Der Edelmann und der Schäfer (Erk, Variante 3)

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Textdaten
<<< >>>
Autor:
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: Der Edelmann und der Schäfer
Untertitel:
aus: Deutscher Liederhort,
S. 183–184
Herausgeber: Ludwig Erk
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1856
Verlag: Th. Chr. Fr. Enslin
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Berlin
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Google und Wikimedia Commons
Kurzbeschreibung:
Wikipedia-logo-v2.svg Artikel in der Wikipedia
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
Deutscher Liederhort (Erk) 183.jpg
Bearbeitungsstand
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
Indexseite
[183]
51b. Der Edelmann und der Schäfer.


Mäßig bewegt. Mündlich, aus der Ukermark. (Gramzow etc.)
Noten


1.
Es trieb ein Schäfer den Berg hinan,

der Edelmann ihm entgegen kam,
hei dideldum da, hei hopsasasa!
der Edelmann ihm entgegen kam.

2.
Der Edelmann nahm den Hut wol ab

und bot dem Schäfer ein schönen gutn Tag.

3.
„Ach Edelmann, laß dein Hütchen stohn!

ich bin ein armer Schäferssohn.“

4.
‚‚‚Bist du ein armer Schäferssohn,

wie kannst du denn Edelmanns Kleider tragn?‘‘‘

5.
„Ei Edelmanns Kleider die kann ich tragn,

dieweil sie mein Vater bezahlen kann.“

6.
‚‚‚Kann sie dein Vater mit Geld bezahln,

so sollst du mein jüngste Tochter heirathn.‘‘‘

7.
„Ach wär deine Tochter ehrlich und fromm,

so freit sie nicht ein Schäferssohn.“

8.
Der Edelmann faßt ein grimmigen Zorn

und warf den Schäfer in tiefsten Thurm.

9.
Und als der Vater das wurde gewahr,

setzt er sich auf und fuhr alldar:

10.
„Ach Edelmann, schenk meinem Sohn das Lebn,

dreihundert Thaler die will ich dir gebn.“

11.
‚‚‚Dreihundert Thaler ist mir kein Geld,

der Schäfer muß sterben, wenns mir gefällt!‘‘‘

[184]
12.
Und als die Mutter das wurde gewahr,

setzt sie sich auf und fuhr alldar:

13.
„Ach Edelmann, schenk meinem Sohn das Lebn,

sechshundert Thaler die will ich dir gebn.“

14.
‚‚‚Sechshundert Thaler ist mir kein Geld,

der Schäfer muß sterben, wenns mir gefällt!‘‘‘

15.
Und als die Schwester das wurde gewahr,

setzt sie sich auf und fuhr alldar:

16.
„Ach Edelmann, schenk meinem Bruder das Lebn,

eine Tonne Goldes die will ich dir gebn.“

17.
‚‚‚Eine Tonne Goldes ist mir kein Geld,

der Schäfer muß sterben, wenns mir gefällt!““

18.
Und als sein Liebste das wurde gewahr,

setzt sie sich auf und fuhr alldar:

19.
„Ach Edelmann, schenkt meinem Liebsten das Lebn,

eine Perlenkron die will ich dir gebn.“

20.
‚‚‚Ein Perlenkron die wär schon gut.‘‘‘ –

Der Schäfer zog hin mit frischem Muth.