Die Marketenderin

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Textdaten
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Autor: Johann Karl Wilhelm Geisheim
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Titel: Die Marketenderin
Untertitel:
aus: Gedichte, Zweites Bändchen.
S. 90–91
Herausgeber:
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1839
Verlag: Josef Max & Komp.
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Erscheinungsort: Breslau
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Quelle: Commons, Google
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Die Marketenderin.


Eine Marketenderin kenn’ ich,
Die zog in den Kriegen den Deutschen nach;
Gern theilte sie, nahm sie den letzten Pfennig,
War dem Lager getreu in Sieg und Schmach.

5
     Was? der Blitz!

     Das ist ja die Gustel aus Blasewitz.

Es war ihr ein alter Bekannter
Der lange Peter von Itzehöe,
Ihr Herzens- und Buchverwandter

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So mancher groß’ und kleine Musjö.

     Was? der Blitz!
     Das ist ja die Gustel aus Blasewitz.

In ihrem Zelt’ war Alles zu haben;
Was machet der Deutsche nicht für’s Geld!

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Feil waren bei guten die schlechtesten Gaben,

Wie’s Schlechten beliebt und Guten gefällt.
     Was? der Blitz!
     Das ist ja die Gustel aus Blasewitz.

[91]
Auch Witz war feil. Wer das Meiste verzehrte,
20
Kriegt’ mehr als ein Zötlein drein in den Kauf;

Wenn Einer nun gar was zum Besten bescherte,
Da rieben einander die Witze sich auf.
     Was? der Blitz!
     Das ist ja die Gustel aus Blasewitz.

25
Und wenn sie den Schiller nicht eben hätte,

Sie machte sich wahrlich sehr wenig d’raus:
Viel’ Schneider, die hat sie auf Lagerstätte,
Und Dichter, die gehen gleich ein und aus.
     Was? der Blitz!

30
     Das ist ja die Gustel aus Blasewitz.


Jüngst ist sie geworden zur prunkenden Dame,
Spricht viel von Recht und Philosophie.
Aus tausend Posaunen nun bläset ihr Name:
Sie nennt sich die neueste Poesie.

35
     Was? der Blitz!

     Das ist ja die Gustel aus Blasewitz.