Die Domherrenuhr

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Textdaten
Autor: Josef Seiler
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: Die Domherrenuhr
Untertitel:
aus: Volkssagen und Legenden des Landes Paderborn, S. 37–38
Herausgeber:
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1848
Verlag: J. Luckhardt’sche Buchhandlung
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Cassel
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Google, Commons
Kurzbeschreibung:
Wikipedia-logo-v2.svg Artikel in der Wikipedia
Eintrag in der GND: [1]
Bild
Paul Graeb Aus dem Dom zu Paderborn 1867.jpg
Bearbeitungsstand
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
Indexseite


[37]
Die Domherrenuhr.

Im linken Seitenschiffe des Doms zu Paderborn befindet sich eine kleine Schlaguhr, welche immer um eine Viertelstunde früher geht als die große Thurmuhr. Mancher weiß nicht, was das bedeutet, und macht sich allerlei Gedanken darüber. Es hat aber folgende Bewandtniß damit. In frühern Zeiten traf es sich oft, daß die adligen Domherren in Paderborn gleiche Posten in Hildesheim bekleideten. Wohnten diese Herren nun in Paderborn, so hatten sie alle Jahr nur einmal, an einem gewissen Tage, nach Hildesheim zu reisen, dort dem Hochamte im Dom beizuwohnen, und dann ihren Gehalt als Domherren von Hildesheim einzustreichen. Kamen sie aber nicht zur rechten Zeit, so war der Gehalt für das Jahr verfallen. Einer von ihnen reisete auch in dieser Absicht nach Hildesheim, kam aber trotz aller Eile, erst dort an als die Messe bereits angefangen war. So hatte er die Reise vergeblich gemacht. Wie er wieder nach Paderborn zurück kam, war sein erstes, daß er eine Schlaguhr verfertigen und im Dome aufstellen ließ, welche immer eine Viertelstunde zu früh gehen mußte. Nach ihr [38] richtete er sich fortan mit seiner Abreise, und so kam er nachher nie wieder zu spät. Das ist die Uhr im linken Seitenschiff des Doms zu Paderborn, welche noch immer eine Viertelstunde zu früh geht.