Curieuses Natur-Kunst-Gewerck- und Handlungs-Lexicon (1712):Vorrede

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Textdaten
Autor: Johann Hübner
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Titel: Curieuses Natur-Kunst-Gewerck- und Handlungs-Lexicon (1712):Vorrede
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Entstehungsdatum: 1712
Erscheinungsdatum: 1712
Verlag: Johann Friedrich Gleditsch und Sohn
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Erscheinungsort: Leipzig
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Johann Hübner's Vorrede zum Curieusen Natur-Kunst-Gewerck- und Handlungs-Lexicon (Leipzig: J. Fr. Gleditsch & Sohn, 1712) nimmt unter den Texten des frühen 18. Jahrhunderts eine bemerkenswerte Stellung ein. Mit Klarheit ist hier ein Wandel auf dem Buchmarkt konstatiert, der sich während der letzten fünf Jahrzehnte vollzog (und von dem neben dem Lexikon als Textgattung vor allem das wissenschaftliche Journal profitierte). Für das Lexikon sind im selben Moment die Gründe genannt, die es gegenüber systematisch strukturierten Enzyklopädien so plötzlich populär machten. Die Organisationsstruktur, die unhierarchische Präsentation von Wissen unter dem Alphabet, erlaubte die Benutzung der neuen Kompendien ohne Vorwissen. Das neue Medium diente sich damit neuen Publikumsgruppen an - das Wissen expandierte, es erreichte von nun an nicht mehr allein Spezialisten, sondern Benutzer aller Stände. Eine Umstrukturierung der bislang von den Universitäten professionell bewahrten Wissenformationen stand im Hintergrund dieser Entwicklung. Die gezeigte Entwicklung erfaßte ganz Europa und führte, so Hübner zu neuen Lexika - zu solchen des täglichen Gebrauchs, wie das Zeitungslexikon eines war, dessen zweiter Teil mit spezieller Ausrichtung auf die Berufe und deren Lebenswirklichkeit hier vorgelegt wird.

Vollständiger Titel[Bearbeiten]

Curieuses| Natur-Kunst-Gewerck-| und| Handlungs-|LEXICON,| Darinnen nicht nur| Die in Philosophie, Physic, Medicin,| Botanic, Chymie, Anatomie, Chirurgie und Apo-|tecker-Kunst, wie auch in der Mathematic, Astronomie,| Mechanic, Bürgerlichen und Kriegs-Bau-Kunst, Schiffahrten, &c.| Ferner bey denen galanten und Ritterlichen Exercitien; bey Bergwercken, Jäge-|rey, Fischerey, Gärtnerey, wie nicht weniger bey Künsten; ingleichen in der Kauff-|mannschafft, bey Buchhalten und in Wechsel-Sachen gebräuchlichen Termini| technici oder Kunst-Wörter, nach Alphabetischer Ordnung| ausführlich beschrieben werden:| Sondern auch| alle andere in täglichen Handel und Wandel, in-|gleichen in Jure und vor Gerichten vorfallende, und aus| denen Gelehrten und Ungelehrten zu sonderbahren Nutzen gründlich und| deutlich erkläret, auch an vielen Orten feine und nützliche Realien mit| eingemischet seyn.| Alles dergestalt eingerichtet,| daß man dieses als einem andern Theil| des Realen Staats-Zeitungs- und| CONVERSATIONS-LEXICI| mit grossem Vortheile gebrauchen kan,| weil hierinnen erkläret zu finden, was in jenem bißhero| vielmahls gesuchet worden.| Nebst einer ausführlichen Vorrede| Herrn Johann Hübners.| Samt einem Anhang, darinnen unter andern auch| die Beschreibungen derer Handwercker, und der bey ihnen gebräuch-|lichen Wörter enthalten sind, wie auch einem nützlichen Register.| [Linie]| Verlegts Johann Friedrich Gleditsch und Sohn,| Buchhändl. in Leipzig, Anno 1712.

Vorrede Herrn Johann Hübners, Rectoris der S. Johannis Schulen in Hamburg.[Bearbeiten]

p.[iii]
I.

