Beschreibung des Oberamts Riedlingen/Kapitel B 14

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14. Dürnau,

ein kath. vormals Stift Buchauisches Pfarrdorf, an der Poststraße von Buchau nach Saulgau, 31/4 St. von Riedlingen mit 307 Einw. C. A. Heiligkreuzthal, F. Amtsbezirk, Rentamt und F. V. Buchau. Standes-, Grund-, Patronats- und Zehntherr F. v. Th. und Taxis.

| Gefälle beziehen: Staat 10 fl. 27 kr. Taxis 287 fl. 55 kr., 279 Schfl. D., 1125/8 Schfl. H., 703/8 Schfl. R., 556/8 Schfl. G.; Heiligenpflege Kanzach 6 fl. 25 kr.

Der Ort liegt an und auf einer Anhöhe, an einem freundlichen Wiesthale, durch das der Braunenweiler Bach geht, der sich am Ende des Orts mit dem Bierstetter Bache vereinigt; er hat 1 Schildw. Eingepfarrt ist der Figelhof, OA. Waldsee. Das Patronat wurde 1313 von Gr. Heinrich von Wartemberg dem Kloster Salem geschenkt, das Kloster verkauft es aber wieder mit dem Widdum 1359 an einen Riedlinger, und 1390 kam es an den Spital zu Saulgau für 150 Pfd., dem 1430 auch die Pfarrey einverleibt wurde. 1745 vertauschte Saulgau den Besitz an das Stift Buchau gegen die Pfarrey Boms und eine Caplaney in der Stadt. Der Pfarrer war bis dahin im Besitz aller Zehnten und eines Widdums geblieben, nach gewohnter Weise zog 1763 das Stift dieselben an sich. Der Dürnauer Torfstich liefert sehr guten Torf.

Dürnau lag im Umfange der Grafschaft Friedberg und stand, wie Kappel, unter deren Hoheit und forsteilichen Gewalt. Die Grundherrschaft war ehemals im Besitze der von Hornstein, wie es scheint als Veringisches Lehen. 1287 eignet Graf Heinrich von Veringen dem Ludwig von Hornstein (zu Neufra) einen Hof. 1387 verkauft Ludwig von Hornstein, zu Neufra gesessen, des vorigen Enkel, 9 Höfe mit allen seinen übrigen Gütern, Zwingen, Bännen, Vogtey etc. um 640 Pf. an das Stift Buchau. Einige Höfe besaß die Äbtissin des Stifts, Anna von Rueßeck, selber, und vergabte diese 1390 ebenfalls an das Stift, das später noch andere Güter und damit den ganzen Ort erwarb, der dann mit dem Stift 1803 an das F. Haus Taxis kam.