholz, 600 ha oder 5% gemischt mit Laub- und Nadelholz bestockt. | Von den Waldungen des Bezirks gehören 1950 ha dem Staat, 3850 ha den Gemeinden und Stiftungen, 1100 ha den Gutsherrschaften und 3900 ha Privaten. Sie sind sämmtlich dem Forstamt Mergentheim zugetheilt, und fallen davon wieder auf die Reviere Creglingen 3235 ha, Mergentheim 5198, Dörzbach 2366 ha.

Das Revier Creglingen mit 605 ha Staatswald, welches ganz in den Oberamtsbezirk fällt, hat 20 waldbesitzende Gemeinden und 3 Stiftungen, von welchen einzig die Gemeinde Münster einen größeren Waldbesitz von ungefähr 190 ha hat.

Das Revier Mergentheim mit 478 ha Staatswaldungen, welches ebenfalls ganz in den Oberamtsbezirk fällt, hat 17 waldbesitzende Gemeinden und 5 Stiftungen, wovon nur die Gemeinden Markelsheim mit 478 ha, Mergentheim 437 ha, und Igersheim mit 360 ha bedeutenderen Waldbesitz haben.

Das Revier Dörzbach liegt nur zum Theil im Oberamtsbezirk mit 866 ha Staatswald; es umfaßt hier 14 Gemeinden und 3 Stiftungen; Dörzbach, Stuppach und Rengershausen, mit 134 ha, 128 ha und 126 ha, haben größern Waldbesitz.

Die Lage der Waldungen über der Meeresfläche ist im ganzen Oberamtsbezirk 700–1300 par. Fuß.

Der Gebirgsart entspricht der Boden: ein aus der Verwitterung des Muschelkalks, welcher in den Thaleinschnitten zu Tage geht, hervorgegangener kalkreicher sandiger Lehm, an den Hängen mit Steingeröll, auf den Plateaux stellenweise undurchlassender Letten.

Das Klima kann als mild bezeichnet werden, wie der Weinbau an den Südabhängen gegen die Tauber und Vorbach mit ihren Seitenthälern zeigt. Der Winter bringt mehr Regen als Schnee und anhaltende strenge Kälte. Spätfröste sind nicht selten, sie schaden aber den Waldungen, welche fast durchaus die höheren Lagen einnehmen, wenig. Samenjahre der Fichte sind häufiger, als von der Buche und Eiche. Beschädigungen durch Stürme kommen bisweilen in Fichtenständen vor. Den Buchenbeständen sind außer der Eiche, welche ausgezeichnetes, werthvolles Holländerholz liefert, auch Eschen, Ahorne, Ulmen, Rauhbuchen, Birken, Aspen, Saalen, Linden, Kirschen, Vogelbeer, Elzbeer und als Seltenheit Speierling (Sorbus domestica) beigemischt.

Von den Nadelhölzern kommt hauptsächlich die Fichte in feuchten und nassen Einschlägen und die Forche auf mageren | Stellen der Plateaux und an Abhängen mit Geröll, theils rein, theils gemischt vor; untergeordnet und künstlich angezogen ist die Weißtanne, Schwarzforche, Lerche und ziemlich selten die Weymouthskiefer (Pinus strobus).

Der Zustand der Waldungen kann im Allgemeinen als ein guter bezeichnet werden, besonders in den Staatswaldungen, welche größtentheils mit ganz gutem Erfolg von dem frühern Mittelwaldbetrieb zu Hochwald übergeführt sind. Bei den Gemeinden, deren Laubholzbestände als Mittelwald behandelt werden, zeigen sich weniger günstige Verhältnisse. Bei einigen ist der Boden, in Folge fortgesetzter übermäßiger Streunutzung, so entkräftet, daß nur noch Nadelholz und zwar bloß die genügsame Forche angezogen werden kann. Außerdem werden häufig die Reinigungshiebe, welche wegen der Eiche sehr wichtig sind, versäumt und die Oberholzstämme nicht aufgeastet. Diesem Übelstand ist es auch zuzuschreiben, daß in den Mittelwaldungen die jüngern Klassen des Oberholzes beinahe überall fehlen. Die Kulturen werden öfter nachläßig und mit untauglichem Material ohne genügenden Erfolg ausgeführt. Übrigens gibt es auch Gemeinden, welche den Wald pflegen und durch Anlage von Pflanzschulen kräftige Pflanzen zur Nachbesserung der Schläge erziehen. Aus den Pflanzschulen der Staatswaldungen sind bis jetzt von den zum Verkauf verfügbaren Pflanzen nach Möglichkeit abgegeben worden. Die Durchführung des neuen Gesetzes über die Bewirthschaftung und Beaufsichtigung der Körperschaftswaldungen wird erst nach und nach Wirkung zeigen, zumal wenn sich die Gemeinden entschließen werden, den Schutz ihrer Waldungen dem Schutzpersonal des Staats zu übertragen.

Die Bewirthschaftung der Staats-, Gemeinde- und Stiftungs-Waldungen gründet sich auf Wirthschaftsplane und technische Gutachten, welche von geprüften Forstmännern auf nachhaltige Nutzung eingerichtet sind. Die Nutzung wird nach dem kombinirten Flächen- und Massenfachwerk regulirt. Die periodischen Nutzungsplane werden alle 10 Jahre revidirt. Die Materialanfälle kommen, was die Hauptnutzung betrifft, innerhalb dieser Periode zur Ausgleichung; auch für die Kulturen und für die Standnutzung werden periodische Plane aufgestellt.

Die Staatswaldungen sind in besondere Bestandes- und Wirthschaftskarten eingezeichnet, die Waldungen der Gemeinden in sogenannte Übersichtskarten eingetragen.

| Bei den Waldungen des Staats ist Hochwaldbetrieb mit 80–100jährigem Umtrieb eingeführt; die Gemeinden haben vorherrschend Mittelwaldungen mit 20–30jährigem Umtrieb, in welchen die Rauhbuche als Unterholz wegen ihres reichlichen Stockausschlags von besonderer Bedeutung ist; dazu kommen wenige Eichenschälwaldungen mit 15jährigem Umtrieb.