WAs ich ietzo vor einem Jahre, als das Reale Staats-Zeitungs- und Conversations-Lexicon zum fünfften mahl aufgeleget ward, in der Vorrede versprochen habe, solches ist von den Herren Verlegern nunmehro in der That erfüllet worden.

II.

Nehmlich es erscheinet nunmehro der andere Theil dieses Buches, in der guten Hoffnung, daß er zum wenigsten von denjenigen nicht übel aufgenommen werden, welche so ein grosses Verlangen darnach bezeuget haben.

III.

Sein besonderer Titul ist; Natur-Kunst-Gewerck-und Handlungs-Lexicon; welchen ich niemand deutlich erklären kan, der sich nicht vorhero in einen kurzen Discours von den gelehrten Wissenschafften der Menschen mit mir eingelassen hat.

IV.

Eine jedwede Disciplin kan auf zweyerley Weise vorgetragen werden. Die eine Manier heist Methodus systematica, und die andere wird Methodus alphabetica genennet.

V.

Nach der Systematischen Methode hänget die Materie an einander, und die Stücke werden in solcher Ordnung vorgetragen, daß immer eines aus dem andern heraus fleust.

VI.

Nach der Alphabetischen Methode hingegen hängt nichts aneinander, sondern die gantze Wissenschafft wird in kleine Stücke zerrissen, und ohne Connexion in einer solchen Reihe vorgetragen, wie es die Ordnung der vier und zwanzig Buchstaben erfodert.|[p.iv]

p.[iv-v]
VII.

Wenn ich nun sagen soll, was von diesen beyden Methoden zu halten sey, so müssen wir vohero ausmachen, was zu einer soliden Wissenschafft einer Sache eigentlich gehöre.

VIII.

Nehmlich wer sich rühmen will, daß er etwas weiß, der muß auf drey Fragen gründlich antworten können; Erstlich, was die Sache sey? Zum andern, wie vielerley die Sache sey? Und drittens, warum die Sache so oder so beschaffen sey?

IX.

Auf die erste Frage gehöret eine deutliche Definition; auf die andere eine geschickte Division; und auf die dritte eine gründliche Demonstration.

X.

Wer nun eine Disciplin so begreiffen will, daß er auf alle drey Fragen accurat antworten kan, der soll und muß sich dieselbe Wissenschafft Methodo Systematica vortragen lassen.

XI.

Ja wenn einmahl eine Zeit kommen solte, daß diese Systematische Methode nicht mehr im Gebrauch wäre, so würden wir uns auch gewiß keiner gründlichen Gelehrsamkeit mehr zu rühmen haben.

XII.

Hingegen wer eben keine Demonstrationes machen will; wer sich auch eben nicht um alle Divisiones bekümmert; sondern wer nur eine kurtze Definition von einer Sache begehret; der kan durch die Alphabetische Methode gar wohl zu seinem Zwecke gelangen.

XIII.

Man darff aber nicht dencken, als wenn eine geschickte Beschreibung von einer Sache so gar was geringes wäre; Denn es lehret die gemeine Erfahrung, daß die Menschen viel hundert Vocabula in der täglichen Conversation brauchen, davon sie nicht allein keine deutliche Beschreibung im Munde, sondern auch nicht einmahl eine eigentliche Idée davon im Gehirne haben.

XIV.

Man probiere solches nur mit etlichen Theologischen Wörtern, die in allen Predigten vorkommen, und frage, nicht einen der vom Sudio Theologico Profession machet, sondern einen andern ehr-|[p.v]lichen Mann, der sich auf sein Christenthum was einbildet, was er denn vom seligmachenden Glauben, vom alten Adam, von der neuen Creatur, von der Wiedergeburth, von dem rechtschaffnen Wesen in Christo, von der Selbst-Liebe, von der Verleugnung seiner selbst, von der Verachtung der Welt, von der Creutzigung des Fleischs, von der Natur der Gnade, von Geist und Buchstaben, und von dergleichen Wörtern mehr sich eigentlich vor ein Concept gemachet habe? so werden es zwar alle prætendiren zu wissen; sie werden es aber nicht können von sich geben; sondern die meisten werden mit Mose sagen: Ich habe eine schwere Sprache, und eine schwere Zunge.

