Clausthaler Winter (Gedicht)

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Textdaten
Autor: Adolf Ey
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Titel: Clausthaler Winter
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aus: Allgemeiner Harz-Berg-Kalender für das Jahr 1915, S. 60
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[60]
Clausthaler Winter.

     Wie das knirscht! So kalt und trocken!
Jungens, Schneeschuh angeschnallt!
Droben winkt der alte Brocken
Und der tiefverschneite Wald.

5
All die sommergrünen Fichten

Haben sich zum Fest vermummt.
Steht da nicht in seiner dichten
Pelz ein weißer Bär und brummt?

     Glitzert da nicht in der Sonne

10
König Hübichs Silberthron?

Schreitet da nicht eine Nonne,
Da ein Mönch, in Prozession?
Sieh Dich vor, daß Du den Schützen
Dort im Anschlag nicht erweckst!

15
Helme, Panzer, Lanzenspitzen!

Ist denn unser Harzverhext?

     Peitschen knallen, Knechte rufen,
Und verflogen ist der Trug.
Vierundzwanzig Pferdehufen

20
Ziehen durch den Schnee den Pflug.

Auf der frischen Jahrbahn klingeln
Lust’ge Schlitten durchs Revier.
Wo sich blaue Wölkchen ringeln,
Steht der Förster vor der Tür.

25
     Und was sonst sich in dem Walde

Scheu vor Menschenaug’ versteckt.
Wandelt heute nach der Halde
Sorglos, wo der Tisch gedeckt.
Was der Sommer auch beschieden,

30
Erst des Winters Schnee und Eis

Brachten einen Gottesfrieden,
Hirsch und Hirschkuh, Reh und Geiß.

     Doch – welch Summen! Welch Gewühle!
Munter dreht ihr Flügelrad

35
Auf der Bremerhöh’ die Mühle.

Sei gegrüßt mir, Vaterstadt!
Steht die Kirchtürm’, wie zwei Wachen,
Weißbehelmt bis zu dem Knauf,
Und ich härsche haarzisch schprachen,

40
Bin derhem! Glick auf, Glick auf!


     Und das ist das alte Tuscheln
Durch die klare Winterluft
Und die Jungens wieder ruscheln
Mit den Mädels auf der Kuft,

45
Und wie rührt das jetzt die Beine!

Weiter übers Schneefeld hin,
Als Brunhild am Ilsensteine,
Springt heut die Clausthalerin.

     Ja, Clausthal, Dich lieb ich immer,

50
Und wer jemals Dich vergißt,

Hat nicht den geringsten Schimmer,
Wie man singt und tanzt und küßt.
Ob es stöbert, ob es wettert,
Nirgend ist es allemal,

55
Habt Ihr erst den Berg erklettert,

Jungens, schön wie in Clausthal! Adolf Ey.