Der Fremde

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Autor: Rainer Maria Rilke
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Titel: Der Fremde
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aus: Der neuen Gedichte anderer Teil, S. 99–100
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Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1918
Verlag: Insel-Verlag
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Österreichische Nationalbibliothek
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DER FREMDE


Ohne Sorgfalt, was die Nächsten dächten,
die er müde nicht mehr fragen hieß,
ging er wieder fort; verlor, verließ —.
Denn er hing an solchen Reisenächten

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anders als an jeder Liebesnacht.

Wunderbare hatte er durchwacht,
die mit starken Sternen überzogen
enge Fernen auseinanderbogen
und sich wandelten wie eine Schlacht;

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andre, die mit in den Mond gestreuten

Dörfern, wie mit hingehaltnen Beuten,
sich ergaben, oder durch geschonte
Parke graue Edelsitze zeigten,
die er gerne in dem hingeneigten

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Haupte einen Augenblick bewohnte,

tiefer wissend, daß man nirgends bleibt;
und schon sah er bei dem nächsten Biegen
wieder Wege, Brücken, Länder liegen
bis an Städte, die man übertreibt.

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Und dies alles immer unbegehrend

hinzulassen, schien ihm mehr als seines

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Lebens Lust, Besitz und Ruhm.

Doch auf fremden Plätzen war ihm eines
täglich ausgetretnen Brunnensteines

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Mulde manchmal wie ein Eigentum.