XV.

Jedoch wir wollen uns in dieser Materie nicht vertieffen, sondern wir wollen viel lieber nachforschen, wie denn die curieuse Welt auf diese Alphabetische Methode gekommen sey.

XVI.

Vor eine gantz neue Lehr Arth darff man sie eben nicht ausgeben; Denn wir haben noch alte Griechische Lexica, welche nach dieser Manier eingerichtet sind.

XVII.

Daß aber diese Methode sonderlich bey unserer Zeit aufs neue gleichsam grand mode worden ist; darzu haben meines Erachtens nachfolgende Ursachen cooperiret.

XVIII.

Vor Alters waren nur wenige Wissenschafften, und die waren auch nicht sonderlich ausgeführet: Es studirten auch wenige Leute, die begnügten sich, wenn sie eine oder die andere Disciplin ex professo verstunden; und die übrigen alle begehrten den Gelehrten nicht ins Handwerck zu fallen.

XIX.

Da konte man nun wohl sagen: mundus exigua sapientia regitur; und wer nur ein wenig fleißig war, der hatte Zeit genug, eine iedwede Wissenschaft in einer Systematischen Methode mehr als einmahl durchzugehen.

p.[vi-vii]
XX.

Aber seit ohngefehr fünfftzig Jahren, ist erstlich die Anzahl der Wissenschaften gar sehr vermehret worden, daß man die|[p.vi] Professiones auf Universitäten zum wenigsten dupliren müste, wenn eine iedwede Disciplin besonders solte dociret werden.

XXI.

Darnach hat eine jede Wissenschafft so viel Zusatz bekommen, daß man die alten Physici, Mathematici, und Historici, wenn sie heute wieder aufstünden, und alle ihre Weißheit wieder mit sich brächten, nur vor schlechte Anfänger, paßiren würden.

XXII.

Ferner haben sich die Unterthanen in dem Reiche der Gelehrsamkeit dermassen vermehret, daß es anietzo allenthalben von gelehrten Leuten wimmelt: Daher es auch kommen ist, daß viel geringe Wissenschafften, die man sonst den Mechanicis überlassen hat, numehro von Literatis getrieben werden.

XXIII.

Und endlich führet das ietzige Seculum eine solche Curiosität bey sich, daß ein iedweder alles; oder doch zum wenigsten von allem etwas wissen will.

XXIV.

So viel Lehr-begrierige Leute nun konten zu ihrem Zwecke nicht gelangen, so lange die Lateinische Sprache das Monopolium hatte, daß sie allein mit gelehrigen Sachen handeln durffte.

XXV.

Es haben demnach die Deutschen, nach dem Exempel anderer Nationen nicht geruhet, biß nunmehro fast alle Wissenschafften in die Mutter-Sprache dieser cultivirten Nation sind übersetzet worden.

XXVI.

Darnach war ihnen die Systematische Methode viel zu weitlaüfftig, zu langweilig und zu verdrießlich: sonderlich um dieselbe Zeit, da man den Kern der wahren Weißheit nicht zu kosten kriegte, wenn man nicht vorhero, die Metaphysischen Schalen, darinnen sie verborgen lag, mit Kopff-brechender Arbeit auffgemacht hatte.

XXVII.

Es wurde aber auch diese Seite endlich zerrissen, uns nachdem es keine Busse mehr trug, wenn man gleich eine Materie nicht per quatuor causas zu Marckte brachte, so wurden allerhand Lehr-Arthen, und darunter auch diese so genannte Alphabetische Methode an ein und der andern Wissenschafft probiret.

XXVIII.

Es fand aber solche nicht allein bey vielen approbation, son-|[p.vii]dern nachdem in Franckreich, Engelland und Holland allerley Geographische, Historische, Mathematische, Architektonische, Militairische und andere Wörter-Bücher herauß kommen waren: so fing man an zu wünschen, ein Lexicon Universale zu haben, darinnen man alles beysammen hätte, was man gerne wissen wolte.

