Die Heimkehr der Krieger

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Textdaten
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Autor: unbekannt
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Titel: Die Heimkehr der Krieger
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 44, S. 685, 693, 696
Herausgeber: Ernst Keil
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1866
Verlag: Verlag von Ernst Keil
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Erscheinungsort: Leipzig
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Originaltitel:
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Originalherkunft:
Quelle: Scans bei Commons
Kurzbeschreibung:
Blätter und Blüthen
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[685]
Die Gartenlaube (1866) b 685.jpg

Stadtverordnete und Stadträthe.     Wrangel.     Prinz Carl.     Kronprinz.     Prinz Friedrich Carl.     Moltke.     Voigt-Rheetz.     Blumenthal.
König Wilhelm I.     Bismarck.     Roon.

Der Empfang der heimkehrenden Krieger in der Residenz.
Nach der Natur aufgenommen von A. Schaal.

[693]
Die Gartenlaube (1866) b 693.jpg

„Sie haben sich wieder!“
Der Empfang der heimkehrenden Krieger in der Provinz.
Originalzeichnung von E. A. Döpler.[WS 1]

[696] Der Heimkehr der Krieger haben wir in dieser Nummer der Gartenlaube zwei Illustrationen gewidmet, die jeder Kunst- und Vaterlandsfreund als einen Schmuck von dauerndem Werthe anerkennen wird. Die eine bringt den Triumph einer weltgeschichtlichen That zur Anschauung, die andere verherrlicht einen unvergeßlichen Augenblick aus dem vom großen Sturm des Jahres hochbewegten Leben des Volks.

Der Einzug der Truppen in die Residenz ist ein Geschichtsbild, welches das Interesse in hohem Grade in Anspruch nimmt. Es ist gleich vorzüglich durch die Composition, die trefflich und klar die Hauptpersonen des welthistorischen Ereignisses in ihren verschiedenen Beziehungen zur Siegesfeier gruppirt, wie durch die außerordentliche Treue der Portraits. Einer Schilderung des Einzugs und des hier aufgefaßten Moments bedürfen unsere Leser, denen die Tagespresse sie längst geboten, ebensowenig, als sie eine solche von uns erwarten, da sie ja wissen, wie spät wir, bei der mehrwöchentlichen Herstellungszeit jeder Nummer unseres Blattes, damit in die Oeffentlichkeit kommen würden.

Unsere zweite Illustration, der Einzug der Landwehr in die Heimath, spricht vom höchsten Hausgiebel bis zum untersten Straßenstein so wahrheits-, gemüths- und lebensvoll für sich, daß nur der immer neue Reiz des Anblicks dieser volkdurchwogten Jubelstadt uns dazu verlockt, einige Worte darüber zu äußern. Zunächst möchtet Ihr, freundliche Leser, wohl gern wissen, wo Ihr die alterthümliche Stadt dieser Volksfeier zu suchen habt? Sollte der kühne Holzbau der Häuser, die Tracht der Frauen des Volks und der Bergknappe nicht genügend andeuten, daß sie in Nordthüringen und der Harz in ihrer Nähe sein muß? So suchet, Ihr werdet sie finden. Für unsern Einzugsjubel selbst aber bedürfen wir nur einer Ueberschrift, und die ist: „Sie haben sich wieder!“ Seht nur, wie die junge Gattin sich an den wiedergefundenen Gatten anschmiegt, wie die Braut am Hals des Geliebten hängt, mit welchem Jubelstolz der Knabe des Vaters Tornister und Mantel trägt, und wie Alles, Alles grüßt, Blick und Wort, Hand und Mund, das wehende Tuch und der fliegende Blumenstrauß! – Wie, vom blutigen Schlachtfeld heim – und nur Freude? – Ist Niemand zu beklagen, wo Tausende Willkommen rufen? Ja, der Künstler hat auch der Trauer ihr Recht gewahrt, – aber der Schmerz verbirgt sich vor der lauttobenden Lust, und um so tiefer greift in die Seele der Anblick des im Winkel weinenden Weibes mit der schlummernden Waise an der gramvollen Brust! Mögen die Walter des Siegs nicht vergessen, was sie so großem Schmerz in tausend Volksherzen schuldig geworden sind!



Anmerkungen (Wikisource)[Bearbeiten]

  1. Nach Signatur C. E. (Carl Emil) Döpler, siehe Die_Gartenlaube/Illustratoren#D.