Beschreibung des Oberamts Mergentheim/Kapitel B 46

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
« Kapitel B 45 Beschreibung des Oberamts Mergentheim Kapitel B 47 »
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Für eine seitenweise Ansicht und den Vergleich mit den zugrundegelegten Scans, klicke bitte auf die entsprechende Seitenzahl (in eckigen Klammern).
|
46. Waldmannshofen,
Gemeinde III. Klasse, mit 474 Einw., worunter 4 Kath., 14 eig. Konfession und 6 Israeliten. a. Waldmannshofen, Pfarrdorf, 329 Einw.; b. Sechselbach, Weiler, 145 Einw. Die Kath. sind nach Laudenbach eingepfarrt, die Israeliten gehören zur Synagoge in Archshofen.


Ein schönes wohlhabendes, hoch und eben gelegenes Dorf, von Obstbäumen umgeben. Außer dem an der Nordseite des Ortes stehenden Schlosse mit seinen Thürmen und Seen, das für sich eine Wasserfestung bildete, hatte das Dorf zwei Thürme und war von starkem Wallgraben umschlossen. Beide Thürme fielen in den zwanziger Jahren und von dieser Zeit an auch der Wall, von dem auf der Ostseite des Dorfes nur noch eine kurze, mit Gebüsch bewachsene Strecke zu sehen ist. Eine schöne | Aussicht bietet sich nördlich vom Ort auf der „Warte“, wo ein sehr alter Bildstock steht, an die Frankenberge, ins Ochsenfurter Gäu und in den Taubergrund.

Die Kirche, früher eine Grablege der Rosenberg, ist neu, 1804–6 erbaut und im Innern mit jonischen Pilastern; der Thurm, ein alter Ostthurm, noch ursprünglich und wird im ersten Geschoß von einem altgothischen Rippenkreuzgewölbe mit Rosettenschlußstein übersprengt, oben hat er spätgothische, schlaff gefüllte Schallfenster, trägt drei Glocken, wovon die zwei größeren ohne Inschrift, und endigt in ein mit Schiefer gedecktes Zwiebeldach; sein Erdgeschoß, der alte Chor, bildet jetzt die Sakristei, worin einige merkwürdige Grabmäler stehen.

Eine Frau führt ein Knäblein an der Hand. Stil und Tracht ist noch altgothisch, die verstümmelte Umschrift in Minuskeln lautet: Anno domini 1412 iar am freitag nach mathei . . . . . . trussezin von rosenberk und henslein ir son.

Die Grabmäler zweier Frauen aus dem Rosenbergischen Hause, mit folgenden Inschriften.

Adam Ulrich Schenck von Sinau
Und Amalei sein ehlich fraw
von Wolzhausen ein Truchseßin,
von diesen ich geboren bin;
Als tausent fünffhundert viersechzig Jar
nach Christi geburt die Jahrzahl war;
Achtzehn hernach ward ich vermehlt
Albert Christoff dem Edlen heldt
von Rosenberg, mit dem fürwar
Ich friedlich lebt Siebendreißig Jar.
Nach meinem todt mein leib hieher
er legen ließ mit groser ehr;
ich werd gwiß wieder aufferstehn,
mit ihm ins ewig leben gehn.

Die Inschrift des andern Grabsteins ist nicht ganz erhalten, sie sagt, daß die „WolEdle Viel Thugentreiche Frau Sibilla von Rosenberg, geborene von Rabenstein, ihres Alters 61 Jahr“, am 6. August 1635 in Waldmannshofen gestorben ist, ihre Eltern waren Wolfgang Sigmund von Rabenstein und Barbara, geb. Zedwitz;

„In Ehstand kam ich nicht gar baldt,
Bis ich bin sechs und viertzig alt“;

sie hat mit Christoff von Rosenberg zwölf Jahr zugebracht, im Widumstand hernach noch 3 Jahre gelebt,

|

„Daß also sich mein ganzes leben
Uff ein und sechzig erstrecket eben,
Da ich bin seelig geschlafen ein,
Gott woll meiner seele gnedig sein.“

