Der Lütplager

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Wechseln zu: Navigation, Suche
Textdaten
<<< >>>
Autor: Johann Jakob Schneider
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: Der Lütplager
Untertitel:
aus: Badisches Sagen-Buch I, S. 220–221
Herausgeber: August Schnezler
Auflage: 1. Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1846
Verlag: Creuzbauer und Kasper
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Karlsruhe
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Commons und Google
Kurzbeschreibung:
Wikipedia-logo.png Artikel in der Wikipedia
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
[[Bild:|250px]]
Bearbeitungsstand
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
Indexseite
[220]
Der Lütplager.

Im dreizehnten Jahrhunderte hauste ein Ritter Kuno auf der nun schon längst in Trümmern liegenden Veste Bärenfels. [221] Er war ein harter, boshafter Mann, und sein Aeußeres, seine rothen struppigen Haare, sein tückisches Gesicht, entsprachen vollkommen dem Inneren. Weil er durch seine in der Umgegend ausgeübten Gewaltthätigkeiten eine wahre Plage der Leute geworden war, hieß man ihn auch allgemein nur den „Lütplager“; bald fiel es ihm ein, seine Dienstmannen nach Hasel hinabzusenden, um das Beste, was die armen Bauern besaßen, von ihnen einziehen oder gewaltsam hinwegnehmen zu lassen; bald zwang er das Volk zu den härtesten Frohndiensten; bald entführte er einem Vater die reizende Tochter, kurz, er häufte Sünde auf Sünde. Nach seinem Tode sahen ihn die Leute öfters in Gestalt eines ungeheuern ziegelrothen Katers zu gewissen Zeiten in der Nähe seines verfallenen Schlosses umherschleichen und manchmal plötzlich von Hunden verfolgt werden; noch jetzt scheut man sich nächtlicher Weile den Ruinen zu nähern, wo man wildes Hundegebell und ängstliches Katzengekreisch zu vernehmen glaubt; dann pflegt man zu sagen: „der Kuno rührt sich wieder“.

(Vergl. Pfarrer J. Schneider’s Werkchen: „Das Badische Oberland.“ etc. Lörrach, 1841.)