Die Termiten

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Textdaten
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Autor: Hzn.
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Titel: Die Termiten
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 9, S. 128
Herausgeber: Ferdinand Stolle
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1857
Verlag: Verlag von Ernst Keil
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
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[128] Die Termiten. Ein in Westafrika Reisender erzählt in einem englischen Blatte ein Beispiel von dem Scharfsinn der Termiten oder weißen Ameisen, welche er vielfach in ihrem Thun und Treiben beobachtet hatte. Bekanntlich sind in und nach der langen Regenzeit große Ueberschwemmungen nicht seltene Erscheinungen, und kommt es nicht zu diesen, so bilden sich doch in der Nähe größerer Flüsse und Ströme sehr häufig eine Menge kleinerer Nebenflüsse. Diese bringen die Termiten, welche gerade auf einem Wanderzuge begriffen sind, dadurch oft in nicht geringe Verlegenheit, daß sie ihnen den Weg plötzlich abschneiden. Entweder entsteht durch einen Nebenfluß in Verbindung mit dem Hauptstrom eine Insel, auf der sich die wandernde Ameisenschaar wider Erwarten festgebannt sieht; oder diese will und muß, wer weiß das, den angetretenen Reiseweg ohne Aufenthalt oder ohne Umwege verfolgen: in beiden Fällen ist sie gezwungen, das Wasser ohne Brücke oder Fahrzeuge zu passiren. Wie aber sollen die Thiere das bewerkstelligen, da sie zwar schwimmen, aber der Kraft des Stromes nicht widerstehen können. Sie würden also jedenfalls mit dem Strome bedeutend abwärts und natürlich von ihrem Wege ganz fortgetrieben werden. In diesem Falle wissen sie sich prächtig zu helfen. Ehe sie aber diesen letzten Entschluß ausführen, sieht man sie in großer Unruhe am Wasser hin- und herlaufen und einen natürlichen Uebergang suchen. Finden sie einen solchen nicht, dann machen sie denselben auf ihre eigene Faust in folgender Weise. Eine Anzahl von Termiten, groß genug, um mit ihrer vereinten Kraft der Macht des fließenden Wassers Widerstand leisten zu können, klammert sich eine an die andere an, nicht aber in der Form einer Kette, sondern mehr als ein dichter Knäuel, von welchem der eine Theil den andern durch Ziehen, dieser jenen durch Entgegenstemmen unterstützt, die eingeschlagene Richtung festzuhalten und nicht stromabwärts getrieben zu werden. Sind sie nun glücklich am andern Ufer angekommen, und es gelingt ihnen dies fast ohne Ausnahme, so dienen die ersten, welche mit ihren Füßen das Land berühren, als Anker, vermittelst dessen die nachfolgenden das Wasser verlassen, und das Trockne erreichen können. Ist dann die ganze Schaar beisammen, so setzen sie in ihrer bekannten Art zu reisen, daß eine der andern in langer Reihe folgt, die Reise landeinwärts weiter fort.

Hzn.