Die Lerche (Die Gartenlaube 1854)

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Textdaten
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Autor: unbekannt
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Titel: Die Lerche
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 22, S. 260
Herausgeber: Ferdinand Stolle
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1854
Verlag: Verlag von Ernst Keil
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
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[260] Die Lerche. Kein Vogel singt methodischer, musikalischer, als die Lerche. Im Aufsteigen singt sie – vivace crescendo – die Ouverture; in voller Höhe wird sie moderato in kurzen 3–4 mal wiederholten Passagen und in derselben Tonart. Bei starkem Winde erhebt sie sich in Stößen und setzt ihm dann ihre liederreiche Brust entgegen. Bei ruhigem Wetter in Spiralen und fliegt während des Hauptgesanges in horizontalen Cirkeln abwärts und beim Finale in Zickzack. Gewöhnlich hört sie abwärts in der Mitte des Weges auf zu singen und schießt dann rasch und grade herab. Der erste Theil Ihres Gesanges ist brennende Ungeduld, der zweite, andante, ist Phantasie, gefühlvolles Lobsingen der Luft und Erde in der Vogelperspektive, der dritte zeichnet sich durch Piano- Modifikationen des Hauptthemas mit Erinnerungen an die Subdominante am Ende aus. Takt und Noten entsprechen gewöhnlich den Flügelvibrationen. Zuweilen singen sie wohl auch auf der Erde, aber dann nur in Käfigen, wobei sie viel leiden, da ihre ganze lustige, fliegende, elastische Natur dabei verleugnet werden muß. Es sieht fürchterlich aus, Lerchen in Käfigen oft Stunden vergebens gegen die niedrige Decke springen sehen.