Die Thalfürsten

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Titel: Die Thalfürsten
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 20, S. 268
Herausgeber: Ferdinand Stolle
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Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1855
Verlag: Verlag von Ernst Keil
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
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[268] Die Thalfürsten des heutigen Lasistan, im eigentlichen Lasen­lande, sind eine Art unserer ehemaligen Gaugrafen, die wiederum einen Fürsten über sich anerkennen. Solcher Thalfürsten existiren gegenwärtig funfzehn, von denen zwölf an der Küste ihren Sitz haben, die andern drei aber die Straße von Bathum nach Artwin unsicher machen. Sie leben zum größern Theile unter einander in immerwährender Urfehde, so daß Verwüstungen ganzer Dörfer und Felder gewöhnliche Erscheinungen sind. Luxus und Ueppigkeit sind in ihrem Häuslichen an der Tagesordnung, und ziehen sie nicht auf Raub und Plünderung aus, so sind Schmaußereien ihre schönste Erholung. Hier sitzen sie mit ihren Zechbrüdern mit unter­geschlagenen Beinen um eine auf einem Teppiche stehende Schüssel, und fingern die Speise, da der Orientale die Gabel noch nicht als Bedürfniß kennt, heraus; gut ist es, daß dieselbe mehr fest als flüssig genossen wird. Waschen geschieht blos aus Gewohnheit und weil es der Koran vor­schreibt, man würde sich aber schier entsetzen, nach aufgehobener Tafel und geschehener Waschung noch die von Fettigkeiten und Schmutz triefenden Hände in Unzahl anekeln zu müssen. Die Kuptschinen, ihre Gefäße für Wein, stehen in unmittelbarer Nähe. Ganz also die glückliche goldene Zeit unserer Ritter des Mittelalters.