Beschreibung des Oberamts Neckarsulm/Kapitel B 13

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
« Kapitel B 12 Beschreibung des Oberamts Neckarsulm Kapitel B 14 »
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Für eine seitenweise Ansicht und den Vergleich mit den zugrundegelegten Scans, klicke bitte auf die entsprechende Seitenzahl (in eckigen Klammern).
|
13. Gochsen,


Pfarrdorf, Gemeinde III. Kl. mit Buchsmühle, 811 Einw., worunter 3 Kath., welche nach Kocherthürn eingepfarrt sind.

Der an dem rechten Uferrand des Kochers hinaufgebaute Ort, freundlich und gesund gelegen, gewährt schon von weitem, besonders von der jenseitigen Hauptstraße aus gesehen, mit seiner stattlichen Kirche und deren hohem Schieferdachthurm, sowie mit dem breiten Rathhause, das seine Façade nach Süden kehrt, einen hübschen Anblick. Die Ortsstraßen sind chaussirt und gekandelt; Vizinalstraßen führen nach allen 4 Himmelsgegenden, nach Bürg, Züttlingen, Kochersteinsfeld und eine vierte südlich über den Kocher auf die Neuenstadter Staatsstraße. Früher wurde von dieser Straße aus mit einer Fähre über den Fluß gesetzt, woher auch noch eine Gasse im Ort „das Fahrgäßle“ heißt; auch zeigt das Ortswappen einen Kahn auf dem Wasser.

Die nach der neuesten Renovirung im Jahr 1879 sehr stattlich erscheinende, im gothischen Stil gehaltene Kirche steht auf dem früheren Kirchhof, der jetzt zum Theil freier Platz ist, und stammt ursprünglich aus dem Jahr 1601, wo sie an den im unteren Geschoß des Thurmes befindlichen Chor angebaut wurde. Sie ist einschiffig und hat zwei Eingänge im Spitzbogen; ebenso sind die spitzbogigen Fenster mit Maßwerk und farbigem Glas stilvoll gehalten. Zu diesem Äußeren paßt im Innern weniger die flache Decke, in Felder getheilt, mit ihrer etwas rohen Malerei, und der niedere breitgedrückte Rundbogen,| der das Schiff mit dem Chor verbindet. Die auf 3 Seiten herumlaufende Empore und die Kanzel sind ebenfalls im gothischen Stil gehalten. Neben letzterer ein Stein mit der Inschrift: Nach gründlicher Renovirung feyerlich eingeweiht am Sonntag Judica den 30. März 1879. Darüber eingehauen: Joann Eckstein derzeit Pfarrer allhie. Christus ist mein Leben, Sterben mein Gewinn 1601. An der nördlichen Wand steht: 1601. Georg Arnoldt Schultheiß, Hans Müller der elter und Michael Kintzelmann gewesene Bawmeister dieser Kirchen allhie zu Gochßenn. Psalm 115, 55. der Herr u. s. w. Auf dem westlichen Theil der Empore steht die neue Orgel mit 18 Registern. Der Boden der Kirche ist mit Cementplatten belegt. Der im Osten im Sechseck anschließende Chor mit gothischen Fenstern enthält den Altar, auf dem ein schönes Kruzifix, aus Zink gefertigt von Pelargus in Stuttgart, steht; in ihm gehen rings Chorstühle herum. Die Sakristei befindet sich im unteren Geschoß des südlich angebauten viereckigen Thurms mit 3 Stockwerken, dessen hohes, spitziges, schiefergedecktes Dach eine kleine Windung der Seitenrippen von unten nach oben zeigt. An der Westseite des Thurmes außen (im zweiten Stockwerk) ist außer dem Namen des Werkmeisters die Zahl 1605 sichtlich, sowie weiter unten die Spuren des Dachansatzes des ursprünglichen kleinen Kirchleins. Die 3 Glocken auf dem Thurm haben folgende Inschriften: 1. Gegossen von C. G. Neubert in Ludwigsburg. Herr M. Kerner Pfarrer (1813–26). Abel Schultheiß. – 2. Gegossen von Neubert in Ludwigsburg. 1773. 3. o rex glorie Christe veni cum pace. marcus. (ohne Jahreszahl.) – Die Unterhaltungspflicht an der Kirche hat zum Haupttheil die Gemeinde, weiterhin die Stiftung. – Das Pfarrhaus, gegenüber der Kirche, nach hinten gegen den Berg, mit der Vorderseite gegen Süden gerichtet, ist geräumig und freundlich gelegen mit anstoßendem Garten. Es ist 1772 erbaut worden; die Unterhaltungspflicht hat der Staat. – Der jetzige Begräbnisplatz, ummauert, liegt nordöstlich außerhalb des Orts und wurde 1841/42 angelegt. Das Rathhaus, höher gelegen als die Kirche, an den Berg und zum Theil in ihn hineingebaut, ist ein stattliches, starkgebautes breites Gebäude, mit Strebemauern gegen Süden; es enthält unten noch gewölbte Räume und eine Wendeltreppe und soll das frühere Schloß der Ortsherren (s. u.) gewesen sein. Die Zeit seiner Erbauung ist unbekannt. Es enthält im oberen Stock (seit 1811) die beiden Lokale der Volksschule, an welcher| 2 Lehrer unterrichten. Auch Winterabendschule wird hier gehalten; an der Industrieschule lehren 2 Lehrerinnen. – Die Gemeinde besitzt ferner 2 öffentliche Backhäuser, eine Kelter mit einem Baum und einer kleineren Mahl- und Preßmaschine, sowie ein Armenhaus. Ein Schafhaus ist im Privatbesitz, ebenso das frühere Amthaus.

