Die Glocke zu St. Georgen

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Wechseln zu: Navigation, Suche
Textdaten
<<< >>>
Autor: Unbekannt
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: Die Glocke zu St. Georgen
Untertitel:
aus: Badisches Sagen-Buch I, S. 445
Herausgeber: August Schnezler
Auflage: 1. Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1846
Verlag: Creuzbauer und Kasper
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Karlsruhe
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Commons und Google
Kurzbeschreibung:
Wikipedia-logo.png Artikel in der Wikipedia
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
[[Bild:|250px]]
Bearbeitungsstand
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
Indexseite
[445]
Die Glocke zu St. Georgen.

Als man in diesem Dorfe des Schwarzwaldes zur ersten lutherischen Predigt die alte Glocke zog, welche Susanne hieß, fiel dieselbe gleich aus dem Kirchthurme und eine Strecke weit den Berg hinab. Man lud sie nun auf einen Wagen, woran zehn Ochsen gespannt waren und wollte sie wieder hinaufführen, allein der Wagen war nicht von der Stelle zu bringen, worüber die Bauern so böse wurden, daß sie riefen:

„Susanne!
In unserer Kirche mußt du hangen,
Es sey Gott lieb oder leid!“

Kaum war dies gesagt, so rollte der Wagen mit sammt Glocke, Ochsen und Fuhrleuten in den unten liegenden Weiher, wo Alles mit einander unrettbar versank. Noch jetzt hört man darin, zu den heiligen Zeiten, die Glocke läuten, die Ochsen brüllen und die Fuhrleute mit den Peitschen knallen; auch wird noch das Loch gezeigt, welches die Glocke, bei ihrem Fall aus dem Thurme, in den Boden geschlagen hat.

(Siehe Mone’s Anzeiger für Kunde der teutschen Vorzeit. Jahrg. 1829.)