Eine weitere Grabplatte, mit umgestürztem Schild und Helm der Rosenberg, gibt an, daß der „Wol Edel Gestreng herr Albert Christoph von Rosenberg, der letßte dieß Geschlechts, Seines Alters 71 jahr, Anno 1632 den 11. Februar Abents zwischen 5 und 6 uhr starb zu Windtsheim.“

Von uhralt
Edlem Teutschem Stamm
liegt hier Albert Cristoff mit Nahm

Vonn Rosenberg dem Frankhen Gschlecht,
Nachdem Derselb, wie ich zeug recht,
sein Stamm und Gschlecht beschlossen hatt,

Daß Seins Namß nichts mehr leben that,
Sein schildt und helm

drumb bey Ihm

hat.

Schild und Helm liegen noch in seiner Gruft.

Endlich ein Kindergrabsteinchen mit der Umschrift: Anno 1623 den 14. Oct. Sibyle von Libenstein.

Auf einem Täfelchen steht:

Hie ruht ein zart Jungfreulein,
genannt Sibyle von libenstein,
von Aschheußen sein mutter war,
hat glebt neun mond und 2 ihar,
sein seligen (Seelchen) im Himel lebt,
der Leib auch gwiß wider aufsteht.

Die Unterhaltung der Kirche ruht auf der Gemeinde, die ein Ablösungskapital besitzt.

Der alte Kirchhof lag um die Kirche, der jetzige wurde im Jahr 1834 außerhalb des Orts angelegt, das Pfarrhaus, das Gemeinde und Staat gemeinschaftlich zu unterhalten haben, 1842 ganz aus Stein erbaut.

Der Weiler Sechselbach hat ebenfalls eine (von der Gemeinde und der Stiftung zu unterhaltende) Kirche, erbaut 1818/20 und einen eigenen, 1838 außerhalb des Orts angelegten Begräbnisplatz.

| Das dem Fürsten von Hatzfeld gehörende, jetzt nur noch als Speicher und Gnadenwohnung benützte Schloß, an der Nordseite des Ortes gelegen, zeigt sich mit seinen sechs Thürmen von außen gar stattlich und ziert weithin die Gegend; es war wieder ein echtes Wasserschloß, rings von einem (noch zum größten Theil erhaltenen) Graben mit Wall umgeben, der gegen Osten durch eine Reihe von drei künstlichen Seen gedeckt war, während gegen Westen das sumpfige Wiesenthal des Gollachbaches begann. Gegen Norden, gegen das freie Feld hin, schützte ein (auch z. Th. noch erkennbarer) zweiter Graben und gegen Süden, gegen das Dorf zu, war ein bedeutender einst auch befestigter Vorhof, in dem jetzt meist Ökonomiegebäude stehen.

Das Schloß wurde 1544 von den Rosenbergern gebaut; ihr Wappen und die Jahreszahl 1544 sieht man einigemal am Gebäude; später um das Jahr 1660 von den Hatzfeld erneuert und namentlich im Innern ausgeschmückt, wird aber jetzt nicht mehr bewohnt, weshalb die einst so schönen Räume leer und verwahrlost stehen. Man geht vom Vorhof aus über den (einstigen) Graben und dann durch das Thor, mit dem Hatzfeldischen Wappen, in ein kleines Höfchen. Zur Linken tritt hier ein steinerner Anbau hervor, unten mit schöner geschnitzter Holzthüre, darauf ist gemalt die Jahreszahl 1662, und zur Rechten erblickt man den großen runden Hauptthurm. Außer diesem stehen noch fünf andere Thürme um das Schloß, ein vieleckiger Treppenthurm gleich neben dem Hauptthurm, je ein runder an den andern drei Ecken und ein viereckiger an der Westseite, hart am südwestlichen Eckthurm. – Der Hauptthurm zeigt innen zwei runde Gemächer über einander, die noch mit Blumenranken im Geschmack der Frührenaissance bemalt sind und dessen Böden aus schön gemodelten Fließen bestehen. Gegen oben erweitert sich der sehr hohe Thurm in vier rechteckigen Erkerchen, was höchst malerisch wirkt. Jetzt nisten die Tauben in den Thurmgemächern.