Das Trinkwasser, das reichlich vorhanden ist, ist hart und kalkhaltig und wird bei Regenwetter getrübt; laufende Brunnen, die von einer Wasserleitung mit gußeisernen Röhren gespeist werden, sind 7 im Ort, einer auf der nahen Buchsmühle; außerdem 2 Pumpbrunnen. Die Markung ist reich an Quellen; zu nennen sind das Säubrünnlein, der trübe Brunnen und das Hahnenbrünnlein. Früher bestandene Seen sind längst trocken gelegt. Die Markung wird berührt vom Kocher, der zuweilen austritt, aber eher dabei fruchtbaren Schlamm zurückläßt, als Schaden thut; in ihn münden von links der Heckenfließbach, von rechts der Buchsbach und Roßbach. Über den Kocher führt die um 1740 erbaute sechsbogige steinerne Brücke nach der Hauptstraße, von der Gemeinde zu unterhalten; außerdem bestehen 3 kleine steinerne Brückchen über die genannten Bäche.

Die Markung erstreckt sich in der Form eines länglichen Vierecks vom Kocher nach Norden, den Fluß gegen Süden nur wenig überschreitend. Der Boden ist meist fruchtbar und im allgemeinen schwer und tiefgründig, theilweise mit Lehm untermischt. Es finden sich auf der Markung 2 Lehm- und Thongruben; die nicht bedeutenden Steinbrüche liefern nur Muschelkalkstein, zum Theil auch noch etwas Tuffstein. Das Klima ist im allgemeinen mild; doch wirkt der nahe Fluß öfters erkältend und Nebel erzeugend. Hagelschlag (1873 zweimal) ist selten, obwohl Gewitter häufig vorkommen. Als Wetterscheide gilt der Scheuerberg.

Die Einwohner, im allgemeinen gesund und kräftig (4 sind derzeit über 80 Jahre), sind fleißig, rührig und ordnungsliebend, dabei in sehr guten Verhältnissen. Ein Einwohner hat 70 bis 80 Morgen Grundbesitz, sonst haben die vermöglichsten 30 bis 40 Morgen, der Mittelmann 10–20, die ärmere Klasse 3–7 Morgen.

Die Haupterwerbsmittel bestehen in Feldbau, Viehzucht und Obstzucht; Weinbau steht zurück, kommt aber in neuerer Zeit wieder mehr in Aufnahme (vgl. oben S. 146). Die nöthigen Handwerker sind vorhanden; außerdem sind im Ort 3 Schild-| und 3 Speisewirthschaften und 3 Krämer. Eine Ziegelei wird mit gutem Erfolg betrieben; Mühlen gibt es zwei: 1. im Ort die Kochermühle mit bedeutender Wasserkraft, 4 Mahlgängen und 1 Gerbgang, 2 Ölgängen und Hanfreibe; 2. 1/2 km vom Ort entfernt gegen Kochersteinsfeld am Buchsbach die Buchsmühle, mit kleiner, manchmal ganz aufhörender Wasserkraft, enthält 2 Mahlgänge und 1 Gerbgang, 2 Ölgänge und 1 Hanfreibe.