XXIX.

Zwar ein rechtes allgemeines Dictionarium, darinnen man alle Weißheit von der Welt nachschlagen könte, wird vor dem Ende der Welt wohl nicht zum Vorscheine kommen; und wenns auch käme, so würde es doch mit seiner Größe und mit seiner Kostbarkeit mehr beschwerlich als bequeme seyn.

XXX.

Aber ein solches Wörter-Buch zusammen zu tragen, welches aus vielen Wissenschafften zusammengesetzet ist, und also auch viel Menschen zugleich in ihrer curiosität vergnügen kan: Das wird nunmehro wohl niemand vor unmöglich halten, nachdem dergleichen in Lateinischer, Frantzösischer und Deutscher Sprache in allen Buchläden liegen.

XXXI.

In dergleichen Absehen nun, sind auch die Herrn Verleger, auf deren Verlangen ich anietzo diese Vorrede schreibe, darauf bedacht gewesen, wie sehr sie der lehrbegierigen Welt mit einem Realen Lexico dienen möchten, das bey seiner mittelmäßigen mensur nicht zu wenig und auch nicht zu viel in sich hielte.

XXXII.

Der erste Theil ward ein Reales Staats-Zeitungs- und Coversations-Lexicon genannt, von dessen eigentlichen Innhalt und Absicht, ich bey allen fünff Auflagen, treuliche und aufrichtige Nachricht ertheilet habe. Ob auch gleich der Neid und die Mißgunst den Lauff desselben haben hemmen wollen, so haben doch die Verläumder nur Schande und das Buch desto mehr Liebe davon getragen.

p.[viii-ix]
XXXIII.

Anietzo folget nunmehr der andre Theil davon, welcher den Titul eines curieusen Natur-Kunst-Gewerck-und Handlungs-Lexici führet; davon ich einen jedweden, der sich um dessen|[p.viii] Innhalt bekümmert, mit nachfolgender kurtzen, aber mit der Sache selbst übereinkommenden Nachricht dienen will.

XXXIV.

Weil man in dem ersten Theile hauptsächlich auf die Politische Beschaffenheit der Welt gesehen hat, ist man in diesem andern Theile bemühet gewesen, die Ausmeublirung dieses grossen Gebäudes, welches theils von der Natur, theils von der Kunst herrühret, in fast unzehligen kleinern Beschreibungen vorzustellen.

XXXV.

Man trifft dannenhero in diesem andern Theile dasjenige an, was die Mutter aller Dinge, das ist die gütige Natur, ihn ihrem vegetabilischen, in ihrem mineralischen, und in ihrem animalischen Reiche, gleichsam im Vorrathe hat.

XXVI.

Absonderlich ist grosser Fleiß angewendet worden, daß auch die kleine Welt, das ist der Mensch, so möchte beschrieben werden, daß man die Wörter, dardurch die Kräffte, Würckungen und Passionen seiner Seelen; ingleichen die Glieder, Zufälle und Kranckheiten seines Leibes, exprimiret werden, recht gründlich verstehen möge.

XXXVII.

Es sind zu dem Ende aus denen bekannten Philosophischen und Medicinischen Disciplinen, insonderheit aus der Physica, aus der Botanica, aus der Anatomie, aus der Chymie, aus der Chirurgie, und Apothecker-Kunst, alle Termini Technici, auch so gar Characteres, zusammen gesuchet worden.

XXXIX.

Man hat ferner aus den Mathematischen Wissenschafften, besonders aus der Astronomie, aus der Geometrie, aus der Architectur, in specie was zum Festungs- und Schiffs-Bau gehöret, vieles entlehnet, und mit umständlichen Beschreibungen gleichsam abgemahlet.

XXXIX

Weil auch die Music und die Poesie, viel Kunst-Wörter bey sich führen, davon man ohne Schande kein Ignorante seyn kan, so sind auch dieselben an gehörigem Orte nicht vergessen worden.|[p.ix]

XLI.