Das Schloß hat gegen Osten und Westen zwei reiche schön geschweifte Renaissancegiebel, und hübsche steinerne Sprossenfenster.

Im Innern des Schlosses ist noch bemerkenswerth der Flur mit zwei Säulen und einer steinernen Freitreppe, daran ein Löwe den Hatzfeldischen Wappenschild hält. Der Speisesaal mit den Ledertapeten und der schönen Stuckdecke, daran sich anschließend im östlichen Eckthurm die auch mit Stuckaturen gezierte Schloßkapelle mit Rococoaltärchen und zwei spätgothischen Tafelbildern: | S. Barbara und Ursula; endlich oben der ehemalige Rittersaal mit Stuckdecke und sehr schöner Pforte im Spätrenaissancegeschmack mit 4 Säulen und reicher Seitenvertäfelung, mit eingelegten Hölzern. Aber alle diese Herrlichkeit ist sehr im Zerfall.

Der tiefe Wassergraben und die drei ostwärts liegenden Seen sind jetzt eingetrocknet, ebenso die beiden draußen im Thiergarten, eine Viertelstunde südöstlich vom Ort, wo jetzt die schönen Anlagen verwildern. – Zum Schloß gehören circa 327 Morgen Feld und 140 Morgen Wald, auf hiesiger und Freudenbacher Markung gelegen. Vom Schloß aus hübsche Aussicht, namentlich gegen die nah gelegene Kunigunden-Kapelle, s. auch S. 44.

Das Schulhaus, 1806 erbaut, 1868 erweitert, enthält auch die Wohnung des Schulmeisters; das Rathszimmer befindet sich im alten herrschaftlichen Amtshaus. Ein Armenhaus besteht, eben so auch in Sechselbach, das ein eigenes 1840 erbautes, 1870 erweitertes Schulhaus mit der Wohnung des Lehrers enthält.

Gutes Trinkwasser liefern stets hinreichend für Waldmannshofen eine Menge Pumpbrunnen und zwei in bleiernen Röhren hergeleitete laufende Brunnen, einer im Schloß, der andere im Schloßhof; auch Sechselbach ist wohl mit Wasser versehen. Wetten besitzt Waldmannshofen eine, Sechselbach zwei.

Von Brunnen auf der quellenreichen Markung sind erwähnenswerth nördlich zwei Quellen, wovon eine die beiden Schloßbrunnen speist, östlich eine im und eine am Thiergarten, südlich der Rehbrunnen und zwei Quellen im Roth, westlich eine Quelle an der „alten Burg“ und das Brünnele in den Weidengärten. In der Nähe des Schlosses ein kleiner Weiher, der abgelassen werden kann, das „Fischseele“ und ein kleines Seelein am Brühl; die drei ehemaligen Weiher am Schloß sind jetzt Wiesengrund, die zwei im Thiergarten jetzt Wald. – Gollach und Rendelbach fließen über die Markung, bei Sechselbach der Holzgraben.

Vicinalstraßen gehen von hier nach Buch, Aub und Frauenthal. –

Die Vermögensverhältnisse der Einwohner sind gut; der größte Grundbesitzer hat 100, der Mittelmann 50, die ärmere Klasse 20 Morgen Feld. Die Haupterwerbsquellen bestehen in Feldbau, Viehzucht und in neuerer Zeit auch in der Obstzucht; | von Handwerkern sind nur die nothwendigsten im Ort. In Waldmannshofen sind 3, in Sechselbach 2 Schildwirthschaften.

Der Boden gehört zu den fruchtbarsten des Bezirks, ist theils leicht, theils schwer, sehr tiefgründig. An der „alten Burg“ und am Tannenberg werden Werksteine gebrochen, Lehmgruben sind in nächster Nähe des Orts.

Das Klima im Ganzen mild, der Herbst bringt oft Stürme; Gewitter sind häufig, Nebel selten, ebenso der Hagelschlag. Die Wetterscheide zwischen Tauber- und Mainthal liegt eine Stunde westlich vom Ort.