Der Betrieb der Landwirthschaft ist ein guter, soweit es die vielen kleinen Parzellen zulassen. Die Preise eines Morgens Acker bewegen sich zwischen 1000 und 500 fl. Nach außen gehen jährlich ca. 1000 Scheffel Dinkel, 1000 Scheffel Haber, 60 Scheffel Weizen.

Der Wiesenbau ist ziemlich ausgedehnt und das Erzeugnis gut und ausreichend; verkauft wird nicht viel. Von den Wiesen kostet ein Morgen 1000 bis 400 fl.

Die Obstzucht wird stark betrieben. Die alten Bäume werden gut behandelt und viele junge gepflanzt und gezweigt. Es ist eine der Gemeinde gehörige Baumschule vorhanden und ein Baumwart aufgestellt. In günstigen Jahrgängen kann Obst bis zu 1000 Ctr. nach außen verkauft werden, wofür schon ein Erlös von 15.000 bis 17.000 M. erzielt wurde.

Die Gemeinde besitzt 925 Morgen Laubwald; der Morgen trägt durchschnittlich 23 Rm Scheiter, 17 Rm Prügel und 800 Wellen; hievon erhält jeder Bürger jährlich 2 Rm Scheiterholz und 100 Wellen. Der Ertrag des übrigen fließt in die Gemeindekasse.

Eigentliche Weiden besitzt die Gemeinde ca. 10 Morgen, sonst wird die Brach- und Stoppelweide benützt. Der Ortsschäfer läßt Sommers ca. 200, im Winter 400 Stück englische und Landschafe laufen und bezahlt dafür der Gemeinde 100 fl., die Pferchnutzung gehört dem Schäfer; der Gemeinde steht nur die Hälfte des Weiderechts zu, die andere wurde 1625 um 250 fl. an einen Privaten verkauft und soll jetzt um hohen Preis abgelöst werden.

An Allmanden überläßt die Gemeinde den Bürgern ca. 20 Morgen Grasplatz zur Benützung, die alle Schaltjahr verloost werden; die übrigen der Gemeinde gehörigen Güterstücke laufen meist als Besoldungstheile.

Die Rindviehzucht ist in gutem Zustand.

Von den gezüchteten Schweinen werden ungefähr 2/3 an Metzger verkauft, 1/3 zu eigenem Bedarf verwendet.

| Die Fischerei ist von keiner Bedeutung; die Gemeinde löst aus der Verpachtung des Fischerrechts 3 bis 4 M. jährlich. Der Kochermüller hat an seinem Wehr einen gut eingerichteten Aalfang; außer Aalen fängt man Weißfische, Barben, Schuppfische, wenig Karpfen, im Buchsbach Forellen, Neunaugen und Krebse.

Stiftungen: 1. Für Arme: Zinsen von 100 fl. Kapital von Anwalt Wilhelm; 80 fl. Antheil Gochsens an dem von der Prinzessin Charlotte für Stadt und Amt legirten 500 fl., 20 fl. Kapital von Pfarrer Eckstein, 1605 gestiftet; 120 fl. Kapital 1630/34 von mehreren hiesigen Personen gestiftet; außerdem 123 M. 16 Pf. von verschiedenen Privaten. 2. Schulstiftungen mit Zinsen von ungefähr 11 M. 43 Pf. per Jahr.

Nahe dem Ort ist ein Weiler Gölzhausen abgegangen (s. Regesten 1711).


Gochsen, alt Gosheim, d. i. Heimwesen eines Gozzo, Gos, wird als Burg, welche den Herren von Gosheim den Namen gab (siehe oben Bürg), vielleicht schon 1076, jedenfalls 1253, als Ort, wo Kloster Schönthal Güter und Einkünfte erhielt, 1304 und 1307 erstmals erwähnt. Im 14. Jahrhundert sehen wir das Dorf vielleicht von den ringsum reichbegüterten Herren von Dürn (s. Reg. 1302) an die Herren von Weinsberg kommen, welche schon 1315 das Patronatsrecht der Kirche zu G. hatten und mit deren Herrschaft Neuenstadt es im 15. Jahrhundert pfälzisch und 1504 württembergisch geworden ist.