Die Standortsverhältnisse entsprechen vorzüglich der Buche und Eiche, mit der oben bezeichneten Mischung, den Nadelhölzern nur in geringer Ausdehnung. Erstere Holzarten werden daher auch künftig beinahe ausschließlich den Waldbestand bilden. Der Fichte sollte künftig weniger Terrain eingeräumt werden, weil sie bald stockfaul wird, dagegen der Forche besonders auf magerem Boden allein oder gemischt mit andern Holzarten, welchen sie nicht gefährlich wird, mehr Rücksicht zu Theil werden. Die Lerche würde zur Ausbesserung kleiner Bestandeslücken Verwendung finden können.

Die Verjüngung der Buche und Eiche vollzieht sich leicht auf natürlichem Weg durch regelmäßige Besamung und Abtriebschläge. Wo die natürliche Verjüngung nicht erfolgt, wird die künstliche durch Saat und Pflanzung der Buche, Eiche, Esche, Ahorn, Ulme, und wo diese nicht mehr passen, der Forche und Lerche angewendet. Diese Holzarten werden unter entsprechenden Verhältnissen auch zur Nachbesserung der Mittelwaldschläge gewählt. Bei der Fichte werden meistens Kahlhiebe geführt und findet zur Verjüngung beinahe durchaus die Pflanzung statt.

Der jährliche Ertrag der Waldungen an Holz exclusive Stockholz und Leseholz beträgt zur Zeit:

      von den Staatswaldungen 6000 Fm.
0„     „00Gemeinde- und Stiftungswaldungen       5248 0
0„     „00Gutsherrlichen Waldungen 4400 0
und demnach von einem ha
in den Staatswaldungen 4,00 Fm.
0000Gemeinde- und Stiftungswaldungen 1,36 0
0000Gutsherrlichen Waldungen 4,00 0

Die Privatwaldbesitzer halten keine gleichmäßige Jahresnutzung ein. Der durchschnittliche Jahresertrag der Privatwaldungen steht aber entsprechend ihrem Zustand nicht unter dem der Gemeinde- und Stiftungswaldungen.

Außerhalb der Waldungen wird auf Weidflächen und noch mehr am Ufer der Tauber und an den Nebenbächen ein nicht unbedeutendes Quantum Holz erzeugt.

| Die Ausbeute an Nutzholz im Verhältnis zur oberirdischen Holzmasse betrug in den Staatswaldungen des Reviers Mergentheim
im Jahr 1865 38%
0„     „ 1870 46%
0„     „ 1875 42%

und in den Jahren 1865–1875 durchschnittlich 42%, während in den Gemeindewaldungen nur etwa 20–25% erzeugt werden. Der Grund dieser geringern Ausbeute gegenüber der in den Staatswaldungen liegt nicht allein in dem Zustand der Waldungen, sondern auch darin, daß sogenannte Bürgergaben in den meisten Gemeinden unentgeltlich abgegeben werden und daß vieles Holz zu anderen Zwecken verwendet wird.

Der Geldertrag der Staatswaldungen des Reviers Mergentheim war in den letzten 10 Jahren bei einer Waldfläche von 478 ha und einem durchschnittlichen Nutzungsquantum von 1450 Fm. folgender:

Jahre. Rohertrag. Reinertrag.
1868/69 17.964 M. 85 Pf. 09.400 M. 16 Pf.
1869/70 23.823 M. 44 Pf. 14.500 M. 09 Pf.
1870/71 20.591 M. 38 Pf. 11.766 M. 74 Pf.
1871/72 26.658 M. 74 Pf. 16.066 M. 98 Pf.
1872/73 15.228 M. 44 Pf. 06.596 M. 95 Pf.
1873/74 16.625 M. 25 Pf. 07.118 M. 05 Pf.
1874/75 18.877 M. 47 Pf. 09.099 M. 43 Pf.
1875/76 21.996 M. 46 Pf. 12.097 M. 46 Pf.
1876/77 31.415 M. 45 Pf. 23.228 M. 92 Pf.
1877/78 17.760 M. 40 Pf. 08.703 M. 32 Pf.

Somit in einem Jahr der Rohertrag 21.092 M. und der Reinertrag 11.858 M., was auf 1 ha 44 M. Rohertrag und 25 M. Reinertrag ergibt.

| Die Holzpreise dieses Reviers waren in den
Jahren 1820 1840 1860 1878
pro 1 Kubik-Meter pro 1
Fest-Meter
a) Vom Nutzholz

     Eichen
     Nadelholz
fl. kr.


10 0
07 0
fl. kr.


12 0
09 0
fl. kr.


16 0
10 0
fl. kr.


14 47
08 03
b) Vom Brennholz
     pro 1 Klafter[ER 3]
     Buchen, Scheiter     
     Nadelholz
13 24
07 49
17 50
12 0
17 30
19 0
Raum-M.

07 54
03 42

Von den Holzerzeugnissen der Waldungen des Oberamtsbezirks wird das Brennholz zum größten Theil im Bezirk selbst verbraucht, doch wird auch ein ziemliches Quantum an Angehörige des angrenzenden bayerischen und badischen Gebietes abgesetzt. Das Eichennutzholz wird vielfach von Großhändlern aufgekauft, besonders starke fehlerfreie Stämme auf der Achse oder auf der Eisenbahn an den Main und Neckar verbracht und von da weiter als Schiffsbauholz etc. verführt. Auch das schwächere Eichenstammholz, worunter das zu Eisenbahnschwellen taugliche zu benennen ist, kann gut verwerthet werden.