Die Landwirthschaft ist in ganz gutem Zustand, verbesserte Ackergeräthe fanden allgemein Eingang. Waldmannshofen führt jährlich 1000 Schffl. Gerste und 500 Schffl. Weizen, Sechselbach 200 Schffl. Gerste und 250 Schffl. Weizen aus. Der ziemlich ausgedehnte Wiesenbau liefert ein gutes Futter; die Wiesen sind zweimähdig.

Der Weinbau hörte auf der Markung Waldmannshofen vor 60, auf der Markung Sechselbach vor 10 Jahren auf.

Die Obstzucht dagegen nimmt zu, das Obst geräth gerne, man pflanzt hauptsächlich Luiken, Reinetten, Tafel- und Mostbirnen, Zwetschgen, Pflaumen und Welschnüsse. Ein Baumwart ist aufgestellt, der zwei Baumschulen eingerichtet hat, in Sechselbach hat Schullehrer Bürger eine solche mit 10.000 Stämmchen.

Waldmannshofen besitzt 25 Morgen Nadelwald; aus der Brach- und Stoppelweide erlöst es jährlich 755 M., aus dem Pferch 1200 M., aus 36 Morgen Äcker und Wiesen 600–700 M.

Die Rindviehzucht, Neckarschlag, wovon zwei Farren zur Nachzucht aufgestellt, ist in durchweg gutem Zustand; Viehmastung und Viehhandel sind bedeutend, das Mastvieh geht meist nach Würzburg.

Der im Ort wohnende Pachtschäfer läßt 3–400, der herrschaftliche Gutspächter 100 Stück spanische Bastardschafe laufen.

Besondere Stiftungen aus älterer Zeit, z. B. eine von Rosenbergische, wurden zum Kirchenbau verwendet; aus neuerer Zeit besteht eine Stiftung von Pfarrer Ludwig mit 100 fl., von Bauer J. G. Brand mit 50 fl., von Schäfer Martin Scheiderer mit 50 fl.; dann in Sechselbach die Anwalt Hertlein’sche Stiftung mit 500 fl., die Andreas Ott’sche Stiftung mit 400 fl.

| Eine halbe Viertelstunde westlich vom Ort liegen Wall und Graben der „alten Burg“, jetzt als Steinbruch benützt.

Durch den östlichen Theil der Markung geht ein breiter Feldweg, „alte Heerstraße“ genannt, dieselbe lief von Würzburg nach Rothenburg. Nördlich vom Dorf „Warte“ mit weiter Aussicht, östlich am Ort „Kapelswiese“.

Die Kunigunden-Kapelle war in alter Zeit ein bedeutender Wallfahrtsort und fanden sich dort an bestimmten Jahrtagen viele Gläubige ein. Weil aber an dem einsam stehenden Kirchlein für Speise und Trank nicht gesorgt war, so seien die Wallfahrer nach gehörter Messe und verrichtetem Gebet in Schaaren nach Waldmannshofen gezogen, und so entstanden die Waldmannshofer Messen oder Märkte, die bis in unser Jahrhundert abgehalten wurden.


