Die Farbengebung

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Textdaten
Autor: Johann Gottfried Herder
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Titel: Die Farbengebung
Untertitel: Ein Gemählde der Angelika Kaufmann.
aus: Friedrich Schiller:
Musen-Almanach für das Jahr 1796, S. 177 – 178
Herausgeber: Friedrich Schiller
Auflage: 1. Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1796
Verlag: Michaelis
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Erscheinungsort: Neustrelitz
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
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Quelle: HAAB Weimar, Kopie auf Commons
Kurzbeschreibung: Die Chiffre D. wird Johann Gottfried Herder zugeschrieben.
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[177]
Die Farbengebung.

Ein Gemählde der Angelika Kaufmann.

_____

(Mit begeistertem Blick taucht die Mahlerei

den Pinsel in die Farben der Iris. Mannichfaltige
Blumen blühen ihr zu Füßen, und

ein Chamäleon schleicht zwischen ihnen.)


Nicht vom Chamäleon, so oftermalen
     Er auch sein Kleid verändert, wunderschnell;
Nein! um der Gottheit Abglanz uns zu mahlen,
     Nahmst du die Farben aus der Farben Quell;

5
Tauchst in Aurorens, tauchst in Iris Strahlen

     Den Pinsel, und dein Blick wird himmlisch hell,
Zu sehn, wie aus dem Lichtstrom Bäche fließen,
Und Strahlen sich in Farben leise gießen.

Wer hob die Hand dir? wer erhob zum Himmel

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     Den Blick dir, himmlische Begeisterung?

Daß über Nebel, über Erdgetümmel,
     Im sanften Fluge, mit der Taube Schwung

[178]

Du aufsteigst, fühlst in dir und trägst den Himmel
     In uns mit täuschender Beseligung;

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Und lässest, was du dort in lichten Höhen

Der Gottheit sahst, uns hier in Schatten sehen?

Ein Gott wars. Und die Blume dir zu Füßen
     Weiht ihren Brautschmuck deiner Schwester-Hand.
Ein Lüftchen weilt, die Körper zu umfließen,

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     Die du erschafst, und wird ein Brautgewand

Der Seele, die, sich sichtbar zu genießen,
     In deiner Seele Äther-Hüllen fand.
Du mahlest, was du bist. Auf Edens Auen
Giebst du, in Menschen, Engel uns zu schauen.

D.