In Staatswaldungen wird sämmtliches Holz nach Abzug des Bedarfs für eigene Zwecke (Besoldungen, Abgabe an Beamte etc.), im Aufstreich gegen sogleich baare Bezahlung versteigert; ebenso in den Gemeinde- und gutsherrlichen Waldungen, jedoch mit Borgfrist, wodurch zum Theil höhere Erlöse erzielt werden. In den Gemeindewaldungen werden nach Abzug des eigenen Bedarfs der Gemeinden noch sog. Bürgergaben vom Unter- oder Stangenholz und zum Theil vom Abholz des Ober- oder Stammholzes des Mittelwalds gereicht, und der Rest, namentlich das Stammholz, für die Gemeindekasse verwerthet. Bei einzelnen Gemeinden mit ganz geringem Waldbesitz wird der ganze Holzertrag zu | Gunsten der Gemeindekasse verwerthet, das Nutzholz bei freier Konkurrenz, das Brennholz in der Regel nur an Ortsangehörige versteigert. Aus dem Walde wird es bis zum Verbrauchsort selbst auf der Achse befördert. Aus den Waldungen bei Ellwangen und Crailsheim wird Nadelholz als Brennholz, Stammholz und Schnittwaare in den Oberamtsbezirk eingeführt.

In den Staatswaldungen sind die Abfuhrwege zweckmäßig angelegt und werden gut unterhalten, zum Theil auch in einigen gutsherrlichen Waldungen. In den Gemeindewaldungen fehlt es aber, mit wenigen Ausnahmen, an richtiger Anlage und gehöriger Unterhaltung der Waldwege.

Die holzverzehrenden Gewerbe, Bierbrauer, Bäcker etc. verwenden häufig statt des Holzes die billigere Steinkohle, welche auch für den häuslichen Bedarf immer mehr benützt wird.

Unter den holzverarbeitenden Gewerben sind einige Sägmühlen, namentlich die des Hrn. Bembe in Mergentheim, zu nennen.

In Staatswaldungen bestehen keine Gerechtigkeiten. In Gemeindewaldungen aber kommen Bauholzabgaben aus Gerechtigkeit vor.

Von den Nebennutzungen wird besonders die Waldstreunutzung ausgeübt, in den Staats- und Gemeindewaldungen auf Grund regelmäßiger Plane, jedoch mit Einschränkung auf besondere Nothjahre.

Die Grasnutzung wird nur auf unschädlichen Plätzen an Wegen gestattet, Waldweide besteht nicht. Kalk- und Sand-Steinbrüche bestehen zum Bauen und zur Weganlage und Unterhaltung.

Waldbeeren, Kräuter etc. werden unentgeltlich gesammelt.

Im Revier Mergentheim sind von Staats- und anderen Waldungen durch das Forstamt Waldvergehen abgerügt worden

im Jahre 1857 78 Fälle
0„     „ 1862 92     „
0„     „ 1867 60     „
0„     „ 1872 52     „
0„     „ 1877 60     „

im Durchschnitt von 1857 bis 1877 69 Fälle. In den letzten 10 Jahren 1868/77 waren es durchschnittlich nur noch 54 Fälle. Darunter 4% Weidexzesse, 9% Streu- und Grasexzesse, 17% Grünholz-, 32% Dürrholzexzesse und 38% sonstige, besonders forstpolizeiliche Vergehen.

| h. Weidewirthschaft. Das Areal der eigentlichen Weiden betrug nach den Ergebnissen der Landesvermessung 30495/8 M., wovon 406/8 Morgen mit Obstbäumen besetzt, 4602/8 Morgen mit Holz bewachsen, 25485/8 nur mit Gras bewachsen waren. Außerdem waren 54586/8 Morgen Ödungen vorhanden, welche gleichfalls, soweit dies möglich, beweidet wurden. Die Gemeinden besaßen an Weiden 21285/8 Morgen, an Öden 6171/8 M. Die eigentlichen Weiden sind im Ganzen gut und gesund, an den Hängen und Klingen jedoch steinig und mager; sie werden nebst der Brach- und Stoppelweide nur mit Schafen befahren und sichern neben dem Ertrag der Pferchnutzung vielen Gemeinden eine zum Theil recht ansehnliche Rente. Nicht verpachtet ist die Weide in den Gemeinden Blumweiler, Finsterlohr, Frauenthal, Freudenbach, Münster, Neubronn, Oberrimbach, Rinderfeld, Schmerbach und Wermutshausen, wo sie theils von Realgemeinderechtsbesitzern, theils von den Güterbesitzern überhaupt benützt wird. Die größte eigentliche Weidefläche besitzt Elpersheim, und den höchsten Geldertrag aus der Weide überhaupt beziehen Mergentheim, Adolzhausen, Elpersheim, Nassau, Stuppach und Schäftersheim, während die höchsten Pfercherlöse Nassau, Creglingen, Bernsfelden, Stuppach, Schäftersheim und Pfitzingen haben. Eigentliche Weiden fehlen verschiedenen Gemeinden, wie Bernsfelden, Deubach, Harthausen, Queckbronn, Roth, Simmringen, Stuppach u. s. w.


i. Allmanden sind in 21 Gemeinden vorhanden, doch nicht von größerer Bedeutung. Meist sind sie an die Bürger gegen einen geringen Allmandzins, aber auch, wie in Igersheim, ohne einen solchen vertheilt. Den höchsten Erlös bezieht Elpersheim mit 1800 M.


c. Viehzucht.[6]
Pferdezucht. Nach der jüngsten Viehzählung vom 10. Januar 1873 hatte der Bezirk 1513 Stück Pferde, darunter 63 Fohlen unter 3 Jahren, es kommen sonach auf 100 Einwohner 5,20 und auf 100 Morgen Fläche 1,11 Pferde. Das Landesmittel beträgt nach dieser Aufnahme 5,33 Pferde auf 100 Einwohner. Die Pferdezucht ist nicht von Bedeutung, bedeutender die Pferdehaltung. Zur Bedeckung der Pferde werden die Stuten entweder auf die Beschälplatte nach Niederstetten gebracht | oder ein Patenthengst auf dem Hofe Sailtheim benützt. Es macht sich in neuerer Zeit eine besondere Neigung für einen starken Mittelschlag von Pferden geltend; vor kaum noch 10 Jahren war eine besondere Liebhaberei für die schwerfälligen in den Bewegungen langsamen belgischen Pferde wahrnehmbar, diese Liebhaberei ist nun vollständig verschwunden und damit bekundet, daß diese plumpen Pferde mehr zum Fortbewegen schwerer Lasten bestimmt sind, als der Landwirthschaft dienen. Gegenwärtig liebt man ein kräftiges mittelstarkes württembergisches Landpferd, und dieses zu züchten sind die wenigen Züchter des Bezirkes bestrebt, oder man kauft von Händlern aus Bayern die sog. altbayerischen oder Rotthaler Pferde. Die Gesundheitsverhältnisse unter den Pferden sind günstig. Rotz kennt der Bezirk seit vielen Jahren nicht, nur kommt öfters und auffallenderweise meistens im Frühjahr die sogenannte Kopfkrankheit, subacute Hirnentzündung, beinahe ausschließlich mit tödtlichem Verlauf vor.

