Die Friedenslinde an der Hasenhaide

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Titel: Die Friedenslinde an der Hasenhaide
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aus: Die Gartenlaube, Heft 48, S. 782
Herausgeber: Ernst Keil
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Erscheinungsdatum: 1874
Verlag: Verlag von Ernst Keil
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
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[782] Die Friedenslinde an der Hasenhaide. Ueber die Großthaten der Gegenwart und deren Verherrlichung sollen wir nicht vergessen, daß auch unsere Vorfahren große Zeiten gesehen, Zeiten, denen wir um ihrer gewaltigen uns noch heute fruchtenden Errungenschaften willen ein pietätvolles Gedenken schulden. Die Epoche von 1813 bis 1815 ist in der Geschichte deutschen Ruhmes ein nicht minder wichtiger Merkstein, wie das glorreiche Jahr 1870/71 es ist, und darum sollen uns die Denkmäler jener Zeit der Befreiung vom fremden Joche immerdar heilig bleiben. Nun steht aber auf einem Hügel am Eingange zur Hasenhaide bei Berlin (von der Seite des Cottbuser Thores aus), dicht neben der Happold’schen Brauerei eine prachtvolle Linde, welche nach den blutigen Kämpfen der Befreiungskriege von patriotischen deutschen Männern zur Feier des Friedensschlusses gepflanzt wurde – heute ist sie fast ganz vergessen; aber nicht nur das, ihre Wuzeln sind in einer Tiefe von sechs bis acht Fuß vom Erdreich völlig entblößt. Regen und Wind verzehren den Hügel immer mehr, und der nächste Sturm kann den Baum fällen, den unsere Großväter zu Ehren des Vaterlandes gepflanzt haben. Im Hinblicke auf diese für uns beschämende Möglichkeit dürfte es, wie uns von einer Anzahl Berliner Bürger mitgetheilt wird, nöthig sein, zur Befestigung der zu machenden Erdaufschüttung das Terrain dieser Friedenslinde abzusteifen oder um den Hügel eine kleine Mauer zu ziehen; denn ohne solchen Gegenhalt würde trotz geschehener Ergänzung der weggefallenen Erde nach einigen Jahren der Zustand dieser Erinnerungsstätte derselbe sein, wie heute. Wie leicht wäre hier geholfen!