Einen grossen Theil des Buches machen auch diejenigen Wörter aus, welche in Bergwercks-Sachen, bey der Jägerey, bey der Fischerey, bey der Gärtnerey, und bey andern Künsten und kunstmässigen Professionen täglich vorkommen.

XLII.

Insonderheit ist das Commercien-Wesen, was zur Kauffmannschaft, Buchhalten, Wechsel-Sachen, und dergleichen gehöret, so sorgfältig zusammengetragen worden, daß man so gar auch die Juristischen Terminos nicht vergessen hat, die einem Kauffmanne zu wissen nöthig sind, wenn in verworrenen Händeln bißweilen der Richter muß zu Hülffe geruffen werden. Es sind auch die vornehmsten Handels-Städte berühret, und besonders angezeiget worden, wie an solchen von einem Ort zum andern die Wechsel-Course eingerichtet wurden.

XLIII.

Endlich weil es öffters auch den gelehrtesten Leuten an nöthiger Wissenschafft von Zünfften und Handwerckern, mit denen sie doch im Bürgerlichen Leben fast täglich ümzugehen haben, ermangelt, auch denen Ungelehrten etwas davon zu wissen höchst nützlich ist; so hat man den Anhange nicht nur kurtze und deutliche Beschreibungen von Handwerckern, ihrem Werckzeuge, unterschiedlichen Arten ihrer Arbeit und Meisterstücke, sondern auch andere bey ihnen vorkommende Terminos Technicos einzurücken vor nöthig erachtet; wobey auch angehenget worden, was währenden Druck, von andern Wissenschafften beygefallen ist.

p.[x-xi]
XLIV.

Wer dieses alles, was ich mit grosser menage der Worte specificiret habe, ein wenig übersiehet, der wird sich wohl nunmehro über den Titul; Natur-Kunst-Gemerck- und Handlungs-Lexicon ohne mein Zuthun von sich selbst eine Auslegung machen können.|[p.x]

XLV.

Man wird aber auch zu gleicher Zeit gar leicht ermessen, daß dieses mühsame und aus so vielen Wissenschafften zusammen gesetzte Werck nicht eines Menschen Arbeit ist. Wie ich dann in der Wahrheit versichern kan, daß unterschiedene geschickte Leute allbereit etliche Jahre darüber gesammlet, und einer jedweden Scienz die besten Autores zu Rathe gezogen haben.

XLVI.

Die Nahmen derselben alle zu publiciren, habe ich keine Ordre: das aber kann ich wohl bekannt machen, daß der berühmte Herr Paul Jacob Marperger, vornehmes Mitglied der Königlichen Societät der Wissenschafften in Berlin, ein grosses darzu contribuiret hat.

XLVII.

Ein mehreres will ich zur recommendation eines Buches, das sich schon selbsten recommendiren wird, nicht anführen: Wer das Werck selber durchblättern wird, der wird mir nachsagen, daß ich von seinem innerlichen Werthe nicht zu viel, aber wohl zu wenig geschrieben habe.

XLVIII.

Solte den Herren Autoribus da oder dort etwas menschliches begegnet seyn, so wird um freundliche Nachricht an die Verleger zu ertheilen gebethen, welche man nicht allein zu Verbesserung des Werckes anwenden, sondern auch mit gebührenden Dancke erkennen wird.

XLIX

Ich schliesse mit dem wohlgemeinten Wunsche, daß GOtt den alten Herrn Johann Friedrich Gleditsch und dessen noch lebenden eintzigen Sohn, Herrn Johann Gottlieb Gleditsch, lange Zeit in gewünschten Vergnügen erhalten wolle, damit wir durch ihren Verlag dem Publico zum besten, noch manch gelehrtes und nützliches Buch ans Licht gestellet sehen mögen.

Geschrieben zu Hamburg, an Ostern 1712.

Literatur[Bearbeiten]

  • Olaf Simons: Marteaus Europa oder Der Roman, bevor er Literatur wurde (Amsterdam/ Atlanta: Rodopi, 2001), S.122-131. ISBN 90-420-1226-9