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Rindviehzucht. Nach obenerwähnter Aufnahme zählte der Oberamtsbezirk 119 Zuchtstiere, darunter 60 unter 2 Jahren, 3306 Ochsen und Stiere über 2 Jahre, 7709 Kühe, 5772 Stück Schmalvieh und 1852 Stück Kälber. Demnach kommen auf 100 Einwohner 64,7 und auf 100 Morgen Fläche 13,77 Stück Rindvieh, während das Landesmittel 52,03 Stück Rindvieh auf 100 Einwohner beträgt. Die Rindviehschläge, die im Bezirke gehalten werden, sind verschiedene. Reine Simmenthaler werden nur auf einzelnen größeren Gütern, wie Sailtheim, Louisgarde, Neuhaus und in Creglingen gehalten. Vorherrschend ist der sog. Landschlag, in neuerer Zeit mit Simmenthaler oder Scheinfelder Farren gekreuzt. Dieser ursprüngliche Land-, auch Frankenschlag genannt, ist ein zartes bewegliches gutes Milchvieh von mittlerem Körpergewicht und meistens gelber oder rother Farbe mit Bläß und weißem Bauch. Bei dieser Kreuzung, hauptsächlich in den an Bayern angrenzenden Orten, ist man sehr bestrebt, einfarbige, sog. erbsengelbe Thiere zu züchten. Diese Farbe hat nemlich die sog. Scheinfelder oder Schweinfurter Rasse und haben die Ochsen dieser Rasse einen so beliebten Absatz in die Magdeburger Gegend, daß Händler von dort auf den alle 14 Tage regelmäßig stattfindenden bayerischen Märkten zu Schweinfurt, Scheinfeld und Kleinlangheim ganze Extrazüge mit Ochsen verladen und in die Magdeburger Gegend bringen. Die Landwirthe der Grenzorte unseres Bezirkes, die sich entweder mit | der Aufzucht solcher Ochsen oder mit dem Handel dieser Thiere abgeben, müssen aber die Ansprüche jener Händler genau kennen. Die Magdeburger Ochsen, wie solche technisch bezeichnet werden, werden pro Paar durchschnittlich um 50 M. theurer gezahlt, als Ochsen, die nicht als Magdeburger gelten. Diese Magdeburger Ochsen müssen absolut erbsengelber Farbe und von gutem Gang mit geraden Füßen sein, dürfen kein schwarzes Flotzmaul und keine hängenden oder gerade ausstehenden Hörner, sondern müssen hübsch aufrecht gewundene gelbe Hörner haben und zart von Haut, sowie kräftig von Körperformen sein. Die Gründe, warum diese Thiere diese Eigenschaften haben müssen, sind folgende: Von den Händlern werden solche an die großen Zuckerfabriken der Magdeburger Gegend und an die vielen großen Gutsbesitzer dort verkauft und auf diesen Gütern einige Jahre als Fahrochsen benützt; deshalb müssen sie gut von Gang und mit geraden Füßen und aufrecht stehenden Hörnern versehen sein. Ein richtiger Magdeburger Ochse muß auf dem Acker so viel zu leisten im Stande sein, wie ein Pferd. Nach ein- oder auch zweijährigem Gebrauch werden diese Ochsen gemästet, kommen auf die Fettviehmärkte nach Hamburg und von da auf die Fleischerbank nach England und deshalb müssen diese Ochsen zart von Haut und von absolut erbsengelber Farbe sein, weil man mit Recht annimmt, daß zartes Rindvieh von gelber Farbe auch zartes, kurzfaseriges Fleisch mache. Daß dieses Fleisch mehr Werth hat, wissen die Engländer und bezahlen deshalb auch solches den Magdeburger Mästern besser. Die Ansprüche an diese Ochsen sind zwar groß, sie werden aber auch viel besser bezahlt und es ist deshalb auch nicht zu verwundern, daß sich Landwirthe, die an der Grenze wohnen, verhältnismäßig viele Ochsen halten und da sie gute Verkaufsgelegenheit haben, sich auch mit der Zucht und dem Handel dieses beliebten rentablen Handelsartikels abgeben. Jene Orte, die an das Rothenburgische grenzen, haben schon wieder mehr Liebhaberei für den sog. Triesdorfer- oder Ansbacher Schlag. Dort werden die Ochsen weniger zum Handel als sog. Gangochsen gehalten, denn als Mastochsen. Die Märkte von Rothenburg a/T. und Niederstetten, sowie im Bezirke herumfahrende Metzger aus Würzburg und Händler (nur Juden) sind willige Abnehmer für diese Waare. In den Thalorten und hauptsächlich in den weinbautreibenden Gemeinden ist kein bestimmter Viehschlag zu finden. Kreuzungen mit Simmenthalern, Franken und Ansbachern oder Triesdorfern | liefern bunte Waare. Kleinere Landwirthe halten meistens Kühe, fuhrwerken mit diesen und ziehen die Kälber auf, verkaufen solche als Jährlinge oder auch älter an Händler und Metzger; mittlere Landwirthe gewöhnen neben den Kühen auch Stiere ein und verkaufen solche als dreijährig wieder. Größere Landwirthe haben neben Kühen und Jungvieh auch noch Ochsen und versehen abwechselnd mit letzteren und den Pferden den Ackerbau und das Fuhrwerk.

