Das bayrische Bier auf Reisen

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Titel: Das bayrische Bier auf Reisen
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 1, S. 0
Herausgeber: Adolf Kröner
Auflage:
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Erscheinungsdatum: 1898
Verlag: Ernst Keil’s Nachfolger G. m. b. H. in Leipzig
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
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[0_b] Das bayrische Bier auf Reisen. Das erste Frachtstück, welches man in Bayern mit der Eisenbahn beförderte, war bekanntlich ein Faß Bier. Heute gehen von den bayrischen „Bierquellen“ neben Hunderten von Einzelwagen täglich ganze Bierzüge in die Welt hinaus, um den Durstigen das gewohnte erquickende Naß im Fluge zuzuführen. Es giebt einen norddeutschen, einen rheinischen, einen Hamburger Bierzug, zusammengesetzt aus jenen weißangestrichenen soliden Wagen, die an ihren Seitenwänden die Namen weltbekannter Bierfirmen tragen. Im ganzen mögen wohl etwa 1300 derartige Wagen in den bayrischen Wagenpark eingestellt sein, von denen weitaus der größte Teil Privateigentum der betreffenden Exportbrauereien ist. So hat München 18 Exportfirmen, die über 700 Wagen unterhalten, darunter die Brauerei zum Spaten mit 150 Wagen, die Löwenbrauerei mit 126 Wagen, das Leistbräu mit 88, das Augustinerbräu mit 74, das Bürgerliche Bräuhaus mit 71 Wagen und so fort. Kulmbach hat 12 Firmen mit über 100 Wagen, Nürnberg 4 mit ebenfalls über 100 Wagen, Erlangen 4 mit 50 Wagen.

Im ganzen sind nach den letzten Ermittelungen im Jahre 1895 408 929 Tonnen Bier in Bayern mit der Eisenbahn verschickt; das macht 41000 Wagenladungen. Hiervon blieben im Lande selbst 86 771 Tonnen; nach den übrigen Teilen des Deutschen Reiches wurden 282 011 Tonnen und nach anderen europäischen Ländern 40 147 Tonnen verfrachtet. Im Reiche waren die Hauptabnehmer die Verkehrsgebiete Königreich Sachsen (94 321 Tonnen), Stadt Berlin (26 109 Tonnen), die Elbhäfen (Hamburg etc.) (21 881 Tonnen), Merseburg und Thüringen (16 941 Tonnen). Vom Auslande steht noch immer Frankreich obenan mit 11 439 Tonnen, dann folgt die Schweiz mit 10 421 Tonnen, Oesterreich einschließlich Böhmen mit 5876 Tonnen, Belgien mit 5128, Italien mit 2909, Holland mit 2616 Tonnen. – Um dem „Stoff“ seine Güte zu sichern, sind die meisten jener Bierwagen mit Eiskühlvorrichtungen für den Sommer und mit Heizvorrichtungen für den Winter versehen.