Bis 1315 nach Kochersteinsfeld eingepfarrt, erhielt G. in diesem Jahr einen eigenen Pfarrer, eine Zeitlang auch einen Frühmeßkaplan. Kloster Schönthal hatte noch 1481 einige Einkünfte; in den Weinzehnten theilten sich 1536 Weinsberg, Stift Möckmühl, die von Gemmingen und Deutschorden. (St.A.)

Geistliche: Jost Fonthart 1463. Nikol. Wagner 15 . . Joh. Eckstein 1566. M. Abr. Krämer 1604. M. Mich. Weinlin 1622. M. Kasp. Schäffer 1636. M. Joh. Pfizer 1638. Christ. Becher 1642. M. Thom. Richter 1660. M. Joh. Mich. Hoffmann 1672. M. Ge. Jonath. Mangold 1683. Joh. Paul Bauch 1626. M. Joh. Bloß 1735. M. Jak. Fried. Spittler 1741. M. Heinr. Abr. Faber 1744. M. Joh. Karl Winter[ER 1] 1755. M. Joh. Friedr. Weißenstein 1783. M. Joh. Fried. Daubenhauer 1803. M. Ernst Lud. Fried. Kerner 1813. M. Chr. Eberh. Kleiber[ER 2] 1826. Jak. Speidel 1854. Adolf Kieser 1871.

| c. 1075. Unter den von Papst Gregor VII. exkommunizirten deutschen Edelleuten ist auch ein Udalricus de Cosheim. Wib. 1, 259.

1253. Herr Ludewic von Gozzesheim ist unter den Edelleuten, welche die von Hohenlohe und von Weinsberg mit einander vertragen. Hanßelmann 1, 410. Wibel 3, 68.

1302. Hermanus de Gossheim, Lehensträger Ruperts von Dürne. W. F. 1847 S. 27.

1304. Walther von Helmbund, Erzpriester in Wimpfen, verkauft an Kloster Schönthal eine Gilt von 1 Pf H. von der Mühle in Goßheim. Bad. Quellens. 4, 153. Desgleichen

1307 alle seine Güter daselbst. Schönhuth, Schönthal 58.

1307. Konrad und Sefrid v. Gosheim, Gebrüder, verkaufen ihr Sechstel am Zehnten in Helmbund und ihr Drittel am Zehnten an das Kloster Schönthal. Wibel 3, 48.

1309. Heinrich v. G. Senkenberg, Sel. jur. et hist. 2, 283.

1310. Konrad v. G. verkauft mit Albert v. Helfenberg ein Gut in Siglingen an das Kloster Schönthal für 20 Pf. H. Schönhuth, Schönth. 58.

1310. Bentzo de Gossheim qui habitat in Gossheim. (Jäger.)

1315. Bischof Andreas v. Würzburg trennt auf Bitte des Patrons Konrad v. Weinsberg wegen Anwachsens der villa Gossheim dieses Filial von seinem Mutterort Steinsfeld, doch so, daß der Kirche des letzteren der große Zehnten auf der Markung G. und 5 Schill. jährliche Gilten daselbst bleiben.

1318. Cuno v. Gossheim, Domherr und Offizial in Würzburg. W. F. 7, 505. Abh. der hist. Kl. d. Münchener Akad. XIII, 3, 108. Mon. bo. 39 19 ff.

1327. 1369. Conradus de Gosheim, Canonicus im Stift Öhringen. Wib. 1, 59.

1334. Konrad v. Goßheim verkauft an Diether von Gemmingen, den Gemahl der Anna v. Goßheim, was er hatte zu Bürg an der (unter ?) Goßheim innerhalb der Ringmauer, nemlich 1/8 am Thurm und eine Hofstatt hinter dem Thor, sowie etliche Gefälle im Vorhof. Württ. Jahrb. 1823 S. 195. Stocker, Chron. d. Fam. v. Gemmingen II, 2, 10.

1334. Damburg von Sulm, Witwe Konrad Limbachs, Bürgers in Heilbronn, schenkt der Kirche zu Neuenstadt 2 Jauchert Acker in der Dürrenau unterhalb der Burg in Goßheim. St.A.