Waldmannshofen, alt Waltmannshofen = Hof eines Waltmann, gehört zu den am frühesten genannten Orten des Bezirks, nemlich zu den Besitzungen im Tauber- und Gollachgau, welche das Hochstift Würzburg 807 dem Grafen des Gaus Audolf gegen Anderes in der Gegend abtritt, doch so, daß es den Zehnten in Waldmannshofen u. A. sich vorbehält. Das Hochstift erhielt weiteres Eigenthum daselbst 1140 von einem Gerung v. Willanzheim bei Kitzingen. Später, 1356 ff., sehen wir auch das Würzburger Stift St. Burkard in Waldmannshofen begütert. Im 13. Jahrhundert waren Hauptbesitzer die Schenken von Limpurg und nach ihnen durch Kauf die Hohenlohe-Brauneck. Letztere belehnten damit 1293 Kloster Heilsbronn in Mittelfranken und dieses verkaufte einen Theil davon sofort 1295 an Kloster Frauenthal. Seit dem Ende des 14. Jahrhunderts saßen in Waldmannshofen unter Brauneckscher und später Brandenburg-Ansbachscher Lehensherrlichkeit die Truchsesse von Baldersheim (BA. Ochsenfurt) und die Rosenberg, bis erstere 1603, letztere 1632 ausstarben. Als der Schwäbische Bund 1523 den Truchseß Jörg von Waldburg zum Strafvollzug an den Raubrittern Hans Thomas von Absberg und Genossen, darunter Kunz v. Rosenberg in Waldmannshofen, nach Franken schickte, ging auch Schloß Waldmannshofen in Feuer auf. Während des 30jährigen Kriegs belehnte Ansbach den Feldmarschall Grafen v. Hatzfeld mit Waldmannshofen, bei dessen Familie es durch allen Wechsel der Landeshoheit (Preußen 1796, Bayern 1805, Württemberg 1810) geblieben ist.

| Waldmannshofen war Filial von Lipprichhausen (BA. Uffenheim), bis der Bischof von Würzburg 1327 die Kapelle zu Waldmannshofen von der Mutterkirche trennte und mit dem Nöthigen zum Unterhalt eines eigenen Kaplans ausstattete. Die Reformation drang, unter Rosenbergischem Schutz, frühe nach Waldmannshofen. Der erste evangelische Prediger daselbst, der Augustiner Friedrich, war auch, wenn wir von den Opfern des Bauernkriegs absehen, der erste Märtyrer der Reformation im Bisthum Würzburg (s. 1528). Die ununterbrochene Reihe der evangelischen Pfarrer beginnt mit Oswald Suffanius 1568 bis 1576. Einmal, 1648, soll der Ort zwei Pfarrer gehabt haben, einen Ansbachschen und einen Hatzfeldschen, welche „sich gegenseitig die Kirche zusperrten oder mit Gewalt erbrachen“, bis sich die beiden Herrschaften 1649 verglichen. In den Jahren 1736 ff. war wiederholter Streit wegen des katholischen Gottesdienstes im Schloß für die Hatzfeldschen Angestellten und Bediensteten.

Evangelische Pfarrer: Oswald Suffanius 1568. Egidius Rüger 1576. M. Joh. Dav. Sigwart 1611–17. Jakob Zügelmüller 1630. Georg Engelhard 1648. Joh. Ge. Pfister 1650. Phil. Kaufmann 1663. Friedrich Pfeiffer 1672. Joh. Ge. Rosenbach 1686. Joh. Mich. Cranz 1709. Lor. Mich. Grieninger 1720. Christi. Schaudig 1733. Karl Joh. Fried. Ebert 1766. Joh. Kasp. Cranz 1789. Karl Chr. Vock 1805. Andr. Fried. Dorsch 1818. Joh. Ge. Fried. Ludwig 1840.


807. Unter Bestätigung Kaiser Karls vertauscht Bischof Eigilward v. Würzburg unter anderen Besitzungen im Gollach- und Taubergau auch den Zehnten in Uualtmannisoua an den Grafen Audolf. U.B. 1, 66.

1140. Ein Edler Gerung schenkt an St. Kilian in Würzburg seine Burg Willanzheim (BA. Kitzingen) mit Zubehör und mit seinen Ministerialen v. Waltmanneshoven. Reg. bo. 1, 159.

1237. Der Schenke Walter v. Limpurg tritt, zu Beilegung seines Streits mit Gottfried v. Hohenlohe, seine Burg Schenkenberg (bei Wertheim) und andere Besitzungen, darunter sein Eigenthum in Waltmanneshouen, an jenen ab. U.B. 3, 390.

1293. Gottfried v. Hohenlohe-Brauneck und seine Ehefrau Elisabeth verkaufen ihre Besitzungen in Waltmanneshofen an das Kloster Heilsbronn um 110 Pfd. Hllr. Reg. bo. 4, 539.

