Die Räuberstraße

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Textdaten
<<< >>>
Autor: Friedrich Bernhard Störzner
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: Die Räuberstraße
Untertitel:
aus: Was die Heimat erzählt. Sagen, geschichtliche Bilder und denkwürdige Begebenheiten aus Sachsen, S. 197
Herausgeber:
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1904
Verlag: Arwed Strauch
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Leipzig
Übersetzer: {{{ÜBERSETZER}}}
Originaltitel: {{{ORIGINALTITEL}}}
Originalsubtitel: {{{ORIGINALSUBTITEL}}}
Originalherkunft: {{{ORIGINALHERKUNFT}}}
Quelle: Digitalisat der SLUB Dresden und bei Wikimedia Commons
Kurzbeschreibung:
Wikipedia-logo-v2.svg Artikel in der Wikipedia
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
[[Bild:|250px]]
Bearbeitungsstand
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
Indexseite


[197]
86. Die Räuberstrasse.

Ein jahrhundertalter Weg, der in den frühesten Zeiten die heutigen Städte Radeberg und Bischofswerda verband, war die „Räuberstraße“. Dieselbe ist den Bewohnern des oberen Rödertales unter diesem Namen bekannt und führt als ein ziemlich gangbarer Weg noch jetzt durch die Felder südlich von Großröhrsdorf und Bretnig an der ehemaligen Dammschenke, dem jetzigen Schützenhause von Bretnig, vorüber. Südöstlich von Hauswalde wendet dieser alte Weg sich nach Frankenthal ab und führt von hier aus an Goldbach vorbei nach Bischofswerda.

Die Räuberstraße war im frühesten Mittelalter ein vielbenützter Weg. Kaufleute zogen auf ihm dahin, besonders die Juden. Sehr häufig kam es vor, daß die reisenden Kaufleute, welche ihre Waren und oftmals auch viel Geld mit sich führten, hier angefallen wurden. Diese alte Straße führte durch weitausgedehnte Waldungen, in denen Räuberbanden ihre Schlupfwinkel hatten. Wegelagerer lauerten Kaufleuten auf, plünderten diese oder ermordeten sie auch nicht selten, wenn sie kein Lösegeld erhalten konnten. Um das Jahr 1400 war die Räuberei hier am tollsten, und nur unter starker Bedeckung konnten damals die Kaufleute eine Reise von Bischofswerda nach Radeberg wagen. Erst später trat größere Sicherheit ein. Die Bezeichnung dieses alten Weges als die Räuberstraße hat sich aber bis zum heutigen Tage erhalten.