1335. 1336. Diether von Gemmingen kauft vollends alles was Konrad v. Goßheim im Vorhof zu Goßheim besaß, außer dem Rudolfshaus. Württ. Jahrb. und Stocker a. a. O.

1336. Heinrich von G. und seine Schwester Juta verkaufen mit Wilhelm und Götz v. Aschhausen ihre Güter und Gülten zu Cleversulzbach, Eberstal und Erlenbach an das Kloster Schönthal. Schönhuth, Schönthal 75.

1344 Engelhard von Weinsberg kauft von Albrecht Kusche, Bürger in Öhringen, die Fischenz oder die Fischwaide zu Gosheim dem Dorfe an dem Kochen unter dem Mühlenwage. Albrecht, Weinsb. Regesten

1345. Junker Sefrid von Goßheim, Siegler in einer Schönthaler Urkunde. W. F. 6, 265.

| 1345. Konrad Huser v. d. Buche (Buchsmühle ?) von Gosheim und seine Ehefrau verkauft an Heinrich Spehe von Helmbund 1 Pf. Hellergilt auf einer Wiese und einem Acker unter der Halden, woran der v. Heimberg und Hertwig v. Thierbach stoßen. Stocker 10.

1345. Engelhard v. Maienfels und seine Brüder verkaufen ihren eigenen Mann, Heinrich der da heißet Bretacher, der zu Gosheim zu der Burg gesessen ist, an Engelhard von Weinsberg um 20 Pf. H. Albrecht, Weinsb. Reg.

1349. Kune v. Gozheim, Edelknecht, tritt auf 3 Jahre mit seinem Theil an der Veste G. in den Dienst des Bischofs v. Würzburg. Mon. bo. 41, 384.

1353. Heinrich Büting v. Gosheim und seine Frau Adelheid verkaufen an Heinrich Spehen v. Helmbund 10 Schill. Hellergilt auf ihren Gütern. Albrecht, Weinsb. Reg.

1356. Arnold Pfauwe zu Goßheim, nachher zu Thalheim. OR. 15, 313. W F. 7, 176. 232.

1359. Erkinger v. Seinsheim bescheinigt für sich und seine Tochter Yta, Gemahlin Konrads v. Rechberg, des Schwestersohnes Engelhards v. Weinsberg, daß letzterer die 800 Gulden, womit Yta auf Goßheim verwiesen war, bezahlt habe. Albrecht, Weinsb. Reg.

1370. Konrad v. Goßheim, Chorherr zu Öhringen. W. F. 7, 67.

1370. Konrad und Kun, Gebrüder von Gogsheim, genannt v. Heimberg (Heimbach OA. Weinsberg) Zeugen in einer Weinsberger Urkunde. W. F. 7, 176.

1371. Eberhard Gans und Huse v. Sachsenflur, seine Ehefrau und deren Töchter verpfänden an Eberhard von Gemmingen und Konrad von Heimberg, gen. v. Gosheim, ihre Güter gelegen zu G. in Gosheimer Mark, welche Degenhard v. Weiler sel. und seine Hausfrau bisher inne gehabt, mit allen Nutzen und Rechten um 80 Gulden und 50 Pf. Stocker 10.

1372. Hans Stor und Ehefrau verkaufen an Konrad v. Heimberg, gen. v. Gosheim, 1 Pf. Hellergilt, wie sie ihr Vater Heinrich Spehe auf sie gebracht, um 13 Pf. H. Stocker 11.

1373. Hertwig v. Stein und Ehefrau verkaufen ebendemselben eine Gilt, die sie von dem alten Storren und Albrecht von Hettigheim gekauft. Ebend.

1374. Lutwin der ältere v. Heilbronn verpfändet an ebendenselben seine Fischenz zwischen Wimpfen und Offenau und 2 Fischenzen zu Griesheim, die er von seinem Herrn, dem Grafen von Löwenstein, gekauft. Andere Lutwin verkaufen an ihn 10 Schill. Hellergilt von der Mühle zu Gosheim. Ebend.

1374. Sefrid und Heinrich von Gosheim, Gebrüder, leihen das Fach (Fischwehr) und die Legschiffe, das zu der Mühle gehört, gelegen zwischen den Städten Wimpfen, Berthold dem Fergen und seinen Nachkommen um 4 Pf. H. jährlich. Baur, Hess. Urk. 1, 464.