1295. Kloster Heilsbronn verkauft um 112 Pfd. Hllr. Güter und Gilten in Waldmannshofen an Kl. Frauenthal. St.A. Stieber, Nachricht v. Brand.Onolzb. 893.

[? c. 1300. Konrad v. Waldmannshausen Zeuge in einer Würzburgischen Urkunde. Wib. 4, 73. 108.]

| c. 1303 Mark. und H. Kilholz tragen von Würzburg eine Fruchtgilt in Waltmanshofen zu Lehen. Arch. d. h. V. v. U.Fr. XXIV, 1. 9.

1317 Berthold v. Bolzhausen gibt Güter zu Waldmannshofen an die neue Kapelle bei der Pfarrkirche in Röttingen. Reg. bo. 5, 351.

1327. Bischof Wolfram v. Würzburg trennt die Kapelle zu Waldmannshofen von ihrer Mutterkirche zu Lipprichhausen (B.A. Uffenheim), verleiht derselben ein eigenes Begräbnis und dotirt sie zum Unterhalt eines Kaplans mit verschiedenen Einkünften. Schönhuth, Cregl. 147.

1331. Mag. Peregrinus, Pfarrrektor in Sülchen, Diöz. Constanz, schenkt dem Kloster Heilsbronn zu einem Jahrstag Güter in Waldmannshofen, Willendorf (BA. Feuchtwangen) u. a. O. Reg. bo. 6, 360.

1356. Das Stift St. Burkard in Würzburg hat Besitzungen in Waltmanshofen. Arch. d. hist. V. v. Unterfr. XV, 1, 74.

1379. Hans Berung, Bürger zu Rothenburg, verkauft seinen Theil der Güter zu Waldmannshofen, das Grieb genannt, an Hans Truchseß v. Baldersheim um 180 Pfd. St.A.

1380. Hans Truchseß gesessen zu Waldmannshofen. Arch. d. h. V. v. U.Fr. XIV, 3, 146.

c. 1400. Kloster Heilsbronn hat Güter in Waltmanshoffen. Stillfried, Heilsbr. 343.

1405. Hans Truchseß zu Walkmannshofen (!) Mon. Zoll. 6, 301.

1408. Bei einer Theilung zwischen den Truchsessen Hans u. Fritz v. Baldersheim fällt an Hans, was der Vater und Hans bisher besessen, darunter ein Hof zu Sechselbach, an Fritz das Schloß und Hausung und das Dorf Waldmannshofen mit allen Graben, Seen, Vorhöfen, Vogteien, Gerichten, Zinsen, Leuten, Guten, Kirchsätzen, Mannlehen und Wiesen. Arch. d. h. V. v. U.Fr. XIV, 3, 157.

1409. Hans Übel der Älter, gesessen zu Walkershofen, und Frau verkaufen an den Spitalkaplan in Aub für dessen Pfründe und an Cunrat Herttlein, Pfarrer in Waldmannshofen für die Pfarrpfründe daselbst ihren Hof zu Gelchsheim (BA. Ochsenfurt) der jährlich giltet 24 Malter Korn, 10 M. Haber, 3 Weihnachtshühner und 1 Fastnachtshuhn, um 345 Gulden. Ebend. XXI, 1, 60.

1421. Konrad v. Rosenberg hat Theil an Waldmannshofen. Schönhuth, Cregl. 145.

1430. Brauneckscher Lehensbrief von Michael Burggraf v. Hardeck für Fritz Truchseß v. Baldersheim über das Gericht, Vogtei und Zehnten zu Waldmannshofen. St.A.

1437. Erblehenbrief über den zu der Kapelle in Brauneck gehörigen Hof in Waldmannshofen. St.A.

1465. Jörg Truchseß v. Baldersheim erklärt, sein Ahnherr habe die Gilt von einer Hofreite zu Oellingen (BA. Ochsenfurt) gen Waldmannshofen gegeben an eine Pfründ, aber sich und seinen Erben das Recht vorbehalten, daß sie darauf zu gebieten und verbieten haben. Arch. d. h. V. v. U.Fr. XIV, 3, 189. (Nach Stieber a. a. O. geschah dies 1426.)

