Die Nachtigall und der Kukuk

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Textdaten
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Autor: Christian Fürchtegott Gellert
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Titel: Die Nachtigall und der Kukuk
Untertitel:
aus: Sämmtliche Schriften. 1. Theil: Fabeln und Erzählungen, Zweytes Buch. S. 224
Herausgeber:
Auflage: 1. Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1769
Verlag: M. G. Weidmanns Erben und Reich und Caspar Fritsch
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Erscheinungsort: Leipzig
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Scans auf Commons
Kurzbeschreibung:
Erstdruck 1746/48
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[224]
Die Nachtigall und der Kukuk.


Die Nachtigall sang einst ihr göttliches Gedicht,
Zu sehn, ob es die Menschen fühlten.
Die Knaben, die im Thale spielten,
Die spielten fort und hörten nicht.

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Indem ließ sich der Kukuk lustig hören,

Und er erhielt ein freudig Ach!
Die Knaben lachten laut, und machten ihm zu Ehren
Das schöne Kukuk zehnmal nach.
Hörst du? sprach er zu Philomelen,

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Den Herren fall ich recht ins Ohr.

Ich denk, es wird mir nicht viel fehlen,
Sie ziehn mein Lied dem Deinen vor.
     Drauf kam Damöt mit seiner Schöne.
Der Kukuk schrie sein Lied. Sie giengen stolz vorbey.

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Nun sang die Meisterinn der zauberischen Töne

Vor dem Damöt und seiner Schöne,
In einer sanften Melodey.
Sie fühlten die Gewalt der Lieder.
Damöt steht still und Phyllis setzt sich nieder,

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Und hört ihr ehrerbietig zu.

Ihr zärtlich Blut fängt an zu wallen;
Ihr Auge läßt vergnügte Zähren fallen.
O, rief die Nachtigall, da, Schwätzer, lerne du,
Was man erhält, wenn man den Klugen singt.

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Der Ausbruch einer stummen Zähre

Bringt Nachtigallen weit mehr Ehre,
Als dir der laute Beifall bringt.