1375. Heinrich v. Gosheim u. A. verschreiben sich als Bürgen wegen der Gilten, welche Kunz Zopffe v. Wimpfen von Herrn Engelhard v. Weinsberg auf den Gütern zu Gosheim hatte. Albrecht, Weinsb. Reg.

1375. Konrad v. G., gen. v. Heimberg, kauft von Pfaff Friedrich v. Wimpfen einen Acker in Neuenstadter Mark, den Hertlin Bender| baute am Wimpfener Weg; ferner den Weingarten, gelegen zu Hohenberg, den baut Kunz in der Burggasse zu Neuenstadt; einen Weingarten am Neherberg zu Cleversulzbach neben Pfaff Stocklin; einen Acker, 11 Schill. Geld und 2 Gäns zu (Kocher-) Dürn. Desgleichen von Albrecht v. Finsterlohe und seiner Ehefrau eine Gilt zu Ebernstall, die vormals denen von Dahenfeld gehört. Stocker 11 f.

1375. Konrad Zerleder von Gosheim Zeuge in einer Weinsb. Urk. Öhr. Arch.

1376. Hans Phawe (Pfau) v. Thalheim und Sohn verkaufen dem edlen vesten Knecht Eberhard v. Gemmingen ihren Theil an der Burg und dem Vorhof zu Gosheim, sowie am Gosheimer Holz um 435 Gulden Gold. Stocker 12.

1378. Hans Spehe verpfändet an Konrad v. G. 3 Simri Ölgilt zu Dahenfeld. Ebend.

1379. Gebin und Burkard v. Weiler verkaufen an Konrad v. G. eine Gilt in Neuenstadt. Ebend.

1379. Sefrid v. G. kauft v. Konrad und Gerhard v. Thalheim ihr Fischwasser im Kocher zu Dürn. W. F. 5, 20.

1379. Ulrich Kunhöfer, Bürger in Weinsberg, verkauft an Anna von Weinsberg, geb. v. Leiningen, die Güter, welche seiner Frau Anna von ihrem ersten Manne Behem v. Seckach in Gosheimer Markung angefallen waren, um 235 Pf. H. Albrecht, Weinsb. Reg.

1380. Heinrich v. Kochendorf und Katharina seine Hausfrau verkaufen an Eberhard v. Gemmingen den der letzteren von ihrem sel. Gatten Arnold Phauwe v. Thalheim vererbten Theil an der Burg zu Gosheim, 1383 all ihr Gut zu G. in dem Dorf und in der Mark gelegen. Stocker 12.

1380. Kunz Zopff (in Wimpfen) giltet von Gütern zu Gogsheim an Engelhard v. Weinsberg. W. F. 9, 33.

1381. Der veste Edelknecht Sefrid v. Goßheim. W. F. 6, 253.

1381. Hermann Snider, gesessen zu der Burge, genannt Gosheim an dem Kocher gelegen. W. F. 6, 253

1385. Sefrid und Heinrich v. Gogsheim, Gebrüder, Edelknechte. W. F. 8, 148.

1387. Heinrich v. G. W. F. 5, 315.

1391. Unter den Einkünften, womit Anna, Gattin Engelhards v. Weinsberg, den St. Katharinenaltar in der Kapelle zu Neuenstadt ausstattet, sind auch ein Hof und ein Gut in Gosheim. St.A.

1382. Engelhard v. Weinsberg verpfändet seine Dörfer Gochsen und Steinsfeld. s. Neuenstadt.

1394. Eberhard v. Gemmingen kauft von Hermann Nast von Obrigheim seinen Hof zu G. um 186 Gulden. Stocker 13.

1395. Desgleichen von Hans Storer und Anna v. Kochendorf, seiner Hausfrau, den Buchsacker in Dürner Mark, daran stoßen Krafts v. G. sel. Kinder und der Pfründacker, welchen Pfaff Pil Pfull (?) genannt, zu diesen Zeiten inne hat. Ebend.

1396. Heinrich v. G. und Katharina v. Thalheim, seine Ehefrau, verpfänden dem Hans Storer ihre Kelter zu G. und etliche Äcker und Weinberge um 177 Gulden Gold. Ebend.