Käsereien bestehen im ganzen Bezirke nicht; dagegen wird auf einigen größern Gütern wie Neuhaus und Üttingshof die Milch nach Mergentheim verkauft, und von Sailtheim in die großherzoglich badische Taubstummenanstalt nach Gerlachsheim geliefert. Auch von Edelfingen und Löffelstelzen wird viele Milch nach Mergentheim gebracht. In den übrigen Orten wird die Milch größtentheils verbuttert und von der sauren Milch (abgerahmte Milch) sog. Bauernkäs, wovon einer 4–5 Pfd. wiegt, gemacht. Butter und Käse werden vorzugsweise von herumreisenden Händlern aufgekauft und entweder nach Heidelberg und Mannheim versendet, oder von den Händlern direkt nach Würzburg zu Markt gebracht.

Viehmärkte wollen im Bezirk nicht recht prosperiren. Es bestehen zwar solche in Mergentheim, Weikersheim und Creglingen; allein nur erstere sind von einiger Bedeutung, die übrigen sind kaum nennenswerth. Es ist dieses auch leicht erklärlich, denn die sog. Magdeburger Ochsen werden von besonderen Händlern aufgekauft; die Ansbacher und sonstigen Mastochsen werden auf den benachbarten Märkten Rothenburg und Niederstetten abgesetzt oder von Metzgern und Händlern in den Stallungen aufgekauft und die wenigen zum Verkaufe kommenden Kühe, die Rinder und fettes Jungvieh werden gleichfalls von im Bezirke wohnenden Metzgern und Händlern aus der Mannheimer Gegend in den Stallungen aufgesucht. Besonders viel Mastvieh wird auf dem Gute Üttingshof, Besitzer Eugen Schmidt, umgesetzt. Beinahe sämmtliche Treber aus den Mergentheimer Bierbrauereien werden von demselben aufgekauft und damit jährlich durchschnittlich 120–130 Stück Ochsen, Kühe und Rinder gemästet. Die Rindviehzucht bringt ziemlich viel Geld in den Bezirk; allein lange nicht so viel, als solche bringen könnte, wenn die hohe Wichtigkeit derselben allgemein erkannt würde. Es hat sich in neuerer Zeit vieles gebessert; dagegen ist bezüglich der Farrenhaltung noch viel zu wünschen. Auf | den mehrfach angeführten größeren Gütern und auch in einigen Gemeinden wird großer Werth auf gute Zuchtthiere, hauptsächlich Farren, gelegt, und werden Opfer die sich in kurzer Zeit bezahlen gebracht; allein in vielen Gemeinden ist die Farrenhaltung an den Wenigstnehmenden vergeben und in den Gemeinden Oberrimbach, Schmerbach, Freudenbach und Frauenthal wird dieselbe durch den Gemeindehirten besorgt. Früher wurde jährlich durch eine Kommission Farrenschau vorgenommen, gegenwärtig besorgen solche auf Beschluß der Amtsversammlung zwei Thierärzte. Von gefährlichen verheerenden Krankheiten wie z. B. Milzbrand oder Lungenseuche ist der Bezirk seit Jahren vollständig verschont; dagegen kehrt die Maul- und Klauenseuche von Zeit zu Zeit wieder ein. Sporadisch kommt übrigens eine milzbrandartige Krankheit: fliegender Brand, Schenkelbrand, Antoniusfeuer, rauschender Brand genannt, vor und endigt regelmäßig mit dem Tod der Thiere.

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Schafzucht. Es existirt keine Gemeinde im Bezirk, in welcher nicht Schafe gehalten würden; größtentheils sind die Schäfereien verpachtet. Am 10. Januar 1873 wurden 18.894 Schafe im Bezirk gezählt, und zwar 2 spanische, 250 englische, 12.356 Bastard- und 6286 Landschafe. Auf 100 Einwohner kommen sonach 65,15 Schafe, während das Landesmittel 31,74 auf 100 Einwohner beträgt. Die im Bezirke gehaltenen Schafe gehören größtentheils den besseren Bastardarten an; dieselben sind von ziemlich starkem Körpergewicht, schnellwüchsig und haben ein dichtbesetztes langwolliges Vlies; die Wolle gehört durchschnittlich zur Sekunda. Die Art der Schafhaltung ist dreierlei. Bei der Zuchtschäferei werden die Lämmer entweder als solche verkauft oder von den Züchtern noch einmal überwintert und als Jährlinge in den Handel gebracht; diese Art Schafe zu halten findet auf den größeren mehrfach genannten Gütern, sowie in großen Gemeinden statt; die zweite Art des Schafhaltens ist die, daß kleinere Schäfer oder Schafberechtigte Lämmer aufkaufen und einmal überwintern und dann kurz vor der Ernte oder in der Ernte als Jährlinge verkaufen, und die dritte Art, daß Schäfer oder Gutsbesitzer Jährlinge aufkaufen, regelmäßig einmal wintern, abscheren und dann mästen. Winter- oder Stallmast kommt seltener vor. Die Schafe werden beinahe ausschließlich auf den Schafmärkten zu Mergentheim verkauft. Diese Märkte wurden im Jahre 1864 gegründet, und von welcher Wichtigkeit solche für unsern Bezirk und die angrenzenden Bezirke | wurden, dafür mögen folgende Zahlen Zeugnis ablegen. Zu zwei Märkten wurde im Jahre 1864 die Regierungserlaubnis ertheilt und in diesem Gründungsjahr wurden 9276 Stück Schafe zugetrieben und 3526 Stück Schafe davon verkauft. Von Jahr zu Jahr steigerte sich der Zutrieb aus dem benachbarten Bayern und Baden so, daß nun jährlich 5 Schafmärkte abgehalten werden. Der durchschnittliche Zutrieb in den letzten drei Jahren betrug pro Jahr 44.074 Stück und der Verkauf 21.986 Stück. Der Absatz der mageren und Handelswaare geschieht nach allen Himmelsrichtungen, der Absatz der guten fetten Waare durch Händler nur nach Paris; geringere und ältere Mastwaare, Bracken, werden von den Metzgern der Umgegend und von Würzburg aufgekauft. Für die Wolle besteht leider kein Markt; doch ist Hoffnung für die Errichtung eines solchen in Mergentheim vorhanden. Gegenwärtig wird solche größtentheils von Händlern, Juden, aufgekauft und auf die Märkte nach Kirchheim u. Teck oder Heilbronn gebracht. Da die Weiden im Bezirk größtentheils gesund sind, so ist auch das Sterblichkeitsverhältnis ein günstiges; außer dann und wann vorkommender Egelkrankheit, und dem sog. Schenkelbrand, wie er auch beim Rindvieh des Bezirkes vorkommt, kennen wir keine gefährlichen Krankheiten. Die Raude tritt höchst selten auf.

