Der sich sonnende Schatz

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Textdaten
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Autor: Joseph Anton Rueb
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Titel: Der sich sonnende Schatz
Untertitel:
aus: Badisches Sagen-Buch I, S. 160–161
Herausgeber: August Schnezler
Auflage: 1. Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1846
Verlag: Creuzbauer und Kasper
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Erscheinungsort: Karlsruhe
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Quelle: Commons und Google
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Der sich sonnende Schatz.

Auf dem rechten Rheinufer, zwischen Laufenburg und Binzgau, in dem felsigen Thale des Andelbaches, sollen bis zum dreißigjährigen Kriege mehrere Hammerwerke und sonstige Häuser gestanden haben, und wirklich findet man dortselbst noch Mauertrümmer und viele Schlacksteine. Aus jener Zerstörungszeit her, sagt man, liege daselbst viel Geld vergraben.

Einmal, in der Frohnfastenzeit, ging ein Bürger von Badisch-Laufenburg in genanntes Waldthal, um Holz zu holen. Es war um Mittag und sehr heiß; er setzte sich unter einer Eiche nieder, um auszuruhen. Plötzlich sieht er unfern von sich gewöhnliche Kohlen langsam aus dem Boden hervorsteigen, die allmählig bis zu der Größe eines Korbes anwuchsen. In demselben Augenblicke zeigte sich auf dem Kohlenhaufen eine ungeheure, sich ausspreizende Kröte, die ihn mit feurigen [161] Augen unbeweglich anstarrte. Mit unverwandtem Blicke staunte der Mann eine geraume Zeit diese wunderbare Erscheinung an, als plötzlich, wie weggewischt, Kohlen und Kröte in den Boden versanken. – Als er das, was er gesehen, bei seiner Nachhausekunft erzählte, sagte man ihm, daß er eine so schöne, sich selten ereignende Gelegenheit, reich zu werden, nicht hätte unbenutzt vorbeigehen lassen und sich ohne alle weitere Umstände der Kohlen und Kröte hätte bemächtigen sollen. Jene Kohlen seyen ein Haufen Gold gewesen, den der Böse in Gestalt einer Kröte bewacht hätte, welcher aber leicht durch Bekreuzigungen und passende Sprüche zu vertreiben gewesen wäre.

So erzählen noch Mehrere, die jenen Bürger gekannt hatten.

J. A. Rueb.