Bewerdt Recept / Wann einer des Abendts zu sehr in der Weinfleschen gehaben / daß einem deß morgens der Kopff wehe thut

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Textdaten
Autor: unbekannt
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Titel: Bewerdt Recept / auß allen meinen Büchern zusamen gelesen / Wann einer des Abendts zu sehr in der Weinfleschen gehaben / oder sonst zu sehr getruncken / daß einem deß morgens der Kopff wehe thut / soltu gebrauchen / Wie hernach folgt.
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Erscheinungsdatum: ca. 1601
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Quelle: im VD17 unter der Nummer 23:677614T
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Bewerdt Recept VD 17-23 677614T.jpg
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Editionsrichtlinien:


Bewerdt Recept / auß allen meinen Büchern zu-
samen gelesen / Wann einer des Abendts zu sehr in der Weinfleschen gehaben / oder
sonst zu sehr getruncken / daß einem deß morgens der Kopff wehe thut / soltu ge-
brauchen / Wie hernach folgt.


Ausschnitt 23 677614T.jpg


MEinen Freundtlichen gruß sonder lieffde / Wisset liebster freundt sonder verstandt / wie daß ich vernommen hab sonder hören / daß jr beladen seidt mit einer kranckheit sonder süchten / da vil Leute an sterben sonder Todt / so hab ich mich befraget mit vil vngelehrten Leuten oder Meistern / die sehr vil gestudirt haben in der Weinkannen / vnd in vngeschriebnen Büchern / also daß jhr möcht gebrauchen diese nachfolgende stücken / welche jhr jetz vernemmen werdt.

Item jhr solt nemmen ein Hertz auß einem Schüsselkorb / die lunge von einem Blaßbalg / die Miltz von einem Schragenstul / darzu solt jr nemen die Gal von einer Tauben / den Krach von eim Müllenstein / das Schmaltz von eim Schleiffstein / das weiß von einem Raben / daß weiß von einem erden Pot / das Haar von einem Igel / vnd den todder von einem Pferds Ey / die Augen von eim Moltwurm / darzu solt jr nemen vier quarten Hanen milch / dise stück solt jr thun in einen Filßhut vnd mit einem Füchßschwantz wol weich gestossen / vnd wenn es klein gestossen ist / dann solt jhr nemen / vnd mengen darin / drey lot Klockenklancks iij. lot Vogelgesangs iij. lot Sonnenscheins / iij. quarten Fliegenschmaltz / vnd setzen dann dise stück vndereinander gerüret / in einen finsteren Keller / da die Sonn wol heiß in scheint / so wirfft es klötzer / wie kinber körner / die solt jhr nemen des Morgens wenn jhr satt seind / vnnd des Abends wenn jhr nüchteren seindt / vnd fasten 9. tag darauff / vnnd wenn euch das nicht hilfft / solt jhr diese nachfolgenden stücke gebrauchen.

Item / so solt jhr nemmen 6. wagen leider / vier Hundsfell / vier Katzen / vier Wandtleuß / machen darauß ein pflaster / leget es zwischen Nasen vnd Mund / so werdt jhr des leides gesundt / gleich ein Hase erläufft [Rechts]den Hundt / vnd bringet jhn an einem Seil / zu Puffingen in die Peltzmülle.


Ein bewerte Kunst / vor die Klappersucht der bösen Weiber vnd Megde.

ERstlich diß Probir / gib in stockfisch mit Faustlaugen vber gossen.

Zum andern Füßteller / ein bessem stil / einen grossen / brauchs gegen den Abendt / aber mit bescheidenheit / folge meinem raht / es hilfft vnd ist offt Probirt.

Wo das alles aber nicht helffen wil / So mustu diesen Tranck machen mit diesen Kreutern / nim Hunger pfeffer / Mangelkraut / die Leber auß einem Zaun / das gib jn zusamen / vnd lege sie dan fein schlaffen / decke sie wol zu mit stülen vnd bencken / daß sie fein warm werde / wil es dann noch nicht helffen / so thu sie fleissig weschen mit faustlaugen / aber du must sie wol reiben / vnd gib jhn ein tag 4. lot dürre Brott / dem Weib oder der Magde / die die Klappersucht haben vnd eim jeden sein Ehr abschneiden / mag jhn auch ein Pflaster / reib sie mit eim Bengel fein sauber / biß jhr die sucht vergehet / vnd lernen Betten.

Aber die Frommen Weiber vnd Megd / gehet solches nicht an / Allein die Faulen / die gehn von einer Thür zu der ander vnnd die Klappersucht haben / vnnd was im hauß geschicht das gahn sie auß plaudern / die Herrschaft beliegen vnd betriegen / den sol man diß zurichten / xiiij. mahl in der wochen / ey so werden sie so fein gerad / das einer sein lust daran sicht / Gib jhn Bengelsuppen / dürren Gartensalat / es muß jhn aber nicht zu gar fett geschmaltzen sein / aber wolgesaltzen / so schmeckt jhnen ein drunck darauff.

Mein lieber Freundt / Brauchs in der zeit /
so hast du es in der Noh / Die Kunß
ist Probirt.




Noch ein ander bewerte Kunst.

ITem / Nim das Blaw vom Himmel / das rumpel von einer alten Brücken / das Fett von einer Mücken / das Ingewelt von eim Knäbelspieß / vnd das hertz auß einem Ambult vnd hack es klein / thu darunder / ein lot Vogelsangs / ein lot Klockenklangs / ein lot Rägt Milch. Ein halb pfund von einem alten beklatterten Weibs peltz / da viel in gefiften ist am Spinrocken. Solches alles thu zusammen in ein Glasern Mörser / vnd zerstoß es mit einem Fuchßschwantz / vnd thu es in ein Tigel der von Papir gemacht ist / vnnd laß es ein stund oder drey wol sieden / das es zu einer Salben wird / vnd seihe es durch ein eichen brett / das drey oder vier Ellen dick ist / vnd wenn du das gebrauchen wilt / so thu dich auß / vnd gehe jn ein alte Badestuben die in sechs Jaren nit gehitzet ist worden / vnd schwitze fein: Darnach gehe in die Sonne vmb Weynachten / wen sie warm scheint / vnd schmir den nabel auff dem rücken: Darnach lege dich ein stundt oder zwo nider / vnnd schlaffe so lange biß ich dich auffwecke / vnd laß dich fein warm zudecken mit einem Hasen netze / vnnd laß deinen Kopff mit den kreutren reiben / da die Bawren das korn mit dreschen: Das muß ein mahl oder drey geschehen / als dann wirstu wider auß deim schlaff geweckt / vnd entlediget dich von deiner Kranckheit vnd wirt besser mit dir / aber jederman kans nit wol vertragen. Darum ein malderbrott / vnd drey Bratwürst / vnd ein Fläsche mit Wein / dar ist am besten bey sein / Probatum est. Geschriben drey meil hinder Gesteren / da ligt ein Dorff heist obermorgen vnd Gedruckt im Jar / als man zalt dreyzehen min vier / das seint sechs wochen bouen Trier.