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Die Schweinezucht ist nicht von großem Belang; dagegen hat sich die Rasse der im Bezirke gezüchteten Schweine merklich gebessert und die Zucht selbst einigen Aufschwung genommen. Auf einigen größeren Gütern kommt englische Reinzucht (Yorkshire) vor; allein die beliebteste Zucht ist eine Kreuzung von den einheimischen Schweinen und obengenannten englischen. Diese haben den Vorzug, daß sie sehr schnellwüchsig sind, ein zartes mit Fett unterwachsenes Fleisch liefern und schon in einem Alter von 3/4 Jahren ein respektables Gewicht bieten; die reinenglischen sind in der Zucht deswegen weniger beliebt, weil sie wenig Junge liefern und ihrer Unbeholfenheit wegen diese leicht zerdrücken. In vielen Gemeinden sind auch die sog. Blaufelder Schweine beliebt, weil sie sehr schwer werden; allein sie brauchen dann wenigstens 11/2 Jahre, bis sie das gewünschte Gewicht erreichen, auch für sog. Schweinfurter ist Liebhaberei vorhanden; diese nähern sich in ihren Eigenschaften der englischen Kreuzung. Sie werden auf den Märkten in Würzburg gekauft, die sog. Blaufelder aber als Milchschweine von Händlern auf die Märkte nach Mergentheim gebracht und dort verkauft. Die Zucht von | Milchschweinen wird hauptsächlich von größeren Landwirthen, Müllern und Bäckern getrieben; es werden aber nicht so viele gezogen, daß solche für die Bedürfnisse des Bezirkes ausreichen. Mast wird größtentheils zum eigenen Bedarf getrieben; doch kommen auch Fettschweine zum Verkauf. Es ist keine Gemeinde im Bezirk, welche sich durch Zucht oder Mast besonders hervorthut. Der Milzbrand richtet nicht selten, besonders zur warmen Jahreszeit, bedeutende Verheerungen unter den Schweinen an. Nach der jüngsten Zählung vom 10. Januar 1873 betrug die Zahl der Schweine 7094 Stück und zwar 18 Eber, 146 Mutterschweine, 4243 Mastschweine und 2687 Läufer und Milchschweine.

Die Ziegenzucht ist kaum nennenswerth; es werden Ziegen nur von ärmeren Leuten gehalten, bei denen es zu einer Kuh nicht reicht. Auch Schäfer und Gemeindehirten halten solche in einzelnen Gemeinden, lassen sie mit den Schafen weiden und melken sie vor dem Aus- und nach dem Eintrieb. In manchen Rindvieh- und noch öfters in Pferdestallungen trifft man einen schwarzen Ziegenbock aufgestellt, sei es aus Aberglauben oder weil man durch den Bocksgeruch schädliche Dünste vertreiben zu können glaubt. Die vorhandenen Ziegen betrugen nach der jüngsten Viehzählung 842 Stück. Nur in den Gemeinden Weikersheim, Creglingen, Mergentheim und Wachbach ist die Ziegenhaltung von einiger Bedeutung und schwankt in denselben zwischen 70 und 100 Stück. In den Orten Adolzhausen, Finsterlohr, Harthausen, Herbsthausen, Honsbronn, Neuseß, Rengershausen, Roth und Schmerbach werden gar keine gehalten. Besondere Krankheiten kennen wir nicht; dagegen herrscht im Bezirk die Sage, die Gais sei so empfindlich, daß, wenn Jemand mit gewichsten Schuhen in den Stall gehe, dieselbe vor Ärger krepire.

Bienenzucht wird im ganzen Bezirk nicht in einem einzigen Fall als selbständiges Gewerbe getrieben, sondern nur als Nebengeschäft und als Liebhaberei. Zur Zucht werden die gewöhnlichen Bienen benützt, ausnahmsweise werden aber auch italienische Bienen in neuerer Zeit eingeführt durch Schulinspektor Peccoroni in Bernsfelden. Vorherrschend ist die altherkömmliche Korbbienenzucht mit unbeweglichem Bau; aber auch die Dzierzon’sche Methode hat an vielen Orten Eingang gefunden, ohne sich, einzelne Bienenzüchter ausgenommen, weit zu verbreiten. Mit letzterer Methode beschäftigen sich in hervorragender Weise Pfarrer Riegel von Laudenbach, Schulinspektor Peccoroni in Bernsfelden, Lehrer | Schäf in Althausen, ein früherer Landwirth Flum in Apfelbach und Lehrer Wunderlich in Igersheim. Die hauptsächlichste Bienenweide liefern unsere Baum- und Grasblüthen, die in neuerer Zeit vielfach eingeführte zweischürige Esparsette und die vielen Erbsen-, Linsen- und Wickenfelder. Die Bienenzucht hat übrigens in neuerer Zeit eher ab- als zugenommen und wird dies den Umständen zugeschrieben, daß der Repsbau weniger mehr kultivirt wird und daß durch die niederen Honig- und Wachspreise die Bienenzüchter der niederen Rente wegen Lust und Liebe zur Bienenzucht verlieren und zwar um so mehr, als sie täglich sehen, wie fabrizirter Honig zu spottbilligen Preisen geneigtere Abnahme findet als ihre reine Waare. Nach der jüngsten Zählung vom Jahre 1873 befinden sich im Bezirke 1950 Bienenstöcke. Die meisten Völker befinden sich in den Gemeinden Wermutshausen, Stuppach, Roth, Igersheim, Apfelbach, Laudenbach, Bernsfelden, Blumweiler, Mergentheim und Rinderfeld und es ist keine Gemeinde im Bezirk, in der sich nicht wenigstens einige Bienenstöcke befinden.