1483. Reinhard Truchseß v. Baldersheim verkauft seine Äcker und Wiesen nebst Schaftrieb und Schafhaus in Waldmannshofen an seinen Bruder Erasmus. St.A.

1484. Desgleichen das Schloß Waldmannshofen nebst Zugehör, worauf 1485 Brandenburg den Erasmus damit belehnt. St.A.

| 1486. Erasmus Truchseß v. B. vertauscht seinen Antheil an Schloß und Veste Waldmannshofen mit dem Bauhof und allen Zugehörungen an Heinrich v. Lichau gegen das Schloß Rothenfels (B.A. Marktheidenfeld). St.A.

1523. Auf demselben Zug des schwäbischen Bundesheers gegen den Raubritter Hans Thomas v. Absberg und Genossen, auf welchem Jörg Truchseß v. Waldburg Schloß Wachbach zerstören ließ, schickte dieser am 22. oder 23. Juni von Uffenheim aus „zween Feindesbrief durch einen Knaben gen Waldmannshofen und Gnötzheim (BA. Kitzingen), beide Kunzen v. Rosenberg zugehörig, und ließ dieselben zwei Häuser sammt ihren zugehörenden Bauern und Nutzungen erfordern; aber in denselben Häusern ist Niemand gefunden worden. Darauf ist erstlich das Schloß Waldmannshofen, welches gar geräumt und ausgeleert gewest, verbrennt und die Bauern in des Bundes Hande zu Pflichten angenommen worden, mit der Auflage, dieweil sich dieselben Bauern hievor wider ihr Zusagen gegen Hrn. Jörg Truchsessen etwas ungebührlich ungehorsam und strafbar gehalten haben, also daß sie Plünderns oder zum wenigsten Brandschatzens werth gewest wären, daß demnach die Bauern zu einer Straf gemeinlich und ein jeder sonderlich ohne Wehre mit einem weißen Stäblein den nächsten Tag zu den Bundesräthen in Haßfurt sich stellen und daselbst weiters Bescheids und der Gnade erwarten sollen. Nach J. Baader W. F. 9, 383.

1528 April 24. Der frühere Pfarrer Friedrich v. Waldmannshofen wird in Würzburg verbrannt. – Friedrich, sonst Ambrosius genannt, ursprünglich Augustinermönch in Schmalkalden und in Würzburg, dann verheirateter Pfarrer in Waldmannshofen, beim Ausbruch des Bauernkriegs Prediger der Aufständischen im Dom zu Würzburg, nach der Niederlage zu Königshofen Pfarrer in Nordheim auf dem Steigerwald, der Wiedertäuferei beschuldigt, ward daselbst auf Befehl des Bischofs v. Würzburg gefangen genommen, prozessirt und verbrannt. Fries Chron. Vgl. Immendörfer im Neuen Deutschen Familienblatt Okt. 1878.

1585. Irrungen zwischen dem Stift St. Burkard zu Würzburg einer- und denen v. Rosenberg andererseits wegen des Zehnten in Waldmannshofen, werden beigelegt. Arch. d. h. V. v. U. Fr. XV, 2, 101.

1603. Georg Sigmund, der letzte Truchseß v. Baldersheim zu Waldmannshofen stirbt ohne Erben. Schönh. Cregl. 144.

1631. Albrecht Christoph v. Rosenberg bittet die Regierung in Ansbach um Schutz und Handhabung des Religionsfriedens gegen Würzburg, welches dem Vernehmen nach in Waldmannshofen einen katholischen Meßpriester mit Gewalt einsetzen wolle. Ebend. 152.

1632. Mit Albrecht Christoph stirbt die Familie Rosenberg aus, und Waldmannshofen fällt als erledigtes Ritter-Mannlehen an Brandenburg-Ansbach. Ebend. 146.

1637. Der kaiserliche Generalfeldmarschall Graf v. Hatzfeld wird von Brandenburg-Ansbach mit dem Rittermannlehen Waldmannshofen belehnt. Ebend. 146.

