Cephis

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Textdaten
Autor: Ewald Christian von Kleist
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: Cephis
Untertitel:
aus: Neue Gedichte vom Verfaßer des Frühlings
Herausgeber:
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1758
Verlag: Christian Friedrich Voß
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Berlin
Übersetzer: {{{ÜBERSETZER}}}
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Google, E-Text nach: Ewald Christian von Kleist's sämmtliche Werke nebst des Dichters Leben aus seinen Briefen an Gleim. Herausgegeben vom Wilhelm Körte. Zweyter Theil. Berlin, bei Johann Friedrich Unger, 1803. S. 45-47
Kurzbeschreibung:
Wikipedia-logo-v2.svg Artikel in der Wikipedia
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
[[Bild:|250px]]
Bearbeitungsstand
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
[[index:|Indexseite]]


Cephis.

„Sey mir gegrüßt, Philint! sey mir gegrüßt!
Gesegnet sey der Tag, der dich mir schenkt!
O tugendhafter Greis, wie lange schon
Hab’ ich dich nicht gesehn! Das Alter hat

5
Seitdem dein Haupt noch mehr mit Schnee bestreut.

Komm, labe dich mit mir im Schatten, komm!
Der Weinstock winkt uns dort, dort winkt uns auch
Der süße Feigenbaum. Erquicke dich
An ihren Früchten, die die Jahrszeit reift!“

10
     So sagte Cephis, als Philint einmal

In seinen Garten kam. Sie gingen hin.
Der arme kranke Greis erquickte sich,
Und pries den Feigenbaum und seine Frucht.
„Der Baum sey dein, Philint!“ sprach Cephis: „ihn

15
Bedeck’ ich künftig nur für dich, wenn Frost

Die Erde drückt; für dich soll er hier blühn,
Und tragen süße Frucht.“ Allein Philint
Starb bald, ihm trug der Baum nicht süße Frucht.
Und Cephis weint’ um ihn, und wünscht’ sich arm

20
Zu sterben, und so fromm, als er; begrub

Ihn unter seinen Baum, baut’ ihm ein Grab,
Mit Rosen und Cypressen rund umkränzt.

     Er höret’ oft seitdem bey’m Mondenschein
Ein heilig Rauschen in des Baumes Laub.

25
Ein süß Gelispel drang vom Grab’ herauf,

Das ihm zu danken schien. Und Überfluß
Von Obst und Trauben wuchs ihm jährlich; denn
Der Himmel segnet stets die Frömmigkeit.