1398 ff. Konrad v. G., genannt Platz, Edelknecht.

1404. Eberhard und Gerhard v. Gemmingen, Gebrüder, kaufen| von Wiprecht Stedenberg (Stetten?) und Barbara von G., seiner Hausfrau, ihrer Schwägerin, ihren Antheil an der Burg zu G. und in dem Vorhof, sowie in der Mark um 375 Gulden. Desgleichen von Anna v. G. ihren Antheil um dieselbe Summe. Ebend.

1405. Engelhard und Konrad v. Weinsberg verpfänden Neuenstadt, Gosheim etc. an die von Helmstadt. Ludewig, Rel. msc. 12, 612.

1408. Eberhard und Gerhard v. Gemmingen, Seifrid v. Gosheim d. Ält., Hans Kunz und Seifrid v. Gosheim d. J. errichten einen Burgfrieden zu Bürg. Jeder muß eine Büchse stellen, die ein Pfund schießt, und 4 Pfd. Pulver. Stocker 8.

1410. Engelhard und Konrad v. Weinsberg geben dem Heinz Peter v. Eberstadt zu einem Leibgedinge unter Anderem ein Halbtheil an dem Wein- und Getreidezehnten zu Gosheim der Burg, der ihnen geworden ist von Jungfrau Mechthilden sel. v. Thalheim und den von Nagelsberg. Albrecht, Weinsb. Reg.

1416. Dnus. Albertus primissarius in Gosheim. Schönth. Urk.

1419. Die von Gosheim verkaufen Güter in Brambach an Konrad v. Weinsberg. Ludewig, Rel. msc. 12, 614.

1420. a) Hans v. G. und Anna v. Sachsenheim, seine Hausfrau, verkaufen an Eberhard v. Gemmingen ihren Theil an G. um 520 Gulden. Unter den Bürgen Kunz v. G. Stocker 13.

1420. b) Konrad v. G., den man nennet Platze, siegelt eine Öhringer Urkunde. Wib. 3, 121.

1422. Seifrid v. G. wie 1420 a. Stocker 13.

1431. Konrad v. Weinsberg versetzt ein Viertel von Neustadt, Gosheim etc. an Wiprecht v. Helmstatt. Öhr. Arch.

1436. Streit zwischen Eberhard v. Gemmingen und denen von Sickingen über ihren Antheil am Garten und See zu G. der Burg. Stocker 13.

1437. Johannes Gosheim Schreiber Konrads v. Weinsberg. Bibl. d. litt. Ver. 18, 84.

1439. Hans v. Hardenau und Margareta, seine Hausfrau, verkaufen ihren anererbten Antheil an Schloß G. an Eberhard v. Gemmingen. Streitigkeiten darüber endigen mit der Achtserklärung des Verkäufers durch das Hofgericht Rotweil 1444, bis er 1447 Genugthuung leistet. Stocker 14.

Um 1440. Konrad v. Weinsberg verkauft einen Theil der Burg G. an Johann v. Erenberg. Dillenius, Weinsberg 49.

1442. Hans v. Ehrenberg und Margareta v. Gemmingen, seine Hausfrau, verkaufen ihren Theil an G., das man nennt zu der Burg, wie es von Gerhard v. Gemmingen auf sie gekommen ist, an Konrad v. Weinsberg, Erbkämmerer, um 2700 Gulden. Öhr. Arch. Ludewig, Rel. msc. 12, 618.

1445 s. Neuenstadt.

1445. Heinrich v. Goßheim, genannt Blatz, gesessen zu Niedernhall, begütert in Sindringen, Bruder Konrads v. G. Schönhuth, Schönthal 133.

1446. Den 1442 genannten Theil kauft Eberhard v. Gemmingen d. J. um 1700 G. Stocker 14.

1453. Streitigkeiten zwischen Eberhard v. Gemmingen und Hans v. Gosheim wegen des letzteren Antheil am Schloß zu G. werden geschlichtet:| Eberhard soll an Hans in den 3 nächsten Pfingsten 80 G. zahlen. Ebend. Vgl. Württ. Jahrb. 1823, S. 196.

1456. Wilhelm v. Trier, Witwer der Katharina v. G., verkauft an Eberhard v. Gemmingen seinen und seines Kindes Theil an G. dem Schloß und seinen Bauhof daselbst etc. um 300 Gulden. Stocker 14.