1637. Vertrag zwischen dem Stift St. Burkard zu Würzburg und dem Grafen v. Hatzfeld über den Zehnten in Waldmannshofen. Arch. d. h. V. v. U. Fr. XV, 2, 101.

| 1649. Vergleich zwischen Brandenburg-Ansbach und der Hatzfeldschen Herrschaft, wornach fortan dieser die Nomination des Pfarrers, Schulmeisters und Gotteshauspflegers, Jenem aber das jus episcopale, also Examination, Konfirmation, Ordination etc. zustehen soll. Schönhuth 154.

1736 ff. Wiederholte Streitigkeiten wegen des katholischen Gottesdiensts im Schloß, nachdem bis dahin der evangelische Ortspfarrer auch für die Katholiken Taufen, Trauungen und Leichen besorgt hatte. Ebend. 155.

1796 Novbr. 26. Preußen, welchem die Markgrafschaft Ansbach schon 1792 abgetreten worden, okkupirt Waldmannshofen und führt neben der allgemeinen Besteurung auch die Rekrutirung ein, dem Grafen nur die Patrimonial-Gerichtsbarkeit lassend.

1796 f. Die Erben der 1794 ausgestorbenen Hatzfeld-Crottorf-Gleichenschen Linie vergleichen sich dahin, daß Waldmannshofen der Weisweilerschen Linie zufällt, welche der Fürstlich Schönsteinschen eine jährliche Revenue von 3077 fl. 30 kr. zusagt.


Der Weiler Sechselbach mit stattlichen Bauernhäusern liegt eine halbe Stunde südlich von Waldmannshofen und besitzt seit 1820 eine eigene Kirche (s. o.).

Sechselbach (nach sächsischen Ansiedlern? vgl. oben S. 255.) war theils Würzburgisch theils Hohenlohe-Brauneckisch. Der Braunecksche Theil kam an Brandenburg-Ansbach, so daß um 1800 von etlichen 30 Häusern nur 4 Würzburgisch waren. Eingepfarrt war der Weiler nach Aub.

1371. Crume v. Baldersheim (BA. Ochsenfurt) und Frau verkaufen an Hans Truchseß v. Baldersheim eine Korngilt und 1/6 Zehnten auf dem Hofe zu Sechselbach als Lehen vom Stift St. Burkard in Würzburg um 266 Pfd. Hllr. Arch. d. h. V. v. Unterfr. XIV, 3, 144.

1373. Bischof Gerhart v. Würzburg belehnt den Heinrich Werntzer, Bürger v. Dinkelsbühl, mit dem Zehnten zu Sechselbach bei Brauneck zu Mannlehen. Ebend. XXI, 1, 43. Ebenso Bisch. Johann 1412 den Sohn des Genannten. Ebend. 61.

1403. Unter dem Brauneckschen Erbe, das an Margarete von Brauneck kommt, befindet sich auch Sechselbach. Wib. 1, 146.

1408 s. Waldmannshofen.

1424. Das Stift St. Burkard in Würzburg belehnt die Truchsesse Hans und Fritz v. Baldersheim mit 1/6 Zehnten zu Sechselbach sammt dem Hof, welcher 6 Malter Gilt abwarf. U. Fr. XV, 1, 111. Ebenso wieder 1427 ebend. 112; Hans 1438 ebend. XIV, 5, 175; Hans Söhne Martin, Jörg und Bernhard 1450 ebend. 178; Jörg 1481 ebend. 210.

1435. Endres Werntzer, Bürger v. Rothenburg, verkauft an Hans Troschler, Spitalmeister zu Aub, für den Spital daselbst 1/5 Zehnten zu Sechselbach um 400 Gulden. Ebend. XXI, 1, 66.

1614. Die im J. 1107 erbaute Kirche fällt an einem Sonntag Morgen ein.

« [[Beschreibung des Oberamts Mergentheim/|]] Beschreibung des Oberamts Mergentheim Kapitel B 47 »
Für eine seitenweise Ansicht und den Vergleich mit den zugrundegelegten Scans, klicke bitte auf die entsprechende Seitenzahl (in eckigen Klammern).