Botschaft (Hugo von Hofmannsthal)

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Textdaten
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Autor: Hugo von Hofmannsthal
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Titel: Botschaft
Untertitel:
aus: Gedichte, S. 24–25
Herausgeber:
Auflage:
Entstehungsdatum: 1897
Erscheinungsdatum: 1922
Verlag: Insel Verlag
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Erscheinungsort: Leipzig
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Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: UB Bielefeld und Commons
Kurzbeschreibung:
Erstdruck in: Blätter für die Kunst (Berlin), Vierte Folge, 1./2. Band, November 1897
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BOTSCHAFT


Ich habe mich bedacht, daß schönste Tage
Nur jene heißen dürfen, da wir redend
Die Landschaft uns vor Augen in ein Reich
Der Seele wandelten; da hügelan

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Dem Schatten zu wir stiegen in den Hain,

Der uns umfing wie schon einmal Erlebtes,
Da wir auf abgetrennten Wiesen still
Den Traum vom Leben niegeahnter Wesen,
Ja ihres Gehns und Trinkens Spuren fanden

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Und überm Teich ein gleitendes Gespräch,

Noch tiefere Wölbung spiegelnd als der Himmel:
Ich habe mich bedacht auf solche Tage,
Und daß nächst diesen drei: gesund zu sein,
Am eignen Leib und Leben sich zu freuen,

15
Und an Gedanken, Flügeln junger Adler,

Nur eines frommt: gesellig sein mit Freunden.
So will ich, daß du kommst und mit mir trinkst
Aus jenen Krügen, die mein Erbe sind,
Geschmückt mit Laubwerk und beschwingten Kindern,

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Und mit mir sitzest in dem Gartenturm:

Zwei Jünglinge bewachen seine Tür,
In deren Köpfen mit gedämpftem Blick
Halbabgewandt ein ungeheures
Geschick dich steinern anschaut, daß du schweigst

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Und meine Landschaft hingebreitet siehst:

Daß dann vielleicht ein Vers von dir sie mir
Veredelt künftig in der Einsamkeit
Und da und dort Erinnerung an dich
Ein Schatten nistet und zur Dämmerung

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[25]
Die Straße zwischen dunklen Wipfeln rollt

Und schattenlose Wege in der Luft
Dahinrolln wie ein ferner goldner Donner.