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Geflügelzucht ist von mittelmäßiger Bedeutung. Gänse, Enten, Tauben und Hühner sind es, die gehalten werden. Meistens sieht man nur die gewöhnlichen hier heimischen Gänse und Enten, bloß auf dem Hofe Sailtheim sind Pommerische Gänse eingeführt. Die Ernährungsweise ist die gewöhnliche, nach der Ernte werden die Gänse in der Regel durch einen Gemeindegänsehirten auf die Stoppelfelder getrieben, wo sich dieselben gut nähren. Tauben sind im freien Fluge und werden bloß zur Saatzeit eingesperrt, da, wo Reps gebaut wird, auch zur Zeit der Repsernte. Am meisten sind die gewöhnlichen Landhühner dahier zu Hause, doch sind von einzelnen Liebhabern Cochinchina gelb, Brama-Putra und einzelne Dorkings eingeführt, allein die Liebhaberei hiefür hat ziemlich nachgelassen. In neuester Zeit dagegen findet das italienische Huhn durch Händler raschen Eingang und auch das Wanzenauer, Houdan, wird vielfach verbreitet. Die Ernährungsweise ist die gewöhnliche. Die Eier werden natürlich zunächst für die eigene Haushaltung verwendet, und der nicht unbeträchtliche Überschuß an Händler, die dieselben nach Stuttgart, Mannheim und Würzburg bringen, verkauft. Der Erlös fällt den Hausfrauen in die Tasche, eine mittlere Bauersfrau hat ihre 30–36 Hühner. Die Aufzucht junger Hühner ist nicht von großem Belang; die jungen gezogenen Hennen müssen die abgängigen im Hühnerhof | ersetzen und die jungen Hahnen werden an Wirthe, Privaten und herumziehende Händler verkauft; diese werden in vielen Haushaltungen, besonders in Wirthschaften gekoppt, zu Kapaunen gemacht. Poularden gibt es nicht. Das Truthuhn, welsche Huhn, ist nicht besonders zahlreich vertreten; nur Gasthofbesitzer, Müller und größere Landwirthe beschäftigen sich mit dieser Zucht. Hervorragend wird die Aufzucht und Mast von Truthühnern auf dem Üttingshof getrieben; der dortige Gutsbesitzer züchtet jährlich deren circa 150 Stück und setzt solche fett zu hohen Preisen nach Frankfurt ab.


d. Jagd und Fischerei.

Die Jagdverhältnisse des Oberamtsbezirks Mergentheim sind nicht die besten. Ungünstige Witterung im Frühjahr mag zum Theil dem Wild Schaden bringen. Der Hauptübelstand liegt aber darin, daß die Jagdkarten an zu viele Jagdliebhaber abgegeben werden, die Jagddistrikte zu klein und die Pachtzeiten in der Regel zu kurz sind, endlich darin, daß es an polizeilicher Aufsicht über die Jagd vielfach fehlt. Vom Edel- und Damwild, welches früher vorhanden war, ist keine Spur mehr zu sehen. Der Rehstand ist mittelmäßig, ebenso sind die Hasen nicht sehr zahlreich. Füchse, Stein- und Edelmarder, Iltisse, Wiesel, sowie Fischotter kommen vor, doch nicht in großer Zahl; hie und da verwechselt sich ein Wildschwein in den Bezirk. Unter dem jagdbaren Federwild ist zu nennen das Feldhuhn, die Wachtel, die Wildtaube. Schnepfen und Wildenten zeigen sich jedes Jahr. Von Raubvögeln kommen vor die Weihen, Bussarde, Falken, Sperber, Eulen, auch Fischreiher.

Noch schlimmer steht es mit der Fischerei. Nur die Tauber ist ein größeres Fischwasser, die Nebenbäche sind von keiner Bedeutung. Die Fischerei wird nicht rationell, ohne Beachtung der gesetzlichen Vorschriften und ohne polizeiliche Aufsicht ausgeübt. Von nutzbaren Fischen kommt in den Nebenbächen nur die Forelle vor, sowie auch Steinkrebse. Die Tauber hat Weißfische, Schuppfische, Barben, Aale. Durch den unordentlichen Betrieb werden aber Fische und Krebse immer seltener. Neuestens verspricht eine von dem Fürsten von Hohenlohe-Langenburg in Weikersheim eingerichtete Brutanstalt günstig auf die Hebung der Fischzucht zu wirken: im Frühjahr 1879 wurden | 10.000 Forellen in den Vorbach und Nassauerbach ausgesetzt und zur Zeit befinden sich 5000 Äscheneier in Brütung. Dem Staat steht das Fischereirecht in der Tauber und in einem Theil der Nebenbäche zu; im Übrigen ist es Eigenthum der betreffenden Grundherren und Gemeinden. Der Staat bezieht ein jährliches Pachtgeld von 118 M. 72 Pf.


B. Kunst, Gewerbfleiß und Handel.

Großindustrie und Anstalten, welche die Kunst repräsentiren, sind im Bezirk nicht vorhanden; doch erfreuen sich einige Etablissements einer erheblicheren Ausdehnung ihres Betriebes. Das Kleingewerbe ist im Allgemeinen genügend im Bezirk vertreten, nur an Bauhandwerkern ist einiger Mangel.

Aufzuführen sind:

1. Fabrikations-Anstalten.

Die Parketbodenfabrik von Kommerzienrath Bembé in Mergentheim mit 35 Arbeitern.

Die Fabrik für landwirthschaftliche Maschinen und Mühleneinrichtungen von Konrad Volk in Weikersheim mit 10 Arbeitern.