1458 auf Simon- und Judastag, Zusammentritt von Vertretern der Markgenossenschaft: Kunz Echter als von wegen der Herren von Weinsberg und seines Schwähers als Mitmärkers, des Schloß und Dorfs und armen Leut wegen zum Stein (Stein am Kocher), Eberhard v. Gemmingen, als vor sein selbst und des Schloß G. und der Seinigen wegen, und Hans v. Sickingen, als von derer von Thürn wegen. Ebend. 9.

1465. Kloster Schönthal erwirbt einen Hof in Gossheim des Platzen Gut. Bad. Quellensamml. 4, 158. Nach Bauer von Konrad Caplan v. Oedheim, Gemahl der Adelheid v. Gosheim.

1466. Heinrich v. G., den man nennt Blatz, Wib. 3, 164. Er verkauft an seinen Schwager Konrad Caplan v. Oedheim, 3 Schill. 81/2 Pfenn. Zins, 1 Fastnachthuhn, 5 Sommerhühner, 1 Gans, 1 Sri. Frucht frurlich (flurlich?). Gef. Mitth. des Frhrn v. Bautz.

1466. Peter Eychorn v. Goßheim cis flumen Kocken Z. in einer Öhringer Urk. Wib. 3, 52.

1481. Johs. Haller, Pfarrer zu G., gibt mit Einwilligung des Junkers Hans v. Gemmingen, Amtmanns zu Weinsberg, 2 Stück Weingarten hinter der Kirch dem Konz Öttinger u. A. zu einem Lehen. v. Gemm.-Prest. Lagerbuch.

1488. Asmus Echter verpfändet an Neidhard Horneck v. Hornberg was er zu Stein, Bürg, Gochsen etc. hat. Stocker 14.

1493 s. Degmarn.

1495. An Pfalz zahlen 65 Steuerpflichtige in Dorf Gochsen mit einem Vermögen von 7393 Gulden 6 Albus 2 Pfenn. zusammen 147 Gulden 23 Albus 6 Pfenn. Steuer. W. F. 7, 552.

1555. Verhandlungen über die herkömmliche Holzabgabe zur Buchsmühle. St.A.

1561. Kaspar Silckher kauft die Frühmeß-Behausung und Scheuer und gibt daraus jährlich 6 Gulden Urbarzins. St.A.

1570. Der Kochermüller bittet, einen weiteren Gang einrichten zu dürfen. St.A.

1573. Die v. Gemmingen-Presteneck tragen von Kurpfalz Gefälle in G. zu Lehen. v. Gemm.-Prest. Lagerb.

1711. Vertrag zwischen den Gemeinden Gochsen und Gölzhausen über allerlei Gerechtigkeiten. St.A.

1758 ff. Der aus England gekommene Schneider Christian Unold von Memmingen zieht durch religiöse Vorträge und die Kraft seines Gebets einen starken Zulauf herbei und stiftet eine Sekte. Grüneisen in Illgens Zeitschr. f. hist. Theol. XI (1841) 85. 91.

18. Jahrh. Wie in vielen Orten des Landes, wird auch in G. auf Steinkohlen gegraben. Württ. Jahrb. 1849, II, 117.


Errata

  1. S. 360 unten. Ein Sohn des Pfarrers Winter war: Christian Friedr. Winter, geb. in Gochsen 28. Dezember 1773, seit 1815 Theilhaber der Mohr und Winterschen Universitäts-Buchhandlung in Heidelberg, seit 1819 wiederholt Mitglied der badischen Ständekammer, 1845–49 erster Bürgermeister der Stadt Heidelberg, gestorben 7. Jan. 1858. Vgl. über den als „Vater Winter“ hochgeachteten Patrioten, Kunstfreund etc. v. Weech’s Badische Biographien II, 492 f. Siehe Berichtigungen und Ergänzungen, S. XII.
  2. S. 360 Z. 2 v. u. lies Klaiber. Siehe Berichtigungen und Ergänzungen, S. XII.


« Kapitel B 12 Beschreibung des Oberamts Neckarsulm Kapitel B 14 »
Für eine seitenweise Ansicht und den Vergleich mit den zugrundegelegten Scans, klicke bitte auf die entsprechende Seitenzahl (in eckigen Klammern).