Die Orgelbauwerkstätte des August Laukhuff in Weikersheim mit 9 Arbeitern.

Eine Buchdruckerei in der Oberamtsstadt mit 3 Gehilfen.

In den Städten wird neben gewöhnlicher Möbelschreinerei auch Kunstschreinerei in Altären u. s. w. getrieben.

Wasserwerke zählt der Bezirk im Ganzen 53, worunter 2 Kunstmühlen in Mergentheim, wovon die eine von Albrecht und Fischer 8 Arbeiter beschäftigt. Die übrigen sind meist kleinere Werke, darunter 47 Getreidemühlen mit 168 Gängen und 320 Pferdekräften; weiter

2 Sägmühlen und
3 Ölmühlen.

Ziegeleien, meistens mit Kalkbrennereien verbunden, gibt es 18 mit den entsprechenden Arbeitern und Maschinen zur Bearbeitung des Lehms.

36 Bierbrauereien haben einen jährlichen Malzverbrauch von 9–10.000 Ctr. zu braunem Winterbier und 6000 Ctr. zu braunem Sommerbier; das Biererzeugnis beträgt ungefähr 37.700 Hektoliter, das größtentheils im Bezirk konsumirt wird.

| Branntweinbrennerei-Einrichtungen gibt es 611. Nur in einer Brennerei wird Malz verwendet, die übrigen dienen meistens nur zum Brennen des eigenen Erzeugnisses zum Selbstverbrauch.


2. Mechanische Künstler und Handwerker.
  Meist. Geh.   Meist. Geh.
Bäcker 67 17 Mühlenbauer 4 1
Barbiere 6 Musiker 51
Büchsenmacher 2 Nagelschmide 8 1
Bürstenbinder 2 Näherinnen,
Buchbinder 9      Putzmacherinnen
Drechsler u. Dreher 8 1      u. Büglerinnen 121 15
Färber 3 1 Pflästerer 1 2
Feilenhauer 1 Posamentiere 1
Flaschner 12 3 Rothgerber 16 10
Gärtner 3 Sattler 18 6
Glaser 26 2 Schafhalter 40 6
Gold- und Schlosser 15 7
     Silberarbeiter 3 1 Schmide
Gipser 16 6      (Zeug- u. Hufschmide) 86 11
Hafner 14 2 Schieferdecker 2
Hammerschmide 1 1 Schirmmacher 1
Hutmacher 2 1 Schneider 88 18
Kaminfeger 3 Schreiner 83 17
Kammacher 4 Schuhmacher 210 35
Kleinuhrenmacher 8 5 Seiler 9 2
Korbflechter 7 Seifensieder 4 1
Küfer und Kübler 48 4 Seckler 5 1
Kupferschmide 4 Siebmacher 1
Leistschneider 1 Steindrucker 1
Maler, Lakirer u. Tuchmacher 1
     Vergolder 3 Wachszieher 2 2
Maurer u. Stein- Wagner 71 2
     hauer 160 21 Weber (Lohnweber) 135
Mechaniker 1 Zeugweber 1
Messerschmide 1 Zimmerleute 62 11
Metzger, größtentheils Zinngießer 1
     Haus- od. Zuckerbäcker 9 5
     Lohnmetzger 103 12
|
3. Handelsgewerbe.

1 Piano-, Pianino- u. Harmoniumhandlung in Mergentheim.

Kaufleute (erheblichere Geschäfte) 57 mit 20 Gehilfen.

1 Buch- und Schreibmaterialienhandlung in der Oberamtsstadt.

Krämer, Kleinhändler, Viktualienhändler 88, wovon 2 mit Gehilfen, Hausirer 64.

Frachtfahrer, Lohnkutscher 8.

Weinhandlungen 12, worunter eine bedeutende von Friedrich Ziegler in Mergentheim mit 1 Kellermeister und 4 Küfern.

Mit dem Vieh- und Schweinehandel beschäftigen sich 62 Personen mit 3 Gehilfen.

Mit dem Getreidehandel nach Baden, Bayern, Frankreich und der Schweiz 19 Personen mit 8 Gehilfen.

Holzhandel meist mit Holländerstämmen und Eisenbahnschwellen treiben 5 Personen.

Es zählt ferner der Bezirk:

4 Apotheken in den 3 Städten.

89 Mobiliarversicherungsagenten.

13 Auswanderungsagenten.

128 Gastwirthschaften, wovon gegenwärtig 12 eingestellt sind.

143 Schankwirthschaften, wovon gegenwärtig 25 eingestellt sind.

1 Buchdruckerei.

1 Steindruckerei.



  1. Nach dem Stand von 1878 beträgt die Grundfläche nur noch 135.4814/8 Morgen, nachdem in Folge eines Gebietsaustausches 729 Morgen an Bayern abgetreten und die Vermessungs- etc. Fehler mit 37/8 Morgen ausgeglichen sind.
  2. Das Folgende bis Seite 212 von Ökonomierath Spieß in Sailtheim.
  3. Muschelkalk ist mit M., Lettenkohle mit L. bezeichnet, Löß ausgeschrieben.
  4. Anmerkung: Die mit * bezeichneten bedeuten Tafelobst, mit † Mostäpfel.
  5. Vom Forstmeister Freihrn. v. Brand in Mergentheim.
  6. Von Ökonomierath Spieß in Sailtheim.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. In der Vorlage 13,83 (Zahlendreher).
  2. Gravensteiner ? (siehe Pomologische Monatshefte:1. Heft:Der Grafensteiner Apfel)

Errata

  1. S. 194 Z. 14 ff. Siehe Berichtigungen und Ergänzungen, Seite 835.
  2. S. 200 Z. 14 von unten: Die richtige Größe des Guts Sailtheim siehe S. 517. Siehe Berichtigungen und Ergänzungen, Seite 835.
  3. S. 218 Tabelle b) vom Brennholz setze: pro 1 Klafter. Siehe Berichtigungen und Ergänzungen, Seite 835.
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